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German Darts Grand Prix 2017 - Tag 2: Wright und Chisnall müssen die Koffer packen, Suljovic glanzlos weiter

Sonntag, 10. September 2017 00:25 - Dart News von dartn.de

German Darts Grand Prix 2017 - Tag 2 - Ronny Huybrechts

Am zweiten Tag des German Darts Grand Prix in der Maimarkthalle in Mannheim sind zwei ganz große Namen früh gescheitert. Sowohl für Peter Wright als auch für Dave Chisnall ist das Turnier bereits beendet. Schadlos gehalten haben sich Michael van Gerwen und der einzig verbliebene deutschsprachige Spieler, Mensur Suljovic. Nach ihren Siegen standen uns Ian White, Rob Cross, Kyle Anderson und Ronny Huybrechts für ein Interview zur Verfügung.

Nachmittags-Session:

Nicht gut aus der Sommerpause gekommen ist Dave Chisnall. Er unterlag Nathan Aspinall deutlich mit 2:6. Der Auftakt gehörte noch der Nummer Sechs der Welt mit einem 14-Darter, doch die nächsten fünf Legs krallte sich allesamt Aspinall. Darunter ein 110er und ein 60er Finish, ein 14 und ein 16-Darter. Mit einem 13-Darter versuchte „Chizzy“ eine Aufholjagd zu starten, doch diese wurde von Aspinall mit einem 60er Check jäh gestoppt.

Brillant unterwegs war Joe Cullen, der das Debüt von Tony Martinez beendete. Sein Average lag bei über 108 Punkten. Die ersten beiden Legs durfte der „Rockstar“ gleich begleitet von einem 13-Darter sein Eigen nennen. Der belgische Herausforderer meldete sich mit einem 15-Darter und einem 76er Checkout zu Wort, 2:2 also nach vier Legs. Mit einem 100er Finish übernahm Cullen wieder das Komando und zog mit Hilfe eines 14-Darters auf 5:2 davon. Martinez begehrte durch einen 160er Check noch einmal auf, aber in 14 Darts brachte sich Cullen ein Leg später über die Ziellinie.

Fünf tolle Checkouts haben dafür gesorgt, dass Vincent van der Voort ein starkes Comeback gegen Mervyn King landen konnte. Der Niederländer begann gut mit einem 100er Finish, danach dominierte „The King“ und brachte sich mit einem 12-Darter, einem 60er und einem 91er Checkout 4:1 in Front. Van der Voort brachte nachfolgend 125 auf null, musste aber gleich darauf das 2:5 in Form eines weiteren 12-Darters hinnehmen. Unbeeindruckt davon checkte der „Dutch Destroyer“ 124, 90 und spielte auch noch einen 13-Darter für das 5:5. Im Entscheidungsleg ließ King drei Siegchancen ungenutzt und van der Voort traf sicher die Doppel 9 für einen 13-Darter.

Eine gute Doppelquote und einen 103er Average konnte Rob Cross vorweisen, der sich gegen einen gut aufgelegten Jan Dekker behauptete. Der Newcomer des Jahres spielte einen 17-Darter zum Auftakt und schickte ein 150er und ein 104er Finish hinterher. Dekker entgegnete einen 17-Darter, woraufhin Cross in 13 Darts schon für das 4:1 sorgte. Ein 11-Darter ließ Dekker in Reichweite bleiben, doch Cross baute den Vorsprung mit einem 112er Checkout sogleich wieder aus. Ein verworfener Matchdart ließ den „Double Decker“ noch einmal Morgenluft schnuppern, nach einem 11-Darter inklusive 84er Check war die Partie aber endgültig entschieden.

Nach seinem Sieg stand uns Cross für ein Interview zur Verfügung und blickte u.a. auf das World Matchplay in Blackpool zurück.

Interview German Darts Grand Prix 2017 - Rob Cross

Einen starken Eindruck hat Ian White beim knappen Erfolg gegen Jermaine Wattimena hinterlassen. Der Mann aus Stoke überzeugte vor allem mit starken Finishes. Die ersten vier Legs wurden mit dem Wurf entschieden, wobei Wattimena 105 checkte und White mit einem 82er sowie einem 112er Finish glänzte. Danach gelang dem Favoriten aus England ein Break durch ein 70er Checkout und er erhöhte in 17 Darts auf 4:2. Wattimena blieb mit einem 72er Finish auf Tuchfühlung, aber White konterte stark in 13 Darts zum 5:3. Wattimena kämpfte weiter mit einem 156er Finish, doch wenig später machte „Diamond“ 120 für einen wichtigen Sieg zu.

Im Interview sprach White darüber, warum es auf der European Tour nicht nach Wunch verläuft und ob er noch an die verpasste Chance bei den UK Open zurückschaut.

Interview German Darts Grand Prix 2017 - Ian White

Die kleine Negativserie von Jelle Klaasen auf der European Tour ist nach einem 6:4 gegen Jamie Bain vorerst beendet. Der BDO-Weltmeister von 2006 führte schnell 2:0, dann legte Bain in 15, 16 und 13 Darts einen kleinen Lauf hin. Klaasen übernahm seinerseits mit zwei 14-Dartern wieder die Führung, bevor der schottische Kontrahent 102 auswarf. Es folgte ein 71er Finish von Klaasen und schlussendlich saß der fünfte Matchdart.

Bitter nötig hatte auch Benito van de Pas das Erfolgserlebnis, dass er sich mit einer guten Vorstellung gegen Jamie Caven holte. „Big Ben“ kam mit einem 104er Checkout gut aus den Startlöchern, doch dann geriet er zunächst in Bedrängnis, weil Caven zwei 12-Darter nacheinander aus dem Hut zauberte. Ein 13-Darter bescherte van de Pas den Ausgleich und dieselbe Anzahl an Pfeilen bescherte ihm auch das wichtige Break zum 4:2. Weiter ging es mit einem 98er Finish für die Nummer 15 der Welt, die kurz darauf den Gegner für einige verpasste Doppel mit dem Matchgewinn bestrafte.

Aus einem 2:3 Rückstand machte Gerwyn Price mit einem passablen Schlussspurt noch einen 6:3 Triumph gegen Krzysztof Ratajski. Zwei Mal hielt zunächst jeder Spieler sein Service. Price mit einem 16-Darter und einem 91er Checkout, Ratajski in 17 und 15 Darts. Der polnischen Nummer Eins gelang das erste Break, doch es sollte der letzte Leggewinn sein. Price schlug in 13 Darts umgehend zurück und brachte 85 für die neuerliche Führung auf null. Routiniert spielte der Waliser die Partie nun mit einem 13-Darter und einem 60er Finish zu Ende.

Abend-Session:

Es war nicht der Tag des Peter Wright und Ronny Huybrechts wusste das gnadenlos für sich zu nutzen. Mit großartigem Finishing zermürbte er den Gegner und verdiente sich so diesen Triumph. Schon der Beginn war in 15 und 11 Darts eindrucksvoll vom älteren der Huybrechts-Brüder. Wright fand mit einem 16-Darter eine erste Antwort, doch daraufhin checkte Huybrechts 74 und 70 für einen 4:1 Vorsprung. Mit einem 13-Darter machte die Nummer Drei der Welt noch einmal Alarm, doch Huybrechts ließ sich nicht von seinem Kurs abbringen. So brachte der 52-jährige auch noch 64 und 84 auf null.

Im Interview freute sich Huybrechts über einen seiner größten Siege. Er schaute außerdem auf sein bisheriges Jahr und äußerte Kritik gegenüber seinem Bruder Kim.

Interview German Darts Grand Prix 2017 - Ronny Huybrechts

Wie ein Sturm fegte Michael van Gerwen über Richard North hinweg. Er deklassierte ihn mit einem Schnitt von über 111 Punkten und ließ ihm kein einziges Leg. Los ging es mit einem 13 und einem 14-Darter. Später in der Partie folgten auch noch 15, 13 und 11 Darts. Eine Machtdemonstration von „Mighty Mike“, der damit seinen Anspruch auf den nächsten Titel untermauert hat.

Klarer Sieg für Mensur Suljovic, der nach einem tollen Beginn deutlich federn ließ, aber trotzdem alles unter Kontrolle behielt. Mit einem 13-Darter, einem 97er Finish und einem 14-Darter stürmte der Wiener auf 3:0 davon. Er konnte noch ein Leg hinzufügen, ehe Mick McGowan in 17 Darts erstmals anschrieb. Die nächsten beiden Legs gingen dann wieder an „The Gentle“, der jeweils 17 Pfeile dafür benötigte.

Kyle Anderson hat zum fünften Mal in Folge auf der European Tour einen Schnitt von über 100 Punkten gespielt und in einer Begegnung auf hohem Niveau die Oberhand gegen Kim Huybrechts behalten. Zwei der ersten drei Legs angelte sich Huybrechts begleitet von einem 14-Darter. Anderson reagierte mit einem 12-Darter und erspielte sich nachfolgend mit u.a. 14 und 12 Darts eine 5:3 Führung. Belgiens Nummer Eins blieb in 14 Darts auf Tuchfühlung, doch „The Original“ zeigte mit einem 13-Darter noch einmal seine ganze Klasse und bezwang damit seinen guten Freund.

Auch die Nummer Zwei der Australier stand uns Rede und Antwort. Dabei sprach Kyle Anderson natürlich über seine jüngsten Turniersiege.

Interview German Darts Grand Prix 2017 - Kyle Anderson

Knapp durchgekämpft hat sich Michael Smith in einem hochklassigen Spiel, das er mit 6:5 gegen Jamie Lewis gewann. Die ersten beiden Legs wurden unspektakulär und gerecht aufgeteilt. Smith erhöhte mit einem 14-Darter die Frequenz, Lewis zog mit einem 11-Darter zum 2:2 nach. Weiter ging es mit dem nächsten 14-Darter für den „Bully Boy“ und einem 15-Darter für Lewis. Smith ging in 15 Darts zum vierten Mal in Front, sein Gegner aus Wales konnte mit einem 100er Check zum vierten Mal für den Ausgleich sorgen. Ein 70er Finish von Smith sowie ein 15-Darter von Lewis bedeutete schließlich einen verdienten Decider. Hier ließen beide Spieler zunächst eine Siegchance liegen, dann saß Smiths zweiter Versuch zum 16-Darter.

Ohne viel Mühe hat Daryl Gurney gegen Keegan Brown die letzten 16 erreicht und dabei auch eine ordentliche Performance abgerufen. In 15, 16, 18, 14 und 15 Darts setzte sich der Nordire auf 5:0 ab. Brown sendete mit einem 1-Darter ein Lebenszeichen, aber Gurney ließ nichts mehr weiter anbrennen. Er produzierte selbst noch einen 14-Darter und rundete damit einen gelungenen Abend ab.

Darren Webster hat wieder einmal von sich Reden gemacht und Alan Norris eliminiert. Die ersten beiden Legs wurden gerecht aufgeteilt, darunter ein 112er Check von Norris. Vier der nächsten fünf Legs gehörten Webster, darunter ein 13-Darter. In 16 Darts hielt sich Norris im Spiel, aber anschließend war der „Demolition Man“ noch einmal mit einem 15-Darter für das Weiterkommen zur Stelle.

Es war sehr dürftig, was Simon Whitlock anbot. Weil bei Daniel Larsson aber noch viel weniger zusammen lief, hatte der Australier klar die Nase vorne. Larsson setzte mit einem 113er Finish ein Ausrufezeichen, danach kam Whitlock mit einem 16-Darter auf und gewann auch die nächsten beiden Legs zum 3:1. Nach einem 65er und einem 76er Checkout stand „The Wizard“ mit einem Bein in der nächsten Runde, doch ein Leg konnte der Qualifikant aus Schweden doch noch holen. Dann allerdings machte Whitlock den Sack zu.

Die deutschen Übersetzungen der Interviews sind ab sofort auf unserer [Interviewsektion] zu finden.

Ab 13 Uhr MEZ steigt morgen das Achtelfinale, in der letzten Session ab 19 Uhr MEZ stehen dann Viertelfinale, Halbfinale und Finale auf dem Programm.

 

Ergebnisse Samstag:

Samstag, 09.09.2017
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Zweite Runde:
Ian White (11) 6-4 Jermaine Wattimena (95,42-96,70)
Joe Cullen (12) 6-3 Tony Martinez (108,3-93,0)
Benito van de Pas (10) 6-2 Jamie Caven (97,94-92,72)
Rob Cross (14) 6-3 Jan Dekker (103,81-97,98)
Dave Chisnall (13) 2-6 Nathan Aspinall (97,74-89,2)
Mervyn King (15) 5-6 Vincent van der Voort (99,54-101,07)
Gerwyn Price (16) 6-3 Krzysztof Ratajski (91,44-89,89)
Jelle Klaasen (9) 6-4 Jamie Bain (84,54-93,58)

Samstag, 09.09.2017
Abend-Session:
(19-23 Uhr)
Zweite Runde:
Alan Norris (7) 3-6 Darren Webster (75,45-83,35)
Kim Huybrechts (8) 4-6 Kyle Anderson (96,45-102,17)
Mensur Suljovic (3) 6-1 Mick McGowan (87,52-79,53)
Peter Wright (2) 2-6 Ronny Huybrechts (96,74-96,4)
Michael van Gerwen (1) 6-0 Richard North (111,33-79,50)
Daryl Gurney (6) 6-1 Keegan Brown (97,96-88,70)
Michael Smith (5) 6-5 Jamie Lewis (90,26-99,57)
Simon Whitlock (4) 6-2 Daniel Larsson (80,87-68,15)

Vorschau auf den Finaltag:

Sonntag, 10.09.2017
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Achtelfinale:

Mensur Suljovic - Rob Cross
Daryl Gurney - Ian White
Darren Webster - Benito van de Pas
Ronny Huybrechts - Vincent van der Voort
Simon Whitlock - Nathan Aspinall
Michael Smith - Joe Cullen
Kyle Anderson - Jelle Klaasen
Michael van Gerwen - Gerwyn Price

Sonntag, 10.09.2017
Abend-Session:
(19-23 Uhr)
Viertelfinale:
Suljovic/Cross - Gurney/White
Webster/van de Pas - Huybrechts/van der Voort
Whitlock/Aspinall - Smith/Cullen
Anderson/Klaasen - van Gerwen/Price

Halbfinale:
Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2
Sieger Viertelfinale 3 - Sieger Viertelfinale 4

Finale:
Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2

Preisgelder European Tour 2017:

Ausgespielt werden insgesamt £135.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (knapp 30.000 €) nach Hause. Im Vergleich zu den letzten Jahren gibt es aber eine große Änderung. Die gesetzten Spieler müssen ihr Auftaktspiel am 2.Turniertag gewinnen, damit ihr Preisgeld in die Rangliste einfließt. Sollten sie ihr erstes Spiel verlieren, bekommen sie das Preisgeld zwar ausgezahlt, es geht aber nicht in die große Order of Merit sowie die European Order of Merit ein. Diese Spieler haben aber die Möglichkeit freiwillig auf ihre Setzposition zu verzichten und am Qualifier teilzunehmen, um so bei einer erfolgreichen Qualifikation sicheres Preisgeld zu erhalten.

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.000
Viertelfinale: £4.000
Achtelfinale: £3.000
2.Runde: £2.000
1.Runde: £1.000

Gesamt: £135.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zum German Darts Grand Prix [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2017 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

TV-Übertragung:
European Tour Turniere werden NICHT im TV übertragen. Es sind eher kleinere Turniere, sie sind nicht einmal in Großbritannien live zu sehen. Die einzige Möglichkeit diese Turniere zu verfolgen ist der offizielle, kostenpflichtige Livestream der PDC unter www.livepdc.tv. Außerdem übertragen auch diverse Wettanbieter wie auch der österreichische Streaminganbieter laola1.tv die Turniere der European Tour.

Foto-Credits: dartn.de

[kb]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

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