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German Darts Masters 2017 in Jena - Tag 2: Siepmann mit Sensation, auch zwei Österreicher im Achtelfinale

Sonntag, 16. April 2017 23:09 - Dart News von dartn.de

German Darts Masters 2017 Tag 2 Siepmann

Zweiter Tag bei den German Darts Masters in Jena und am heutigen Ostersonntag hatten auch die 16 gesetzten Spieler um Michael van Gerwen und Peter Wright ihr erstes Spiel. Aus deutschsprachiger Sicht begann der Tag mit Niederlagen von Dragutin Horvat und Max Hopp, bevor sich Rowby-John Rodriguez und völlig überraschend auch Steffen Siepmann fürs Achtelfinale qualifizieren konnten. Mensur Suljovic komplettiert das deutschsprachige Trio, das morgen am Finaltag mit dabei sein wird.

Nachmittags-Session:

Gleich in der ersten Zweitrundenpartie musste sich der erste gesetzte Spieler verabschieden. Ian White erwischte es gegen Jeffrey de Graaf, der wie schon gestern große Comeback-Qualitäten zeigte und erneut eine Partie zu seinem Gunsten drehen konnte. Beim Stand von 5:3 vergab White zwei Matchdarts auf der D20 und de Graaf hielt sich auf der D16 noch einmal im Spiel. Im Decider nutzte dann der Niederländer seinen fünften Matchdart mit dem letzten Dart in der Hand auf der D2 zu seinem zweiten Decidersieg hintereinander.

Stephen Bunting hat den Angriff des aufstrebenden Ted Evetts abgewehrt und ist ins Achtelfinale der German Darts Masters eingezogen. Doch "The Bullet" hatte Glück, dass Evetts nicht an die starke gestrige Leistung anknüpfen konnte und trotz großem Vorsprung im zehnten Leg und sechs verpassten Doppeln das Spiel nicht in den Decider brachte. Dies nutzte der BDO-Weltmeister von 2014 aus und verwandelte seinen zweiten Matchdart auf der D8.

Dann erwischte es im dritten Spiel des Tages den zweiten gesetzten Spieler. Mit Steve West verlor die Nr.14 der Setzliste gegen den Australier Kyle Anderson, der sich im Vergleich zu seinem gestrigen Auftritt deutlich steigerte und als verdienter Sieger das Board verließ. Bereits im ersten Leg gelang "The Original" das Break, diesen Vorsprung brachte der seit letztem Wochenende höchstplatzierte Spieler der Weltrangliste ohne Sieg auf der Tour über die Ziellinie, musste aber sich am Ende nochmal strecken, da West nochmal aufkam und einen Darts aufs Bullseye zum Decider vergab.

Horvat ohne Chance gegen Smith

Keine Probleme hatte Michael Smith. Der "Bullyboy" besiegte den ersten deutschen Spieler an diesem Tage, Dragutin Horvat deutlich mit 6:1 und ließ seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Im zweiten Leg vergab der deutsche WM-Teilnehmer von 2017 drei Darts auf die Doppel und Smith zog anschließend schnell auf 5:0 weg. Auf der D10 vermied Horvat immerhin den Whitewash, im siebten Leg spielte der ehemalige Jugendweltmeister erneut seine große Scoringpower aus und gewann ohne große Mühe mit 6:1. Für Horvat trotzdem kein schlechtes Wochenende, nächste Woche wird er sich versuchen, für das nächste European Tour Event in Saarbrücken zu qualifizieren.

Seiner Favoritenrolle gerecht wurde Kim Huybrechts. Gegen den Schweden Daniel Larsson, der in Jena sein Debüt bei einem European Tour Turnier gab, gewann der Belgier mit 6:2, wobei sich das Ergebnis deutlicher liest, als es das Spiel an sich war. Die ersten vier Legs wurden gerecht aufgeteilt, mit viel Glück holte sich Huybrechts das fünfte Leg und baute den Vorsprung im weiteren Verlauf auf 5:2 aus. Mit einem starken 145er-Finish zum Match sicherte sich der "Hurricane" dann das 6:2 und damit auch den Achtelfinaleinzug.

Eine sehr gute Partie gab es dann zwischen Simon Whitlock und Jonny Clayton. Clayton, der gestern in seiner Partie gegen Ronny Huybrechts nicht einmal in Führung lag und sich nur dank verpasster Doppel des Belgiers in Runde 2 wiederfand, bot Whitlock lange Zeit die Stirn und lag zwischenzeitlich auch aufgrund eines 136er-Checkouts gar mit dem Break in Führung. Verpasste Doppel ließen den "Wizard" jedoch wieder herankommen und zum 4:4 ausgleichen. Nachdem Whitlock dann mit dem 5:4 zum ersten Mal im Match in Front lag, vergab Clayton drei Darts zum 5:5 und Whitlock nutzte den dritten Matchdart auf der D15.

Hopp kann Leistung nicht bestätigen

Auch für Max Hopp kam das Aus in Runde 2. Der "Maximiser" konnte nicht an seine gute Leistung vom Vortag anknüpfen und unterlag Gerwyn Price deutlich mit 1:6. Hopp wirkte von Beginn an verkrampft und fand überhaupt nicht ins Spiel. Erst im vierten Leg schaffte es die deutsche Nr.1 aufs Scoreboard, doch auch dies brachte nicht die benötigte Lockerheit ins Spiel des 20-jährigen. So reichte dem "Iceman" heute eine durchschnittliche Leistung, um in die 3.Runde einzuziehen, ein 91er-Finish machte den Erfolg schließlich perfekt. Für Hopp gilt ähnliches wie für Dragutin Horvat, für den jungen Deutschen war es wichtig, ins Preisgeld zu kommen und sich am Donnerstag für die German Darts Open zu qualifizieren.

Rodriguez mit starker Performance zum Sieg

Für die größte Überraschung der Mittags-Session sorgte Rowby-John Rodriguez. Gegen den favorisierten Benito van de Pas gewann der Österreicher mit 6:4 und zog damit nach längerer Zeit wieder in den Finaltag eines European Tour Events ein. Von Anfang an war der junge Österreicher gut in der Partie und startete mit einem Break, das van de Pas aber zum 2:2 egalisieren konnte. Doch Rodriguez ließ sich davon nicht beeindrucken und konnte erneut den Anwurf des Niederländers durchbrechen und führte später gar mit 5:2. Nach zwei verpassten Matchdarts kam "Big Ben" nochmal davon und stellte sogar auf 4:5. "Little John" musste sich nochmal kräftig strecken, doch mit einem starken 123er-Bullfinish beendete der Wiener die Partie. Obwohl Rodriguez aufgrund eines Wohnungswechsels in letzter Zeit nicht viel trainieren konnte, ein sehr stabiler Auftritt, morgen geht es im Achtelfinale nun gegen Michael Smith.

Abend-Session:

Die Abend-Session wurde mit einer namhaften Begegnung eröffnet. James Wade bekam es mit Robert Thornton zu tun, eine Partie, die wir alle noch in bester Erinnerung haben, als beide Spieler beim World Grand Prix 2014 beim Modus Double-In-Double-Out einen 9-Darter warfen. Wade war von Beginn an der spielbestimmende Akteur und führte schnell mit 5:1, Thornton scheiterte einfach zu oft am äußeren Feld des Dartboards. Nachdem Wade einen Matchdart auf Tops zum 6:1 verpasste, schnupperte Thornton nochmal etwas Morgenluft und verkürzte auf 3:5. Im neunten Leg stellte sich der Schotte Tops, doch Wade checkte in seiner unnachahmlichen Manier 106 Punkte zum 6:3-Erfolg. Für "The Machine" das erste Preisgeld auf der European Tour 2017, nachdem er bei den German Darts Championship sein Auftaktmatch gegen Darren Johnson noch überraschend verlor.

Siepmann sorgt für Sensation

Nach seinem überraschenden Sieg über Andrew Gilding gestern ging es für Steffen Siepmann heute gegen Joe Cullen, der letztes Wochenende auf der Pro-Tour noch seinen ersten Turniersieg bei der PDC feierte. Cullen ging natürlich als großer Favorit in diese Partie und wurde dieser Rolle zu Beginn auch gerecht. Doch Siepmann drehte einen 0:2-Rückstand zunächst in eine 3:2-Führung, nachdem er auch in den ersten Legs jeweils mindestens einen Dart zum Leggewinn vergab. Cullen wirkte unkonzentriert und konnte nicht an sein Niveau vergangener Wochen anknüpfen. Die folgenden Legs wurden gerecht aufgeteilt, bevor Cullen beim Stand von 4:4 für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte, als er Siepmanns Anwurf mit einem 13-Darter durchbrechen konnte. Doch der Hannoveraner gab nicht auf und profitierte auch von zwei vergebenen Matchdarts des "Rockstars" auf der D8. Auf eben diesem Feld brachte der Deutsche das Spiel in den Decider, in dem Cullen besser scorte und sich als Erster auf den Doppeln wiederfand. Bei 60 Punkten Rest verpasste der Engländer zwei weitere Darts zum Sieg und Siepmann kehrte völlig unaufgeregt ans Board zurück und checkte 100 Punkte in zwei Darts zum Sensationssieg. Bei seiner ersten Teilnahme bei einem European Tour Event schafft es Siepmann damit direkt in den Finaltag und konnte im anschließendem Interview mit Elmar Paulke den Sieg kaum in Worte fassen und bedankte sich beim Publikum für die Unterstützung.

Suljovic kommt mit blauem Auge davon

Ordentlich kämpfen musste Mensur Suljovic. Der Wiener überlebte vier Matchdarts seines walisischen Kontrahenten Jamie Lewis, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen. Suljovic fand zunächst gar nicht in die Partie und rannte lange Zeit einen Rückstand hinterher. Beim Stand von 5:3 konnte er sich dann bei "Rasta" bedanken, der vier Matchdarts vergab, bevor sich der an Nr.3 gesetzte Österreicher mit einem 104er-Finish im Spiel hielt. Danach ging bei Lewis nicht mehr viel zusammen und Suljovic brachte das Spiel ungefährdet in das entscheidende elfte Leg. Dieses durfte "The Gentle" beginnen und der zweite Matchdart saß in der D10 zum Sieg. Kein guter Auftritt von Suljovic, aber morgen ist ein neuer Tag und der Österreicher hat schon oft genug bewiesen, dass er am Finaltag seine besten Darts auspacken kann.

Im vielleicht vielversprechensten Spiel des Tages kam es zum Duell zwischen Jelle Klaasen und Daryl Gurney. Klaasen, der in den letzten Wochen mit einer Handgelenksverletzung zu kämpfen hat und im nächsten Monat daran operiert wird, musste zuletzt auf der Pro-Tour überraschende frühe Niederlagen hinnehmen und schied auch in der Premier League nach der Vorrunde aus. Doch Gurney verpasste zunächst einige Doppel, wovon der Niederländer zunächst profitierte. Im weiteren Verlauf stellt Gurney zwar auf 2:2, musste dann Klaasen aber wieder auf 4:2 davonziehen lassen. Im achten Leg vergab Gurney einige Chancen das Spiel erneut ausgeglichen zu gestalten und Klaasen kam auf der D2 zum 5:3 nochmal davon. Gurney kam aber erneut nochmal auf ein Leg ran und hatte einen Dart auf der D16 für ein 108er-Finish, doch der Dart kratzte am Draht und auf Tops sicherte sich "The Cobra" den 6:4-Sieg.

Dann kam es zum ersten Auftritt von Hildesheim-Sieger Peter Wright. Gegen Mark Webster passte beim Schotten zwar noch nicht alles, aber es reichte für einen im Prinzip völlig ungefährdeten 6:3-Sieg. Die ersten vier Legs gingen alle an den Spieler, der auch das jeweilige Leg begann, bevor Wright im fünften Leg das erste Break für sich beanspruchte. Diesen Rückstand konnte "The Spider" nicht mehr aufholen und mit einem 106er-CO beendete "Snakebite" das Match sogar "in style". Wright wird auch morgen wieder ein heißer Anwärter auf den Sieg sein.

Mit Alan Norris erwischte es dann den fünften gesetzten Spieler an diesem Sonntag. Gegen Raymond van Barneveld verlor "Chuck" mit 4:6 und war in den entscheidenden Momenten einfach nicht zur Stelle. In einer eher schwächeren Partie war es der fünffache Weltmeister van Barneveld, der sein Spiel besser zusammenhalten konnte und sich in die 3.Runde spielte. Gegen Kim Huybrechts wird sich "Barney" jedoch morgen steigern müssen, will er ein Wort um den Titel mitreden.

Die beste Leistung des Tages gab es wieder einmal von Michael van Gerwen. Die Nr.1 der Welt ließ beim 6:1 über den Griechen John Michael überhaupt nichts anbrennen und zog nahezu spielerisch ins Achtelfinale ein. Ein Average von über 110 Punkten, eine unglaubliche Doppelquote von 75% und ein Highfinish von 136 sorgten für klare Verhältnisse in diesem Spiel. Kann der Niederländer diese Leistung am morgigen Finaltag bestätigen, wird kaum ein Weg an ihm vorbeigehen.

Zwischen Cristo Reyes und Mervyn King sahen die Zuschauer in Jena zum Abschluss des 2.Turniertages ein sehr enges und ausgeglichenes Spiel. Nachdem zunächst beide Spieler ihren Anwurf nicht durchbringen konnten, gab es bis zum Stand von 5:5 keine Break mehr. Der Decider wurde dann von Reyes begonnen, der auch als erster Spieler auf die Doppel werfen durfte. Mit einem 65er-CO sicherte sich Reyes ein Duell mit Michael van Gerwen am morgigen Montag, King wartete vergeblich auf 48 Punkten Rest.


Um 13 Uhr MEZ geht es morgen mit dem Achtelfinale der German Darts Masters weiter, bevor am Abend ab 19 Uhr dann Viertelfinale, Halbfinale und Finale ausgetragen werden.

Ergebnisse Sonntag:

Sonntag, 16.04.2017
Nachmittags-Session:

2.Runde:
Ian White (6) 5-6 Jeffrey de Graaf (87.93 - 91.93)
Stephen Bunting (15) 6-4 Ted Evetts (90.78 - 88.71)
Steve West (14) 4-6 Kyle Anderson (95.32 - 96.72)
Michael Smith (12) 6-1 Dragutin Horvat (98.51 - 83.20)
Kim Huybrechts (9) 6-2 Daniel Larsson (92.44 - 90.10)
Simon Whitlock (4) 6-4 Jonny Clayton (96.55 - 98.09)
Gerwyn Price (10) 6-1 Max Hopp (93.24 - 84.99)
Benito van de Pas (5) 4-6 Rowby-John Rodriguez (96.69 - 94.18)

Sonntag, 16.04.2017
Abend-Session:

2.Runde:
James Wade (7) 6-3 Robert Thornton (91.35 - 91.49)
Joe Cullen (13) 5-6 Steffen Siepmann (85.46 - 80.92)
Mensur Suljovic (3) 6-5 Jamie Lewis (90.77 - 89.48)
Jelle Klaasen (11) 6-4 Daryl Gurney (87.24 - 90.59)
Peter Wright (2) 6-3 Mark Webster (98.65 - 96.29)
Alan Norris (8) 4-6 Raymond van Barneveld (87.92 - 89.08)
Michael van Gerwen (1) 6-1 John Michael (110.12 - 91.30)
Cristo Reyes (16) 6-5 Mervyn King (92.11 - 88.49)

Vorschau auf den Finaltag:

Montag, 17.04.2017
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Achtelfinale:
Mensur Suljovic - Kyle Anderson
Jeffrey de Graaf - Jelle Klaasen
James Wade - Gerwyn Price
Peter Wright - Stephen Bunting
Simon Whitlock - Steffen Siepmann
Rowby-John Rodriguez - Michael Smith
Raymond van Barneveld - Kim Huybrechts
Michael van Gerwen - Cristo Reyes

Montag, 17.04.2017
Abend-Session:
(19-23 Uhr)
Viertelfinale:

Suljovic/Anderson - de Graaf/Klaasen
Wade/Price - Wright/Bunting
Whitlock/Siepmann - Rodriguez/Smith
van Barneveld/Huybrechts - van Gerwen/Reyes

Halbfinale:
Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2
Sieger Viertelfinale 3 - Sieger Viertelfinale 4

FINALE:
Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2

Preisgelder European Tour 2017:

Ausgespielt werden insgesamt £135.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (knapp 35.000 €) nach Hause. Im Vergleich zu den letzten Jahren gibt es aber eine große Änderung. Die gesetzten Spieler müssen ihr Auftaktspiel am 2.Turniertag gewinnen, damit ihr Preisgeld in die Rangliste einfließt. Sollten sie ihr erstes Spiel verlieren, bekommen sie das Preisgeld zwar ausgezahlt, es geht aber nicht in die große Order of Merit sowie die European Order of Merit ein. Diese Spieler haben aber die Möglichkeit freiwillig auf ihre Setzposition zu verzichten und am Qualifier teilzunehmen, um so bei einer erfolgreichen Qualifikation sicheres Preisgeld zu erhalten.

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.000
Viertelfinale: £4.000
Achtelfinale: £3.000
2.Runde: £2.000
1.Runde: £1.000

Gesamt: £135.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zu den German Darts Masters [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2017 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

TV-Übertragung:
European Tour Turniere werden NICHT im TV übertragen. Es sind eher kleinere Turniere, sie sind nicht einmal in Großbritannien live zu sehen. Die einzige Möglichkeit diese Turniere zu verfolgen ist der offizielle, kostenpflichtige Livestream der PDC unter www.livepdc.tv. Außerdem übertragen auch diverse Wettanbieter wie auch der österreichische Streaminganbieter laola1.tv die Turniere der European Tour.

Foto-Credit: PDC Europe

[mvdb]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

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