Der "Darts Split" - Die Trennung zwischen PDC und BDO
Sicherlich stellt sich jeder Dartfan und jeder Spieler der sich ein klein wenig intensiver mit dem professionellen Dartsport auseinandersetzt irgendwann einmal die Frage:
Als den "Darts Split" bezeichnet man allgemein den heftigen Streit zwischen den Top Profi Dartspielern und dem leitenden Dart Verband BDO der im Jahre 1992 anfing und letztendlich in der Gründung eines neuen Verbands enden sollte, der seine eigenen Turniere sowie seine eigene professionelle Dart Weltmeisterschaft veranstaltet. Die Auswirkungen dieses Auseinandersetzung sind bis heute zu spüren, da die professionellen Dartspieler immer noch in zwei Lager gespalten und in zwei verschiedenen Verbänden organisiert sind.
Vor dem "Split" war es die BDO welche sich als einziger Dart Verband um alle
| Bühne des News of the World Finale 1976 |
| Eric Bristow während des WM Finale 1984 |
Bei diesen TV Übertragungen war es den Dartspielern gestattet auf der Bühne zu rauchen und Alkohol zu sich zu nehmen, wie es in den englischen Pubs auch üblich war. Im Jahre 1980, als sich der Dartsport gerade auf einem absoluten Höhepunkt befand und Spieler wie Eric Bristow, Jockey Wilson und Bobby George wahre Superstars waren welche die ganze englische Nation kannte, wurden die Spieler durch den berühmten Not the Nine O'Clock News Sketch lächerlich gemacht. Zwar verursachte der Spot alleine nicht ein sofortiges Ende der Popularität des Dartsports, jedoch war er für ein Negativ-Image verantwortlich welches sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hatte und dem Sport ernsthaften Schaden zugefügt hat.
Dieses Image sorge dafür daß sich ein Sponsor nach dem anderen aus dem
| Ausschnitt aus dem berühmten Sketch |
Viele der Spieler welche inzwischen ihren Lebensunterhalt als professionelle Dartspieler bestritten hatten nun das Problem daß es fast kein Preisgeld mehr zu verdienen gab
| Jockey Wilson mit Zigarette auf der Bühne |
Die Embassy World Championship 1993 war die letzte Weltmeisterschaft bei der noch alle Spieler an einer Weltmeisterschaft teilgenommen haben. Die WDC Spieler trugen
| Der Aufnäher der WDC bei der WM 1993 |
Der Pay-TV Sender Sky Sports, der sich gerade die Übertragungsrechte an der neu gegründeten Fussball Premierleague gesichert hatte, schloß mit der WDC einen Exklusivvertrag über die Übertragung von drei WDC Turnieren pro Jahr ab. Nachdem Mike Gregory auch die zweite Ausgabe des Lada UK Masters gewonnen hatte beschlossen er und Chris Johns doch wieder zur BDO zurückzukehren. Aber die restlichen 14 Spieler blieben standhaft und veranstalteten 1994 ihre erste eigene Weltmeisterschaft, welche von Dennis Priestley gewonnen wurde. Die BDO veranstaltete ihrerseits weiterhin die Embassy Weltmeisterschaft mit einem zu dem Zeitpunkt noch weitgehend unbekannten Teilnehmerfeld.
Anschließend verbannte die BDO die "Rebellen" von allen County Dart Spielen und drohte sogar damit alle Spieler zu sperren welche nur an einer Exhibition mit einem der WDC Spielern teilgenommen haben. Als die WDC Spieler auch noch von der WDF, welche völlig von der BDO abhängig war, für alle WDF Turniere gesperrt wurden zogen die WDC Spieler und die BDO vor Gericht. Der anschließende Rechtsstreit dauerte drei Jahre lang und verschlang auf beiden Seiten eine Unmenge an Geld.
Am 30. Juni 1997 konnten sich beide Seiten endlich einigen. Es wurde eine
| Olly & Lorna Croft - Die Gründer der BDO |
Im Zuge dieser Vereinbarung gab und gibt es bis heute einige Unstimmigkeiten welche die ganze Sache weiterhin kompliziert gestalten. So nutzten am Anfang einige BDO Spieler die Möglichkeit an PDC Events wie dem World Matchplay teilzunehmen. Später beschränkte die PDC die Teilnahme an den meisten ihrer Turnieren auf PDPA Mitglieder. Die PDPA kümmert sich um die Belange der PDC Spieler. Um an einem WDF / BDO Turnier teilzunehmen muss man den Vorgaben der Tomlin Order von 1997 zustimmen und in der Lage sein an den BDO World Masters sowie der World Championship teilzunehmen, wodurch PDPA Mitglieder faktisch ausgeschlossen sind. In der Praxis bedeutet dieses daß sich die Spieler trotz der Vereinbarung überall spielen zu können für eine der beiden Verbände entscheiden (müssen) und in der Regel nur an Turnieren ihres jeweiligen Verbandes teilnehmen. Jedoch gibt es immer wieder nennenswerte Ausnahmen. So ist es bei einigen PDPA Players Championships, Pro Tour- und Open Events einheimischen Spielern gestattet an den PDC Turnieren teilzunehmen. Dieses hat u.a. dazu geführt daß Michael van Gerwen als BDO Spieler 2006 das PDC Open Holland gewinnen konnte.
Auch die großen niederländischen TV Turniere bildeten eine Zeit lang eine Ausnahme.
| Barry Hearn - Der Vorsitzende der PDC |
Auf jeden Fall kann man Aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre durchaus sagen daß es die PDC mit Hilfe der TV Übertragungen auf Sky Sports geschafft hat dem Dartsport wieder ein anderes Image zu geben. Dieses macht sich u.a. in den steigenden Zuschauerzahlen bei den großen Turnieren bemerkbar. So konnte im Jahr 2008 in der Premier League Darts ein PDC Rekord von über 7.000 Zuschauern an einem Spieltag verzeichnet werden. Aber auch die BDO scheint momentan wieder von diesem steigenden Zuschauerinteresse am Dartsport zu profitieren. So konnte man inzwischen mit Setana Sport einen TV Sender finden der seit dem Jahr 2008 die BDO International Grand Prix Serie und damit fünf weitere BDO Turniere live überträgt.
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Weitere Quellen zum Thema:
- Split in Darts - Artikel im englischen Wikipedia
- Die Geschichte der PDC - von der PDC Webseite
- The Split in Darts - von Alan Warriner-Little (PDPA Vorstandsmitglied)
- Tip: Blood on the Carpet - The Darts Split (BBC Dokumentation - Download)


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