Die MyDartCoach Championship hat im fünften Jahr in Serie ein großes Teilnehmerfeld nach Bad Salzuflen gelockt. Mit Leon Weber und Maximilian Czerwinski waren zwei Tourcard-Holder und frühere Champions dabei, unter fast 500 Teilnehmern durchgesetzt hat sich aber jemand anderes: Der 12-jährige Ben Schneider triumphierte sensationell im Finale gegen den ebenfalls erst 16-jährigen Elias Jahn. Im Doppel siegten Jaimy van de Weerd und Sebastian Steinmetz.
Schneider stellt alle in den Schatten
Wer in diesem Jahr schon mal Ben Schneider über den Weg gelaufen ist, wird wissen, dass man sich den Namen durchaus merken darf. Auch online lässt sich seit Anfang des Jahres bei Instagram der Weg des mittlerweile 12-Jährigen verfolgen, der erst vor knapp zwei Jahren mit dem Dartspielen angefangen hat und unverkennbar mit Talent gesegnet ist. Im Profil wird von Turniersiegen berichtet, die Unterstützung durch das Nachwuchsprogramm von Ausrüster Target verkündet und nun auch der unglaubliche Erfolg bei der MyDartCoach Championship bebildert.
Der Junge aus Wehbach im nördlichen Rheinland-Pfalz konnte seine Gruppe ungefährdet überstehen und nahm unter den letzten 64 mit Luca Wolff einen diesjährigen Teilnehmer der Super League aus dem Turnier. Beim 4:1 gegen Lukas Klein folgte mit einem 91er-Schnitt die Bestleistung des Tages, ab dem Achtelfinale distanzierte er Jordy van de Weerd (5:1), Marvin Koch (5:0) und Marc Spalt (5:2) jeweils klar. Im Halbfinale gegen Spalt schloss er sein Comeback aus 0:2-Rückstand mit einem starken 11-Darter ab. Im Endspiel wartete dann Elias Jahn, gegen den er zum 3:1 das entscheidende Break landete. Zuvor war eine 88 auf Bull rausgegangen, zum 4:1 präsentierte er ein 95er-Finish über D19-D19 und hatte damit die Highlights auf seiner Seite. Der Triumph bringt ihm neben dem Titel auch das große Sieger-Preisgeld von 2.500 Euro.
Auch Jahn ganz stark
Für Elias Jahn war es trotz der Finalniederlage dennoch auch ein großer Erfolg. Der 16-Jährige hatte schon vor zwei Jahren im Achtelfinale gestanden und im letzten Jahr Matchdarts gegen Super-League-Teilnehmer und Vorjahresfinalist Patrick Klingelhöfer verpasst. Über den Tag spielte Jahn konstant um die 80 Punkte im Schnitt und packte gegen Dennis Hubrich unter den letzten 32 dann nochmal einen drauf. Er lag bereits 0:3 zurück und gewann noch das Spiel mit Legs in 16, 17, 16 und 15 Darts. Anschließend wurden Felix Kühn und Marcel Hausotter jeweils mit 5:3 besiegt, wobei es gegen Hausotter erneut deutlich über die 80er-Marke ging. Nach dem 5:1 gegen Rene Steinhauer im Halbfinale konnte ihn dann erst Schneider stoppen.
Zuvor war auch Leon Remde die Story des Tages, da er hintereinander Leon Weber und Jaimy van de Weerd aus dem Turnier nahm. Erst im Viertelfinale verschlief er gegen Marc Spalt die Anfangsphase. Zu diesem Zeitpunkt war Marcel Hausotter der leichte Titel-Favorit, nachdem er Titelverteidiger Maximilian Czerwinski und zuvor schon die guten Fabian Heidemann, Sebastian Steinmetz und Jonas Aplowski geschlagen hatte. Ansonsten waren unter anderem Kevin Jußen und Lenny Schlüter unter den letzten 32 ausgeschieden, eine Runde zuvor etwa Finn Behrens, Christopher Toonders, Deniz Baudis oder Jan Schmidt.
Van de Weerd im Doppel erfolgreich
Nachdem sich Jaimy van de Weerd als einer der formstärksten deutschen Spieler überhaupt bereits unter den letzten 64 im Einzelturnier verabschieden musste, kam der Ausgleich über den am Sonntag gespielten Doppel-Wettbewerb. Unter 183 Paarungen war sein Duo mit Sebastian Steinmetz das beste. Bereits unter den letzten 64 mussten mit Deniz Baudis und Tom Sombeck die Finalisten des World Masters bezwungen werden, beim 4:3 gegen Lenny Schlüter und Kilian Hohnstedt zeigten die beiden einen beeindruckenden 95er-Average. Dann mussten die Einzel-Finalisten dran glauben, im Viertelfinale Ben Schneider an der Seite von Lucas Lanz und im Halbfinale Elias Jahn mit Johann Haßheider. Im Finale gegen Leon Weber und Daniel Zadach ging van de Weerd mit nervenstarken Checkdarts voran, ehe Steinnmetz der Championship-Dart gehörte.
Veranstalter Micha Wattenberg frohlockte vor allem über den aufgegangenen Zeitplan, womit das Einzel-Finale um 21 Uhr deutlich früher als in den Vorjahren über die Bühne ging. Außerdem fanden Tombola-Lose und das eigens entworfene Turnier-Shirt zahlreiche Abnehmer. Nicht zuletzt durfte er sich über den Zuspruch freuen, dass Teilnehmer aus der gesamten Republik sowie der Niederlande auch weite Anreisen auf sich nahmen. Sogar aus England kam das Quartett der „Bullhitters“ sowie erneut Jack Langston (bekannt als „The Darts Referee“) – eine Wiederholung im nächsten Jahr ist gewiss.
Ergebnisse MyDartCoach Championship 2026:
Einzelturnier
(Samstag)
Viertelfinale:
Marcel Hausotter 3-5 Elias Jahn (91,4 – 85,2)
Rene Steinhauer 5-1 Kilian Hohnstedt (73,5 – 67,4)
Leon Remde 3-5 Marc Spalt (78,6 – 82,5)
Ben Schneider 5-0 Marvin Koch (78,3 – 57,2)
Halbfinale:
Elias
Jahn 5-1 Rene Steinhauer (82,8 – 75,2)
Marc Spalt 2-5 Ben Schneider (77,3 – 87,6)
Finale:
Elias Jahn 3-6 Ben
Schneider (82,8 – 81,5)
[Alle Ergebnisse]
Doppelturnier
(Sonntag)
Halbfinale:
Sebastian
Steinmetz/Jaimy van de Weerd 4-2 Elias Jahn/Johann Haßheider
(78,1 – 70,1)
Leon Weber/Daniel Zadach 4-1 Francesco Marcone/Jonathan
Parvaneh
Finale:
Sebastian Steinmetz/Jaimy van de Weerd 5-2 Leon Weber/Daniel Zadach
(78,5 – 74,8)
[Alle Ergebnisse]
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Foto-Credit: MyDartCoach
[mk]
