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World Grand Prix Tag 1: John Henderson wirft Michael van Gerwen aus dem Turnier!

Montag, 2. Oktober 2017 01:33 - Dart News von dartn.de

John Henderson nach der Sensation gegen Michael van Gerwen - World Grand Prix 2017

Am heutigen Sonntag startete im City West Hotel in Dublin die 20. Ausgabe des PDC World Grand Prix - dem einzigen Turnier der PDC mit dem ansonsten eher ungewöhnlichen Spielmodus "Double In - Double Out". Zusätzlich für Spannung sorgt der ansonsten nur bei der Weltmeisterschaft angewendete Satzmodus. Gleich am ersten Turniertag hatte Titelverteidiger Michael van Gerwen seinen ersten Auftritt bei diesem Turnier.

Gleich am Anfang des Turniers wurde bekannt, daß nach Phil Taylor auch Gary Anderson kurzfristig seine Teilnahme an diesem Turnier abgesagt hatte, da seine Frau Rachel jede Sekunde ihr zweites Kind bekommen kann. Für ihn rückt "Webby" Mark Webster völlig unerwartet nach und wird morgen an Stelle der 2-fachen Weltmeisters auf Richard North treffen.

Im Eröffnungsspiel standen sich die beiden Engländer Alan Norris und Justin Pipe gegenüber. Pipe kam besser in das Spiel und hatte vor allem am Anfang mit der eher ungewöhnlichen Taktik "mit Doppel 13 das Spiel eröffnen" großen Erfolg. Er checkte gleich im zweiten Leg 170 Punkte und am Ende sicherte sich Pipe den ersten Satz in 3:1 Legs. Aber nach und nach kam "Chuck" immer besser ins Spiel - da er eh die ganze Zeit besser gescored hatte, gewann Norris die beiden verbleibenden Sätze in 3:2 und 3:1 Legs und zog somit noch einmal seinen Kopf aus der Schlinge.

Anschließend legte ein gut aufgelegter Darren Webster in seinem Spiel gegen Joe Cullen los wie die Feuerwehr. Er sicherte sich den ersten Satz ungefährdet in 3:0 Legs, im zweiten Satz vergab der "Demolition Man" dann beim Stand von 2:1 einen Matchdart für ein 147er Finish. Cullen blieb nervenstark und sicherte sich dieses Leg zum Break und im Anschluß mit eigenen Anwurf auch den Satz. Im ersten Leg des 3. Satzes gelang dem "Rockstar" dann gleich im ersten Leg ein Break. Diesen Vorsprung ließ er sich dann auch bis zum Ende nicht mehr nehmen, mit einem weiteren 3:2 gelang auch Cullen der Einzug in die 2. Runde.

Im 3. Match zwischen Rob Cross und Steve Beaton hatten wohl alle Experten den aktuellen Shooting Star Cross als haushohen Favoriten auf ihrer Liste. Aber Beaton bewies einmal mehr, daß er seit nun mehr als 20 Jahren zur absoluten Weltspitze gehört und daß sich Erfahrung beim Dart nun einmal durch nichts ersetzen läßt. Der "Bronzed Adonis" sicherte sich gleich den ersten Satz "zu null", bevor Cross in zweiten Satz zwar etwas stärker, aber Beaton zunächst 93 Punkte zum Break checkte, bevor Cross mit einem 14 Darter zuerst das Re-Break gelang und dann auch noch in 21 Darts zum 2:1 breakte. Aber Beaton blieb cool, kam sofort ins Spiel und gewann das nächste Leg zum 2:2, bevor ein 15 Darter inklusive einer 180 das entscheidende Break zugunsten des Fahrlehrers einbrachte und alle Experten Lügen strafte.

Und auch das vierte Spiel war ein absoluter Krimi. Robert Thornton, der überhaupt nur wegen der Absage von Phil Taylor an dem Turnier teilnehmen konnte, traf auf den Belgier Kim Huybrechts. Nach der aktuellen Form hätte der Schotte keine Chance haben dürfen und genau so startete das Match auch: Der "Hurricane" fegte über seinen Gegner hinweg und gewann das erste Set "zu null", bevor er Thornton im Anschluß dann durch einige vergebene Checkdarts die Tür wieder öffnete. Und diese Chancen nutzte der Turniersieger des Jahres 2015 perfekt aus. Somit konnte er sich den zweiten Satz in 3:1 Legs sichern, bevor der letzte Satz in ein Entscheidungsleg ging. Dort stand Thornton nach 12 Darts auf 170 Punkten, nach 2 x T20 entschied er sich nicht das Match auf Bull zu beenden, sondern er ließ sich 40 Punkte Rest. Huybrechts konnte sich nur noch mit einer 180 auf 38 Punkte Rest stellen, im Anschluß musste er aber dabei zusehen, wie Thornton mit dem dritten Dart dann doch noch das Match für sich entscheiden konnte.

Das 5. Spiel zwischen Raymond van Barneveld und Kyle Anderson klang auf dem Papier wesentlich spannender als es am Ende war, in 3:2 und 3:2 sicherte sich "Barney" das Match, wobei Anderson im ersten Satz 2 Matchdarts vergeben hatte. Ab diesem Zeitpunkt schien es so, als ob Anderson seinen Glauben an sich verloren hätte. Im zweiten Satz rannte er immer einem Rückstand hinterher und im fünften Leg dieses Satzes spielte der Niederländer dann all seine Erfahrung aus. Er blieb cool und stellte sich nach 12 Darts auf 100 Punkte Rest, welche er dann auch in 3 Darts (20, T20, D10) checken konnte.

Dann kam das Spiel auf welches sich die meisten Experten am heutigen Abend gefreut haben: Der 2-fache Weltmeister Adrian Lewis traf auf einen der Newcomer des Jahres Daryl Gurney. Beide Spieler stehen für ein spektakuläres Spieltempo und hohe Scores, wenn sie denn in Topform sind. Aber leider fand "Jackpot" heute in großen Teilen des Spiels einfach nicht statt. Gleich im ersten Satz musste der Mann aus Stroke-on-Trent spüren, warum Gurney in diesem Jahr das Jahr seines Lebens hat: Nachdem sich "Superchin" das erste Leg mit eigenem Anwurf gesichert hatte, checkte er im zweiten Leg ein 132er Finish mit Bull, Bull, D16 und gewann auch das dritte Leg in Folge, da Lewis zuvor gleich 7 Checkdarts vergeben hatte. Im zweiten Satz kam Lewis dann etwas besser ins Spiel, alle 5 Legs gingen "mit den Darts", sodaß Lewis diesen Satz in 3:2 Legs für sich entscheiden konnte. Aber im dritten Satz ging es dann weiter wie im ersten: Gurney war heute einfach eine Klasse besser als sein Gegner: In 15, 14 und 16 Darts (wohlgemerkt im Modus Double In) sicherte er sich auch den Entscheidungssatz "zu null" und zog am Ende nie gefährdet in die kommende Runde ein.

Dann folgte die Sensation der ersten Runde: Auf dem Papier war das kommende Match klar, auch die Buchmacher sahen in John Henderson den 20:1 Aussenseiter gegen den Titelverteidiger, amtierenden Weltmeister und Nr. 1 der Weltrangliste Michael van Gerwen. Aber der Niederländer spielte von Anfang an mit angezogener Handbremse, Henderson hingegen spielte stellenweise brilliant. Somit ging "Hendo" dann auch im ersten Satz mit 2:0 in Führung, ohne daß MvG einen Checkdart hatte. dann kämpfte sich van Gerwen aber noch auf 2:2 heran, nur um zusehen zu müssen, wie der Schotte 43 Punkte zum Satzgewinn checken konnte. Im Anschluß erlebten wir dann einen dieser berühmten, unnachahmlichen Zwischspurts von "Mighty Mike". Nach der Pause sicherte er sich den zweiten Satz ohne daß sein Gegner einen Dart auf die Doppel werfen durfte. Aber dann machte Hendo genau das Richtige, bei eigenem Anwurf startete er jeweils brilliant ins Spiel (120, 60 und 120), sodaß er van Gerwen dadurch jedes Mal den Wind aus den Segeln nahm. Zwar konnte van Gerwen jeweils seine eigenen Anwurf gewinnen, aber nach 120, 140, 60, 42 und 87 stand "Hendo" auf 52 Punkten. Und da MvG 117 zum Match nicht checken konnte, beendete der große, symphatische Schotte das Spiel mit 12 - Tops in zwei Darts und sorgte für eine der größten Überraschungen in der Geschichte dieses Turniers.

Das letzte Spiel ist dann schnell erzählt: Mit dem höchsten Average des Abends (101,1 Punkte bei Double In - Double Out) setzte sich Dave Chisnall mit 3:2 und 3:0 gegen seinen Gegner Jelle Klaasen durch. Er checkte drei 100+ Finishes - der frisch genesene Klaasen konnte lediglich im ersten Leg noch mithalten.

Damit endete der erste Tag des World Grand Prix Tag - und nach den Absagen von Phil Taylor und Gary Anderson sowie dem Ausscheiden von Michael van Gerwen dürften nun Peter Wright und die frischgebackene Nr. 6 der Weltrangliste Mensur Suljovic die heissesten Favoriten für den Titel sein. Es wird also spannend was morgen noch so passieren wird...

 

Ergebnisse vom ersten Turniertag:

Sonntag, 01.Oktober:
Erste Runde:
Alan Norris 2-1 Justin Pipe (1:3, 3:2, 3:1 / 81,72 - 81,53)
Joe Cullen 2-1 Darren Webster (0:3, 3:2, 3:2 / 91,62 - 87,16)
Steve Beaton 2-0 Rob Cross (3:0, 3:2 / 89,59 - 85,59)
Robert Thornton 2-1 Kim Huybrechts (0:3, 3:1, 3:2 / 78,93 - 85,82)
Raymond van Barneveld (8) 2-0 Kyle Anderson (3:2, 3:2 / 90,21 - 86,6)
Adrian Lewis (4) 1-2 Daryl Gurney (0:3, 3:2, 0:3 / 87,49 - 90,09)
Michael van Gerwen (1) 1-2 John Henderson (2:3, 3:0, 2:3 / 87,64 - 76,08)
Dave Chisnall (5) 2-0 Jelle Klaasen (3:2, 3:0 / 101,1 - 84,05)

Vorschau auf Tag 2:

Montag, 02.Oktober: (20:00 - 01:00 Uhr MEZ)
Erste Runde:
Benito van de Pas - Cristo Reyes
Mervyn King - Ronny Huybrechts
Steve West - James Wade
Simon Whitlock - Christian Kist
Mensur Suljovic (6) - Ian White
Michael Smith (7) - Gerwyn Price
Mark Webster - Richard North
Peter Wright (3) - Stephen Bunting

Am Dienstag und Mittwoch stehen dann die Achtelfinalspiele auf dem Programm.
DAZN und livepdc.tv übertragen das Turnier LIVE.

 

Informationen zum Turnier 2017:

Modus:
Alle Spiele werden mit dem Modus Double-In/Double Out gespielt. Es ist das einzige große Major-Turnier mit diesem Modus. Das bedeutet, jeder Spieler muss zum Start eines Legs ein Doppel treffen, erst dann zählen seine Scores.

Format:
1. Runde: Best of 3 Sätze
2. Runde: Best of 5 Sätze
Viertelfinale: Best of 5 Sätze
Halbfinale: Best of 7 Sätze
Finale: Best of 9 Sätze

Ein Satz bedeutet Best of 5 Legs, es gibt keinen Tie-Break.

TV Übertragung 2017:
In diesem Jahr wird der PDC World Grand Prix NICHT von Sport1 übertragen. Der Sport-Streaming-Dienst DAZN wird alle Spiele dieses Turniers live übertragen. Ebenso wie der offizielle (kostenpflichtige) Livestream der PDC livepdc.tv .

Preisgeld 2017:
Sieger:
£100.000
Runner-Up: £45.000
Halbfinale: £23.000
Viertelfinale: £15.000
Achtelfinale: £8.500
1.Runde: £5.000

Gesamt: £400.000

Sonstiges:
Eine genaue Auflistung aller Spiele gibt es im [World Grand Prix Turnierbaum]
Alle weiteren Infos zum Turnier findet ihr auf unserer [Turnierseite]
Fragen und Diskussionen zum Turnier gibt es in unserem kostenlosen [Dart Forum]

Foto-Credit: livepdc.tv

[pe]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

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