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Gibraltar Darts Trophy: Clemens bricht den Bann, Rydz überragend

Samstag, 25. September 2021 22:32 - Dart News von dartn.de

Gabriel Clemens erreichte sein erstes Achtelfinale auf der European Tour.

In Gibraltar hat es endlich geklappt: Gabriel Clemens steht erstmals in seiner Karriere in einem Achtelfinale auf der European Tour. Sein Gegner Devon Petersen hingegen verpasst die European Championship ebenso wie Jonny Clayton, beide hatten im letzten Jahr noch im Halbfinale gestanden. Der Auftritt des Abends gehörte Callan Rydz, der mit einem Schnitt jenseits der 110 und perfekter Doppelquote den kaum schlechteren Peter Wright bezwang. Mensur Suljovic erreichte das Achtelfinale, während Florian Hempel Gerwyn Price unterlag.

Nachmittags-Session:

Gleich im ersten Spiel erwischte es einen Gesetzten: Dirk van Duijvenbode unterlag Ted Evetts knapp mit 5:6 und kann damit bei der anstehenden EM nur zuschauen. Ein anfängliches Break gegen sich konnte der Niederländer noch umgehend zum 2:2 ausgleichen. Das Spiel nahm nun auch etwas Fahrt auf, bis zum 4:3 für Evetts blieb alles in Reihe. Der Engländer verschaffte sich mit einem 15-Darter gegen die Darts einen großen Vorteil, dennoch erzwang van Duijvenbode unter anderem mit einem 121er Finish zum 12-Darter ein Entscheidungsleg. Dort reichten "Super Ted" mit den Darts 17 Pfeile zum Einzug ins Achtelfinale.

Wesentlich deutlicher verlief das Duell zwischen Brendan Dolan und Mervyn King, wobei Dolan dank seines starken Timings nur zwei Checkdarts seines Gegners zuließ und sich am Ende mit einem 6:1 in die dritte Runde spielen konnte. Der Nordire stellte schnell auf 3:0, im Anschluss holte sich King mit einem 15-Darter sein einziges Leg. In ebenfalls 15 Darts schlug Dolan zurück, der hierauf die zwei abschließenden Legs noch zur sechsten Runde für sich entscheiden konnte.

Mit einer sehenswerten Vorstellung meldete sich auch Danny Noppert auf der European Tour zurück. Nach seinem 6:2 gegen Andreas Harrysson buchte er damit zudem seinen Platz bei der EM. Nach zögerlichem Start sicherte sich der Niederländer vier Legs in Folge in 14 oder 15 Darts. Im siebten Leg verpasste Noppert noch zwei Matchdarts, wodurch Harrysson zumindest in 19 Darts noch seine Legausbeute verdoppeln konnte. Im darauffolgenden Leg machte "The Freeze" mit seinem nächsten 14-Darter jedoch zügig den Sack zu.

Wesentlich enger als nötig machte es Damon Heta bei seinem 6:3-Erfolg über Adam Hunt. Der Australier war der klar dominantere Spieler, was sich auch schnell im Ergebnis widerspiegelte. Nur 43 Darts benötigte "The Heat" für die drei ersten Legs. Hunt konnte diesen Lauf in 18 Darts nur kurzzeitig aufhalten und kassierte ein 158er Checkout zum 1:5 gegen sich - nachdem er sich bei 84 Rest selbst gegen die Bull-Route entschieden hatte. Im siebten Leg hatte er dann das Glück auf seiner Seite, als Heta drei Matchdarts nicht verwandeln konnte. So verkürzte Hunt noch auf 3:5, doch Heta reichten 17 Darts für sein sechstes Leg.

Vier Matchdarts von Kim Huybrechts musste Mensur Suljovic überstehen, unter dem Strich fuhr der Österreicher aber einen für ihn wichtigen Sieg ein, der ihn auch zur EM bringt. Dabei ging Huybrechts auch zu Beginn der Partie mit seinen Doppelmöglichkeiten um und statt mit einem Break 3:0 zu führen, fand er sich mit 1:2 im Rückstand vor. Suljovic verpasste gar einen Dart zum 3:1, mit einem starken 13-Darter konnte der Belgier nun zum 2:2 ausgleichen. Nach zwei durchschnittlichen Legs legten beide einen Zahn zu und produzierten je einen 13-Darter. Mit dem Anwurf bog Huybrechts in 14 Darts auf die Zielgerad ein, verfehlte nach einem 170er Finish zum Match auch zwei weitere in der Folgeaufnahme. So ging es in den Decider, wo "The Hurricane" Bull abermals verfehlte und sich Suljovic mit dem letzten Dart der Aufnahme auf Tops über die Ziellinie retten konnte.

In Michael Smith erwischte es den zweiten Zweitrundeneinsteiger in dieser Session. Er musste sich aufgrund seines Chancenwuchers mit 2:6 gegen Simon Whitlock geschlagen geben. Dabei bestrafte der an Position 6 Gesetzte im ersten Leg noch fünf verfehlte Doppel seines Gegners und veredelte dieses Break mit einem Hold zum 2:0. Doch mit einem 114er Finish meldete sich Whitlock auch endgültig in der Partie an und egalisierte diese mit einem 85er Finish auf dem Bull. 14 weitere Pfeile später war das Duell komplett gedreht und mit einem 112er Finish zog "The Wizard" auf 4:2 davon. Dabei hatte Smith seinerseits in den letzten drei Legs jeweils als erster Checkdarts. 21 Darts reichtem dem Australier zum 5:2, mit einem 13-Darter brachte Whitlock seinen Namen in den morgigen Finaltag.

Dorthin schaffte es ebenfalls James Wade in Wade-typischer Art und Weise gegen Boris Krcmar. Nach je einem 15-Darter zum Auftakt gelang Krcmar in 18 Darts ein Legerfolg gegen die Darts. Doch weil er ein 102er Finish nicht vollenden konnte, schlug Wade mit einem 14-Darter umgehend zurück. In 19 Darts vermied "The Machine" ein weiteres Break gegen sich. Fortan lieferten sich beide ein hochklassiges Duell, wobei bis zum 5:5 nun jeweils der Anwerfende seinen Vorteil nutzte und bis dahin auch kein Leg mehr als 15 Darts benötigte. In den Decider starteten beide schwach, mit einem Maximum konnte sich Wade einen großen Vorteil verschaffen. Mit einem Treffer seines letzten Darts der sechsten Aufnahme in der D5 und dem damit ingesamt vierten Matchdart ließ er seinen kroatischen Kontrahenten bei 59 Rest nicht mehr ans Board.

Zum Abschluss dieser Session betrat mit Krzysztof Ratajski der amtierende Titelträger dieses Turniers noch die Bühne. Dank eines 6:3 gegen Ryan Searle startete er nicht nur erfolgreich in die Titelverteidigung, sondern sicherte sich auch seinen Startplatz bei der EM. Nach Double Trouble im ersten Leg hatte noch Searle das glücklichere Ende auf seiner Seite, auch die darauffolgenden Legs waren Breaks. Schließlich war es Ratajski, der zum ersten Mal halten konnte, dafür war aber ein 112er Finish nötig. Searle schmieß die Partie in den nächsten zwei Legs weg: Zunächst blieb er bei 77 Rest ohne Checkdart und brachte im siebten Leg weitere fünf Darts nicht im Doppel unter. Mit einem 109er Finish kam er nochmal auf 3:5 heran, doch Ratajski ließ sich diesen Erfolg mit einem 16-Darter nicht mehr nehmen.

Abend-Session:

Der Start in den Abend bot dann gleich eine faustdicke Überraschung: Premier-League-Champion Jonny Clayton unterlag Adam Smith-Neale und wird damit die European Championship verpassen. Smith-Neale hingegen nutzte sein European-Tour-Debüt gleich zur Qualifikation. Ausschlaggebend war bereits das erste Leg, in dem Clayton mit fünf Fehlwürfen auf die Verliererstraße geriet. "Big Dog" holte sich fortan seine Anwurflegs mit sicheren Checkouts (85, 64) und nutzte weitere Fehldarts des Walisers zum 5:2. Der blies mit 14 und 13 Darts noch zum Comeback, traf aber erneut mit zwei Darts nicht die Doppel 20, über die Smith-Neale dann passenderweise den Sieg klar machte.

Deutlich wurde es im zweiten Spiel, in dem José de Sousa gegen Kenny Neyens kein Leg abgab. Dabei hatte Neyens in den ersten drei Legs Möglichkeiten: Bei 80 Punkten Rest misslang der Tops-Tops-Versuch schon mit dem ersten Dart, im zweiten Leg kam ebenfalls die Doppel 20 nicht für ein 104er-Checkout. Als dann 31 Punkte überworfen und auch im Anschluss nicht gecheckt wurden, stand es 0:3, ohne dass de Sousa große Qualität benötigt hatte. In 15, 19 und 13 Darts schloss der Portugiese die Partie ohne weitere Chance seines Gegners ab.

Erfreulich ging es aus deutscher Sicht weiter, Gabriel Clemens bezwang Devon Petersen mit 6:3. Was verheißungsvoll mit zwei 180ern für den "German Giant" gestartet war, sollte in der Folge eine etwas zähe Angelegenheit werden. Ein 72er-Checkout brachte Clemens die 2:0-Führung. Petersen verpasste nach dem Anschluss einen Dart auf Bull zum Ausgleich und - für den Verlauf wichtiger - drei Darts auf der Doppel 16, die Clemens mit einem 120er-Finish zum 4:1-Break bestrafte. Die nächsten Legs gingen klar an den Anwerfenden, wobei Clemens die 170 auf dem Bull verpasste. Bei 97 Punkten Rest boten sich die ersten Matchdarts, die zum möglichen 6:2 jedoch nicht das Ziel fanden. Petersen holte mit einem weiteren 15-Darter sein drittes Leg, war dann aber gegen das beste Leg des Deutschen machtlos. Clemens nutzte seinen fünften Matchdart zum 14-Darter und erreicht erstmals den Finaltag eines ET-Events.

Mit seinem bisher besten Spiel auf einer Bühne hat Callan Rydz in einem unglaublichen Spiel Peter Wright herausgeworfen. Die Averages standen am Ende bei knapp 111 und 108 Punkten, zudem lieferte "The Riot" eine perfekte Doppelquote ab. Gleich im ersten Leg gelang dem Engländer das 170er-Finish, er sah sich aber nach einem 11-Darter Wrights und folgendem Break im Rückstand. Wright verpasste die abschließende Doppel 20 eines Tops-Tops-Versuchs zum 3:1, ehe Rydz seinem Spitznamen alle Ehre machte: In 12, 13, 13 und 12 Darts schoss er zur 5:2-Führung. "Snakebite" kam nochmal aufs Board, musste nach dem abschließenden 14-Darter aber neidlos die 3:6-Niederlage anerkennen.

Florian Hempel konnte nicht an seine Leistung von gestern anknüpfen und unterlag Gerwyn Price mit 1:6. Der Waliser gab in 13 Darts den Takt vor und nutzte mit einem 72er-Checkout die erste ausgelassene Möglichkeit von Hempel. Im dritten Leg reichten ihm dann 22 Darts, bevor Hempel erstmals anschreiben konnte. Der anschließenden Klasse von Price (14, 15 und 15 Darts) hatte er jedoch nichts mehr entgegenzusetzen.

Nach seinem Titel beim Nordic Darts Masters geht es für Michael van Gerwen dank eines 6:3 gegen Rob Cross auch auf der European Tour erfolgreich weiter. Während sich van Gerwen mit einem 112er-Checkout unter Druck das erste Leg sicherte, scheiterten bei Cross die High-Finishes 155 und 128 am letzten Dart, sodass es schnell 0:3 aus seiner Sicht stand. Mit einem 94er-Finish war "Voltage" dann zur Stelle, ein dringend benötigtes Break sollte trotz Chancen auf dem Doppelring jedoch nicht mehr gelingen. Unter anderem mit einer 92 (20, D18, D18) hielt van Gerwen den Abstand und lieferte nach zwei Matchdarts im Leg zuvor mit einem 11-Darter einen starken Abschluss.

Im Duell der Namensvettern verbuchte Joe Cullen einen klaren 6:1-Erfolg über Joe Murnan, der mit nur einem Treffer aus 15 Versuchen einen katastrophalen Abend auf den Doppeln erlebte. In 14 und 12 Darts hatte Cullen seine Top-Setzung noch untermauert, ehe zwei sehr schwache Legs das Gesamtbild stören sollte. Murnan erhielt sein einziges Leg mit dem 26. Dart, jeweils in der sechsten Aufnahme beendete der "Rockstar" die Angelegenheit immerhin mit Konstanz.

Im abschließenden Spiel der zweiten Runde besiegte Nathan Aspinall seinen Landsmann Ritchie Edhouse, wobei beide schon Gewissheit über ihre Teilnahme an der EM hatten. In 15 Darts erwischte Edhouse den besseren Start, verfehlte dann aber die Doppel 20 zum 2:0. So wendete sich die Partie, unter anderem in 11 und 14 Darts ging "The Asp" mit 3:1 in Führung. Die nächsten Legs gingen jeweils in der sechste Aufnahme an den Anwerfer, bevor Aspinall nochmal das Tempo anzog. Nach einem 11-Darter beendete er die Partie mit einem 121er-Finish.

 

Am morgigen Finaltag wird zunächst ab 13:00 Uhr MESZ das Achtelfinale ausgetragen, bevor dann ab 19:00 Uhr MESZ die Finalsession mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale startet. PDC.TV überträgt beide Sessions live.

 

Ergebnisse Samstag:

Samstag, 25.09.2021
Nachmittags-Session:

2. Runde:

Dirk van Duijvenbode (11) 5-6 Ted Evetts (91,99 - 91,07)
Brendan Dolan (14) 6-1 Mervyn King (92,50 - 89,54)
Danny Noppert (13) 6-2 Andreas Harrysson (94,76 - 85,39)
Damon Heta (12) 6-3 Adam Hunt (92,39 - 84,13)
Mensur Suljovic (15) 6-5 Kim Huybrechts (88,24 - 92,91)
Michael Smith (6) 2-6 Simon Whitlock (92,04 - 91,81)
James Wade (8) 6-5 Boris Krcmar (95,89 - 93,60)
Krzysztof Ratajski (10) 6-3 Ryan Searle (90,17 - 90,00)

Samstag, 25.09.2021
Abend-Session:

2. Runde:

Jonny Clayton (7) 4-6 Adam Smith-Neale (94,89 - 86,65)
José de Sousa (2) 6-0 Kenny Neyens (92,02 - 75,18)
Devon Petersen (9) 3-6 Gabriel Clemens (86,45 - 88,83)
Peter Wright (3) 3-6 Callan Rydz (108,19 - 110,72)
Gerwyn Price (5) 6-1 Florian Hempel (97,14 - 84,93)
Michael van Gerwen (4) 6-3 Rob Cross (100,17 - 92,70)
Joe Cullen (1) 6-1 Joe Murnan (88,36 - 79,09)
Nathan Aspinall (16) 6-3 Ritchie Edhouse (102,55 - 89,86)

Vorschau auf den Finaltag:

Sonntag, 26.09.2021
Nachmittags-Session:
(13:00 - 17:00 Uhr)
Achtelfinale:
Simon Whitlock - Ted Evetts
Callan Rydz - Brendan Dolan
Adam Smith-Neale - Krzysztof Ratajski
José de Sousa - Mensur Suljovic
Gerwyn Price - Damon Heta
Michael van Gerwen - Danny Noppert
James Wade - Gabriel Clemens
Joe Cullen - Nathan Aspinall

Sonntag, 26.09.2021
Abend-Session:
(19:00 - 23:00 Uhr)
Viertelfinale:
Whitlock/Evetts - Rydz/Dolan
Smith-Neale/Ratajski - de Sousa/Suljovic
Price/Heta - van Gerwen/Noppert
Wade/Clemens - Cullen/Aspinall

Halbfinale:
Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2
Sieger Viertelfinale 3 - Sieger Viertelfinale 4

Finale:
Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2

 

Preisgelder European Tour 2021:

Ausgespielt werden insgesamt £140.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (ca. 30.000 €) nach Hause. Ausgespielt werden insgesamt £140.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (knapp 30.000 €) nach Hause. Die gesetzten Spieler müssen ihr Auftaktspiel am 2.Turniertag gewinnen, damit ihr Preisgeld in die Rangliste einfließt. Sollten sie ihr erstes Spiel verlieren, bekommen sie das Preisgeld zwar ausgezahlt, es geht aber nicht in die große Order of Merit sowie die European Order of Merit ein.

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.500
Viertelfinale: £5.000
Achtelfinale: £3.000
2. Runde: £2.000
1. Runde: £1.000

Gesamt: £140.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zur Gibraltar Darts Trophy [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2021 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum

TV-Übertragung: 
European Tour Turniere werden NICHT im TV übertragen. Es sind eher kleinere Turniere, sie sind nicht einmal in Großbritannien live zu sehen. Die einzige Möglichkeit diese Turniere zu verfolgen ist der offizielle, kostenpflichtige Livestream der PDC unter PDC.TV. Außerdem übertragen auch diverse Wettanbieter sowie Laola1.

Foto-Credit: PDC/Lawrence Lustig

[tk/mk]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

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