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World Cup of Darts: Deutschland scheitert an Belgien – Neuseeland erstmals im Viertelfinale

Samstag, 8. Juni 2019 17:25 - Dart News von dartn.de

Team Neuseeland im Viertelfinale - World Cup of Darts 2019

Die Reise des deutschen Teams endet in diesem Jahr schon im Achtelfinale. Das Duo Hopp/Schindler musste sich im letzten Spiel der heutigen Nachmittagssession den Belgiern mit 0:2 geschlagen geben. Dabei lief es zunächst denkbar unglücklich. Martin Schindler, der als erstes gegen Kim Huybrechts ran musste, spielte klasse (86er Average, 37,5% Doppelquote) und hatte 2x die Chance das Spiel zu entscheiden. Leider (aus deutscher Sicht) verließen den Strausberger am Ende die Nerven und der erfahrenere Huybrechts gewann schließlich den Decider und so das Spiel. Die eigentliche deutsche Nummer 1 Max Hopp fand dagegen so gar nicht zu seinem A-Game. Der Idsteiner verlor eindeutig mit 0:4-Legs gegen die belgische Nummer 2 Dimitri van den Bergh.

Gegner der Belgier im Viertelfinale wird Schottland. Das Team um die Weltklassespieler Gary Anderson und Peter Wright präsentierte sich in starker Form und zählt nach dem 2:0-Erfolg über Schweden zu den Favoriten auf den Titelgewinn. Im zweiten Viertelfinale treffen Neuseeland und Japan aufeinander. Während Japan nach einem 2:0-Sieg über Singapur mit Paul Lim schon zum zweiten Mal in Folge die letzten Acht erreicht, ist es für Neuseeland das erste Viertelfinale bei einem World Cup of Darts. Cody Harris und Haupai Puha mussten dafür die Südafrikaner um Devon Petersen, die zuvor überraschend Nordirland ausgeschaltet hatten, niederringen. Die Entscheidung fiel erst im Doppel.

Nach tollem Fight gegen Südafrika: Neuseeland erstmals im Viertelfinale

Das erste Match der heutigen Achtelfinals eröffnete die Neuseeländische Nummer 1 Cody Harris, deutschen Fans dürfte er noch von seinem 1. Runden Sieg bei der WM über Martin Schindler in Erinnerung sein, gegen Vernon Bouwers. Die Rollen in dieser Partie waren klar verteilt, da Brouwers kaum Bühnenerfahrung besitzt, war der Neuseeländer hier klarer Favorit. Nach nervösem Beginn beider Spieler, stabilisierte sich „Codestar“ nach dem ersten Leggewinn deutlich und brachte das Spiel letztlich souverän mit 4:0-Legs nach Hause.

Umgekehrte Voraussetzungen gab es im 2. Duell dieser beiden Nationen. Tour-Card-Holder Devon Petersen hatte gestern beim südafrikanischen Überraschungserfolg gegen Nordirland schon geglänzt und seinen Kollegen Bouwers mit starken Finishs entlastet. Petersens Kontrahent Haupai Puha, den man von einigen Auftritten in der World Series kennt, kam jedoch bei eigenem Anwurf zunächst gut ins Spiel. Da er aber 3 Darts auf Doppel-12 verpasste, war Petersen mit dem Break zur Stelle und checkte 51 Punkte. Anschließend gab sich der „African Warrior“ in einer guten Partie keine Blöße und zeigte sein A-Game (102er Average). Zunächst checkte er 132-Punkte um sein Anwurfleg durchzubringen, dann breakte er mit 15-Darts um schließlich in 14-Darts bei eigenem Anwurf den „Whitewash“ klarzumachen.

So kam es zum erwarteten Doppel, in dem beide Nationen ihren ersten Viertelfinal-Einzug überhaupt klarmachen konnten. Im ersten Leg holte sich das ausgeglichenere Team aus Neuseeland direkt das Break und bestätigte den guten Beginn auch bei eigenem Anwurf. Beim Stand von 0:2 war der Südafrikaner Bouwers nicht in der Lage die nötigen Triple-Felder zu treffen. Bei einem Restscore von 115-Punkten verrechnete sich der Debütant dann auch noch und warf nach Bulls-Eye und einfacher 15 auf „Tops“ statt erneut auf Bulls-Eye. Cody Harris bestrafte dies gnadenlos und checkte 72-Punkte zum 3:0. Weil Harris und Puha im darauffolgenden Leg Matchdarts liegen ließen, verkürzte Petersen für Südafrika auf 1:3. Nach 3 weiteren Matchdarts für Neuseeland, die Puha vergab, war Debütant Bouwers für Südafrika genau zur richtigen Zeit mit der Doppel-6 zur Stelle. Weiter rankommen ließ Neuseeland die Südafrikaner dann aber nicht. Im sechsten Leg nutzte Puha diesmal seine Chance auf Doppel-20. Neuseeland erreicht also mit Cody Harris und Haupai Puha sein erstes World Cup of Darts-Viertelfinale überhaupt. Südafrika muss nach tollem Fight die Segel streichen.

Trotz „Double-Trouble“: Japan zu stark für Singapur

Im zweiten Nationenduell des Nachmittags kam es zum Aufeinandertreffen zweier asiatischer Top-Teams. Vorjahresviertelfinalist Japan um Seigo Asada traf auf den Viertelfinalisten von 2017 Singapur um Kultspieler Paul Lim. Die beiden Genannten machten auch direkt den Anfang im 1 gegen 1. Dort erwischte der Japaner den besseren Start und holte sich bei eigenem Anwurf das erste Leg. Doch auch der „Singapur Slinger“ brachte sein 1. Anwurfleg nach Hause. Trotz bis dahin schon 9 vergebenen Darts von Seigo Asada auf Doppel ging auch das dritte Leg „mit den Darts“ an den Japaner, der danach drauf und dran war das erste Break der Partie zu holen. Diesmal bestrafte Paul Lim jedoch Asadas Schwäche auf Doppel und checkte eindrucksvoll 160-Punkte zum Ausgleich. Obwohl Paul Lim kein gutes Spiel zeigte und mäßig scorte, war er es, der sich durch gutes Timing im 5.Leg das erste Break sicherte. Mit dem Rücken zur Wand holte sich Seigo Asada dann aber direkt das Re-Break und startete mit einer 180 ins Entscheidungsleg, in dem der „Singapur Slinger“ (81er Average) nicht mehr hinterherkam. So durfte „The Ninja“ stolze 10 (!) Matchdarts vergeben, ehe er mit der Doppel-1 den 4:3-Erfolg eintütete.

Für Singapur musste also Pauls Namensvetter Harith Lim sein Einzel gegen Haruki Muramatsu gewinnen, um die Viertelfinalchance für sein Land zu wahren. Auch der zweite Japaner zeigte zu Beginn große Schwierigkeiten auf die Doppel, sodass Harith Lim das erste Leg nach großem Rückstand noch gewinnen konnte. Weil sich Muramatsus Ausbeute auf die Doppel aber verbesserte und seine Scores ohnehin passten, holte sich der kleine Japaner die nächsten drei Legs in Folge. Auch wenn „Goldfinger“ Harith Lim bei eigenem Anwurf nochmal auf 2:3 verkürzte, behielt Muramatsu die Oberhand und beendete das Match mit 15 Darts (davon 4 vergebene Matchdarts). Asada und Muramatsu führen das Team Japan souverän zum zweiten Mal in Folge ins Viertelfinale. Wenn es für Japan in diesem Turnier noch weiter gehen soll, müssen Asada (17,38%) und Muramatsu (20%) aber noch an ihrer Doppelquote feilen.

Team Schottland in guter Form: Ungefährdeter Sieg gegen Schweden

Mitfavorit Schottland traf im dritten Match des Nachmittags mit Schweden erneut auf ein skandinavisches Team. In der ersten Runde hatte man bereits Dänemark mit 5:0 vom Oche gefegt. Nun erwischte es die Schweden. Den Anfang machten zwei der erfahrensten Spieler des Turniers: Doppelweltmeister Gary Anderson traf auf Routinier Magnus Caris. Der „Flying Scotsman“, den viele Experten aufgrund seiner Pause wegen Rückenproblemen als große Unbekannte gesehen hatten, ließ von Beginn an keinen Zweifel, dass er dieses Duell gewinnen wird. Am Ende stand ein ungefährdeter 4:0-Erfolg von Anderson (96,97) über Caris (69,4) bei dem die Averages der beiden Kontrahenten fast 30-Punkte auseinander lagen. Auch auf die Doppel (50%) präsentierte sich Anderson sicher. Wenn der „Flying Scotsman“ diese Form hält scheint Schottland ein echter Titelkandidat zu sein.

Deutlich mehr zu kämpfen hatte indes Peter Wright im zweiten Duell gegen „Ironman“ Dennis Nilsson, der sich im ersten Leg gleich das erste Break holte. „Snakebite“ musste sich kurz schütteln, zeigte dann aber, dass er sich aktuell in besserer Form befindet als noch vor ein paar Wochen in der Premier League: Die nächsten drei Legs gingen alle an Schottland. Das letzte davon entschied Peter Wright eindrucksvoll in 12 Darts mit einem 121er-Checkout für sich. Weil Nilsson nicht aufsteckte und Wright erneut breakte, wurde es nochmal ungemütlich für Snakebite: Der Weltranglistenfünfte hatte Glück, dass Nilsson gleich 4-Chancen zum Ausgleich in den Legs liegen ließ, er selbst die Doppel-4 traf und so das Duell mit 4:2 beendete. Schottland untermauert durch diesen weitgehend ungefährdeten Sieg seine Titelansprüche, vor allem Peter Wright (90er Average) hat aber noch Luft nach oben. Der Gegner im Halbfinale wurde im letzten Spiel des Nachmittags ermittelt.


Schindler im Pech, Hopp enttäuscht. Deutsche Niederlage gegen Belgien

Deutschland bekam es in der zweiten Runde direkt mit einem sehr schweren und ausgeglichenen Gegner zu tun. Um gegen Belgien bestehen zu können, durfte sich das Duo Hopp/Schindler keine Fehler erlauben, wenn es die nächste Runde erreichen möchte. Den ersten Fehler der Partie erlaubte sich Kim Huybrechts zu Beginn des Duells gegen Martin Schindler. Auf Doppel-12 vergab der „Hurricane“ gleich drei Mal. Martin Schindler, der überraschend das erste Duell spielte, war sofort zur Stelle und checkte 83-Punkte Rest mit Triple17 + Doppel 16. Top-32 Spieler Huybrechts kam nun aber besser ins Spiel und holte sich nach seinem Anwurfleg auch das erste Break dieses Duells. Sehr zur Freude des Hamburger Publikums ließ sich „The Wall“ nicht beeindrucken und rebreakte in 14 Darts. Schindler war nun „on fire“ und legte 7 perfekte Darts nach. Das fünfte Leg ging schließlich in 12 Darts an den Deutschen. „Schindi“ konnte sein starkes Scoring weiter aufrechterhalten, musste das nächste Leg aber trotzdem an seinen Kontrahenten abgeben, sodass es in den „Decider“ ging. Nun lief es denkbar unglücklich für Deutschland: bei 190 Punkten stehend stellte sich Schindler zunächst stark auf 50 Punkte Rest. Da Huybrechts seine 111-Punkte nicht checken konnte, bekam Schindler 2 Matchdarts. Doch obwohl er zuvor nur einen Pfeil am Doppelfeld vorbeigeworfen hatte, konnte der 22-jährige diesen Bigpoint nicht nutzen. Weil auch Kim Huybrechts Probleme auf die Doppel hatte, bekam Schindler erneut die Chance auf die Doppel-8. Die Nervosität war jedoch zu groß und Schindlers 2.Dart landete unglücklich in der 11. Nun schlug Huybrechts mit all seiner Erfahrung zu und beendete das Spiel zur 1:0-Gesamtführung für Belgien.

Nun war also die Nervenstärke von Max Hopp im Duell der Juniorenweltmeister gegen Dimitri van den Bergh gefordert. Hopp kam jedoch relativ schleppend ins Spiel, verpasste 84-Punkte zum möglichen Break und ließ den „Dreammaker“ im zweiten Leg dann zu weit davon ziehen. 20 und 18 Darts reichten van den Bergh um die 2:0-Führung perfekt zu machen. Auch im dritten Leg verpasste der „Maximizer“ reihenweise die Triple-Felder, sodass Belgien nur noch 1 Leg zum Viertelfinale fehlte. In dieser Situation fanden die Pfeile des Idsteiners endlich den Weg in die Triple-20, doch auch van den Bergh spielte ein starkes letztes Leg. So stark, dass er sich mit 9-Darts auf 48-Punkte Rest stellen konnte. Hopp, noch bei 220-stehend, machte mit einer 140 zwar nochmal etwas Druck, die Matchdarts ließ sich der „Dreammaker“ dann aber nichtmehr nehmen. Am Ende stand für van den Bergh ein 4:0-Whitewash gegen einen heute leider enttäuschenden Max Hopp zu Buche. Für das Duo Hopp/Schindler ist es das erste Achtelfinal-Aus. In den letzten beiden Jahren hatten die beiden Freunde das Team Deutschland immer ins Viertelfinale geführt.

 

Am Abend ab 19 Uhr geht es mit dem zweiten Teil des Achtelfinals weiter.DAZN und PDC-TV HD übertragen live.

 

Ergebnisse Samstag Mittagssession:

Südafrika 1-2 Neuseeland
Vernon Bouwers 0-4 Cody Harris (73,18 - 84,68)
Devon Petersen 4-0 Haupai Puha (101,90 - 97,11)
Bouwers/Petersen 2-4 Harris/Puha (80,80 - 86,28)

Singapur 0-2 Japan
Paul Lim 3-4 Seigo Asada (81,21 - 85,68)
Harith Lim 2-4 Haruki Muramatsu (84,59 - 86,29)

Schottland 2-0 Schweden
Gary Anderson 4-0 Magnus Caris (96,97 - 69,4)
Peter Wright 4-2 Dennis Nilsson (89,54 - 83,63)

Belgien 2-0 Deutschland
Kim Huybrechts 4-3 Martin Schindler (85,93 - 86,14)
Dimitri van den Bergh 4-0 Max Hopp (88,41 - 76,19)

 

Vorschau Samstag Abendsession:

Samstag, 08.06.2019:
Zweite Runde: (ab 19 Uhr)
Australien - Kanada
Österreich - USA
England - Irland
Niederlande - Polen

 

Preisgeld 2019:

Sieger: pro Spieler £35.000
Runner-Up:
jeweils £20.000
Halbfinale:
jeweils £12.000
Viertelfinale:
jeweils £8.000
Achtelfinale:
jeweils £4.000
1. Runde:
jeweils £2.000
 
Gesamt:
£350.000

 


TV-Übertragung:

Das Turnier kann über die Online-Streaming Dienste DAZN und PDC-TV HD verfolgt werden, dort werden alle Sessions live und in voller Länge übertragen. Mit dem kostenlosen Probemonat könnt ihr DAZN testen und alle Major-Turniere LIVE sehen, hier anmelden: http://bit.ly/livedart2019

Sport 1 überträgt den diesjährigen World Cup of Darts nicht.

 

Weitere Informationen:

Alle Informationen zum Turnier findet ihr auf der [Turnierseite]
Fragen und Diskussionen zum Turnier gibt es in unserem [Forum]
Hier findet ihr einen übersichtlichen [Turnierbaum]

Foto Credit: Stefan Strassenburg/PDC Europe

[nt]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

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