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World Cup of Darts: Österreich erstmals im Halbfinale, Deutschland klar geschlagen

Sonntag, 12. September 2021 17:00 - Dart News von dartn.de

World Cup of Darts 2021 - Viertelfinale - Team Österreich

Österreich steht erstmals im Halbfinale des World Cups. In Jena kämpften Mensur Suljovic und Rowby-John Rodriguez Nordirland im entscheidenden Doppel nieder und überstanden dabei Matchdarts. Nichts zu holen war für Gabriel Clemens und Max Hopp, die England deutlich unterlagen. Ohne großes Drama sicherte sich Wales das Ticket für die Vorschlussrunde, während Schottland die Niederlande aus dem Weg räumte.

Österreich dreht Thriller

Mehr Spannung geht fast nicht: 20 von 21 möglichen Legs wurden zwischen Österreich und Nordirland absolviert. Österreich kam nach einer Niederlage im ersten Einzel stark zurück und überstand dann auch ein sehr enges Doppel mit Matchdarts auf beiden Seiten. Dabei hatten sowohl Mensur Suljovic als auch Rowby-John Rodriguez ihre Momente. Teamwork hat dieses erste rot-weiß-rote Halbfinale ermöglicht.

Weil in den entscheidenden Momenten die Scores nicht passten musste sich Mensur Suljovic im ersten Einzel Brendan Dolan knapp beugen. In den ersten vier Legs konnte kein Spieler sein Service durchbringen, Dolan vergab im ersten Leg Chancen dafür und checkte später 68 zum 2:2. Dieselbe Kombination gelang dem "History Maker" zum ersten Hold, doch nachfolgend setzte er einen Matchdart daneben und Suljovic löschte 98 mit Doppel-19 und Tops. Im Decider ließ das Scoring bei beiden zu wünschen übrig und am Ende nutzte Dolan den Vorteil des Anwurfs mit einem weiteren 68er-Finish.

Der Druck lag nun bei Rowby-John Rodriguez und er ging hervorragend damit um. Ein beinahe dreistelliger Durchschnitt verhalf ihm zu einem 4:2 Erfolg über Daryl Gurney, der deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb. Die Anfangsphase war quasi die Wiederholung aus der vorherigen Partie: Vier Breaks fanden statt, Rodriguez überzeugte dabei in zweimal 13 Darts. Österreichs Nummer Zwei blieb mit einem weiteren 13-Darter am Drücker und nach den nächsten 14 Pfeilen hatte er den Ausgleich für sein Team hergestellt.

Das nun folgende Doppel war an Spannung nicht zu überbieten. Dreimal wechselte die Führung, im Decider hatten beide Teams Siegchancen, bevor Österreich das Weiterkommen fixierte. Die Alpenrepublik erwischte in 15 Darts einen guten Start, Nordirland holte sich das Break aber sofort in 16 wieder zurück. Anschließend patzten Dolan und Rodriguez auf die Doppel, bevor Gurney in 20 Darts für die erste Führung seiner Nation sorgte. Suljovic warf 76 zum Gleichstand aus und nachdem Nordirland dreimal das gewünschte Doppel nicht traf, war er für einen 20-Darter und ein weiteres Break verantwortlich. Die Nordiren wehrten sich stark in 13 Darts und durften nun auch das finale Leg eröffnen. Nachdem alle Spieler zunächst ein Triple erwischten, wurde die Nervosität größer und die erzielten Punkte weniger. Suljovic gelang eine wichtige 140 für 68 Rest, doch Rodriguez verfehlte die Doppel-16 zunächst. Im Gegenzug brachte Dolan drei Matchdarts nicht unter und so war es doch "The Gentle", der am Ende zum 19-Darter vollstreckte.

Klare Schlappe für Deutschland

Das deutsche Team war in diesem Aufeinandertreffen weit von der zweiten Halbfinal-Teilnahme entfernt. Nur ein Leg wurde gegen England gewonnen, das verdient als Sieger die Bühne verließ. Vor allem Max Hopp befindet sich in einer besorgniserregenden Verfassung.

Zum Auftakt verkaufte sich Gabriel Clemens passabel, doch James Wade stellte wieder einmal seine Klasse unter Beweis und setzte sich klar durch. Clemens begann brillant in 11 Darts, Wade hielt in 14 überzeugend dagegen. Nun übernahm "The Machine" in 16, 13 und 15 Darts vollkommen die Kontrolle, ein 130er-Bullfinish setzte den Schlusspunkt.

Viel vorgenommen hatte sich im Folgenden sicherlich auch Max Hopp, doch nach ein paar verheißungsvollen Momenten zum Start gelang ihm nicht mehr viel. So reichte Dave Chisnall eine solide Leistung mit sicheren Checkouts, um ohne Legverlust zu bestehen. Hopp erhielt eingangs einen Versuch auf Tops, warf aber darunter. Stattdessen checkte Chisnall 80 und verdoppelte den Vorsprung in 16 Darts. Im Anschluss ließ der "Maximiser" eine weitere Gelegenheit liegen und wurde durch ein 90er-Checkout bestraft. Eine 72er-Kombination eliminierte das deutsche Duo dann endgültig.

Wales mit dem richtigen Timing

Die Waliser können sicher auch noch besser spielen, aber Australien war zu unkonstant, um davon zu profitieren. Vor allem das zweite Einzel gestaltete sich eng, doch am Ende jubelte der Titelverteidiger.

Im ersten Einzel war es über weite Strecken nicht das A-Game von Gerwyn Price, doch trotzdem behielt er mit 4:1 gegen Simon Whitlock die Oberhand. Der Beginn war von beiden Akteuren verhalten, Price war in 18 und 17 Darts der bessere. Die nächsten beiden Legs wurden gerecht verteilt, wobei die Doppel durchaus ein Stolperstein waren. Das änderte sich wenig später, als Price 123 auf dem Bullseye zumachte.

Sehr stabil präsentierte sich als nächstes auch Jonny Clayton, der einen aufopferungsvoll kämpfenden Damon Heta über die volle Distanz in Schach hielt. Insgesamt elf Doppel verpassten beide Spieler im ersten Leg, was sich Heta zum Break holte. Clayton korrigierte diesen Umstand in 14 Darts und finishte 106 für eine hervorragende Position. Heta blieb in 16 Darts in der Partie, bevor "The Ferret" in 14 wieder in Führung ging. Heta konnte noch einmal nachziehen, doch Clayton hatte noch ein 144er-Finish auf Lager und entschied somit das Match zu seinen Gunsten.

Schottland bestraft niederländische Nachlässigkeiten

Die Niederlande hatte das Potential und die Gelegenheiten, sich mit 2:0 gegen Schottland zu behaupten. Stattdessen ging es ins Doppel, wo die Schotten knapp, aber verdient die Nase vorne hatten. Zuvor hatte der Sieger von 2019 mit einer veränderten Startaufstellung ein wenig überrascht. Damit wartet der erfolgsverwöhnte Michael van Gerwen bereits seit 2018 auf einen Titel bei diesem Wettbewerb.

Nicht ganz ohne Wackler präsentierte sich Michael van Gerwen. Weil John Henderson, der diesmal als erster antrat jedoch nicht zur Stelle war, fiel das Ergebnis am Ende deutlich für MvG aus. In den ersten beiden Legs bekam Henderson insgesamt acht Checkchancen, doch er traf nicht und so führte van Gerwen schmeichelhaft. Überzeugender war gleich darauf ein 97er-Finish des dreifachen Weltmeisters, ehe Henderson 120 checkte. In 13 Darts setzte van Gerwen aber noch mal ein Ausrufezeichen.

Dirk van Duijvenbode wollte nun nachlegen und er hätte Peter Wright auch durchaus bezwingen können. Letztlich machte er aber zu viele Fehler und Wright ließ ihn bezahlen. So zahlte es sich aus, dass der Weltmeister von 2020 van Gerwen aus dem Weg gegangen war. Zwei der ersten drei Legs gingen an Wright, beide Spieler hätten allerdings die Chancen für eine 3:0 Führung gehabt. Während van Duijvenbode noch haderte, checkte "Snakebite" 103 und spielte einen 14-Darter zum Gewinn des zweiten Einzels.

Im Doppel gerieten van Gerwen und van Duijvenbode mit 1:3 in Rückstand, weil die Checks nicht saßen. Dieser Rückstand wurde zwar aufgeholt, doch Schottland hatte angeführt von einem wie entfesselt aufspielenden John Henderson das bessere Ende für sich. Ein 14-Darter bescherte der Niederlande das erste Leg, Schottland hielt in 17 ebenfalls das Service. Van Duijvenbode ließ als erster auf die Doppel federn und Wright sorgte für das Break in 17 Darts. Daraufhin verwarfen van Gerwen, Wright und van Duijvenbode allesamt Möglichkeiten und Henderson stellte auf 3:1. Zwei 14-Darter ließen die Niederlande zurückkommen, Henderson hatte im sechsten Leg die Doppel-12 zum Sieg verfehlt. Im Decider machte es "Big Hendo" besser und checkte 64 für einen 15-Darter.

Ab 19:00 Uhr MESZ gehen zunächst erst die beiden Halbfinals über die Bühne, bevor dann im großen Endspiel der Team-WM-Titel vergeben wird. DAZN und PDC.TV übertragen die Final-Session jeweils live.

 

Ergebnisse Viertelfinale:

Sonntag, 12.09.2021:
Nachmittags-Session:
Österreich 2-1 Nordirland
Mensur Suljovic 3-4 Brendan Dolan (93,17 - 90,37)
Rowby-John Rodriguez 4-2 Daryl Gurney (99,67 - 87,97)
Suljovic/Rodriguez 4-3 Dolan/Gurney (84,88 - 86,92)

England 2-0 Deutschland
James Wade 4-1 Gabriel Clemens (101,31 - 93,75)
Dave Chisnall 4-0 Max Hopp (89,73 - 81,95)

Wales 2-0 Australien
Gerwyn Price 4-1 Simon Whitlock (85,99 - 83,24)
Jonny Clayton 4-3 Damon Heta (90,43 - 86,72)

Niederlande 1-2 Schottland
Michael van Gerwen 4-1 John Henderson (93,16 - 93,40)
Dirk van Duijvenbode 1-4 Peter Wright (94,16 - 96,04)
van Gerwen/van Duijvenbode 3-4 Henderson/Wright (93,97 - 89,27)

Vorschau Final-Session

Sonntag, 12.09.2021:
Abend-Session: (ab 19:00 Uhr MESZ)
Halbfinale:
England - Österreich
Wales - Schottland

Finale:
England/Österreich - Wales/Schottland

 

Preisgeld 2021:

Sieger: pro Spieler £35.000
Runner-Up:
jeweils £20.000
Halbfinale:
jeweils £12.000
Viertelfinale:
jeweils £8.000
Achtelfinale:
jeweils £4.000
1. Runde:
jeweils £2.000

Gesamt:
£350.000

TV-Übertragung 2021:

Das Turnier kann über die Online-Streaming Dienste DAZN und PDC.TV verfolgt werden, dort werden alle Sessions live und in voller Länge übertragen. Mit dem kostenlosen Probemonat könnt ihr DAZN testen und alle Major-Turniere LIVE sehen, hier anmelden: http://bit.ly/livedart2019

 

Weitere Informationen:

Alle Informationen zum Turnier findet ihr auf der [Turnierseite]
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Hier findet ihr einen übersichtlichen [Turnierbaum]

Foto Credit: Kais Bodensieck/PDC Europe

[kb]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

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