Dart Profis - Dennis Priestley - "The Menace"

Dennis Priestley - The MenaceDie meisten Dartspieler werden, wenn sie den Namen Dennis Priestley hören, als erstes an seinen unglaublich langsamen, präziesen und konzentrierten Wurfstil denken. Priestley trat zum ersten Mal richtig in Erscheinung, als er 1991 die Embassy World Darts Championship (BDO) mit 6:0 gegen keinen geringeren als Eric Bristow gewinnen konnte. Viele weitere Siege feierte Priestley bei BDO-Open Turnieren und den World Masters. "The Menace" war Gründungsmitglied der PDC nach dem Darts-Split und war dort direkt auch erfolgreich. Er war der erste PDC World Champion, als er sich 1994 mit 6:1 gegen Phil Taylor durchsetzen konnte. Insgesamt ergab sich eine starke Rivalität zwischen Dennis Priestley und Phil Taylor. Beide teilten sich zu Beginn der PDC aber sogar ihr Preisgeld miteinander, sodass auch eine Freundschaft entstand.

Anschließend hat er noch 1996, 1997, 1998 und 2000 im WM-Finale gestanden, konnte sich aber nie mehr gegen den immer stärker werdenden Taylor durchsetzen. Immer wieder scheiterte er an "The Power". Das Endspiel 1996 wird oft in der Geschichte als eines der besten WM-Finals bewertet, am Ende war es aus Sicht von Priestley eine 4-6 Niederlage. Der WM-Titel 1994 blieb im übrigen der einzige "neue" PDC-Major-Titel für den Engländer. Einige alte Premier Events konnte er aber für sich entscheiden. Über ein halbes Jahr (November 1993 bis April 1994) hinweg war Priestley an der Spitze der Weltrangliste. Außerdem ist Priestley der einzige Spieler, der sowohl bei seinem BDO, als auch bei seinem PDC-Debüt die WM direkt gewann.

Ein sympathischer KerlSein Spitzname sowie sein Markenzeichen, das schwarz-rot-gestreifte Darthemd, stammen von der Zeichentrick-Figur "Dennise the Menace" aus dem Comic "The Beano". So ist auch sein Nickname entstanden. Nachdem er in seiner Laufbahn bereits im Finale eigentlich jedes größeren Turniers gestanden hat, hätte Priestley 2004 die Darts fast schon an den Nagel gehängt. Zunehmend performte Priestley auf der Bühne nicht mehr gut genug, auf dem Floor blieb er aber insgesamt trotzdem relativ erfolgreich. Er traf nicht mehr, die Sicht wurde schlechter, aber mit seiner unverkennbaren "niemals-aufgeben" Mentalität hat er sich wieder zurück gefightet und ab 2005 qualifizierte er sich verstärkt für die Majors. Wenn Raymond van Barneveld nicht zur PDC gewechselt hätte, wäre Priestley wohl auch bei der Premier League 2006 dabei gewesen. Schließlich beendete Priestley das Jahr 2006 unter den Top 3. 2007 gab er dann auch sein Premier League Debüt, wo er im Semifinale wieder einmal gegen Taylor ausschied.

Im November 2007 gab er offiziell bekannt an Prostatakrebs erkrankt zu sein. Im Januar 2008 wurde ihm die Prostata entfernt und danach warteten er und seine Fans gespannt auf die Ergebnisse der Nachuntersuchung. Die ersten Ergebnisse dieser Untersuchungen gaben einen guten Anlass zur Hoffnung. Nachdem er dann Mitte 2008 wieder am Circuit teilgenommen hat konnte auch zwar PDC Pro Tour Events gewinnen und hatte sich in der Weltrangliste zwischenzeitlich sogar nochmal auf Platz 11 der Weltrangliste gekämpft. Insgesamt gewann Priestley acht Floor-Turniere seit der Neustrukturierung der PDC. Im Januar 2009 wurde Priestley in die PDC Hall of Fame aufgenommen und ist mit mehr als 15 weiteren Spielern in sehr guter Gesellschaft.Dennis Markenzeichen: Sein Hemd

Ab 2011 wurde dann aber langsam das Karriereende der Legende eingeleitet. Zuvor unterlag er gegen Kevin McDine und Gary Anderson bei den beiden vergangenen WM-Ausgaben. Nach zwanzig WM-Teilnahmen in Serie, verpasste Priestley zum ersten Mal den Auftritt auf der WM-Bühne im Jahr 2012. Aber es gab noch ein Aufbäumen des Kämpfers aus Mexborough. Er spielte sich in ein Pro Tour Finale, qualifizierte sich für ein European Tour Event und lieferte weitere konstante Floor-Ergebnisse. 2013 nahm er damit wieder an der WM teil, musste sich aber in Runde 1 gegen Ronnie Baxter verabschieden. Trotz der Tourcard nahm Priestley dann nur noch selten an den Profi-Turnieren teil. Zum Jahresbeginn von 2015 gab Dennis Priestley sein Karriereende bekannt. Seitdem ist Priestley auf Exhibitions ein gern gesehener Gast und auch als Experte war er ab und zu bei großen TV-Events im Einsatz.

[zurück zur Auswahl]

Fakten zur Person:

Name: Dennis Priestley
Spitzname: The Menace
Geburtstag: 19.07.1950
Geburtsort: Mexborough, Yorkshire
Heimatort: Mexborough, Yorkshire
Nationalität: Engländer
Familienstand: verheiratet mit Jenny
Kinder: 4 Kinder
Spielt Dart seit: 1975
Profi von: 1989-2015
Händigkeit: Rechtshänder
Darts: Winmau 16g Dennis Priestley Signature
Sponsoren: Winmau
Einlaufmusik: ""Hell Raiser" von Def Leppard; zuvor: "Long Good Friday"  von Francis Monkman oder "Tubthumping" - Chumbawamba
9-Darter:
1x
Offizielle Webseite:
www.dennispriestley.com 
Twtitter: @denpriestley180

Gewonnene Titel:

WM-Finals:

BDO-Weltmeisterschaft:
1991: 6:1 gegen Eric Bristow gewonnen

PDC Dart Weltmeisterschaft:
1994: 6:1 gegen Phil Taylor gewonnen
1996: 4:6 gegen Phil Taylor verloren
1997: 3:6 gegen Phil Taylor verloren
1998: 0:6 gegen Phil Taylor verloren
2000: 3:7 gegen Phil Taylor verloren

PDC-Majors:

World Matchplay: Runner-Up 1994, 1995, 1996
World Grand Prix: Halbfinale 2000, 2005, 2006
UK Open: Achtelfinale 2003, 2004, 2007, 2009, 2012
Grand Slam of Darts: Gruppenphase 2007
Premier League: Halbfinale 2007
European Championship: Achtelfinale 2008
Players Championship Finals: Viertelfinale 2009
World Darts Trophy: Achtelfinale 2007
International Darts League: Gruppenphase 2007
Las Vegas Desert Classic: Viertelfinale 2006

PDC-Turniere:

Pro Tour: 8x Sieger
European Tour: 1. Runde Dutch Darts Masters 2012

BDO-Majors:

World Masters: Sieger 1992
News of the World: Runner-Up 1989
British Matchplay: Sieger 1991

Weitere Turniere:

Antwerp Open: Sieger 1994, 1995
Australian Masters: Sieger 1992
British Classic: Sieger 1997
British Gold Cup: Sieger 1991, 1992
British Open: Sieger 1993
British Pentathlon: Sieger 1992
Canadian Open: Sieger 1993, 1994
Gem City Open: Sieger 1996
Golden Harvest North American Cup: Sieger 1996
Le Skratch Montreal: Sieger 2003, 2005
PDC UK Matchplay: Sieger 1993, 1994
PDC US Open: Sieger 2009
PDC World Pairs: Sieger 1995
Vauxhall Spring Pro: Sieger 2006
Welsh Open: Sieger 1992
World Champions Challenge: Sieger 1991

Besondere Leistungen & Auszeichnungen:

PDC-Awards:
Spieler des Jahres (Spieler-Wahl): 
2007
Spieler des Jahres: (nominiert: 2007)
Floor-Spieler des Jahres: (nominiert: 2007)
(jeweils im Januar erhalten für die Vorsaison)
Aufnahme in die PDC Hall of Fame im Rahmen des PDC Awards Dinners 2009

Bobby George schreibt in seinem Buch "Bobby Dazzler", dass er im Jahr 1993 einmal ein Best of 9 Legs Practise Game gegen Priestley gespielt hat. Priestley hatte in jedem Leg einen Dart zu einem perfekten Spiel und gewann das Spiel 5:0, wofür er nur 49 Darts benötigte (10, 10, 10, 10, and 9). Das Spiel dürfte vermutlich das beste Spiel gewesen sein, welches jemals vor Augenzeugen gespielt wurde.

[zurück zur Auswahl]