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Dart WM 2021: Van der Voort bezwingt Landsmann Meulenkamp im Decider

Sonntag, 20. Dezember 2020 17:23 - Dart News von dartn.de

Vincent van der Voort
Am Nachmittag des sechsten Tages der PDC WM 2021 kam es zunächst zu zwei Debütanten-Duellen. In einem engen Spiel setzte sich erst Nick Kenny im fünften Set gegen Derk Telnekes durch. Etwas deutlicher besiegte Jason Lowe den Russen Dmitriy Gorbunov. Nur ein Leg gab im Anschluss Matthew Edgar gegen Maik Kuivenhoven ab. Im abschließenden rein-niederländischen Duell behielt Vincent van der Voort in einer sehenswerten Auseinandersetzung die Oberhand gegen Ron Meulenkamp.

Kenny gewinnt Duell auf Augenhöhe gegen Telnekes

Mit Derk Telnekes und Nick Kenny trafen im ersten Spiel zwei Debütanten aufeinander. Dank der deutlich besseren Doppelquote war es schließlich Kenny, der sich knapp mit 3:2 durchsetzen konnte. Gleich im ersten Leg zeigten beide Nerven auf dem Doppelring mit dem besseren Ende für Kenny. Der Waliser erhöhte ungefährdet in 17 Darts auf 2:0, doch im Anschluss meldete sich auch Telnekes mit einem 17-Darter in der Partie an. Hierauf verpasste Kenny zwei Setdarts, wodurch Telnekes dank eines 13-Darters seine Chancen aufrecht hielt. Im fünften Leg checkte der Niederländer 106 Rest zum Satzgewinn, nachdem sein Kontrahent auf Bull nur knapp ein 170er Checkout nicht vollendet hatte. Wesentlich deutlicher verlief der zweite Satz. In 17 und 15 Darts erspielte sich Kenny einen entscheidenden Vorteil, den er sich nicht mehr nehmen ließ, auch weil Telnekes nicht in der Lage war, 85 Rest in drei Aufnahmen zu nullen. So ging Satz 2 glatt in drei Legs an Kenny.

Nick Kenny
Den dritten Satz eröffnete Telnekes mit einem 17-Darter, den Kenny mit einem 96er Finish zum 14-Darter konterte. Der 27-Jährige profitierte daraufhin erneut von Double-Trouble seines Gegners, doch Telnekes fand in 14 Darts erneut eine Antwort und drehte diesen Satz mit einem starken 13-Darter zu seinem Gunsten. In den vierten Satz startete der Niederländer mit sechs perfekten Darts, verlor das Leg aber trotzdem. Auf Bull löschte Kenny anschließend 90 Rest zum 15-Darter und sicherte sich den nächsten Satz mit einem 119er Finish in der sechten Runde. Den Schwung nahm der Mann aus Cwmbran mit in das fünfte Set. Ein 13-Darter brachte ihm ein frühes Break ein, welches er in 16 Darts bestätigen konnte. Nachdem Telnekes 100 Rest nicht ausmachen konnte, nutzte Kenny seinen zweiten Matchdart zum Einzug in die nächste Runde.

Aussagen nach dem Spiel: Nach der Partie äußerte sich der zweimalige Development Tour Sieger auf der Pressekonferenz zum Los und dem Spiel: „Nach dem ersten Satz war ich schon ein bisschen besorgt, dass ich verlieren könnte. (…) Ich bin so glücklich, gewonnen zu haben. Um ehrlich zu sein, war wohl er genauso zufrieden mit diesem Erstrundenlos wie ich es war. Wir haben beide erwartet, zu gewinnen.“ Mit dem Betreten der Bühne traf den Waliser auch die Nervosität: „Meine Trainingsleistung war heute unreal. Bis zum Bull-Wurf habe ich ohne Ende 180er geworfen. Als ich dann aber auf der Bühne war habe ich gezittert ohne Ende und dachte ‚woher kommt das denn jetzt‘.“ Zu seinem ersten Jahr auf der Pro Tour hatte er gemischte Gefühle: „Ich hatte mal acht Tage hintereinander, an denen ich immer in der ersten Runde verloren habe. Da waren auch eher unglückliche Auslosungen dabei. Dann habe ich aber mal bei einem Turnier drei der vier Grand Slam-Halbfinalisten geschlagen. Wenn ich also einmal mit dem Gewinnen anfange, ist schon einiges möglich. Jetzt bin ich entspannt, denn ich habe die Erwartungen von vielen übertroffen. Ich habe ein Spiel bei einer Weltmeisterschaft gewonnen und das ist mir zuvor noch nie gelungen.“


Lowe verhindert Comeback-Versuch von Gorbunov

In Jason Lowe und Dmitriy Gorbunov bekamen es auch im zweiten Spiel des Tages zwei WM-Neulinge miteinander zu tun. Dank des besseren Starts konnte sich Lowe am Ende durchaus verdient mit 3:1 durchsetzen. Ungefährdet brachte Lowe in 15 Darts seinen ersten Anwurf ins Ziel, Gorbunov hingegen konnte 50 Rest in zwei Aufnahmen nicht ausmachen, auch weil er sich bei 16 Rest mit der D11 überwarf. So ging auch dieses Leg an Lowe, der sich nach einem weiteren verpassten Doppelfeld von Gorbunov damit auch den Satz schnappte. Ähnlich flott ging der zweite Satz über die Bühne. 20 Darts reichten Lowe für ein Break, welches er im Anschluss in 17 Darts verteidigte. Mehrere Setdarts ließ der Engländer im dritten Leg allerdings liegen, sodass Gorbunov mit einem Treffer in der D8 den Whitewash verhinderte. Auch im folgenden Leg hatte der Russe einen Checkdart, den er aber wie in den meisten Versuchen zuvor nicht nutzen konnte. So verdoppelte Lowe in 16 Darts seine Setausbeute.
Jason Lowe & Dimitriy Gorbunov
Ein 95er Finish brachte dem Mann aus Cradley Heath auch das erste Leg im dritten Satz ein. Mit einem 141er Finish sorgte dann wiederum Gorbunov für einen Höhepunkt. "Uncle Sam" legte nach einem verfehlten Doppel von Lowe mit einem 116er Checkout nach, doch Lowe gelang in 16 Darts das umgehende Rebreak. Unbeeindruckt davon startete Gorbunov mit einem Maximum in das fünfte Leg und traf die D8 unter maximalem Druck zum Satzgewinn. Nach zwei Holds zu Beginn des vierten Satzes war es wieder Lowe, der sich in 16 Darts einen Vorsprung erspielen konnte. Drei Matchdarts des 48-Jährigen fanden jedoch nicht ihr Ziel, sodass Gorbunov ein weiteres Entscheidungsleg erzwingen konnte. In diesem glänzte Lowe schlussendlich mit einem 12-Darter zum Match.

Aussagen nach dem Spiel: Am Mikrofon von Sky Sports sprach Lowe im Anschluss über seine Gedanken vor und während der Partie: „Ich war nervös. Ich hatte ein großartiges Jahr bis zum Sommer, habe mich dreimal für die European Tour qualifiziert, aber dort nicht wirklich etwas zustande gebracht. Die letzten sechs Monate waren also recht schlecht und das war in meinem Kopf. Vor diesem Match hatte ich also nicht wirklich Selbstvertrauen.“ Auch er selbst gab zu bedenken, dass gegen seinen nächsten Gegner mehr kommen muss: „Ich hoffe, dass ich es schaffe, in den nächsten Tagen vernünftig zu trainieren, denn ich muss besser spielen, um eine Chance gegen Michael [Smith] zu haben.“ Über seine Anmeldung zur Q-School Anfang des Jahres erzählte er folgendes: „Um ehrlich zu sein habe ich eine Münze geworfen und das hat darüber entschieden, dass ich zur Q-School gehe. Dort hatte ich einen tollen ersten Tag und bin direkt durchgekommen.“


Erster Sieg im dritten Anlauf: Edgar dominiert Kuivenhoven

Mit einer starken Doppelquote von 75% konnte Matthew Edgar im dritten Versuch seinen ersten Sieg bei einer WM einfahren. Gegen Maik Kuivenhoven gab er nur ein Leg ab und behielt mit 3:0 klar die Oberhand. Den deutlich besseren Start erwischte bereits Edgar. Mit einem 108er Finish bestrafte er ein verpasstes Doppel seines Gegners. 19 Darts reichten ihm zu einem Hold, doch ein 13-Darter brachte ihm den ersten Satz ein. Mit einem 76er Finish hielt der Engländer seine Doppelquote nicht nur bei 100%, sondern verteidigte seinen Anwurf erfolgreich in der fünften Runde. Den Lauf konnte Kuivenhoven zunächst mit einem 64er Finish stoppen, doch "Prime Time" legte mit einem 14-Darter erneut vor und bestrafte mit einem 112er Finish zum zweiten Satz fünf verpasste Doppel von Kuivenhoven.
Während der Mann aus Naaldwijk weiter Dart um Dart neben das Doppelfeld setzte, breakte Edgar in 17 Darts und brachte in der siebten Runde seinen Anwurf ins Ziel. Auch ein 94er Finish gelang Kuivenhoven nicht, im Gegenzug traf Edgars erster Matchdart die D16 zum erstmaligen Sprung in die nächste Runde.
Matthew Edgar

Aussagen nach dem Spiel: Über seine aktuelle Form brachte Edgar im Anschluss folgendes zum Ausdruck: „Ich fühle mich gerade einfach wohl. Ich bin immer noch auf einer Reise, das hier ist nicht das Ziel, sondern immer noch die Reise. Ich habe immer noch viel Arbeit vor mir, aber es ist schön, Momente wie diese zu bekommen. Es hat sich so angefühlt, als könnte ich nichts bei den Finishes verpassen. Ich muss noch ein bisschen was am Scoring verbessern und dann könnte ich hier schon weit kommen, wer weiß.“ Auf seine Nemesis Darius Labanauskas, dem er zweimal bei der WM unterlag, angesprochen erwiderte er mit einem Augenzwinkern: „Ich wollte gegen ihn spielen und ihn auseinandernehmen. Er verdient es, er hat mich in den letzten Jahren viel Geld gekostet. Ich weiß nicht, wann wir uns in diesem Turnier begegnen könnten, aber ich möchte ihm zumindest einmal etwas davon zurückgeben.“

 

Van der Voort kämpft sich nach 0:2 in Sätzen zurück

Mit dem rein-niederländischen Duell zwischen Vincent van der Voort und Ron Meulenkamp wurde der Nachmittag beschlossen. Nach einem 0:2 Rückstand meldete sich van der Voort aber nochmals zurück und setzte sich am Ende im Entscheidungsleg durch. Dank eines 71er Finishes gelang Meulenkamp das frühstmögliche Break, welches er in 15 Darts bestätigte. Van der Voort kam in 18 Darts erstmals auf das Scoreboard, doch in 17 Darts ließ sich "The Bomb" den ersten Satz nicht mehr entreißen. Nach der Pause verfehlte van der Voort zwei Doppel, wodurch Meulenkamp erneut seinen Anwurf ins Ziel brachte. In 13 Darts glich "The Dutch Destroyer" diesen Satz zunächst aus, doch Meulenkamp ließ van der Voort bei 32 Rest stehend aufgrund eines 144er Finishes nicht mehr ans Oché. Nur 13 Darts später brachte der 32-Jährige auch den zweiten Satz unter Dach und Fach.
Mit einem 14-Darter spielte sich van der Voort im dritten Satz in Führung, 17 Darts benötigte Meulenkamp für einen Hold. In nur 13 Darts schnappte sich van der Voort sein zweites Leg und profitierte daraufhin von der ersten Doppelschwäche Meulenkamps. Auf der D8 vermied er das fünfte Leg in diesem Satz und verkürzte auf 1:2.

Das Momentum lag nun vollends auf Seiten van der Voorts. Der Mann aus Purmerend traf im vierten Satz nach Double-Trouble auf beiden Seiten als erster ein Doppel, was zugleich auch ein Break bedeutete. In 14 Darts zog er auf 2:0 davon und glich mit einem 18-Darter in Sätzen aus, nachdem Meulenkamp 80 Rest nicht ausgemacht hatte. Mit dem Start ins Entscheidungsset verfehlte Meulenkamp Bull nur knapp für ein 121er Checkout, im Gegenzug verteidigte van der Voort seinen Vorteil in 15 Darts. Nach längerer Zeit fand auch Meulenkamp mit der D2 wieder ein Doppel. In 13 Darts und 16 Darts blieb weiter alles in Reihe, sodass ein Decider die Entscheidung bringen musste. Dort nutzte van der Voort seinen Anwurf und spielte einen starken 14-Darter zum Einzug in die dritte Runde.

Aussagen nach dem Spiel: Die Nummer 27 der Setzliste kommentierte im Anschluss am Mikrofon sein Comeback: „Ich habe nicht schlecht gespielt, aber er hat alle seine Finishes getroffen. Er hat mich in eine schwierige Position gebracht, aber ich habe mir gesagt, dass ich weitermachen muss. Ich kenne das Satz-System jetzt seit 30 Jahren und weiß, wie schnell sich die Dinge da ändern können.“ Angesprochen auf die besonderen Umstände dieser WM fügte er hinzu: „Ich habe mich nicht so gefühlt, als würde ich die Weltmeisterschaft spielen, sondern irgendein anderes Turnier. Ich habe versucht, dieses Gefühl zu bekommen, aber es ist mir nicht gelungen und da muss ich mir an die eigene Nase fassen. (…) Vielleicht hat er mich ein bisschen mit seiner Form überrascht, am Ende habe ich Glück gehabt.“

 

Am Abend ab 19:00 Uhr MEZ verspricht die Partie zwischen Jeffrey de Zwaan und Ryan Searle viel Spannung und Tempo. DAZN, Sport1 und PDC.TV übertragen live.

Ergebnisse Sonntag-Nachmittag:

Sonntag, 20. Dezember 2020
Nachmittags-Session:
Derk Telnekes 2-3 Nick Kenny (R1) (3:2, 0:3, 3:2, 0:3, 0:3) - (87,15 - 87,33)
Jason Lowe 3-1 Dmitriy Gorbunov (R1) (3:0, 3:1, 2:3, 3:2) - (86,72 - 80,56)
Maik Kuivenhoven 0-3 Matthew Edgar (R1) (0:3, 1:3, 0:3) - (81,00 - 87,69)
Vincent van der Voort (27) 3-2 Ron Meulenkamp (R2) (1:3, 1:3, 3:1, 3:0, 3:2) - (95,49 - 93,76)

Vorschau Sonntag-Abend:

Sonntag, 20. Dezember 2020
Abend-Session:
Martijn Kleermaker - Cameron Carolissen (R1) - Kleermaker wurde positiv auf Corona getestet, Carolissen erhielt Freilos
Keegan Brown - Ryan Meikle (R1)
Jeffrey de Zwaan (23) - Ryan Searle (R2)
Jonny Clayton (17) - John Henderson (R2)
 

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Shortleg WM-Podcast:

Während der PDC-WM gibt es jeden Tag eine frische Folge "Shortleg" mit dartn.de Experte Tomas "Shorty" Seyler für euch, so dass ihr täglich unsere Eindrücke zu den Geschehnissen des Tages hören könnt. Dabei werden wir in verschiedenen Konstellationen und Zusammensetzungen aufnehmen.

Alle Informationen zum Podcast gibt es auf unserer [Shortleg Seite], dort erfahrt ihr auch, wo es den Podcast überall zu hören gibt.

TV-Übertragung 2021:

Sport1:

Sport1 überträgt so viel wie noch nie von der PDC-WM 2021.
[Hier] geht es zu den Übertragungszeiten von Sport1.

DAZN:

Wie schon in den letzten Jahren wird auch diesmal der Sport-Streaming-Dienst DAZN bei der WM dabei sein und alle Spiele der WM LIVE und in HD zeigen. Mit dem kostenlosen und unverbindlichen Probemonat kann man die WM sogar komplett gratis als Stream auf Smart-TV, Smartphone, PC, Laptop und Tablet verfolgen. Kommentiert wird die Dart WM auf DAZN von Elmar Paulke, der sich, wie gewohnt, über die Dauer der WM diverse Experten wie z.B. René Eidams, Dragutin Horvat und unseren dartn.de Experten Tomas "Shorty" Seyler als Co-Kommentatoren einladen wird. Sollte jemand den Gratis-Monat schon genommen haben, kostet der Dienst monatlich 11,99 € und ist jederzeit kündbar, das Jahresabonnement kostet mit 119,99 lediglich 10,00 € / Monat. Zusätzlich zum Dart bietet DAZN auch noch unzählige weitere Live-Events (Fußball, Tennis, American Football, Basketball uvm.). Ein weiterer Vorteil bei DAZN ist, dass man sich verpasste Spiele Re-Live jederzeit nocheinmal anschauen kann. Zur Bestellung: http://bit.ly/livedart2019

PDC.TV:

Eine weitere Möglichkeit alle Spiele der WM zu verfolgen ist wie immer "PDC.TV", der die Übertragung des englischen Broadcasters Sky Sports übernimmt. Der offizielle Livestream der PDC ist die einzige Möglichkeit, alle Spiele aller Turniere sowie auch die kleineren Pro Tour Events LIVE zu sehen. Dieser Stream kostet etwa 70 €/Jahr, es können aber auch Turnier- und Wochenendabos bestellt werden. Zusätzlich bekommt man durch dieses Abo ein Vorverkaufsrecht auf die Tickets aller TV-Turniere wie z.B. WM, Premier League, World Matchplay usw. Zur Webseite: https://tinyurl.com/PDCTVdartn


Preisgeldverteilung 2021:

Sieger: £500.000 
Runner-Up: £200.000
Halbfinale: £100.000
Viertelfinale: £50.000
Achtelfinale: £35.000
3. Runde: £25.000
2. Runde: £15.000
1. Runde: £7.500

Weitere Informationen zur Weltmeisterschaft:

Alle Informationen zur WM gibt's auf unserer [Dart WM Turnierseite]
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Die Sendetermine von Sport1 [Sport1 Übertragungszeiten]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

Foto-Credits: Lawrence Lustig/PDC

[tk]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

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