Nach 16 Spieltagen findet die Premier League Darts in der O2-Arena von London ihren krönenden Höhepunkt. Auf Titelverteidiger Luke Humphries könnte ein drittes Premier-League-Finale in Serie gegen Luke Littler warten. Dafür müsste er jedoch zunächst an Jonny Clayton vorbei, der 2021 in der Elite-Liga triumphiert hatte. Dessen walisischer Landsmann Gerwyn Price hofft am Donnerstagabend auf seine erste Trophäe. Sport1 und DAZN sind wie immer live dabei.
Ablauf und Modus
Traditionell wird die Premier League nach der Ligaphase mit den Play-offs abgerundet. Die besten vier Spieler der Abschlusstabelle haben sich qualifiziert und treffen zunächst im Halbfinale und dann im großen Endspiel aufeinander. Der Tabellenerste trifft auf den Tabellenvierten, bevor sich die Plätze 2 und 3 um den zweiten Platz im Finale duellieren. Während an den 16 Abenden zuvor stets im Modus „best of 11 legs“ gespielt wurde, erhöht sich die Distanz in den Play-offs auf „best of 19 legs“, man benötigt also 10 Durchgänge zum Sieg. Im Finale ist bei „best of 21 legs“ noch ein Leg mehr zum Titel notwendig.
Nach den saftigen Preisgeld-Erhöhungen seit der letzten WM darf sich auch der Premier-League-Sieger mittlerweile über ein Preisgeld von 350.000 Pfund freuen, während die Halbfinalisten mindestens 110.000 Pfund sicher haben. Mit zwei Siegen kann sich die eingespielte Summe für die vier Akteure somit nochmal etwa verdreifachen.
Die Spieler
Amtierender Champion ist der Engländer Luke Humphries, der mit Problemen in die Premier League gestartet war: Nach zehn Spieltagen stand er noch auf Platz 7, insbesondere die Doppel bereiteten dem Weltmeister von 2024 arge Probleme. Seitdem hat er sich jedoch stabilisiert und spielte mit einem Average von 101,20 Punkten auch insgesamt den höchsten Punkteschnitt aller Teilnehmer. Am 15. Spieltag gelang der erste Tagessieg, nachdem er endlich auch wieder Luke Littler hat schlagen können. Von den vorherigen sechs Duellen in der Premier League gingen fünf an seinen größten Gegner, vier davon schmerzhaft im Entscheidungsleg. Dank des Endspurts inklusive Sprung auf Platz 3 ist ein Wiedersehen erst im Finale möglich – umso wichtiger vielleicht, dass er an den letzten beiden Spieltagen Littler nochmal schlagen konnte und damit bewiesen hat, dass in einer möglichen Wiederauflage des letztjährigen Endspiels mit ihm zu rechnen ist. Humphries selbst misst einer Titelverteidigung vielleicht noch mehr Bedeutung als seinem ersten Titel bei, gerade weil er in diesem ersten Halbjahr auch gegen Selbstzweifel zu kämpfen hatte. Aus der schwierigen Phase scheint er gestärkt herausgegangen zu sein.
Halbfinal-Gegner von Humphries ist Jonny Clayton, der 2021 gleich bei seinem Debüt die Premier League gewonnen hatte und seither auch bei keiner seiner vier Teilnahmen die Play-offs verpasst hat. Clayton hat die perfekte Mischung zwischen Lockerheit und Anspannung gefunden und konnte stets auf den Punkt abliefern. Das beweist auch die Doppelquote von knapp 45%, mit der er den Spitzenwert der Liga besitzt. Alleine aus den ersten sechs Abenden sprangen zwei Tagessiege und keine einzige Auftaktniederlage heraus, womit Claytons Play-off-Teilnahme nie gefährdet war. Dennoch ist er im Halbfinale eher Außenseiter: Humphries hat eine gute Form, Clayton war in den letzten Wochen kaum gefordert und verlor drei der letzten vier PL-Spiele. Seine letzten beiden Halbfinals 2022 und 2023 gingen deutlich verloren, sodass „The Ferret“ hier was gut zu machen hat.
Etwas gut zu machen hat vielleicht auch sein Landsmann Gerwyn Price. Denn obwohl der „Iceman“ mit einem WM-Titel und weiteren Majors dekoriert ist, steht die Premier-League-Trophäe bislang nicht in seinem Schrank. Damit ist er der einzige Play-off-Teilnehmer, der die Premier League noch nie gewonnen hat, 2023 stand er mit einem Endspiel dicht davor. Im letzten Jahr unterlag er Luke Littler in einem umkämpften Halbfinale mit 7:10, in diesem Jahr gibt es die Chance zur Revanche. Allerdings unter anderen Vorzeichen: Hatte er im letzten Jahr den Branchen-Primus noch regelmäßig bezwungen, gingen alle sechs direkten Duelle in diesem Jahr verloren. Dennoch überzeugte Gerwyn Price vor allem im Mittelteil der Saison mit teils atemberaubenden und dominanten Leistungen. In Dublin war er kurz davor, an einem ganzen Spieltag nur ein Leg abzugeben, verspielte im Finale jedoch ein 5:0 – gegen Littler.
Für Luke Littler steht bei seiner dritten Premier-League-Teilnahme ein zweiter Titel auf dem Wunschzettel. In beiden bisherigen Saisons ging es im Finale gegen Luke Humphries: 2024 gewann er bei seiner Premiere inklusive 9-Darter, im letzten Jahr war dann Humphries besser. Die Ligaphase hat „The Nuke“ zum dritten Mal in Serie als Tabellenführer abgeschlossen. Dabei verlief der Saisonstart durchaus holprig, aber man hatte das Gefühl, dass Littler seither nach Lust und Laune durch die Gänge schalten kann und mal eben drei Abende binnen vier Wochen gewinnt, wenn er es braucht. Nach zuletzt beinahe durchschnittlichen Leistungen wird es womöglich genau darauf ankommen, ob Littler den Schalter umlegen kann. Und wenn ihm das wie üblich gelingt, wird er kaum zu stoppen sein.
Premier League 2026 – Play-Offs:
Donnerstag, 28.05.2026, The
O2 – London (ab 20:00 Uhr MESZ)
Halbfinale:
Luke Littler – Gerwyn Price
Jonny Clayton – Luke Humphries
Finale:
Littler/Price
– Clayton/Humphries
TV-Übertragung 2026:
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Zudem überträgt auch Sport1 den finalen Abend in
voller Länge live.
Preisgeld 2026:
Das Preisgeld der Premier League
Darts wird NICHT für die Order of Merit gewertet. Es ist das
Turnier mit dem zweithöchsten Preisgeld überhaupt. Nur bei der
PDC-WM
gibt es mehr Preisgeld.
Sieger: £350.000
Runner-Up: £170.000
Halbfinale: £110.000
5. Platz: £95.000
6. Platz: £90.000
7. Platz: £85.000
8. Platz: £80.000
Bonus: £10.000 pro Abendsieg
Summe: £1.250.000
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Foto-Credit: PDC
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