Dart Profis - Peter Manley - "One Dart"

Der neue, ausgeglichene Peter ManleyPeter Manley zählte am Anfang seiner Karriere zu den herausragendsten Spielern der PDC. Den ganz großen Major-Titel gab es für Manley nicht, dennoch stand er an der Spitze der Weltrangliste und hielt sich über viele Jahre hinweg unter den Topspielern. Sein Spitzname "One Dart" bezieht sich auf die Tatsache, dass er bei seinen Spielen früher meist nur einen Dart zum checken benötigte. Manley ist vor allem für sein exzentrisches Auftreten auf den großen TV-Bühnen bekannt. Im Jahr 2002 ist Manley bei den Fans in Ungnade gefallen, als er nach seiner 7-0 Niederlage im PDC WM Finale gegen Phil Taylor in der Circus Tavern ihm anschließend den Händedruck zum Sieg verweigerte. Das führte dazu, dass er in den kommenden Jahren von den Fans konsequent ausgebuht wurde und so etwas wie der "Bad Guy" der PDC war. Mit diesem Image konnte Manley aber nicht immer gut umgehen. Es häuften sich viele Streitereien auf der Bühne und Provokationen. Jedenfalls war Manley damit definitv das Gegenteil eines langweiligen Spielers. Erst 2005, als er seine Walk-On Musik auf "Amarillo" geändert hat, erfuhr er durch die Fans eine positivere Resonanz. Allgemein schien das Lied ihm auch zu helfen, unverkrampfter und lockerer aufzutreten. 2006 gab es die Wiederholung des WM-Finals von 2002. Wieder traf Manley auf Taylor und erneut musste er sich mit 0-7 geschlagen geben. Immerhin gab es danach den Handshake.

Im Jahr 1995 debütierte Manley bei einem WDF-Turnier, bereits zwei Jahre später spielte er sich ins Achtelfinale beim World Matchplay. Seine erste WM-Teilnahme gab es im Jahr 1998, wo er das Viertelfinale erreichte. Parallel zu seinen Auftritten bei der PDC, spielte "One Dart" auch noch weiterhin bei den größeren Open-Turnieren der WDF und konnte auch da einige Titel abräumen. Schon 1999 spielte Manley sein erstes PDC-WM-Finale. Auch dort musste er sich seinem Dauerrivalen in Forum von Phil Taylor beugen. Im selben Jahr erreichte er zudem das World Matchplay Finale. Von September 2000 bis Oktober 2001 war Manley sogar Weltranglistenerster.Peter Manley - One Dart

In seiner gesamten Karriere kam Manley in fünf Major-Finals, lediglich eines davon konnte er gewinnen. Das war beim Las Vegas Desert Classics im Jahr 2003, wo er mit 16:12 gegen John Part die Oberhand behielt. Allgemein war Manley im Jahr 2003 sehr erfolgreich. Sowohl beim World Matchplay als auch beim World Grand Prix ging es ins Halbfinale. Manley wird allerdings nachgesagt, dass er sein volles Potential nie ausschöpfen konnte. Das lag an seiner unverhältnismäßig schlechten Bilanz in den späten Turnierrunden bei TV-Turnieren. Relativ konstant kam Manley durch die ersten Runden, doch wenn es um die großen Titel ging, war meist Schluss. Beispielsweise verlor Manley gleich fünfmal das Halbfinale beim World Grand Prix und ging trotz seines hohen Spielniveaus einfach nicht über diese Runde hinaus. Dabei schien sich dann durchaus ein Kopfproblem einzuschleichen, denn auf dem Floor konnte Manley insgesamt sechs Titel davontragen. Ziemlich konstant verliefen auch die nächsten Jahre. 2004 kam er nochmal ins WM-Viertelfinale, ein Jahr später gab es drei Major-Halbfinals zu bejubeln, unter anderem bei der Premier League of Darts. Im Rahmen des Ländervergleichs England gegen Niederlande beim Masters of Darts konnte er eine hervorragende Leistung zeigen. Hier verlor er lediglich das Finale gegen Raymond van Barneveld.Peter Manley - Masters of Darts

Ausgerüstet wurde Manley von Unicorn, im Anschluss von Winmau. Auch das Jahr 2008 startete mit einem WM-Viertelfinale nicht schlecht. In Las Vegas und bei der damals neu eingeführten European Championship ging es bis ins Halbfinale. In den anderen Major-Turnieren gab es relativ frühe Niederlagen. Tatsächlich feierte Manley seinen letzten Turniersieg bei der PDC auch im Jahr 2003. Jedenfalls war 2008 die letzte wirklich akzeptable Saison bei der PDC. Dort gewann er am 4. Spieltag der Premier League auch zum ersten Mal gegen Phil Taylor vor laufenden TV-Kameras.Danach war es beinahe erschreckend zu sehen, wie schnell Manley von der Bildfläche verschwand. 2009 gab es bei der WM eine Auftaktniederlage gegen Mensur Suljovic. Ein Jahr später unterlag er in den letzten 32 gegen Mark Webster. Dies war sein letztes WM-Spiel. Er verpasste 2010 sämtliche Major-Qualis, außer bei den UK Open und den Players Championship Finals.Sein letztes Major-Turnier folgte bei den UK Open 2011. Sein letztes Tourcardjahr war 2011, denn nach zwei verkorksten Saisons verlor er 2012 seine Spielberechtigung für die Profi-Tour, nachdem er zuvor kaum noch über die letzten 64 herauskam. Manley versuchte sich immer wieder an der Q-School und der Challenge Tour, doch auch dort gewann er nur wenige Matches. Nach einer kleinen Pause, spielte Manley auch die Q-School 2020 wieder mit.

Über seine Funktion als Spieler hinaus ist Manley seit langer Zeit auch Chairman und Spielervertreter bei der PDPA. Dadurch blieb er dem PDC-Circuit auch über den Verlust der Tourcard hinaus noch weiterhin erhalten. Oftmals ist Manley hinter den Kulissen bei den Floor-Events aller PDC-Touren vor Ort. Außerdem ist er ein gern gesehener Gast in diversen Experten-Interviews. Seine Verdienste für den Dartsport sind dementsprechend sehr hoch, durchaus wird er auch als Legende bezeichnet inklusive seiner unterhaltsamen Art. Auf vielen Exhibitions spielt Manley auch heute noch.


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Fakten zur Person:

Name: Peter Manley
Spitzname: One Dart (Ein Dart)
Geburtstag: 07.03.1962
Geburtsort: Cheam, London
Heimatort: Carlistle, Cumbria
Nationalität: England
Familienstand: verheiratet (mit Chrissy)
Kinder: 2 Töchter
Spielt Dart seit: 1974
Profi von: 1997-2011
Händigkeit: Rechtshänder
Darts: Unicorn Tungsten 19g
Sponsoren: Winmau, Betfred, DirectDarts, Mr Porky
Einlaufmusik: "Amarillo" - Tony Christie
9-Darter: -
Offizielle Webseite: www.petermanley.co.uk
Twitter: @onedart180

Gewonnene Titel & Leistungen

PDC-Major:
PDC-WM: Runner-Up 1999, 2002, 2006
Premier League: Halbfinale 2005
UK Open: Halbfinale 2005
World Matchplay: Runner-Up 1999
World Grand Prix: Halbfinale 1998, 1999, 2000, 2003, 2006
Grand Slam of Darts: Gruppenphase 2007
European Championship: Halbfinale 2008
Players Championship Finals: 1. Runde 2009, 2010
Las Vegas Desert Classic:
Sieger 2003

PDC-Turniere:
Pro Tour: 6x Sieger
Challenge Tour:
mehrere Teilnahmen
Q-School:
mehrere Teilnahmen

BDO-Major:
World Masters: Achtelfinale 1998
Zuiderduin Masters: Halbfinale 2000
International Darts League: Gruppenphase 2007
World Darts Trophy: Viertelfinale 2007
News of the World: Viertelfinale 1997

Weitere Turniere:
Canadian Open: Sieger 2000
England Open: Sieger 1999
French Open: Sieger 1998
Ireland Open Spring Classic: Sieger 2001
Irish Masters: Sieger 2004
Isle of Man Open: Sieger 1998, 2004
Le Skratch Montreal Open: Sieger 2000
Open Holland Masters: Sieger 2007
Sunparks Masters: Sieger 2002
Vauxhall Autumn Open: Sieger 2005

 

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