Die World Series of Darts Finals haben einen überraschenden Sieger gefunden, der sich aber doch angedeutet hat: Ross Smith spielt ein überragendes Jahr auf der Pro Tour und konnte nun auch im TV seinen zweiten großen Erfolg nach der European Championship 2022 landen. Bei Finalgegner Gerwyn Price geht das Warten auf einen großen Titel dagegen weiter. Seit den World Series Finals 2022 konnte er keine Major-Trophäe mehr in die Höhe strecken.
Halbfinale:
Van Veen findet nicht ins Spiel
Es war ein enttäuschendes Ende für Gian van Veen, der im Duell der beiden Halbfinal-Debütanten Ross Smith den Vortritt lassen musste (8:11). Mit einem 86er-Average blieb der letzte verbliebene Niederländer weit unter seinen Möglichkeiten.
Zu Beginn wurden die Legs noch gerecht verteilt, Smith schlug dann zum 4:2-Break zu, als sich van Veen drei Fahrkarten auf der Doppel 16 erlaubte. Das größere Problem beim „Giant“ war aber das Scoring. In der Folge musste Smith nämlich gar nicht so viel tun, um die Führung aufrechtzuerhalten, regelmäßig reichte die sechste Runde. Ein wichtiges 109er-Checkout zum 15-Darter bedeutete das 7:4, ehe ein weiteres Break fast die Vorentscheidung brachte. Van Veen mühte sich nach direktem Re-Break auf 6:8 heran, konnte bei Anwurf Smith danach aber nichts mehr ausrichten. Mit zwei 15-Dartern hielt der Engländer seinen Gegner auf Distanz und konnte per 17-Darter seinen dritten Matchdart zum Sieg verwerten.
Price gewinnt walisisches Duell
Nachdem Gerwyn Price am Nachmittag schon seine schlechte 2026er-Bilanz gegen James Wade verbessert hatte, konnte er nun auch gegen Jonny Clayton nach zuvor drei Niederlagen in Serie die Verhältnisse mit einem 11:7-Erfolg geraderücken. Ein 12-Darter war direkt ein guter Start, während Clayton bis ins dritte Leg brauchte, um im Match anzukommen. Ähnlich wie gegen Wade streute Price einige Doppelfehler ein, die Clayton per 74er-Check das 3:3 ermöglichten. Durch einen 12-Darter eroberte „The Ferret“ sogar erstmals die Führung, ließ vor dem 5:5 zur Pause aber selbst Chancen auf einen Vorsprung liegen.
Beim Stand von 6:6 leistete sich Clayton dann ein schwaches Anwurfleg – und das war die Initialzündung für Price: In 15, 12 und 15 Darts stellte er auf 9:6 und konnte dabei 117 Punkte löschen, nachdem sein Landsmann das Bullseye verfehlt hatte. In nochmal 12 Darts ging es sogar auf 10:6 hoch. Die Matchdarts zickten nur in einem Leg, beim 85er-Finish zum Abschluss hatte Price keine Gnade mehr.
Finale:
Smith zieht zu zweitem TV-Titel davon
Im Endspiel kam es somit zum Aufeinandertreffen zweier Spieler, die seit 2022 auf einen Major-Titel warteten: Während Gerwyn Price schon mehrfach dekoriert ist, hatte Ross Smith die Chance auf seinen zweiten Erfolg und nutzte diese dank einer fantastischen dritten Session zum 11:5-Sieg. Am Ende war es ein Average von knapp 104 Punkten und damit der völlig verdiente Titel für den Engländer.
Zu Beginn war bei Smith noch etwas Pech dabei. Die 167 auf dem Bullseye wollte nicht fallen und 69 Punkte wurden überworfen. Price dagegen checkte zweimal 66 Punkte mit dem letzten Dart in der Hand zum 2:1. Smith konterte mit drei 180ern in zwei Legs und erspielte sich per 11-Darter das 3:2. Auch wenn die ganz großen Checkouts (noch) nicht fallen wollten, eroberte er mit einem 13-Darter sogar das 5:3, aber Price schüttelte vorherige Fehler ab und stellte in 11 Pfeilen wieder den Ausgleich her. Ab hier wurde es dann eine Einbahnstraße in Richtung von Smith. 123 Punkte wurden über das Bullseye genullt, 127 Punkte über die Doppel 8, nachdem Price selbst knapp die 164 verpasst hatte. In 14 Darts stellte Smith auf 8:5, als sein Gegner dann mehrfach auf der Doppel 20 patzte. Smith packte die Gelegenheit beim Schopf und verwandelte auch eiskalt seinen ersten Matchdart. Nach vier Turniersiegen in diesem Jahr hat er nun also auch einen weiteren TV-Titel in der Vita.
Wie geht es bei der PDC weiter?
Nach einem Tag Pause geht es Dienstag und Mittwoch in Den Bosch mit den Players Championships 29 & 30 weiter. PDC.TV überträgt das Geschehen jeweils auf vier Boards live.
Ergebnisse Final-Session:
Sonntag, 20.09.2026:
Abend-Session:
Halbfinale:
Ross Smith 11-8 Gian van Veen (90,77 – 85,84)
Gerwyn Price 11-7 Jonny Clayton (104,07 – 95,62)
Finale:
Ross Smith 11-5 Gerwyn Price (103,89 – 97,28)
Modus 2026:
1. Runde: Best of 11 Legs
2. Runde: Best of 19 Legs
Viertelfinale: Best of 19 Legs
Halbfinale: Best of 21 Legs
Finale: Best of 21 Legs
Preisgeld 2026:
Sieger: £100.000
Runner-Up: £60.000
Halbfinale: £30.000
Viertelfinale: £17.500
Achtelfinale: £10.000
1. Runde: £5.000
Gesamt: £450.000
Da die World Series Finals ein Einladungsturnier sind, zählt das Preisgeld NICHT für die PDC Order of Merit.
TV-Übertragung 2026:
Der Sport-Streaming-Dienst DAZN überträgt alle Major-Turniere, alle European Tour Turniere und alle World Series Events LIVE und in HD. Man kann den Stream auf Smart-TV, Smartphone, PC, Laptop und Tablet verfolgen. Der Dienst im Unlimited Abo kostet monatlich 34,99 € (als Jahresabo) und ist im Monatsabo jederzeit kündbar (44,99 € pro Monat). Zusätzlich zum Dart bietet DAZN auch noch unzählige weitere Live-Events wie die Fußball-Bundesliga oder die Champions League sowie weitere Sportarten wie die NFL oder die NBA. Eine weitere Option ist das günstigere Super Sports Abo, das für 19,99 € im Monat (als Jahresabo) buchbar ist (kündbares Monatsabo: 24,99 €), aber weniger Live-Rechte enthält. Ein Vorteil bei DAZN ist, dass man sich verpasste Spiele im Re-Live jederzeit noch einmal anschauen kann. Zur Bestellung: https://dartn.de/darts_auf_dazn
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Foto-Credit: PDC/Kelly Deckers
[mk]
