Anzeige

German Darts Championship: Van Gerwen gezähmt, deutsches Duo ausgeschieden

Samstag, 30. März 2019 13:24 - Dart News von dartn.de

Keegan Brown schlägt Michael van Gerwen

Am zweiten Tag der German Darts Championship in Hildesheim war wohl das überraschende Ausscheiden von Michael van Gerwen die Geschichte schlechthin. Trotz Fabelwerten unterlag er Keegan Brown. Auch Mensur Suljovic hat seine erste Partie verloren. Das Aus ereilte außerdem die beiden letzten verbliebenen Deutschen Steffen Siepmann und Kevin Knopf.

Nachmittags-Session:

Knopf verkauft sich teuer

Nach seinem gestrigen Sieg über Scott Taylor erwies sich für Kevin Knopf heute Adrian Lewis mit 6:3 als zu stark. Knopf gewann das erste Leg zwar gegen die Darts auf der D9, anschließend machte Lewis aber Druck und gewann in 13, 15, 18 und 15 Darts vier Legs in Serie und finishte hierfür u.a. 84 und 101 Punkte. Der Deutsche kam auf der D4 zu seinem zweiten Leggewinn, Lewis ließ sich mit einem 78er-CO nicht beeindrucken. "The Button" durfte auf der D20 nochmal ran, seriös beendete Lewis dann aber auf der D18 das Spiel.

Wattimena lässt Siepmann keine Chance

Mehr als ein Leg war Steffen Siepmann gegen Jermaine Wattimena nicht vergönnt. Dieses eine Leg holte Siepmann direkt zu Beginn und vergab dann sogar drei Darts für das 2:0, doch dann verlief das Spiel fortan einseitig Richtung Wattimena. 14, 11 und 19 Darts benötigte die niederländische Nummer 2, um auf 4:1 davonzuziehen, Siepmann verpasste zweimal die D19. "The Machine Gun" hielt sich dann auch nicht lange auf und zog in 16 und 17 Darts ins Achtelfinale ein.

Einen spannenden Auftakt bot die Partie zwischen Darren Webster und Luke Humphries, in der sich Webster im Decider knapp durchsetzen konnte. Bis zum Stand von 4:4 gab es keine Breaks in diesem Match, Humphries checkte zwischendurch 84 Punkte, Webster deren 68. Im neunten Leg gelang Webster dann mit einem 13-Darter das Break, doch "Cool Hand Luke" schlug in derselben Anzahl an Darts zurück. Den Decider durfte der junge Engländer dann eröffnen, nach zwölf Darts standen beide Akteure auf 62 Punkten Rest. Humphries hatte den ersten Stich und vergab seinen Matchdart auf der D16, Webster machte es im Gegenzug auf der D20 den entscheidenden Tick besser.

Mitreißend war das Match zwischen Ian White und Jamie Hughes, was ebenfalls im Decider vom gesetzten Spieler gewonnen wurde. Leg Nr. 1 ging mit einem 63er-Finish an White, Hughes antwortete mit sechs perfekten Darts als 10-Darter. Hughes machte in 12 und 13 Darts weiter, White checkte im Anschluss 100 Punkte und glich in 12 Darts aus. "Diamond" holte sich mit einem weiteren 12-Darter sein drittes Leg in Serie, auf der D20 kam Hughes zum 4:4. White zog bei eigenem Anwurf wieder davon, verpasste dann aber zwei Matchdarts und das Entscheidungsleg musste her. Dort machte White dann in 12 Darts inkl. 81er-Finish alles klar, in einem Match, das insgesamt zehn 180er zu bieten hatte und beide Kontrahenten weit über 100 im Average spielten.

Keine Probleme hatte James Wade bei seinem 6:1-Erfolg über Boris Koltsov. Wade gehörten die ersten drei Legs in zweimal 17 und 18 Darts, in Leg drei checkte "The Machine" 142 Punkte. Mit einem 84er-Check holte sich Koltsov sein einziges Leg, in 15, 17 und wiederum 15 Darts inkl. 75er-CO beendete Wade seinen kurzen Arbeitstag.

Auch Jonny Clayton hatte gegen Simon Stevenson wenig Mühe und siegte mit 6:2. Clayton erlebte einen guten Start, gewann die ersten vier Legs und knipste hierfür u.a. 140 Punkte aus. Dann kam der "Mirror Man" etwas besser in die Partie und holte sich zwei Legs in Folge, verpasste aber einmal die D20, um das Spiel wieder spannend zu machen und so kam "The Ferret" mühelos in 16 Darts über die Ziellinie.

Weiterhin gut unterwegs ist Gerwyn Price, der die Auftakthürde Mark Dudbridge souverän mit 6:2 meisterte. Der Waliser machte von Anfang an klar, dass er Herr der Lage ist und zog schnell auf 4:0 davon, auch wenn Dudbridge die ein oder andere Chance liegen ließ. 74 Punkte checkte "The Flash" dann aber für seinen ersten Leggewinn, Price antwortete mit einem 12-Darter. Auf der D20 konnte Dudbridge nochmal anschreiben, genau dieses Feld verpasste der Veteran dann aber für das Break und Price checkte auf diesem Feld zum Matchgewinn.

Mit James Wilson schaffte auch der letzte gesetzte Spieler am Nachmittag den Sprung in die nächste Runde. Am Ende stand ein knapper 6:5-Erfolg über Mario Robbe zu Buche. Wilson korrigierte einen schnellen 0:2-Rückstand in 16 und 14 Darts und ging mit einem 86er-Bullfinish mit 3:2 in Führung. Ein 118er-Finish bedeutete dann das 4:2, Robbe grätschte mit einem 120er-Shanghaifinish dazwischen. Wilson ging den nächsten Schritt in 17 Darts, doch Robbe brachte das Spiel mit zwei Leggewinnen in den Decider. Dort konnte erst Wilson 64 Punkte nicht checken, da jedoch auch Robbe 81 Punkte nicht auf null bringen konnte, kam Wilson nochmal ran und finishte auf dem Madhouse.

Abend-Session:

Suljovic verspielt Führung

Erstmals in diesem Jahr beendet auch Mensur Suljovic ein European Tour-Event ohne Ranglisten-Preisgeld. Gegen Ricky Evans gab er noch eine 1:3 Führung her und musste sich 4:6 geschlagen geben. Seit bereits vier Partien konnte der gebürtige Serbe nun schon keinen Average von 95 oder höher erzielen. Drei der ersten vier Legs gehörten Suljovic, der ziemlich auf die Doppel zu kämpfen hatte, aber auch 4:0 hätte vorne liegen können. Finishes von 78 und 68 ließen Evans aufkommen und er brachte auch noch 85 für einen 14-Darter auf null. Ein 124er-Finish zum 12-Darter ließ ihn schon 5:3 in Führung gehen, bevor Suljovic noch einmal verkürzte. In 13 Darts zeigte "Rapid" aber noch einmal sein Können und war der verdiente Sieger.

Michael van Gerwen hat ein 108er Average nicht gereicht, um Keegan Brown in die Knie zu zwingen. "The Needle" erreichte selbst einen Schnitt von 104 und eine überragende Doppelquote von 100 Prozent und konnte sich so mit 6:4 behaupten. Einen 13-Darter von van Gerwen konterte Brown zunächst durch ein 69er-Finish. Einem 12-Darter hielt er einen 14-Darter zum 2:2 entgegen. Auch die nächsten vier Legs wurden gerecht verteilt, wobei auch Brown seinen ersten 12-Darter spielte und MvG in 13 Darts immer noch voll da war. Ein 11-Darter genau zur richtigen Zeit bedeutete das erste Break für Brown und er war dann noch in der Lage, entscheidend mit einem 92er-Checkout nachzulegen.

Rob Cross konnte die Attacken eines starken Ron Meulenkamp abwehren und ihn 6:4 besiegen. Die ersten beiden Legs erlangte Cross ohne große Schwierigkeiten, allerdings auch nur mit einem 88er Average. Meulenkamp machte in 14 Darts die Partie lebendiger, woraufhin Cross einen 13-Darter zum 3:1 spielte. In 15 und 13 Darts stellte "Voltage" den alten Abstand wieder her, ehe Meulenkamp wieder in Form eines 68er-Finishes präsent wurde. Cross stoppte seine Bemühungen in 13 Darts, musste aber zumindest noch ein Leg an den Niederländer abgeben. Ein 14-Darter wendete dann aber alle Zweifel am Erfolg der Nummer Zwei der Welt ab.

Für Peter Wright scheint die European Tour sol etwas wie eine Oase zu sein. Deutlich verbessert präsentierte er sich im Vergleich zu den letzten Auftritten in der Premier League und hatte Andrew Gilding beim 6:3 Erfolg gut im Griff. Los ging es für den Schotten mit einem 15-Darter und anschließend ließ er den Gegner für verpasste Doppel mit dem 2:0 zahlen. Ein weiterer 15-Darter bedeutete bereits das 3:0 und zwei Legs später wurde in 13 Darts das 4:1 fixiert. Gilding blieb in 14 Darts zumindest halbwegs in Reichweite, doch Wright vergrößerte den Vorsprung gleich darauf wieder. Nach verpassten Chancen auf beiden Seiten durfte Gilding noch einmal verkürzen, doch dann ließ "Snakebite" mit einem 110er-Finish wieder absolute Professionalität walten.

Eine klare Sache war das erste Match von Daryl Gurney, dem mit guten Werten ein 6:1 Triumph über Andy Boulton gelang. Ein 15-Darter bedeutete im vierten Leg das erste Break der Partie und zwar für Gurney, der damit 3:1 führte. In den nächsten beiden Legs verschleuderte Boulton mehrere Möglichkeiten und "Superchin" profitierte. Ein 13-Darter machte den kurzen Arbeitstag schlussendlich perfekt.

Als einer von nur drei gesetzten Spielern musste Dave Chisnall im letzten Match der Runde die Segel Streichen. Mervyn King schaltete ihn mit 6:3 aus, das Ergebnis hätte aber auch ganz anders lauten können. Alleine in den ersten beiden Legs verpasste Chisnall fünf Mal das gewünschte Doppel und King war begleitet von einem 13-Darter Profiteur. In 13 und 12 Darts schaltete "The King" einen Gang höher, ehe beide auf die Doppel strauchelten und dieses Mal Chisnall die Legs abstaubte. Zwei weitere verworfene Gelegenheiten wurden für ihn jedoch wieder teuer, da King nun wieder zuschlug. Ein 12-Darter von "Chizzy" kam letztendlich zu spät, auch wenn es noch eine Chance zum 4:5 gab.

Knapp weitergekommen ist Stephen Bunting, nachdem er Dimitri van den Bergh mit 6:5 niederkämpfte. Die ersten vier Legs gingen mit dem Wurf und waren geprägt durch einen 12-Darter von van den Bergh. Der Belgier holte sich nachfolgend eine 4:2 Führung, doch Bunting antwortete in 14 und 13 Darts zum Ausgleich. Ein 114er-Finish brachte "The Bullet" in die Nähe des Sieges, doch van den Bergh hatte etwas dagegen und knallte einen weiteren 12-Darter mit 160er-Finish ins Board. In einem eher mäßigen Decider nutzte Bunting den Vorteil, begonnen zu haben und verwandelte den vierten Matchdart.

In der hochklassigsten Partie des Abends behielt Joe Cullen mit 6:4 gegen Nathan Aspinall die Nase vorne. Beide Spieler erzielten einen Average von 101 Punkten. Cullen eröffnete die Partie mit zwei 15-Dartern, ehe Aspinall selbst einen 15er spielte und 126 für einen 12-Darter zumachte. In weiteren 12 Darts ging der amtierende WM-Halbfinalist in Front, doch Cullen breakte mit einem 116er-Finish für den nächsten 12-Darter zurück. Schwächen auf die Doppel entschied schließlich dieses Aufeinandertreffen. Beide Spieler waren in der Schlussphase davon betroffen, doch Cullen berappelte sich jeweils als erster und steht so in der nächsten Runde.

 

Sonntag ist bereits Finaltag bei den German Darts Championship 2019. Das Achtelfinale steigt in der Nachmittags-Session ab 13 Uhr MEZ, in der Finalsession ab 19:15 Uhr MEZ kommt es dann zu Viertelfinale, Halbfinale und Finale. PDC-TV HD überträgt beide Sessions live.

 

Ergebnisse Samstag:

Samstag, 30.03.2019
Nachmittags-Session:

Zweite Runde:
Darren Webster (13) 6-5 Luke Humphries (91,42 - 95,24)
Ian White (2) 6-5 Jamie Hughes (104,79 - 107,21)
James Wade (4) 6-1 Boris Koltsov (91,76 - 89,36)
Jonny Clayton (9) 6-2 Simon Stevenson (97,24 - 90,10)
Adrian Lewis (6) 6-3 Kevin Knopf (87,39 - 78,36)
Jermaine Wattimena (14) 6-1 Steffen Siepmann (90,71 - 79,35)
Gerwyn Price (8) 6-2 Mark Dudbridge (95,55 - 88,07)
James Wilson (16) 6-5 Mario Robbe (87,69 - 85,47)

Samstag, 30.03.2019
Abend-Session:

Zweite Runde:
Daryl Gurney (10) 6-1 Andy Boulton (98,46 - 97,28)
Joe Cullen (11) 6-4 Nathan Aspinall (101,49 - 101,25)
Rob Cross (7) 6-4 Ron Meulenkamp (99,96 - 97,66)
Peter Wright (3) 6-3 Andrew Gilding (96,46 - 87,65)
Stephen Bunting (15) 6-5 Dimitri van den Bergh (95,56 - 96,38)
Mensur Suljovic (5) 4-6 Ricky Evans (91,99 - 96,43)
Michael van Gerwen (1) 4-6 Keegan Brown (108,10 - 104,12)
Dave Chisnall (12) 3-6 Mervyn King (94,04 - 95,51)

Vorschau auf den Finaltag:

Sonntag, 31.03.2019
Nachmittags-Session:
 (13.00 Uhr MEZ)
Achtelfinale:
Peter Wright - Jermaine Wattimena
Adrian Lewis - Joe Cullen
Rob Cross - Daryl Gurney
Ian White - Stephen Bunting
James Wade - Darren Webster
Ricky Evans - Mervyn King
Gerwyn Price - Jonny Clayton
Keegan Brown - James Wilson

Sonntag, 31.03.2019
Abend-Session:
(19.15 Uhr MEZ)
Viertelfinale:
Wright/Wattimena - Lewis/Cullen
Cross/Gurney - White/Bunting
Wade/Webster - Evans/King
Price/Clayton - Brown/Wilson

Halbfinale:
Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2
Sieger Viertelfinale 3 - Sieger Viertelfinale 4

Finale:
Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2

Preisgelder European Tour 2019:

Ausgespielt werden insgesamt £140.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (ca. 30.000 €) nach Hause. Die gesetzten Spieler müssen ihr Auftaktspiel am 2. Turniertag gewinnen, damit ihr Preisgeld in die Rangliste einfließt. Sollten sie ihr erstes Spiel verlieren, bekommen sie das Preisgeld zwar ausgezahlt, es geht aber nicht in die große Order of Merit sowie die European Order of Merit ein. Diese Spieler haben aber die Möglichkeit freiwillig auf ihre Setzposition zu verzichten und am Qualifier teilzunehmen, um so bei einer erfolgreichen Qualifikation sicheres Preisgeld zu erhalten

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.500
Viertelfinale: £5.000
Achtelfinale: £3.000
2.Runde: £2.000
1.Runde: £1.000

Gesamt: £140.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zu den German Darts Championsip [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2019 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

TV-Übertragung:
European Tour Turniere werden NICHT im TV übertragen. Es sind eher kleinere Turniere, sie sind nicht einmal in Großbritannien live zu sehen. Die einzige Möglichkeit diese Turniere zu verfolgen ist der offizielle, kostenpflichtige Livestream der PDC unter PDC-TV HD. Außerdem übertragen auch diverse Wettanbieter wie auch der österreichische Streaminganbieter laola1.tv die Turniere der European Tour.

Foto-Credit: Stefan Strassenburg / PDC Europe

[mvdb/kb]

Quelle: PDC Europe

zurück zur Übersicht: Dart News von dartn.de | RSS Feed

Anzeige