Was für eine Leistung von Martin Schindler! Als zweiter Deutscher nach Max Hopp hat die deutsche Nummer 1 das Halbfinale der European Championship erreicht. Schindler spielte sich gegen Jonny Clayton in einen Rausch und gewann am Ende mit 10:1. Als Halbfinal-Gegner wartet auf ihn noch überraschender Krzysztof Ratajski, der Luke Littler mit 10:6 bezwang. Zuvor hatte sich Gerwyn Price klar gegen Stephen Bunting durchgesetzt. Ross Smith setzte leistungstechnisch mit einem 107er-Schnitt noch einen drauf.
Schindler wie entfesselt
Man hätte durchaus anbringen können, dass Martin Schindler in den ersten beiden Runden mit Wessel Nijman und Jermaine Wattimena von zwei Gegnern profitiert hat, die ihr Leistungspotenzial nicht ausschöpfen konnten. Andererseits hat „The Wall“ diesmal seine Chancen absolut kaltschnäuzig genutzt und bezeichnete sich selbst als größten Gegner. Heute hob er die Geschichte aber in seinem dritten Major-Viertelfinale auf ein ganz anderes Level: Dank eines 103er-Averages und einer Doppelquote von 67% machte er Jonny Clayton zum Statisten seiner persönlichen Darts-Darbietung. Den Waliser hatte er auf der European Tour immer wieder schlagen können, seit seinem Sieg bei den UK Open 2023 biss er sich im TV aber stets die Zähne am „Ferret“ aus.
Heute gelang dann alles: Nach einem starken Anwurf auf beiden Seiten holte Schindler in 15 und 14 Pfeilen die 3:1-Führung, ehe ihm ein 127er-Checkout das 4:1 brachte. Nach der Pause wurde sogar die 167 abgeräumt, mit einer starken 74 ging es auf 6:1 hoch. Während Clayton immer wieder ein großes Finish gebraucht hätte, checkte Schindler auch mehrfach mit dem letzten Dart in der Hand, sodass er selbst in der zweiten Pause beim Stand von 9:1 schmunzeln musste. Der 14-Darter zum Abschluss war dann nur noch Formsache.
Ratajski schockt Littler
Die noch größere Sensation wartete auf die Zuschauer aber im letzten Viertelfinale. Überraschend setzte sich Krzysztof Ratajski mit 10:6 gegen Luke Littler durch und ist der Halbfinal-Gegner von Schindler. Dabei konnte der „Polish Eagle“ die Nummer 1 der Welt zum ersten Mal überhaupt bezwingen. Ratajski legte eine ganz ähnliche Serie wie der Deutsche zuvor hin und machte im Checkout keine Kompromisse. 50, 73 und 74 Punkte knipste er zum 3:1 aus, mehrfach konnte Littler mit dem letzten Dart in der Hand nicht checken. Als zweimal sogar ein 17-Darter zum Break reichte, wurde die Luft für „The Nuke“ allmählich dünn. Per 11-Darter stellte Ratajski sogar auf 7:1. Nachdem der Pole zwei „kleine“ Matchdarts zum möglichen 9:2 ausließ, kam Littler nochmal auf und spielte sich in 15, 11, 15 und 13 Pfeilen auf 8:6 heran. Er verpasste jedoch das Bullseye zum Anschluss und da schlug Ratajski zum Break zu. Im letzten Leg bekam Littler keine Gelegenheit mehr und muss damit ein weiteres Jahr auf den Gewinn der European Championship warten.
Smith überragt gegen Woodhouse
Zum Auftakt in den Nachmittag hatte der Europameister von 2022, Ross Smith brilliert. Der Engländer schlug seinen Landsmann Luke Woodhouse mit 10:6 und spielte dabei einen 107er-Average. Die beiden hatten in diesem Jahr jeweils ihren ersten European-Tour-Titel gewonnen und diese Form definitiv nach Dortmund mitgebracht. Auf ein 80er-Check von Woodhouse zum Auftakt konterte Smith mit zwei 12-Dartern, auch ein 121er-Finish war dabei. Dann nutzte er die ersten Fehler von „Woody“, der mit einer 108 zum 3:2 zunächst dranblieb.
Nach der Pause zog der „Smudger“ aber einsame Kreise: Nur knapp verpasste er das 133er-Finish zum 6:2, spielte in 10 und 12 Darts dann aber doch eine 4-Leg-Führung heraus. Auch dank der 145 vor der zweiten Pause ging es auf 8:4 hinauf. Woodhouse ließ sich aber nicht abschütteln und legte nach einem 12-Darter auch noch ein 81er-Bullseyefinish zum 8:6 auf. Der Abstand war am Ende aber zu groß geworden und Smith beendete das fast perfekte Spiel passenderweise auf dem Bullseye.

Price verfehlt knapp zweiten 9-Darter
Nachdem Luke Woodhouse der European Championship am Donnerstag den ersten 9-Darter seit sechs Jahren beschert hatte, legte Gerwyn Price beinahe gegen Stephen Bunting nach. Beim ungefährdeten 10:3-Erfolg verpasste der Waliser erst die Doppel 12 im vierten Leg. Zu diesem Zeitpunkt führte Price bereits mit 3:0 und hatte 105 sowie 104 Punkte checken können. Am Ende musste er sogar zwei Checkdarts von Bunting überstehen, bevor er das 4:0 schlussendlich mit einem 10-Darter sichern konnte. Noch größere Fehler leistete sich Bunting im folgenden Leg, als er 40 Punkte nicht räumen konnte. Somit war der Weg für den „Iceman“ frei, der sogar einen Dart für das mögliche 8:1 bekam. In 14 und 15 Pfeilen verkürzte „The Bullet“ immerhin vor der Pause auf 7:3. Ein Comeback war dann nicht mehr möglich, weil Price die Begegnung überragend in 13, 14 und 11 Darts zu Ende brachte. Damit kommt es gegen Ross Smith bereits zum dritten TV-Aufeinandertreffen im Herbst: Während Smith das Finale der World Series Finals gewann, konnte sich Price zuletztem beim Grand Prix durchsetzen.
Wie geht es bei der European Championship weiter?
Die Final-Session der European Championship 2026 startet um 19:00 Uhr MEZ mit den beiden Halbfinals, bevor dann nach einer kurzen Pause das Finale stattfindet. DAZN und Sport1 übertragen die letzte Session aus Dortmund in voller Länge live.
Ergebnisse Viertelfinale:
Sonntag,
25.10.2026:
Nachmittags-Session:
Viertelfinale:
Ross
Smith 10-6 Luke Woodhouse (107,00 –
103,04)
Gerwyn Price 10-3 Stephen Bunting (103,03 –
95,20)
Martin Schindler 10-1 Jonny Clayton
(103,16 – 98,92)
Krzysztof Ratajski 10-6 Luke Littler (100,79 –
99,08)
Vorschau Final-Session:
Sonntag,
25.10.2026:
Abend-Session: (ab
19:00 Uhr MEZ)
Halbfinale:
Ross Smith – Gerwyn Price
Martin Schindler – Krzysztof Ratajski
Finale:
Smith/Price – Schindler/Ratajski
Modus 2026:
1. Runde: Best of 11
Legs
Achtelfinale: Best of 19 Legs
Viertelfinale: Best of 19 Legs
Halbfinale: Best of 21 Legs
Finale: Best of 21 Legs
Preisgeld 2026:
Sieger: £150.000
Runner-Up: £80.000
Halbfinale: £50.000
Viertelfinale: £35.000
Achtelfinale: £20.000
1. Runde: £7.500
Gesamt: £750.000
TV-Übertragung 2026:
Der Sport-Streaming-Dienst DAZN überträgt alle Major-Turniere, alle European Tour Turniere und alle
World Series Events LIVE und in HD. Man
kann den Stream auf Smart-TV, Smartphone, PC, Laptop und Tablet
verfolgen. Der Dienst im Unlimited Abo kostet
monatlich 34,99 € (als Jahresabo) und ist im Monatsabo jederzeit
kündbar (44,99 € pro Monat). Zusätzlich zum Dart bietet DAZN auch
noch unzählige weitere Live-Events wie die Fußball-Bundesliga oder
die Champions League sowie weitere Sportarten wie die NFL oder die
NBA. Eine weitere Option ist das günstigere Super Sports
Abo, das für 19,99 € im Monat (als Jahresabo) buchbar ist
(kündbares Monatsabo: 24,99 €), aber weniger Live-Rechte enthält.
Ein Vorteil bei DAZN ist, dass man sich verpasste Spiele im Re-Live
jederzeit noch einmal anschauen kann. Zur Bestellung: https://dartn.de/darts_auf_dazn
In 2026 wird auch Sport1 wieder die European
Championship übertragen.
Sport1-Übertragungszeiten:
Sonntag, 25.10.2026: Halbfinale & Finale –
Abend-Session: 19:00 – 23:00 Uhr live
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Foto-Credit: PDC/Michael Cooper, Sebastian Doppstadt
[mk]
