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Lukes Dart Reviews - Ian "Diamond" White

Ian White - Review

[Karriere] [Naturals] [DNA]

Es gibt auf dem PDC-Circuit Talente. Spieler, die noch in jungen Jahren auf einmal aus dem Nichts aufschlagen und die Bühnen rocken. Dann gibt es die alt-erfahrenen hart arbeitenden Profis, die sich bereits seit Jahrzehnten in der Weltspitze befinden. Und dann gibt es die Spieler, die quasi genauso lange dabei sind, aber nie so recht den ganz großen Wurf geschafft haben. Um so einen Darter soll es heute gehen. Die Rede ist von Ian "Diamond" White.

Die Karriere:

Darts Reviews - Karriere

Geboren ist White am 17. August 1970 in Stoke-on-Trent, England. Da dort wohl irgendwas im Trinkwasser ist, das Darttalente nur so aus dem Boden sprießen lässt (Phil Taylor, Adrian Lewis & Co.), schlug auch er eine sportliche Karriere am Oche ein. 1997 erreichte er überraschend das Finale des altehrwürdigen News of the World Turniers. Auf dem Wege dorthin schlug er etablierte Spieler wie Peter Manley und Andy Jenkins. Obwohl er gegen seinen Landsmann Phil Taylor verlor, konnte er mit diesem Coup das erste Mal auf sich aufmerksam machen und brachte seine Profi Karriere ins Rollen. Ein Nickname wurde schnell gefunden. Ähnlich wie Peter Wrights Kampfname "Snakebite" zeugt auch Whites Name von einem alkoholischen Getränk. Anders als man es vielleicht vermuten mag, ist "Diamond" keine Andeutung auf sein "geschliffenes" Talent oder ähnliches. "Diamond White" ist einfach der Name eines starken hellen Ciders (die Engländer muss man einfach lieben).

Ian White

Nachdem White sich 2010 für seine erste BDO-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte und in der ersten Runde gegen Stephen Bunting verlor, folgte der Wechsel zur PDC. In seinem ersten Jahr erspielte er sich eine Tourcard und verpasste nach vielen soliden Leistungen die WM-Quali um gerade mal 100 Pfund. Im Jahr darauf konnte White dann aber doch noch seine erste PDC-WM spielen. Auch hier endetet die Reise früh in der ersten Runde gegen Robert Thornton. Es zeigte sich schnell, dass White mit der WM nicht so wirklich warm wurde. 2013 etwa verlor er erneut in der ersten Runde, dieses Mal gegen Mark Webster. Danach konnte er aber sein erstes PDC-Turnier mit dem Players Championship in Barnsley gewinnen und stieß erstmals in die Top 32 der OoM vor. Dann brach er seinen kleinen WM-Fluch und stürmte 2014 bis in das Viertelfinale, wo ihn erst Simon Whitlock stoppen konnte. Es folgte ein weiterer Turniersieg auf der Tour, zwei 9-Darter auf dem Floor und das Viertelfinale beim World Matchplay 2015. Ian White kam ins Rollen und stand bald in den Top 10.

2016 wechselte Ian White von Red Dragon zu Unicorn. Mit den neuen Darts kamen zuerst ein paar Unsicherheiten. Bald zeigte sich aber immer mehr: Es lag wohl nicht am neuen Spielgerät, dass White bei den Majors einfach nicht das zeigen konnte, was er auf dem Floor ans Board zauberte. Das große, laute Publikum schien den Engländer derart zu irritieren und in seinem Spiel zu beeinflussen, dass man den Mann teilweise nicht wiedererkannte. Vielleicht auch um lockerer auf den großen Bühnen zu werden, adaptierte White den "Dab" als seinen Signature Move vor jedem Match. Dieser Move auch in Kombination mit seinem Walk-On Song "Play That Funky Music" gewann ihn eine Menge Popularität.

Ian White

Auch diese kleinen Image Veränderungen haben Ian Whites Leistungsgefälle zwischen Floor und Bühne bis heute nicht vollkommen behoben. Doch trotzdem ist Ian White ein genialer Darter. Vor allem das 60er Feld kann von ihm gerade zu bombardiert werden, wenn er erstmal in den Flow gekommen ist. Gerade am Anfang von Matches vor Publikum scheint ihm das allerdings schwer zu fallen. Exemplarisch für diese zwei Gesichter des Ian White steht sein Auftritt gegen Max Hopp beim World Matchplay 2018, einem Turnier bei dem White wohlgemerkt bereits im Viertelfinale stand. Erst kam er überhaupt nicht ins Match, verpasste zig Doppel, um dann wieder an anderer Stelle gerade gegen Ende des Matches die 180er raus zu hauen als sei nichts leichter. In den letzten Monaten konnte Ian White sich wieder nach vorne spielen, steht aktuell auf Platz 10 der OoM. Jüngst gewann er in Sindelfingen und Zwolle seine Titel zwei und drei auf der European Tour. Immer wieder blitzt Whites Talent auf. Es ist für ihn zu hoffen, dass er aus diesem kleinen Funkeln mal etwas größeres schleifen kann...vielleicht sogar einen Diamanten.

 

Unicorn Maestro Ian White 23 Gramm:

Ian White - Maestro

Nachdem Ian White also wie bereits erwähnt zu Unicorn wechselte, drehten diese ihm einen Dart, der seinem alten Spielgerät von Red Dragon stark ähnelte. Die Vorgänger hatten zwar einen Atomised Coating, waren im Design aber fast identisch zu den neuen Pfeilen. Diese Naturals in der 23 Gramm Version wirft Ian auch aktuell auf der Tour. Auf dem ersten Blick kein besonderes Design, kein besonderer Grip, nichts was groß ins Auge fällt. Ähnlich also auch wie der Spieler der Darts selbst.

 

Darts Reviews - Look

Die Darts haben ein sehr klassiches Bristow Design. Sprich, wir haben es hier mit einem geraden Barrel inklusive einem Ringgrip zu tun. Vorne ist die Nase zur Spitze abgerundet und weist zwei weitere dünne Rillen auf. Auf der hinteren Hälfte des Barrels befinden sich zwei breite Streifen. Auf dem einen prangt ein gelaserter Diamant, auf dem anderen, hinteren, das Unicorn Logo sowie Ian Whites Unterschrift.

Ian White - Maestro - Look 1

In die Rillen wurde blaue Farbe eingearbeitet. Damit wurden Akzente gesetzt, die durchaus was her machen. Blau gehört nicht wirklich zu meinen Lieblingsfarben und daher überzeugt mich der Look nicht völlig. Jedoch wird hier das Design von Whites Flights sowie seines Trikots passend aufgegriffen. Dazu ist der gelaserte Diamant sehr genial, da er mit dicken Linien und insgesamt sehr groß eingearbeitet wurde.

Ian White - Maestro - Look 2

Ich mag klassische Dart Designs, auch wenn ich kein großer Fan von Bristow Darts bin und mit diesem Dart-Typ auch nur bedingt gut klarkomme. Hier überzeugt mich aber letztendlich das Gesamtbild, auch trotz blauer Farbe. Unicorn hat hier ein klassiches Design mit wenigen kleinen Twists geschaffen. Also insgesamt ein solider Look der einen, trotz Details, aber auch nicht vom Hocker haut.

 

Darts Reviews - Maße

Ian White - Maestro - Maße

Der Dart teilt sich nicht nur das Design mit den Bristows, auch die Maße sind fast völlig identisch. Die Barrel sind weder besonders lang noch kurz, eben ein Durchschnittsdart von den Maßen her. Besonders dünn sind sie ebenfalls nicht, sodass sie sehr gut in der Hand liegen. Doch mehr dazu beim Grip.

 

Darts Reviews - Grip

Bei diesem Dart würde ich zwischen zwei "Grip Zonen" unterscheiden. Zum einen der gleichmäßige Ringgrip auf der vorderen Hälfte. Zum anderen der Grip aus den zwei großen glatten Streifen und den zwei weiteren Rillen dazwischen.

Ian White - Maestro - Grip

Die Ringe bzw. Rillen vorne bieten einen sehr soliden Halt. Die Kanten sind sehr scharf geschnitten, sodass bei starkem Druck auch starker Halt erreicht wird. Gleichzeitig wird der Relase nicht behindert, wenn man den Dart loslässt. Die Farbe in den Rillen schränkt den Grip nicht merklich ein. An der hinteren Hälfte des Barrels findet man weniger Halt. Zwar sorgen die zwei Rillen zwischen Unicorn Logo und Diamant auch für Grip, allerdings ist dieser nicht so stark wie der durchgehende Ringgrip vorne. Den Grip vorne verortet sich auf der Skala bei einer 8 von 10.

 

Darts Reviews - Fazit

Kommen wir nun also zum Fazit. Eine Empfehlung für Front Gripper kann ich besten Gewissens aussprechen. Der Grip ist genial, weil er weder zu scharf noch zu schwach ist. Der Durchmesser ist optimal, da er weder zu groß noch zu klein ist. Der Grip wird somit ideal unterstützt und ein durch und durch angenehmes Gefühl beim Greifen erreicht. Die Barrel sind gleichmäßig austariert und der Schwerpunkt befindet sich mittig, quasi vor dem gelaserten Diamanten. Rear Gripper finden zwar auch Halt, profitieren aber nicht vom sehr guten Ringgrip. Der Neupreis von rund 50 Euro ist für dieses simple Design zwar etwas happig, entspricht aber dem Preis eines Spielerdarts, insbesondere aus dem Hause Unicorn.
Ian White - Maestro - Fazit

 

 

Unicorn Purist Ian White DNA 23 Gramm:

Ian White - DNA

Neben der Natural Version gibt es auch eine DNA Edition der Whites. Sie ist wie alle Unicorn Darts mit dem namensgebenden Coating, Teil der „Purist“ Reihe. Das heißt, man erhält nur die drei Barrels ohne Flights und Stems. 

Ian White - DNA

Dieses Set ist abgesehen vom Coating, mit der Natural Version identisch. Auch die fehlende blaue Farbe in den Rillen führt zu keinem merklich schärferen Grip. Daher gehe ich nicht auf die bereits beleuchteten Aspekte ein (Maße, etc.). Stattdessen hier noch ein paar weitere Fotos der DNAs:

Ian White - DNA

Ian White - DNA

Ian White - DNA

 

Darts Reviews - Fazit

Ian White - DNA - Fazit

Die DNAs machen in meinen Augen nochmal mehr her, als die Naturals. Preislich liegen die bunten Barrels bei ca. 10 Euro mehr, also round about 60 Euro. Da sich die beiden Darts abgesehen vom Look nicht unterscheiden, liegt die Wahl ganz beim eigenen Geschmack. Für Anfänger, die sich noch nicht über ihre Technik (front-middle-rear) sicher sind, würde ich das Set aber nicht empfehlen. Zu sehr ist es hier verlockend vorne zu greifen, und wenn du dir deiner Technik noch nicht sicher bist, kann dir das die selbige bereits im Voraus verhunzen. Überzeugte Front Gripper sollten sich die Ian Whites aber definitiv mal anschauen. Schon verrückt, genauso wie Ian Whites Spiel ist auch dieser Dart insgesamt einfach eine solide schnörkellose Nummer.

Das war es für heute. Lasst mir Feedback hier zurück. Good Darts und bis zum nächsten Set!

 

 

Foto-Credits: PDC/dartn.de

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