Petersen triumphiert in Hildesheim

Sonntag, 27. September 2020 22:54 - Dart News von dartn.de

Devon Petersen gewinnt die German Darts Championship 2020

Finalsession bei der diesjährigen German Darts Championship. Am Ende des Abends gab es in der Halle 39 einen Debüt-Sieger zu bestaunen. Mit Devon Petersen sicherte sich der erste Afrikaner überhaupt einen Titel bei der PDC. Mit teils dominanten Vorstellungen zog er ins Finale ein, wo er Jonny Clayton mit 8:3 ebenfalls keine Chance ließ. Gleich drei ungesetzte Spieler erreichten zudem das Halbfinale. Neben dem späteren Sieger Petersen gelang dies Mervyn King und Danny Noppert.

Viertelfinale:

Mit dem van Gerwen-Bezwinger Mervyn King ging es in die Abendsession. Dort bekam er es mit James Wade zu tun. Da Wade jedoch nicht an die Leistung von heute Nachmittag anknüpfen konnte, setzte sich King auch in der Höhe verdient mit 6:2 durch. Zwar konnte "The Machine" im ersten Leg in 17 Darts gleich breaken, doch King antwortete umgehend mit einem 12-Darter. King ließ einen 13-Darter folgen, verpasste jedoch einen Dart für sein erstes Break. So stellte Wade in 16 Darts wieder das Unentschieden her. Anschließend fehlte bei Wade jegliche Scoring-Power, sodass er vier Legs in Folge abgeben musste, auch weil King auf den Doppeln sehr souverän agierte. 18 Darts reichten zunächst zum 3:2, ehe er in 14 Darts mit einem 100er Finish erstmals eine Lücke reißen konnte. In weiteren 14 Darts erhöhte der gebürtige Ipswitcher auf 5:2 und ließ mit einem 15-Darter nichts mehr anbrennen.

Ein überragendes Duell lieferten sich Jonny Clayton und Dave Chisnall. Trotz einer fast perfekten Doppelquote unterlag "Chizzy" knapp im Decider. Das einzig verpasste Doppel von ihm war ausgerechnet ein Matchdart. Mit einem 156er Finish im ersten Leg zum 12-Darter setzte Clayton gleich eine Duftmarke. In 13 Darts verdoppelte er seine Legsausbeute und war nach 15 weiteren Darts bereits bei der Hälfte der benötigten Legs angelangt. Chisnall kam seinerseits mit einem 138er Finish in der fünften Aufnahme auf das Scoreboard und verkürzte auf der D2 auf 2:3, nachdem Clayton 76 nicht auf Null gebracht hatte. Den Ausgleich gab es für den Mann aus St. Helens schließlich ebenfalls in 15 Dart und dieser drehte die Partie nach weiteren verpassten Chancen von seinem walisischen Kontrahenten in nur 13 Darts. "The Ferret" eröffnete das achte Leg mit sechs perfekten Pfeilen, musste dann aber mitansehen, wie Chisnall seinen Anwurf mit einem 120er Checkout zum 12-Darter erfolgreich verteidigte. Danach erlebte die Partie einen kleinen Durchhänger, Clayton reichten 17 Darts zum 4:5 aus seiner Sicht. Im zehnten Leg verpasste Chisnall den ersten Dart auf Doppel, welches zugleich sein einziger Matchdart sein soltte. So rettete sich Clayton in den Decider, wo ihm ein 80er Finish in der fünften Runde den Halbfinaleinzug einbrachte.

Besser als Chisnall machte es Danny Noppert bei seinem 6:2-Sieg über Daryl Gurney. Mit einer ebenfalls fast lupenreinen Doppelquote und zwei Highfinishes in knappen Situationen legte der Niederländer den Grundstein für den Sprung in die Vorschlussrunde. Mit einem 15-Darter nutzte Gurney zunächst seinen Vorteil, Noppert brauchte für seinen ersten Hold 17 Darts. Nach einem verpassten Finish von 104 von Gurney breakte "Noppie" in 14 Darts, was er aber nicht bestätigen konnte. So kam Gurney in 18 Darts zum Ausgleich. Ein 16-Darter brachte Noppert wieder in Führung und dieser ließ ein 130er Finish zum 12-Darter folgen. Mit einem Checkout von 103 bestrafte der letztjährige Word Series Finals Finalist zwei liegengelassene Doppelchancen seines Gegners. Schließlich krönte Noppert mit einem 121er Finish zum nächsten 12-Darter einen starken Auftritt.

Komplettiert wurde die Vorschlussrunde durch Devon Petersen mit einem 6:3-Triumpf gegen Krzysztof Ratajski. Der Südafrikaner bestätigte damit einmal mehr, in welch guter Form er sich seit langem vorfindet. Gleich mit einem 129er Finish zum 12-Darter sorgte Petersen für ein frühes Ausrufezeichen. In 16 Darts konnte Ratajski seinen Anwurf ungefährdet verteidigen. Ein 14-Darter brachte Petersen wieder nach vorne, doch der "African Warrior" verpasste daraufhin zwei Breakmöglichkeiten. So kam Ratajski in 18 Darts zum Ausgleich. Nach einem 15-Darter gelang Petersen schließlich in 14 Darts das erste Break des Aufeinandertreffens. Auch danach überzeugte er mit einem 12 Darter. Mit einem Treffer in der D4 zum 16-Darter hielt sein polnischer Gegner die Partie noch am Leben. Doch ein 126er Finish konnte "The Polish Eagle" auf Bull nicht vollenden und so nutzte Petersen gleich seinen ersten Matchdart für ein 80er Finish und seinem erstmaligen Erreichen eines Halbfinals auf der European Tour.

Halbfinale:

In seinem ersten Halbfinale auf der Tour seit über 18 Monaten forderte Mervyn King Jonny Clayton heraus. Dort verschlief King jedoch den Start völlig und musste sich am Ende 3:7 geschlagen geben. Clayton holte sich gleich das erste Leg in 14 Pfeilen gegen die Darts und erhöhte in 13, 15 und 17 Darts schnell auf 4:0. King hatte in diesen vier Legs nur einen Dart auf Doppel, diesen setzte er aber daneben. Ins fünfte Leg startete der Engländer daraufhin mit sechs perfekten Darts und schnappte sich sein erstes Leg in am Ende 11 Darts. Im folgenden Leg fehlte die Scoring-Power hingegen wieder, sodass sich Clayton gar drei Fehlwürfe auf der D16 erlauben konnte. Schließlich stellte er den Vier-Leg-Vorsprung in 16 Darts wieder her. Mit einem Treffer in der D2 verkürzte hierauf King erneut, sah sich aber nach einem 15-Darter wieder dem alten Abstand gegenüber. Dank eines 17-Darters betrieb der mehrmalige Major-Finalist noch etwas Ergebniskorrektur, musste aber nach einem 18-Darter von "The Ferret" seinen Traum vom zweiten Triumph auf der European Tour aufgeben. Clayton hingegen konnte nach Peter Wright heute Nachmittag und King vorhin in Chisnall den dritten Spieler in Serie bezwingen, gegen den er noch nie einen Erfolg feiern konnte.

Um ihr jeweils erstes Finale auf der European Tour spielten im Anschluss Danny Noppert und Devon Petersen aus. Auf das Endspiel vorbereiten konnte sich schließlich Petersen, der Noppert mit 7:4 und einer weiteren überzeugenden Leistung nach Hause schickte. In 17 und 15 Darts gingen die ersten beiden Legs an den jeweils Beginnenden. Auch Leg 3 und 4 entschieden die anwerfenden Spieler in 15 bzw. 18 Darts. Ein 14-Darter brachte Petersen erneut in Führung, doch konnte er im anschließenden Leg 28 Rest in zwei Aufnahmen nicht nullen. Dies nutzte Noppert zum 3:3-Ausgleich in 17 Darts. Nach mehreren Fehlwürfen auf der D16 rettete Petersen das siebte Leg noch auf der D4. Noch besser machte es der Südafrikaner im achten Leg, als er seinen ersten Breakdart zum 14-Darter nutzte. Mit einem 101er Finish in der vierten Runde erhöhte er auf 6:3 und war damit nur noch ein Leg vom Finale entfernt. Einen Matchdart im zehnten Leg vergab der "African Warrior", was "Noppie" noch sein viertes Leg einbrachte. Doch ein abschließender 14-Darter brachte Petersen schließlich ungefährdet ins Endspiel.

Finale:

Devon Petersen

Auch im Endspiel war Devon Petersen seinem Gegner überlegen und sicherte sich am Ende des Abends mit 8:3 hochverdient seinen ersten Titel in der PDC gegen Jonny Clayton. Das Ausbullen für das Finale gewann Clayton und durfte somit beginnen. Doch gleich im ersten Leg kassierte der Waliser ein Break nach der fünften Aufnahme, nachdem er Bull für eine 84er Kombination verpasste. Mit einem 12-Darter erhöhte Petersen auf 2:0. Ein 14-Darter im dritten Leg brachte schließlich Clayton das erste Leg ein. Ebensoviele Darts benötigte Petersen für das 3:1, wobei Clayton erneut Bull verfehlt hatte. Im fünften Leg gelang dem gebürtige Kapstädter das zweite Break, erneut benötigte er nur 14 Darts. Für Clayton ergaben sich auch weiterhin Chancen, jedoch waren es immer Kombinationen, die er ausmachen musste. So gesehen auch im nächsten Leg, als "The Ferret" ein 150er Finish nicht ins Ziel brachte und umgehend wieder Petersen das Leg, dieses Mal reichten 18 Darts, eintüten konnte. Der Südafrikaner verpasste anschließend die mögliche Vorentscheidung mit einem ungenutzten Dart auf Doppel bei 64 Rest. So rettete Clayton seinen Anwurf noch nach Hause. Unbeeindruckt davon machte es Petersen im nächsten Leg besser und nullte dieses Mal die 64 in zwei Pfeilen zum 11-Darter. Ein 21-Darter reichte Clayton zu einem Hold zum 3:6, doch ein 14-Darter von Petersen stellte den alten Abstand wieder her und "African Warrior" ein Leg entfernt vom Titel. Drei verpasste Darts auf D11 von Clayton eröffneten ihm schließlich die erste Möglichkeit. Diese nutzte er dieses Mal eiskalt mit dem ersten Championship-Dart auf der D18 und machte damit die vergebenen aus der Autumn Series schnell vergessen.

 

Mit dem Abschluss der German Darts Championship wissen wir nun, welche 32 Spieler für den World Grand Prix 2020 qualifiziert sind. Alle Qualifikanten könnt ihr auf unserer [Finalseite] nachlesen. Das Major-Turnier in Coventry beginnt dann am Dienstag, den 06. Oktober. DAZN und PDC.TV übertragen das Turnier mit dem besonderen Double-In/Double-Out Modus komplett live.

 

Ergebnisse Finalsession:

Sonntag, 27.09.2020
Abend-Session:

Viertelfinale:
Mervyn King 6-2 James Wade (99,78 - 87,55)
Jonny Clayton 6-5 Dave Chisnall (103,86 - 102,93)
Danny Noppert 6-2 Daryl Gurney (99,36 - 93,55)
Devon Petersen 6-3 Krzysztof Ratajski (99,79 - 91,18)

Halbfinale:
Mervyn King 3-7 Jonny Clayton (90,13 - 97,69)
Danny Noppert 4-7 Devon Petersen (94,57 - 100,75)

Finale:
Jonny Clayton 3-8 Devon Petersen (91,43 - 102,75)

Preisgelder European Tour 2020:

Ausgespielt werden insgesamt £140.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (knapp 30.000 €) nach Hause.

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.500
Viertelfinale: £5.000
Achtelfinale: £3.000
2.Runde: £2.000
1.Runde: £1.000

Gesamt: £140.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zu den German Darts Championship [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2020 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

Foto-Credit: Tobias Wenzel/PDC Europe

[tk]

Quelle: PDC Europe

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