Das Märchen von Jan Schmidt ist im Achtelfinale der European Darts Open in Leverkusen zu Ende gegangen. Ein Wochenende, das der junge Deutsche so schnell nicht vergessen wird, vielleicht auch mit dem Gefühl, das noch mehr möglich war. Während sich mit Michael van Gerwen, Gian van Veen und Wessel Nijman ein prominentes niederländisches Trio verabschiedete, präsentierte sich Sebastian Bialecki bärenstark.
Schmidt kann Vorlagen nicht nutzen, Bialecki überragend
Insgesamt bewegte sich Jan Schmidt auf ähnlichem Niveau wie am Vortag, also ein Durchschnitt von gut 80 Punkten. James Wade bot insgesamt einiges an, aber der 21-jährige Deutsche konnte nicht profitieren und unterlag 2:6. In einem zerfahrenen ersten Leg nullte Schmidt aus dem Nichts 152, traf aber die D16 zum 2:0 nicht. Wade nutzte das und erlangte durch zwei 15-Darter die Kontrolle, bevor ihm zweimal die sechste Aufnahme zum 5:1 reichte. Schmidt hatte mit dem Scoring zu kämpfen, verfehlte aber auch die D16 bei 106 Rest. In einem kuriosen siebten Leg mit insgesamt zwölf verfehlten Doppeln konnte der Mann aus Herford doch noch einmal in 20 Darts anschreiben, nutzte aber anschließend zwei weitere Gelegenheiten nicht und Wade verwertete seinen insgesamt elften Matchdart.
Im Viertelfinale trifft Wade auf Sebastian Bialecki, für den es das bislang beste Ergebnis auf der European Tour ist. „Bolt“ spielte über 102, traf 75 Prozent seiner Doppel und bezwang Kevin Doets mit 6:4. Bialecki breakte zum Auftakt durch ein 83er-Checkout und fügte wenig später auch noch eine 142er-Kombination für einen 12-Darter hinzu. 64 löschte der 22-Jährige zum 4:1, ehe Doets in 14 und 15 Darts wieder herankam. Bialecki stoppte ihn in 13 Darts und war auch mit einem siegbringenden 78er-Finish zur Stelle, als der Gegner das Bullseye zum 5:5 nicht traf.
Van Veen sucht nach der Form, van Gerwen gibt Rätsel auf
Irgendwie kommt Gian van Veen einfach nicht ins Rollen, das konnte Krzysztof Ratajski nutzen und in einen 6:3-Erfolg ummünzen. Ein 114er-Finish bescherte Ratajski das frühe Break, das er in 16 Darts bestätigte. Van Veen verkürzte in 13, war aber nicht konstant genug. Der „Polish Eagle“ hielt seinen Vorsprung mit einem 66er-Finish aufrecht, in 15 Darts kam er zum 5:3. Nachdem van Veen noch zwei Checkchancen danebensetzte, fiel auch noch die 112 und das Weiterkommen war gesichert.
Eigentlich machte Michael van Gerwen ein richtig gutes Spiel, warf das aber völlig ohne Not weg. Das machte sich der ebenfalls performende Damon Heta zunutze und behauptete sich mit 6:4. Van Gerwen legte begleitet von einem 12-Darter inklusive 127er-Checkout einen Traumstart hin, scheiterte danach aber zweimal am Bullseye und Heta konnte mit unter anderem einem 108er-Finish ausgleichen. In 13 und 15 Darts erspielte sich MvG erneut einen Vorsprung, während Heta zwei Möglichkeiten zum Hold ausließ. Der Australier reagierte aber in 11 Darts gut und bestrafte insgesamt vier verpasste Doppel des Kontrahenten, 74 machte er für seine erste Führung zu. Es folgten acht Darts ohne großes Triple bei van Gerwen, so dass „The Heat“ locker davonziehen und in 13 Darts das Viertelfinalticket lösen konnte.
Nijman und Clayton müssen Segel streichen
Es war ein eher fahriger Auftritt von Wessel Nijman, was sich vor allem bei der Doppelquote von nur 20 Prozent bemerkbar machte. Auch Dirk van Duijvenbode spielte nicht überragend, zog dem Favoriten aber mit tollen Checkouts den Zahn. Die ersten sechs Legs wurden allesamt in der fünften Aufnahme gewonnen, gerecht verteilt und es gab insgesamt vier Breaks. Van Duijvenbode hatte bis dato mit einem 126er-Finish das größte Highlight gesetzt und warf nach verfehlten Doppeln seines Landsmanns auch noch 130 aus. Nijman verwarf vier weitere Gelegenheiten, „The Titan“ breakte in 21 Darts und packte danach mit der 143 seine dritte und spektakulärste Kombination des Nachmittags aus.
Eine 4:0-Führung hat Jonny Clayton nicht gereicht, da er anschließend abbaute und Luke Woodhouse zulegen konnte. Schlussendlich behielt „Woody“ tatsächlich mit 6:5 die Oberhand. In der Anfangsphase bestrafte Clayton verschiedene Nachlässigkeiten des Kontrahenten, spielte zweimal fünfte und zweimal sechste Aufnahme zum 4:0. Ein 76er-Checkout bedeutete den ersten Leggewinn für Woodhouse, der danach auch noch verpasste Doppel von Clayton bestrafte und 64 löschte. „The Ferret“ ging in 17 Darts dazwischen und nachdem Woodhouse per 96er-Finish verkürzt hatte, gab es bei 70 Rest die Chance auf den Sieg. Clayton bekam nur eine Gelegenheit auf das Bullseye, verfehlte und Woodhouse drehte die Partie in 14 und 12 Darts im genau richtigen Moment.
Titelverteidiger Aspinall weiter im Geschäft
Eine überlegene Anfangsphase war schlussendlich das Faustpfand für Nathan Aspinall, der Ross Smit mit 6:4 hinter sich ließ. Aspinall fixierte in 12 Darts das erste Break der Begegnung und löschte anschließend auch 72 für das 4:1. Smith sendete mit einem 11-Darter ein Lebenszeichen und konnte mit Hilfe eines 13-Darters auf 4:5 verkürzen. Aspinall hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen Matchdart vergeben und es folgte auch ein zweiter, doch der „Smudger“ traf die D16 zum Ausgleich nicht und am Ende war es ein 15-Darter, der Aspinall ins Ziel brachte.
Bislang hat Jermaine Wattimena nur ein einziges Leg in diesem Turnier abgegeben, Ryan Joyce watschte er im Schongang 6:1 ab. Die ersten drei Legs gingen an den Niederländer, beinhalteten starke 13, aber auch weniger gute 20 Darts und Joyce bekam nur eine Checkchance. Ein 84er-Finish brachte „Relentless“ aufs Scoreboard, doch Wattimena konterte stark in 13 und durfte kurz darauf in 21 vollenden.
Wie geht es bei den European Darts Open weiter?
Die finale Session der European Darts Open 2026 startet um 19:00 Uhr MESZ. DAZN und Pluto TV übertragen sowohl Viertelfinale, als auch Halbfinale und das Endspiel in voller Länge live.
Ergebnisse Achtelfinale:
Sonntag, 12.07.2026:
Nachmittags-Session:
Achtelfinale:
Ryan Joyce 1-6 Jermaine Wattimena (83,05 – 89,66)
Jonny Clayton 5-6 Luke Woodhouse (93,76 – 98,29)
Dirk van Duijvenbode 6-3 Wessel Nijman (91,38 – 96,64)
Michael van Gerwen 4-6 Damon Heta (98,32 –
100,74)
Sebastian Bialecki 6-4 Kevin Doets (102,15 –
98,28)
James Wade 6-2 Jan Schmidt
(86,54 – 80,15)
Nathan Aspinall 6-4 Ross Smith (96,31 – 94,77)
Gian van Veen 3-6 Krzysztof Ratajski (88,91 – 91,80)
Vorschau Final-Session:
Sonntag, 12.07.2026:
Abend-Session: (ab 19:00 Uhr MESZ)
Viertelfinale:
Jermaine Wattimena – Luke Woodhouse
Dirk van Duijvenbode – Damon Heta
Sebastian Bialecki – James Wade
Nathan Aspinall – Krzysztof Ratajski
Halbfinale:
Wattimena/Woodhouse – van Duijvenbode/Heta
Bialecki/Wade – Aspinall/Ratajski
Finale:
Sieger
Halbfinale 1 – Sieger Halbfinale 2
Preisgeld 2026:
Ausgespielt werden insgesamt £230.000
pro Turnier, der Sieger geht mit £35.000 nach Hause. Alle 32
vorqualifizierten Spieler über die PDC Order of Merit und Pro Tour
Order of Merit müssen ihr Auftaktspiel gewinnen, damit ihr
Preisgeld in die Ranglisten einfließt. Sollten sie ihr erstes Spiel
verlieren, bekommen sie das Preisgeld zwar ausgezahlt, es geht aber
nicht in die große PDC Order of Merit
sowie die European Tour Order of Merit und
Pro Tour Order of Merit
ein.
Sieger: £35.000
Runner-Up: £15.000
Halbfinale: £10.000
Viertelfinale: £8.000
Achtelfinale: £5.000
2. Runde: £3.500
1. Runde: £2.000
Gesamt: £230.000
TV-Übertragung 2026:
Der Sport-Streaming-Dienst DAZN überträgt alle Major-Turniere, alle European Tour Turniere und alle
World Series Events LIVE und in HD. Man
kann den Stream auf Smart-TV, Smartphone, PC, Laptop und Tablet
verfolgen. Der Dienst im Unlimited Abo kostet
monatlich 34,99 € (als Jahresabo) und ist im Monatsabo jederzeit
kündbar (44,99 € pro Monat). Zusätzlich zum Dart bietet DAZN auch
noch unzählige weitere Live-Events wie die Fußball-Bundesliga oder
die Champions League sowie weitere Sportarten wie die NFL oder die
NBA. Eine weitere Option ist das günstigere Super Sports
Abo, das für 19,99 € im Monat (als Jahresabo) buchbar ist
(kündbares Monatsabo: 24,99 €), aber weniger Live-Rechte enthält.
Ein Vorteil bei DAZN ist, dass man sich verpasste Spiele im Re-Live
jederzeit noch einmal anschauen kann. Zur Bestellung: https://dartn.de/darts_auf_dazn
Außerdem ist das Geschehen auch kostenlos auf dem DAZN Darts X
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Foto-Credit: Sebastian Doppstadt/PDC Europe
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