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German Darts Championship: Schindler, Rasztovits und Suljovic im Achtelfinale

Samstag, 1. September 2018 23:28 - Dart News von dartn.de

German Darts Championship 2018 - Tag 2 - Martin Schindler

Zweiter Tag beim traditionsreichsten European Tour Event, den German Darts Championship in Hildesheim. In der Halle 39 waren mit Martin Schindler, Michael Rasztovits und Mensur Suljovic gleich drei deutschsprachige Spieler erfolgreich und werden morgen am Finaltag noch mit dabei sein. Dave Chisnall sorgte für einen neuen Rekord, während insgesamt acht gesetzte Spieler ihr Auftaktspiel nicht überstanden.

Nachmittags-Session:

Wie schon gestern konnte Martin Schindler nicht glänzen, erneut reichte es aber, um einen schwachen Steve Beaton mit 6:2 zu besiegen. Schindler fand nicht gut in die Partie, so dass die ersten beiden Legs noch an den BDO-Weltmeister aus dem Jahre 1996 gingen, im zweiten Leg dank eines 112er-Finishs. Mit einem 15-Darter kam Schindler zum ersten Mal aufs Scoreboard und glich anschließend zum 2:2 aus. Ein 76er-Checkout brachte die erste Führung für den jungen Deutschen, die er auf der D6 folgend ausbauen konnte. Nachdem Beaton anschließend erneut auf den Doppeln patzte, traf Schindler die D5 zur Vorentscheidung, bevor "The Wall" dann mit einem 164er-Finish dem eher schwachen Match ein starkes Ende bereitete.

Nach Martin Schindler schaffte mit Michael Rasztovits dank eines überraschenden 6:3-Erfolgs über Simon Whitlock auch der zweite deutschsprachige Spieler am Nachmittag den Sprung ins Achtelfinale. Ging das erste Leg in 19 Darts noch an Whitlock, startete Rasztovits einen kleinen Zwischenspurt und holte sich die kommenden drei Legs in 17, 17 und 15 Darts. Mit einem 84er-Bullfinish konnte Whitlock diesen Zwischenspurt stoppen, doch "Rasto" stellte mit einem 111er-CO den alten Abstand wieder her. Der Österreicher legte einen 11-Darter zum 5:2 nach, Whitock gelang mit einem 68er-Finish allerdings nochmal ein Break. Dieses hatte jedoch keine Auswirkungen mehr, da Rasztovits anschließend seinen ersten Matchdart auf der D20 nutzte, so dass der Mann aus Oberpullendorf erstmals den Finaltag eines European Tour Events erreichen konnte.

Gleich zu Beginn des Tages sorgte Dave Chisnall für Aufsehen, als er mit einem Average von 118,66 bei seinem 6:0-Sieg über Mark Webster einen neuen Rekord für ein Spiel auf der European Tour sorgte. Der Engländer erwischte einen absoluten Sahnetag und ließ seinem walisischen Gegner nicht den Hauch einer Chance. Im ersten Leg vergab Webster noch einen Dart auf der D20, mehr war für "Webby" an diesem Tag nicht drin, da Chisnall in 17, 11, 14, 12 (inkl. 121er-Bullfinish), 11 (81er-CO) und nochmals 11 Darts das wohl beste Match seiner Karriere ablieferte und Webster dadurch den 6:0-Whitewash verpasste.

Als erster gesetzter Spieler musste sich Gerwyn Price nach einer 4:6-Niederlage gegen Jan Dekker aus dem Turnier verabschieden. Nur wenige Wochen nach seiner Operation an der Achillessehne hielt Price zwar lange gut mit, vergab am Ende aber zu viele Doppel, um in das Achtelfinale einzuziehen. Dekker eröffnete mit einem 74er-Finish, bis zum 2:2 blieb alles in der Reihe. Im fünften Leg breakte Price mit einem 88er-CO, doch Dekker gelang direkt das Re-Break. Bis zum 5:4 ging alles weiter mit den Darts, doch dann holte sich Dekker gegen die Darts mit einem 15-Darter im zehnten Leg das Break zum 6:4-Erfolg.

Auch Stephen Bunting musste sich in einer guten Partie Ron Meulenkamp im Decider mit 5:6 geschlagen geben. Die Begegnung nahm direkt Fahrt auf, Meulenkamp gleich zu Beginn mit einem 12-Darter, Bunting checkte im Gegenzug 110 Punkte. Im dritten Leg brachte Meulenkamp dann 105 Punkte auf null, nachdem Bunting zunächst zum 2:2 ausglich, gingen dann zwei Legs in Folge an den Niederländer. Bunting konnte dann allerdings einen Gang höher schalten und hatte nach drei Leggewinnen in Serie inkl. 102er- und 167er-Finish beim Stand von 5:4 alle Chancen auf seiner Seite, doch "The Bomb" nutzte zwei verpasste Matchdarts seines Gegenübers aus und holte sich mit einem 17-Darter im Decider den Sieg.

Ohne große Mühe erreichte Joe Cullen den Sprung in den Finaltag, Cullen besiegte Josh Payne mit 6:4. Die ersten fünf Legs gingen allesamt an den Spieler, der das jeweilige Leg auch eröffnete, im sechsten Leg konnte Cullen erstmals den Anwurf seines Landsmanns zum 4:2 durchbrechen. Der "Rockstar" legte auf der D8 zum 5:2 nach, doch Payne gab sich mit zwei Leggewinnen noch nicht geschlagen. Da Cullen bei eigenem Anwurf nach 15 Darts aber das Bullseye für ein 87er-Finish traf, war die Aufholjagd beendet.

Ein sehr konstanter Daryl Gurney hatte mit Darren Johnson keine Probleme und kratzte bei seinem 6:3-Sieg an der 100er-Average-Marke. Dabei profitierte der Nordire von einem frühen Break im ersten Leg, worauf er direkt mit einem 105er-CO aufbaute. Johnson spielte zwar seinerseits selbst eine gute Partie, doch Gurney hatte zu jeder Zeit das Match unter Kontrolle. Beim Stand von 3:4 vergab Johnson zwei Darts zum Ausgleich, wodurch der Widerstand gebrochen war und Gurney das Spiel mit einem 103er-CO nach Hause brachte.

Nur ein Leg gab Michael Smith beim überraschend deutlichen 6:1-Sieg über Krzysztof Ratajski ab. Die ersten fünf Legs gingen alle an den diesjährigen Gewinner der Shanghai Darts Masters, als Highlight stand ein 160er-Finish im dritten Leg zu Buche. Auf der D10 konnte der "Polish Eagle" im sechsten Leg immerhin den Whitewash vermeiden, ein 100er-CO via S20-D20-D20 vollendete dann einen runden Auftritt des "Bullyboys".

Abend-Session:

Den dritten deutschsprachigen Erfolg an diesem Samstag gab es dann durch Mensur Suljovic, der mit Max Hopp Bezwinger Andrew Gilding bei seinem 6:2 keine Probleme hatte. Suljovic machte mit vier schnellen Leggewinnen früh alles klar, der Österreicher spielte u.a. einen 11-Darter zum 4:0. Mit einem 124er-Bullfinish holte sich Gilding sein erstes Leg und legte auf der D20 ein zweites nach. Auf seinem Lieblingsdoppel, der D14, holte sich Suljovic sein fünftes Leg, nachdem Gilding anschließend drei Darts auf die Doppel vergab, war "The Gentle" mit seinem zweiten Matchdart auf der D4 zur Stelle.

Einen flotten Beginn in die Abend-Session bereitete das Spiel zwischen Darren Webster und Ricky Evans, in dem Webster mit 6:2 relativ klar die Oberhand behielt. Webster setzte früh im zweiten Leg mit einem 145er-Finish ein Highlight und zog im Anschluss auf 4:1 davon, ehe Evans mit einem 73er-Finish auf 2:4 verkürzen konnte. Mehr war für den schnellsten Werfer im Circuit aber nicht mehr drin, wenig später bereitete Webster dem Spiel mit einem 104er-CO ein Ende.

Über die volle Distanz ging die Partie zwischen Jonny Clayton und James Wilson, mit dem besseren Ende für den Engländer Wilson. Wilson war in der Anfangsphase klar der bessere Akteur, konnte davon aber auf dem Scoreboard nicht wirklich Profit schlagen, so dass es nach sechs Legs ausgeglichen 3:3 stand. Die folgenden beiden Legs gingen jeweils mit den Darts, bevor Clayton mit einem 64er-Finish plötzlich mit dem Break vorne lag. Wilson packte dann aber sein bestes Tennis aus, spielte 8 perfekte Darts und scheiterte nur an der abschließenden D18, gewann aber dennoch das Leg auf der D8. Bei eigenem Anwurf reichte dem "Lethal Biscuit" dann ein 16-Darter, um den nächsten gesetzten Spieler auszuschalten.

Mit James Wade verabschiedete sich nach einer 3:6-Niederlage gegen Robert Thornton ein etwas größerer Name aus dem Turnier. Die Nr. 10 der Setzliste fand in keiner Phase der Partie zu seinem Spiel und muss somit nach dem ersten Spiel wieder die Heimreise antreten. Das erste Leg schnappte sich "The Machine" zwar noch mit einem 96er-Finish, die folgenden drei Legs gingen aber alle an Thornton. Die kommenden vier Legs wurden jeweils mit dem Anwurf gewonnen, Thornton breakte dann aber mit einem 68er-Finish als 15-Darter entscheidend zum Matchgewinn.

Weltmeister Rob Cross musste gegen Kyle Anderson zwei Matchdarts überleben, bleibt dem Turnier nach einem Sieg im entscheidenden elften Leg aber erhalten. In einer teilweise hochklassigen Begegnung gab Cross mit einem 107er-CO direkt den Ton vor, es wechselten sich Shortlegs von 13, 12, 15, 15, 15 Darts (142er-Finish), 15 und 14 Darts ab. Beim Stand von 4:4 breakte Anderson auf der D18 und hatte dann im folgenden zwei Matchdarts auf der D20, die er jedoch beide knapp verpasste. Auf der D16 erzwang Cross den Decider und holte sich auf diesem Doppel dann auch den Sieg, unterstrichen von einem Average von 108 Punkten und einer Doppelquote von famosen 75%.

Auch im Spiel zwischen Mervyn King und Adrian Lewis musste der Gesetzte die Koffer packen, diesmal in Form von Mervyn King, der mit 5:6 unterlag. Dabei nahm das Spiel einen komischen Verlauf, Lewis zunächst mit dem Break, dann gingen die nächsten drei Legs an King, der sogar Chancen hatte, sich in dieser Phase entscheidend abzusetzen. Lewis konnte die ein oder andere Schwäche seines Kontrahenten aber ausnutzen und stellte auf der D2 auf 4:4. Der Doppelweltmeister breakte dann sogar zum 5:4, musste den Vorteil aber nach einem 80er-CO von King direkt wieder abgeben. King begann dann auch den Decider, in dem Lewis zunächst 77 Punkte überwarf, im zweiten Anlauf brachte "Jackpot" die Restpunktzahl aber auf dem Bullseye auf null.

Nachdem Dave Chisnall am Mittag den Rekord des höchsten ET-Averages aufstellte, hat Michael van Gerwen seinem Gegner Cristo Reyes ebenfalls einen Whitewash verpasst, blieb beim Average aber bei "nur" 109,98 Punkten stehen. Der Branchenprimus gönnte seinem spanischen Gegner keinen Dart aufs Doppel und hatte in 17, 12, 16, 11, 13 und 13 Darts keine Gnade. Van Gerwen trifft damit morgen im Achtelfinale auf Martin Schindler.

Zum Abschluss des Tages schied dann mit Ian White der insgesamt achte gesetzte Spieler nach einer 5:6-Niederlage gegen Terry Jenkins aus. Jenkins vergab im ersten Leg vier Darts auf die Doppel, White profitierte und gewann auch direkt Leg Nr. 2 mit einem 120er-Finish. Jenkins konnte aber direkt auf 2:2 korrigieren, ehe White erneut zwei Legs in Serie für sich entscheiden konnte. Mit einem 110er-CO verkürzte Jenkins auf 3:4, nach einem 15-Darter brauchte White dann nur noch ein weiteres Leg zum Sieg, aber Jenkins erkämpfte sich in 15 und 14 Darts den Decider. Dort scorte der Veteran besser und zitterte am Ende Matchdart Nr. vier ins Ziel.

 

Morgen steht dann schon bereits der Finaltag in Hildesheim an. In der Nachmittags-Session ab 13 Uhr MEZ wird zunächst das Achtelfinale ausgetragen, am Abend ab 19.15 Uhr kommt es dann zu Viertelfinale, Halbfinale und Finale.

 

Ergebnisse Samstag:

Samstag, 01.09.2018
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Zweite Runde:
Dave Chisnall (9) 6-0 Mark Webster (118.66 - 85.25)
Gerwyn Price (12) 4-6 Jan Dekker (92.43 - 92.69)
Stephen Bunting (15) 5-6 Ron Meulenkamp (96.07 - 98.36)
Joe Cullen (5) 6-4 Josh Payne (94.76 - 90.44)
Daryl Gurney (4) 6-3 Darren Johnson (99.34 - 92.79)
Michael Smith (2) 6-1 Krzysztof Ratajski (97.21 - 87.50)
Steve Beaton (16) 2-6 Martin Schindler (79.43 - 83.72)
Simon Whitlock (14) 3-6 Michael Rasztovits (85.99 - 92.09)

Samstag, 01.09.2018
Abend-Session:
(19.15-23 Uhr)
Zweite Runde:
Darren Webster (11) 6-2 Ricky Evans (92.93 - 93.75)
Jonny Clayton (7) 5-6 James Wilson (88.48 - 91.46)
James Wade (10) 3-6 Robert Thornton (91.18 - 86.85)
Rob Cross (3) 6-5 Kyle Anderson (108.13 - 96.11)
Mensur Suljovic (6) 6-2 Andrew Gilding (98.74 - 90.37)
Mervyn King (13) 5-6 Adrian Lewis (85.69 - 84.55)
Michael van Gerwen (1) 6-0 Cristo Reyes (109.98 - 88.78)
Ian White (8) 5-6 Terry Jenkins (92.69 - 90.34)

Vorschau auf den Finaltag:

Sonntag, 02.09.2018
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Achtelfinale:
Rob Cross - Michael Rasztovits
Mensur Suljovic - Darren Webster
James Wilson - Robert Thornton
Michael Smith - Ron Meulenkamp
Daryl Gurney - Adrian Lewis
Joe Cullen - Jan Dekker
Terry Jenkins - Dave Chisnall
Michael van Gerwen - Martin Schindler

Sonntag, 02.09.2018
Abend-Session:
(19.15-23 Uhr)
Viertelfinale:
Cross/Rasztovits - Suljovic/Webster
Wilson/Thornton - Smith/Meulenkamp
Gurney/Lewis - Cullen/Dekker
Jenkins/Chisnall - Van Gerwen/Schindler

Halbfinale:
Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2
Sieger Viertelfinale 3 - Sieger Viertelfinale 4

Finale:
Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2

Preisgelder European Tour 2018:

Ausgespielt werden insgesamt £135.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (knapp 30.000 €) nach Hause. Die gesetzten Spieler müssen ihr Auftaktspiel am 2.Turniertag gewinnen, damit ihr Preisgeld in die Rangliste einfließt. Sollten sie ihr erstes Spiel verlieren, bekommen sie das Preisgeld zwar ausgezahlt, es geht aber nicht in die große Order of Merit sowie die European Order of Merit ein.

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.000
Viertelfinale: £4.000
Achtelfinale: £3.000
2.Runde: £2.000
1.Runde: £1.000

Gesamt: £135.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zu den German Darts Championship [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2018 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

TV-Übertragung:
European Tour Turniere werden NICHT im TV übertragen. Es sind eher kleinere Turniere, sie sind nicht einmal in Großbritannien live zu sehen. Die einzige Möglichkeit diese Turniere zu verfolgen ist der offizielle, kostenpflichtige Livestream der PDC unter www.livepdc.tv. Außerdem übertragen auch diverse Wettanbieter wie auch der österreichische Streaminganbieter laola1.tv die Turniere der European Tour.

Foto-Credit: PDC Europe

[mvdb]

Quelle: PDC Europe

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