Dart Profis - Peter Wright - "Snakebite"

Peter Wright ist PDC-Weltmeister 2020.

Peter Wright ist aktuell mit Abstand der "bunteste Vogel" im PDC-Dartzirkus. Er ist schon von weitem an seinen gefärbten Haaren und dem knallbunten Dartshirt zu erkennen. Man kann also auf jeden Fall sagen, dass Peter Wright, wo immer er auftaucht, ein wenig Farbe ins Spiel bringt. Seine Frau Joanne ist Frisöse und er hat sich vorgenommen bei jedem TV-Turnier an welchem er teilnimmt eine andere Frisur zu tragen. Im Laufe der Jahre wurde dann neben seinem bunt gefärbten Irokesenschnitt, denn knallbunten Klamotten seines Sponsors Loudmouth ein aufgesprühter Schlangenkopf auf der linken Kopfhälfte sein Markenzeichen (siehe Bild links). In der Regel versucht er in den letzten Jahren auch die Farbe seiner Haare jeweis dem Gastgeberland anzupassen, in Irland färbte er sich die Haare grün-weiß, ich Deutschland schon mal schwarz-rot-gold.Peter Wright - Snakebite

Wright ist schon lange im Dart-Geschäft, 1995 nahm er an der BDO Dart Weltmeisterschaft teil, wo er allerdings in der ersten Runde mit 1-3 gegen den späteren Weltmeister Richie Burnett unterlag. Danach spielte er 10 Jahre lang nur in lokalen Dartligen, bevor seine Frau ihn überreden konnte seine Karriere wieder anzufangen, nachdem die beiden 2005 den Grand Slam of Darts im TV gesehen hatten und Wright ihr erzählt hat, dass er bereits einige der Teilnehmer geschlagen hat. Seine erste gute Leistung bei der PDC zeigte er 2009 in Las Vegas, als er sich direkt am ersten Tag der Qualifikationsturniere souverän für das Hauptfeld qualifizieren konnte. Zwei Tage darauf bei der Players Championship erreichte er den 3. Platz und konnte erst durch den späteren Sieger Ronnie Baxter gestoppt werden, wodurch er sich auch noch in letzter Sekunde über die Player Championship Order of Merit gleich für das World Matchplay qualifizieren konnte. Dort traf er dann in der ersten Runde auf Terry Jenkins, gegen den er dann allerdings mit 4:10 verlor. Im gleichen Jahr qualifizierte er sich dann aufgrund seiner konstant guten Leistungen als 4-bester Spieler über die Players Championship Oder of Merit für die PDC Dart Weltmeisterschaft 2010, wo er mit 1-3 Michael van Gerwen unterlag.Peter Wright

Ein Jahr später schien dann jedoch der Durchbruch für Wright bei der PDC WM gekommen zu sein, denn nach Siegen über Co Stompé (3:1) und Paul Nicholson (4:2) wartete nun in der 3. Runde kein geringerer als Phil Taylor auf ihn, gegen den er aber mit 1:4 unterlag, aber bereits ein Jahr später unterlag er in der ersten Runde Jelle Klaasen. Der wirklich große Durchbruch kam dann bei der PDC Dart WM 2014, als er das Finale der Weltmeisterschaft erreichen konnte und dort nur knapp mit 5:7 gegen Michael van Gerwen verlor. Ab diesem Tag ist Peter Wright nicht mehr aus der Riege der absoluten Top Spieler wegzudenken. 2014 wurde er dann als logische Konsequenz zum ersten Mal für die Premier League Darts nominiert. In diesem Jahr holte er sich auch seinen ersten Titel auf der European Tour in Düsseldorf, was bisher einer seiner größten Erfolge ist.

2015 spielte er ein großartiges Jahr, gleich am Anfang erreichte er bei den UK Open das Finale und anschließend beim World Matchplay und den European Championship das Halbfinale. Bei den World Series Finals in seiner schottischen Heimat Glasgow unterlag Wright in einem dramtischen Finale Michael van Gerwen mit 10:11. Beim World Cup of Darts erreichte er zusammen mit Gary Anderson das Finale, was er gegen Team England bestehend aus Adrian Lewis und Phil Taylor verlor. Peter WrightBei der Weltmeisterschaft 2016 erreichte Wright das Viertelfinale. Bei den UK Open 2016 ging es erneut ins Finale, wieder war MvG der Finalgegner, doch erneut war der Niederländer nicht zu bezwingen. Ende 2016 schaffte es Wright ein weiteres Mal in das Finale der World Series Finals, doch wie die Bilder sich gleichen, verlor er zum wiederholten Male im Finale gegen van Gerwen. Damit blieb "Snakebite" auch in seinem 7.TV-Finale ohne Titel. Seit geraumer Zeit läuft der Schotte zu "Don't Stop The Party" von Pitbull ein und springt auf den Bühnen von links nach rechts mit seinen mittlerweile altbekannten "Peter-Wright-Moves" (siehe letztes Bild).

Bei der WM 2017 fuhr Wright zu Beginn einen souveränen 3:0-Erfolg gegen Jerry Hendriks ein. In der zweiten Runde ging es gegen den Waliser Jamie Lewis, gegen den er ebenfalls keine Probleme hatte. Im Achtelfinale besiegte er Ian White sicher mit 4:1, bevor er dann im Viertelfinale mit 5:3 über James Wade siegreich blieb. Mit seiner 3:6-Halbfinalniederlage gegen Gary Anderson verpasste Wright sein zweites WM-Finale nach 2014. In Abwesenheit von Phil Taylor und Michael van Gerwen sicherte sich Wright nach langer Wartezeit bei den UK Open 2017 durch einen 11:6-Finalsieg über Gerwyn Price seinen ersten Major-Titel. Mit seinem Sieg bei den German Darts Championship in Hildesheim beendete Wright auch eine lange Serie, zum ersten Mal konnte er Michael van Gerwen in einem Endspiel eines Turniers besiegen. Peter WrightAuch die German Darts Open konnte Wright wenige Wochen später nach einem 6:5-Finalsieg über Benito van de Pas gewinnen, ebenfalls siegreich war "Snakebite" beim European Darts Grand Prix in Sindelfingen und bei den European Darts Open in Leverkusen. Bei der Premier League Darts 2017 schaffte es Wright erstmals ins Endspiel, ließ gegen Michael van Gerwen aber insgesamt sechs Matchdarts aus und verpasste somit seinen größten Titel bei der PDC. Beim World Cup of Darts verlor er zusammen mit Gary Anderson sensationell in der ersten Runde gegen Paul Lim und Harith Lim aus Singapur mit 2:5. Beim World Matchplay 2017 stand Wright zum ersten Mal im Finale. In diesem musste er sich allerdings Rekordweltmeister Phil Taylor mit 8:18 geschlagen geben. Ebenso wenig später im Finale der Melbourne Darts Masters. Ende September gab es dann in Abwesenheit von Michael van Gerwen wieder einen Sieg auf European Tour bei den International Darts Open in Riesa und seinen ersten World Series Sieg bei den German Darts Masters in Düsseldorf. Im Finale des Grand Slam of Darts musste sich Wright erneut mit 12:16 Michael van Gerwen beugen.

Nach zwischenzeitlichem Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Gallenkolik konnte sich Wright nicht perfekt auf die WM 2018 vorbereiten und scheiterte bereits in der zweiten Runde an einem furios aufspielenden Jamie Lewis. Als Titelverteidiger scheiterte Wright dann überraschend in der ersten Runde der UK Open am jungen Nordiren Nathan Rafferty. Es folgte eine sehr durchwachsene Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. Nach drei Finalteilnahmen auf der Pro Tour und European Tour, spielte er eine eher mäßige Premier League Saison bei der er am Ende nur auf Platz 7 landete. Peter WrightEs folgte eine weitere Finalteilnahme bei einem Players Championship Turnier und beim World Cup of Darts in Frankfurt erreichte "Snakebite" gemeinsam mit Teampartner Gary Anderson ebenfalls das Endspiel. Mit einem Turniersieg sollte es aber in der ersten Jahreshälfte nicht klappen. Wright musste dafür bis zum 14. Players Championship warten, Mitte August gab es bei den Melbourne Darts Masters den ersten TV-Titel, Anfang September folgte der zweite PC-Titel in 2018. Erstmals überstand Wright die Gruppenphase der Champions League of Darts, besiegte im Halbfinale Michael van Gerwen, unterlag dann aber im Finale gegen Gary Anderson. Ins Endspiel ging es erstmals für Wright auch beim World Grand Prix in Dublin, wo aber wie so oft Michael van Gerwen der bessere Spieler war. In den weiteren TV-Turnieren gab es für Wright allerdings oftmals frühe Niederlagen. Dies gipfelte in einer 1:3-Auftaktniederlage bei der WM gegen den Spanier Toni Alcinas.

Beim Masters schaffte es Wright dann Anfang Februar immerhin wieder in ein TV-Halbfinale. Nach vielen dürftigen Leistungen ging es beim European Darts Grand Prix dann Mitte Mai wieder ins Endspiel. Anfang Juni gewann Wright zusammen mit Gary Anderson den World Cup of Darts. Einen Monat später gab es den zweiten Triumph beim German Darts Masters durch einen Finalerfolg über den Deutschen Gabriel Clemens. Seine Formkrise schien spätestens nach dem Titel-Doppelschlag bei den darauffolgenden Pro Tour Events überwunden zu sein. Bei den anschließenden Majors hakte es dann allerdings wieder. Das letzte Players Championship des Jahres entschied Wright dann wieder für sich, am Tag zuvor stellte er mit 123,5 Punkten den Rekord für den höchsten jemals live aufgezeichneten Average auf. Bei der Champions League stand Wright wie schon 2018 im Finale, konnte aber Matchdarts gegen Michael van Gerwen nicht verwerten und musste sich erneut dem Niederländer in einem TV-Finale beugen. Danach fiel Wright in ein kleines Loch, aus dem er aber rechtzeitig zum Grand Slam wieder herausfand, wo er es ins Finale schaffte, dort sich aber einem furios aufspielenden Gerwyn Price beugen musste.

Weltmeister 2020

PDC WM 2020 - Tag 13 - Peter Wright

Den großten Erfolg seiner Karriere feierte Peter Wright im Januar 2020, als er sich mit dem Weltmeistertitel die Krone des Dartsport aufsetzte. Gegen Noel Malicdem musste Wright zu Beginn der WM in ein Sudden Death Leg, hatte sogar einen Matchdart gegen sich, überstand dieses aber. Auch gegen Seigo Asada und Jeffrey de Zwaan musste der Schotte kämpfen, schaffte es aber ins Viertelfinale, wo er dann ein überzeugendes Spiel gegen Luke Humphries ablieferte. Im Halbfinale bezwang er Gerwyn Price mit 6:3, wodurch er zum zweiten Mal in seiner Karriere in das WM-Finale einziehen konnte und dort dann mit einem 7:3-Sieg über Michael van Gerwen Revanche für die Niederlage im Finale 2014 nahm. Wright ist damit mit 49 Jahren der zweitälteste Weltmeister aller Zeiten der PDC. Den Schwung dieses Erfolgs nahm Wright auch zum Masters mit, das er zum ersten Mal gewinnen konnte. Zudem gewann er das fünfte Players Championship Turnier des Jahres, Mitte Juli erfolgte der nächste Sieg sowie der Gesamterfolg bei der PDC Summer Series, ehe das Aus im Matchplay-Achtelfinale folgte. Seinen ersten TV-9-Darter warf Wright Ende August in der Premier League, musste sich aber dennoch am Ende Daryl Gurney geschlagen geben, das Aus kam im Halbfinale. In Oberhausen krönte sich Wright dann erstmals zum Europameister, nachdem er in jedem Spiel des Turniers über 100 Punkte im Schnitt gespielt hatte. Bei der Winter Series kam es zu einem weiteren Pro Tour Sieg, beim Grand Slam ereilte Wright das überraschende Aus in der Gruppenphase, bei den Players Championship Finals erreichte er zum zweiten Mal das Halbfinale, wo er aber mit 4:11 deutlich gegen Mervyn King unterlag.

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Fakten zur Person: 

Name: Peter Wright
Spitzname: Snakebite (Schlangenbiss, wegen seines Lieblingsdrinks "Snakebite")
Geburtstag: 10.03.1970
Geburtsort: Livingston (Schottland)
Heimatort: Mendham, Suffolk (England)
Nationalität: Schottland
Familienstand: Verheiratet mit Joanne
Kinder: Eine Tochter
Spielt Dart seit: 1995
Händigkeit: Rechtshänder
Profi seit: 2008
Sponsoren: Red Dragon Darts
9-Darter:
Premier League 2020, mehrere auf der Pro Tour
Darts:
Immer wieder, manchmal täglich andere Darts von Red Dragon
Einlaufmusik:
  "Don't Stop The Party" von Pitbull feat. TJR
Offizielle Webseite: -
Twitter: @snakebitewright

Gewonnene Titel & Leistungen:

PDC-Major:
PDC-WM:
Weltmeister 2020
UK Open: Sieger 2017
European Championship: Sieger 2020
World Cup of Darts: Sieger 2019 mit Gary Anderson
The Masters: Sieger 2020
Premier League: Runner-Up 2017
World Matchplay: Runner-Up 2017
World Grand Prix: Runner-Up 2018
Grand Slam of Darts: Runner-Up 2017 und 2019
Champions League of Darts: Runner-Up 2018 und 2019
World Series of Darts Finals: Runner-Up 2015 und 2016
Players Championship Finals: Halbfinale 2016 und 2020
Las Vegas Desert Classic: Letzte 32 2009

PDC-Turniere:
Pro Tour: 20x Sieger (1x 2012, 1x 2013, 1x 2014, 3x 2015, 1x 2016, 4x 2017, 2x 2018, 3x 2019, 4x 2020)
European Tour: Sieger European Darts Open 2014, German Darts Championship, German Darts Open, European Darts Grand Prix, European Darts Open und International Darts Open 2017
World Series:
Sieger German Darts Masters 2017 und 2019 und Melbourne Darts Masters 2018

BDO-Major:
BDO-WM: 1. Runde 1995
World Masters:
Letzte 64 2011

Besondere Leistungen & Auszeichnungen:

PDC-Awards:
Spieler des Jahres (Spieler-Wahl): 2014 und 2020
Spieler des Jahres (Fan-Wahl): 2020
Pro-Tour-Spieler des Jahres: 2018 (nominiert: 2019 und 2020)
TV-Performance des Jahres: 2020 - WM, Finale gegen Michael van Gerwen (nominiert: 2017 - Grand Slam, Viertelfinale gegen Phil Taylor; 2018 - Premier League, Gruppenphase gegen Adrian Lewis)
Verbessertester Spieler des Jahres: 2014
Spieler des Jahres: (nominiert: 2017, 2018 und 2020)
(jeweils im Januar erhalten für die Vorsaison)

Interviews:

[Interview mit Peter Wright beim European Darts Grand Prix 2017]
[Interview mit Peter Wright bei den European Darts Open 2017]
[Interview mit Peter Wright nach dem Viertelfinale der German Darts Masters 2017]
[Interview mit Peter Wright nach dem Turniersieg bei den German Darts Masters 2017]
[Interview mit Peter Wright nach Runde 1 bei der WM 2018]

Foto-Credits: dartn.de / PDC / PDC Europe

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