World Matchplay: Clemens gegen de Sousa chancenlos, Cullen siegt emotional

Sonntag, 18. Juli 2021 23:59 - Dart News von dartn.de

José de Sousa bezwingt Gabriel Clemens deutlich

Dritte Session beim World Matchplay 2021 in Blackpool. Am heutigen Abend griff mit Gabriel Clemens der einzige deutschsprachige Starter ins Turnier ein. Gegen José de Sousa war allerdings nichts zu holen, es setzte eine empfindliche 2:10 Niederlage. Zu Beginn gab es einen 10:8 Erfolg in einem spannenden und hochklassigen Spiel für Joe Cullen, der Chris Dobey in Schach halten konnte. Relativ durchschnittlich war der 10:7 Sieg für Michael Smith über Ryan Searle, der nicht zu seinem A-Game fand. Keine Chance hatte Danny Noppert, der mit 2:10 gegen Peter Wright unterlag.

Emotionaler Cullen gewinnt packende Partie gegen Dobey

Den Abend eröffnete ein Duell zweier junger Engländer. Joe Cullen und Chris Dobey konnten in diesem Jahr bereits mindestens einen PDC-Titel einholen und trafen nun in der ersten Runde aufeinander. In der spannenden und hochklassigen Partie auf Augenhöhe setzte sich Cullen am Ende mit 10:8 dank eines 98er-Averages durch. Mit einem 16-Darter eröffnete Cullen zum Break, welches er dann in 11 Darts auch souverän verteidigte. Einen Dart verpasste Cullen auf der Doppel 13, um seine Führung weiter auszubauen und Dobey nutzte diese Tatsache für seinen ersten Leggewinn. "Hollywood" verpasste dann allerdings zwei Darts auf den äußeren Ring zum Break, womit er seinem Kontrahent zum Hold verhalf. In 18 Darts verkürzte Dobey vor der Pause zum 2:3, Cullen glänzte im Anschluss mit einem 10-Darter. Es folgte eine kleinere Schwächephase des Gesetzten, welche Dobey mit drei Leggewinnen in Serie ausnutzte. In 14 und 17 Darts glich Dobey aus, wobei Cullen drei Darts auf Tops knapp drübersetzte. Erstmals ging Chris Dobey nach einem Checkout auf der D20 in der sechsten Runde in Führung, Cullen erzwang in 13 Darts den 5:5 Ausgleich zur Halbzeit.

In 13 Darts kam Dobey besser aus der Pause und verteidigte seinen Anwurf deutlich. Die gleiche Anzahl an Würfen benötigte Cullen für das erneute Unentschieden in dieser umkämpften Partie. Auf der Doppel 10 holte sich die Nr. 15 der Welt das Break zum 7:6, zuvor ließ Dobey allerdings auch zwei Chancen auf Doppel verstreichen. In 16 Darts gab es das Rebreak, welches dann erneut gekontert wurde. Auf der Doppel 16 sicherte sich der "Rockstar" die 8:7 Führung. Denkbar knapp verpasste Dobey ein 164er-Bullfinish zum erneuten Break und Cullen blieb mit einem 92er-Finish eiskalt. In 18 Darts konnte sich Dobey seinen achten Durchgang sichern, es folgte aber die Entscheidung. In der vierten Aufnahme blieb Dobey ohne Triple, das wurde ihm trotz der folgenden 180 zum Verhängnis, er konnte sich nur auf 24 Rest stellen. Cullen aber machte das Match in 15 Darts zu und sicherte sich mit Tränen in den Augen den Einzug ins Achtelfinale.

Emotionaler Joe Cullen zieht ins Achtelfinale ein

Smith reicht durchschnittliches Spiel für Sieg über Searle

Auch im zweiten Match standen sich zwei Engländer gegenüber. Der ehemalige WM-Finalist Michael Smith bekam es mit Ryan Searle zu tun. Beide spielten für ihre Verhältnisse relativ durchschnittlich, Smith profitierte von seiner hohen Führung und holte sich den 10:7-Sieg. Mit einem 81er-Finish zum 18-Darter  startete Smith ins Match, Searle antwortete mit einem 80er-Checkout zum Ausgleich. In 17 Darts stellte Smith seine Führung auf 2:1, es folgte auch das erste Break in der Partie, welches an Smith ging. Nach diesem 15-Darter verpasste Smith allerdings einen Checkdart auf 116 Rest und Searle war zur Stelle, er schaffte das Rebreak dank eines starken 80er-Checkouts. "Heavy Metal" erzwang den Ausgleich durch einen 14-Darter, beide kamen noch nicht an ihren hohen Score heran. Nach einem 16-Darter setzte Smith dann aber ein Highlight in der Partie, denn er checkte 136 Punkte zum 12-Darter und 5:3. Searle erwischte ein weiteres schwaches Leg, was Smith das Checken in der siebenten Runde ermöglichte. Drei Darts ließ Searle auf der Doppel 16 liegen und Smith checkte 74 Punkte etwas unkonventionell (S4, T20, D5) zum 7:3.

Nach dem zweiten TV-Break lief bei Smith erstmal nicht viel zusammen, er streute deutlich zu viele Fehler und zu wenige Triple ein. Ein 98er-Finish verhalf Searle zu seinem vierten Leg, auf der Doppel 10 verkürzte er weiter. Vier Darts ließ Searle auf dem Doppel dann aber aus, sodass Smith mit einem blauen Auge beim 22-Darter davonkam. Searle verteidigte seinen Anwurf in 14 Darts zum 6:8 aus seiner Sicht, sein 30-jähriger Gegner traf das Bullseye zum 95er-Finish. Einen Durchgang brauchte Smith damit nur noch zum Sieg, Searle wehrte sich gegen das drohende Aus aber mit einem 12-Darter. Auf der Doppel 18 verwandelte der "Bully Boy" seinen ersten Matchdart zum 10:7 Erfolg. Keine einzige 180 warf Smith in den insgesamt 17 Legs, ein Novum für den "Bully Boy".

Michael Smith reicht durchschnittliche Leistung

Wright bezwingt chancenlosen Noppert

Zwischen Peter Wright und Danny Noppert mussten sich die Zuschauer ein wenig umgewöhnen, der Spielrhythmus war ungleich langsamer als in den ersten beiden Matches. Außerdem trat Noppert mit einem veränderten Nickname auf, John McDonald rief ihn im neuen Shirt als "The Freeze" auf die Bühne. Das half ihm jedoch spielerisch am heutigen Abend nichts, er bekam mit 2:10 eine deutliche Packung. Das erste Leg konnte der Niederländer in 17 Darts verbuchen, doch dann verlief die erste Session ausschließlich positiv für Wright. In 19 und 13 Darts brachte sich Wright auf 2:1 nach vorne, Noppert verpasste zuvor drei Legdarts. In 13 Darts schnappte sich Wright seinen dritten Durchgang, danach verpasste Noppert zwei weitere Chancen auf den äußeren Ring. Wright war mit einem 87er-Finish seinerseits zur Stelle, das war gleichzeitig das Break zum 4:1. Mit einem 13-Darter ging auch nach der Unterbrechung das erste Leg an Wright. Das Match blieb eine Einbahnstraße, "Snakebite" checkte 105 Punkte und zog somit noch weiter davon. In 13 Darts holte sich Noppert sein zweites Leg, ließ dann aber einmal mehr zwei Gelegenheiten aus. Nach dem 16-Darter checkte Wright 121 auf der D18 zum 12-Darter und 8:2. Ein 110er-Finish verpasste "The Freeze" auf Tops und Wright räumte den 15-Darter zum 9:2 ab. Auf der Doppel 19 nutzte der Schotte seinen ersten Matchdart in einer eindeutigen Partie.

Peter Wright gibt gegen Danny Noppert nur zwei Legs ab

Clemens geht gegen De Sousa unter

Zum Abschluss des Abends kam es dann zum lange erwarteten Auftritt der Nr. 1 in Darts-Deutschland. Gabriel Clemens hatte allerdings mit dem amtierenden World Grand Prix Champion José de Sousa alles andere als ein leichtes Los zu überstehen. Insgesamt verlief die Partie aus deutscher Sicht leider sehr einseitig, Clemens kam nicht an sein Topspiel heran und konnte lediglich zwei Legs gewinnen. Dabei erreichte er einen 92er-Average, die Doppelquote war aber ebenfalls ein Problem. Der Deutsche erwischte einen klassischen Fehlstart, De Sousa holte sich die erste Session sogar zu Null. Nach einem 15-Darter checkte der Portugiese 86 Punkte zum 12-Darter, womit er seine Führung verdoppelte. In 18 Darts schnappte er seinem Gegner auch das dritte Leg nur knapp vor der Nase weg. Es folgten sechs Fehldarts des Saarwellingers auf die Doppel, der "Special One" erhöhte auf der Doppel 8 zum 4:0. In 18 Darts schaffte De Sousa dann das 5:0 zur Pause, für Clemens war der Zug zum Sieg damit schon fast abgefahren. In 13 Darts schnappte sich De Sousa das 6:0, auch Leg Nr. 7 ging in der fünften Runde nach Portugal. Mit zwei 180ern und einem Checkout auf Tops holte sich der "German Giant" in 13 Darts sein erstes Leg und bekam dafür Applaus von seinem Gegner. Die selbe Dartzahl benötigte de Sousa für das 8:1. Ein 116er-Finish brachte De Sousa sein neuntes Leg, Clemens stellte sich auf 64 Rest. In 15 Darts gab es das Break für Clemens, der damit noch in der Partie blieb. Einen Dart verpasste Clemens auf Tops für etwas Ergebniskosmetik noch, de Sousa nutzte dann seinen vierten Matchdart auf der Doppel 5.

 

Am morgigen Montag wird die erste Runde mit den restlichen vier Erstrundenpartien beendet. Unter anderem werden Michael van Gerwen und Gary Anderson die Bühne betreten. Los geht's auf Sport1, DAZN und PDC.TV um 20:00 Uhr MESZ.

 

Ergebnisse Sonntag-Abend:

Sonntag, 18.07.2021:
1. Runde:

Abend-Session:
Joe Cullen (15) 10-8 Chris Dobey (98,07 - 97,06)
Michael Smith (7) 10-7 Ryan Searle (92,46 - 92,00)
Peter Wright (2) 10-2 Danny Noppert (99,75 - 92,14)
José de Sousa (10) 10-2 Gabriel Clemens (97,45 - 92,08)

Vorschau Montag:

Montag, 19.07.2021: (ab 20:00 Uhr MESZ)
1. Runde:
Daryl Gurney (14) - Ian White
Nathan Aspinall (11) - Mervyn King
Michael van Gerwen (3) - Damon Heta
Gary Anderson (6) - Stephen Bunting

TV-Übertragung 2021:

In diesem Jahr wird das World Matchplay wieder von DAZN und Sport1 live übertragen. Auch der offizielle Stream der PDC, PDC.TV zeigt alle Spiele live. Sport1 wird von diesem Turnier die meisten Spiele live übertragen. [Hier] findet ihr die Übertragungszeiten des World Matchplay von Sport1. Auf DAZN werden alle Sessions in voller Länge gezeigt. Mit dem kostenlosen Probemonat von DAZN kann man das komplette Turnier kostenlos erleben: http://bit.ly/livedart2019
 

Preisgeld 2021:

Sieger: £150.000
Runner-Up: £70.000
Halbfinale: £50.000
Viertelfinale: £25.000
Achtelfinale: £15.000
1. Runde: £10.000
Gesamt: £700.000

Das World Matchplay ist nach der PDC-WM das Ranglistenturnier mit dem größten Preisgeld im Dartsport.
 

Spielmodus 2021:

1. Runde: Best of 19 Legs
Achtelfinale: Best of 21 Legs
Viertelfinale: Best of 31 Legs
Halbfinale: Best of 33 Legs
Finale: Best of 35 Legs

Ein Spiel muss allerdings mit 2 Legs Differenz gewonnen werden. Seit 2014 gilt die Regel, dass die Spiele bei Gleichstand um maximal 5 Legs verlängert werden.

 

Weitere Informationen:

Alle Infos zum World Matchplay [Turnierseite]
Unseren Turnierbaum gibt es [hier]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

Foto-Credit: Lawrence Lustig (PDC)

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Quelle: PDC - www.pdc.tv

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