Anzeige

Lukes Dart Reviews - Ricky "Rapid" Evans

Ricky Evans - Review

 [Karriere] [Generation 1]

Der Herzschlag eines erwachsenen Menschen dauert ca. eine Sekunde. Innerhalb zweier solcher Schläge wirft Ricky Evans eine 180. Somit kann er ein perfektes leg schneller zu machen als Usain Bolt die 100m läuft. Damit gilt Evans als einer, wenn nicht sogar als der schnellste Spieler auf dem Profi Circuit. Passend dazu auch sein Nickname: „Rapid“, also „schnell“.

 

Die Karriere:

Darts Reviews - Karriere

Von 2007 bis 2012 versuchte Evans vergebens sich für die BDO-WM zu qualifizieren. Ein Jahr später versuchte er sich schließlich an der Q-School und errang bereits am ersten Tag die Tourcard. Das erste große Highlight folgte dann mit dem Finaleinzug bei der Jugendweltmeisterschaft. Dort unterlag er klar Michael Smith. Insgesamt spielte er ein solides erstes Jahr auf dem Profi Circuit, welches mit der WM-Teilnahme abgeschlossen werden konnte. In der ersten Runde gewann er durchaus überraschend gegen Routinier Ronnie Baxter. In der zweiten Runde war dann aber gegen Mervyn King Schluss. Nach dem Abschluss der Saison stand Evans auf Platz 56 der Order of Merit.

Das zweite Jahr verlief anfangs weniger erfolgreich für "Rapid". Erst bei den UK Open konnte er wieder auf sich aufmerksam machen, indem er bis in Runde drei marschierte. Beim PDPA Qualifier sicherte er sich dann den letzten Startplatz für die WM 2016. In einem fantastischen Match in Runde eins drehte er dort einen 0:2-Rückstand gegen Simon Whitlock. Mit einem 130er-Finish krönte er sich schließlich zum Sieger der Partie. Sein nächstes Match verlor er dann nach dieser Leistung doch überraschend zu Null in den Sets gegen Jamie Caven.

Ricky Evans
Bei den UK Open 2016 folgte dann ein Run bis in die vierte Runde, wo ihn er der "Demolition Man" Darren Webster stoppen konnte, nachdem Evans bereits mit 4:1 geführt hatte. Mit einem Halbfinale in einem der Players Championship Turniere sicherte Evans sich die Teilnahme an der WM 2017. In einer rasanten Erstrunden Partie musste er sich knapp gegen Landsmann Michael Smith geschlagen geben. 2017 wurde dann Evans bisher schwächstes Jahr. Außer einer Halbfinalteilnahme bei einem UK Open Qualifier sprang nichts Nennenswertes für den Engländer heraus. Somit verpasste er sogar die Weltmeisterschaft 2018.

Ricky Evans

Die anschließende Saison lief dann wieder besser für den Engländer. Sein bisheriges Karriere Highlight gelang dann bei den Dutch Darts Championship 2018, wo er bis ins Finale stürmte. Sein Gegner Ian White hatte dort dann aber den längeren Atem und gewann mit 8:5. Bei den 2019er German Darts Championship schaffte Evans es dann wieder ins Finale, wo er Daryl Gurney mit 6:8 unterlag. Evans ist in Zukunft noch eine Menge zuzutrauen. Gerade seine letzten Auftritte wirkten immer sicherer und stabiler. Aber auch unabhängig von Sieg und Niederlage konnte er sich insbesondere durch seinen schnellen Wurfrhythmus zu einem Publikumsliebling mausern. Auch seine Walk Ons zu eher ungewöhnlichen Songs wie etwa „Baby Shark“ und neuerdings auch inklusive Maske, sind schon jetzt legendär.

 

Target Ricky Evans Generation 1:

Ricky Evans - Generation 1

Ricky Evans spielte lange Zeit die alten XQMax van der Voort Darts. Nach den ersten Erfolgen sicherte sich schließlich Target einen Vertrag mit Rapid. Die englische Dartsschmiede veröffentlichte dann im April dieses Jahres endlich die neuen Signature Darts des schnellsten Spielers auf dem Circuit. Das Set wird in 18, 21 und 23 Gramm verkauft. Die leichteste Version ist auch die, die Evans bevorzugt.

 

Darts Reviews - Unboxing

Die Darts kommen in der Standard Verpackung von Target. Es wird hier also auf eine aufwendige Box, wie sie bei immer mehr Herstellern zum Einsatz kommt, verzichtet.

Ricky Evans - Box 1

Das Design ist Target typisch hochwertig und stylisch. Die für Evans charakteristisch gewordenen knalligen Neonfarben bestimmen nicht nur die Verpackung, sondern auch das enthaltende Setup.

Ricky Evans - Box 2

Neben einem Set Pro Grip Shafts, finden sich auch die passenden Signature Flights. Auf der Bühne spielt Evans diese zwar nicht, dennoch macht das Design und die Wahl der Farben wirklich was her.

Ricky Evans - Box 3

Dieses Set ist mit einem Preis von rund 45 Euro in der gehobenen mittleren Preisklasse anzusiedeln. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Signature Dart handelt, geht der Preis in Ordnung. Ob man auch etwas für sein Geld bekommt, schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

 

Darts Reviews - Look

Ricky Evans - Look 1

Anders als sein Spieler, haut einem der Look dieses Darts nicht wirklich aus den Latschen. Weder knallige Farben durch ein Coating noch besonders ungewöhnliche Designlösungen springen ins Auge. So ganz gewöhnlich erscheint der Dart dann aber doch nicht.

Ricky Evans - Look 2

Das Set ist recht dünn und lang (dazu später mehr) und teils von groben, teils von sehr feinen Ringen überzogen. Vorne wird der Barrel von einer klassischen runden Bullnose abgeschlossen. Ganz hinten wurde, wie es von Target typisch ist, das Hersteller Logo gelasert. Eine Spielersignatur oder ähnliches findet sich nicht. Auch das ist für diese Dartsschmiede nicht ungewöhnlich.

Ricky Evans - Look 3

Für mich fällt dieser Dart in Sachen Look eher in die Kategorie „Zweckmäßig“. Das Design ist bei genauer Betrachtung zwar doch ungewöhnlich, insgesamt werden hier aber keine Bäume ausgerissen. Besonders angesichts der schillernden Persönlichkeit des Ricky Evans (der einen Sieg übrigens meist mit einem Shot Vodka und einem Cheeseburger zu feiern pflegt), enttäuscht der Look ein wenig. Aussehen ist ja aber nicht alles, also schauen wir uns die Aspekte an, auf die es wirklich ankommt.

 

Darts Reviews - Maße

Ricky Evans - Maße

Wie schon angeschnitten, sind die Evans sehr dünn und weisen eine nicht unerhebliche Länge auf. Diese Kombi ist nicht unbedingt massentauglich und kann insbesondere Anfänger mehr abschrecken als anlocken.

 

Darts Reviews - Grip

Ricky Evans - Grip 1

Der Dart vereint zwei Griparten auf seinen Barrels. Beide sind Ringrips, die sich aber in der Breite und Tiefe ihrer Rillen unterscheiden. Vorne finden sich etwas gröbere Ringe, hinten sehr feine. Der hintere feinere Gripbereich wird dann nochmal durch eine grobe Rille in zwei Hälften unterteilt.

Ricky Evans - Grip 2

Evans greift seine Darts weit vorne. Somit erklärt sich auch die Aufteilung und Verortung des stärkeren Grips. „Stark“ ist an dieser Stelle aber relativ. Auf der Skala von 1 bis 10, verorte ich die vorderen Ringe bei 5 bis 6. Der hintere Bereich ist nach meinem Empfinden fast glatt und findet sich bei 3. Die Ringe sorgen höchstens für etwas Orientierung.

Ricky Evans - Grip 3

Alles in einem ist der Grip also sehr gering. Einzig der fordere Bereich bietet hier etwas Halt. Dieses Set spricht also insbesondere Frontgripper an. Spieler, die einen schwachen Grip bevorzugen haben hier natürlich weniger Probleme.

 

Darts Reviews - Fazit

Was taugen die Rapids also? Ich muss zugeben, dass ich insbesondere vom Grip eher enttäuscht bin. Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, für einen Frontgripper zu denen Evans nun einmal zählt einen Dart zu drehen, der vorne Halt bietet. Allerdings ist selbst dort der Grip eher schwach. Zu den klaren Pluspunkten dieses Sets zählen dessen Maße. Es gibt nicht viele 18 Gramm Darts auf dem Markt. Schon gar nicht welche, die so lang und dünn sind. Empfehlen kann ich die Darts also für Fans dieser Gewichtsklasse. Darüber hinaus sollte man eher weniger physischen Grip bevorzugen bzw. benötigen. Insbesondere Frontgripper könnten mit diesem Set ihren Spaß haben.

Ricky Evans - Fazit

Das war es für heute. Schaut doch mal in unserem Forum vorbei. Dort könnt Ihr mir auch Feedback, Fragen, etc. zukommen lassen.

Bis zum nächsten Set! Good Darts!

 

Foto-Credits: PDC Europe/dartn.de

 [zurück zum Überblick der Dart Reviews]

Anzeige