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Lukes Dart Reviews - Jelle "The Cobra" Klaasen

Dart Reviews - Header - Jelle Klaasen

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Es gibt viele Rekorde im Dart. Phil Taylor wurde während seiner Jahrzehnte langen Dominanz des Sportes Halter einer Menge davon. Auch die Spieler, die vor ihm das Non plus Ultra auf dem Circuit darstellten, Legenden wie John Lowe oder Eric Bristow erreichten zig Bestmarken. Doch in einer Statistik konnten weder sie noch der aktuelle „Dominator“ der Order of Merit Michael van Gerwen den ersten Platz vom Throne stoßen. Die Rede ist vom jüngsten Weltmeister im Darts. Bis heute kann sich der Niederländer Jelle Klaasen als dieser betiteln. Heute werfe Ich einen Blick auf seine Karriere und stelle Euch anschließend auch seine aktuellen Darts vor.

Die Karriere:

Darts Reviews - Karriere

Am 17. Oktober 1984 wurde Klaasen im niederländischen Alphen geboren. Ab 2004 nahm er an den Turnieren der British Darts Organisation (BDO) teil. Zwei Jahre später spielte er seine erste Dart-Weltmeisterschaft. Und was für eine! Mit nur 21 Jahren schlug der junge Klaasen etablierte Spieler wie Paul Hogan und die Nummer Eins der damaligen Setzliste Mervyn King, kämpfte sich bis ins Finale und stand schließlich dem 4-maligen Weltmeister Raymond van Barneveld gegenüber. "The Young Matador", wie Klaasen damals noch genannt wurde, hatte nicht einmal ein BDO-Ranking und wurde von den Buchmachern als 100 zu 1 Außenseiter gesehen. Van Barneveld hingegen galt als das Zugpferd der BDO und räumte zu der Zeit alles ab. Er war der erfolgreichste Niederländer im Dartsport und hatte ganz nebenbei einen Boom des Pfeile Werfens in seiner Heimat ausgelöst. Klaasen selbst war einer der jungen Spieler, die erst durch Barneys Erfolge zu diesem Sport kamen. Es sprachen also eigentlich alle Voraussetzungen gegen einen Sieg des jungen Klaasens. Aber es kam schließlich alles ganz anders. In einem durchaus engen Finale am 15. Januar 2006 siegte "The Matador" am Ende mit 7:5 und krönte sich somit zum Weltmeister.

Jelle Klaasen

Die Erwartungen waren naturgemäß hoch, als Klaasen im Jahr darauf zur Lakeside zurückkehrte. Die Mission „Titelverteidigung“ fand jedoch ein schnelles Ende. Bereits in der ersten Runde verlor er gegen seinen Landsmann Co Stompé zu . Nach dieser herben Niederlage wechselte Klaasen zusammen mit Michael van Gerwen und Vincent van der Voort zur PDC. Anders als bei vielen ehemalige BDO-Spielern vor ihm, begann Klaasens Karriere beim neuen Verband eher schleppend. In seinem ersten Jahr spielte er nur ein Event vor TV-Kameras, die UK Open 2007. Trotzdem qualifizierte er sich für die PDC-Weltmeisterschaft. Bei seinem Debüt verlor er jedoch erneut in der ersten Runde. Gegen seinen Gegner Vincent Van der Voort hatte Klaasen aber Matchdarts und konnte die Partie somit bis zum Schluss zumindest eng gestalten.Die WM 2009 lief dagegen schon viel besser. Jelle spielte sich bis ins Viertelfinale und stand niemand anderem als "Barney" gegenüber. Dieser war nach seiner Finalniederlage 2006 zur PDC gewechselt. Klaasen verlor die Partie mit 1:5 und kassierte nebenbei den ersten Neundarter bei einer PDC-WM.

Nach seiner ordentlichen Performance bei der WM erhielt Klaasen eine der Wildcards für die Premiere League 2009. Wie auch zahlreiche Debütanten nach ihm, tat sich der junge Niederländer sehr schwer. Am Ende reichte es nur für den 7. Platz, den er auch nur nach dem Zurückziehen von Wayne Mardle (wegen Krankheit) erreichte hatte.
Bis 2015 lief es für Jelle mehr schlecht als recht. Einziges Highlight war eine Viertelfinalteilnahme beim World Matchplay 2010. 2015 kam er dann mehr und mehr wieder in den Tritt. Er spielte bei den 12. Players Championship sein erstes PDC-Finale, welches allerdings gegen Peter Wright verloren ging. Es folgten dann aber mit den 14. Und 16. Players Championship seine ersten Titel beim Profi Verband.  Im Laufe der Weltmeisterschaft 2016 gelang ihm dann ein ganz besonderes Kunststück. In der 4. Runde warf er niemand geringeren als Phil Taylor aus dem Turnier. Er spielte sich weiter bis ins Halbfinale, wo er am späteren Turniersieger Gary Anderson scheiterte. Jelle Klaasen war damit übrigens der erste Spieler, der Taylor bei einer PDC WM geschlagen und die darauffolgende Runde überstanden hat.

Auch beim nachfolgenden Major, den UK Open erreichte er das Halbfinale, verlor an dieser Stelle jedoch gegen "Snakebite". Auf der European Tour erreichte er dann das Endspiel der German Darts Championship. Hier war es Alan Norris, der die Oberhand behielt. Die folgende WM lief bis zum Achtelfinale recht ordentlich. Dann aber zeigte Klaasen eine sehr schwache Performance und verlor schlussendlich gegen Dave Chisnall. Trotz dieses eher mäßigen Saisonstarts flog seine zweite Premiere League Einladung ins Haus. Genau wie 2009 lief es für den mittlerweile auf „The Cobra“ getauften Klaasen dort nicht wirklich gut. Dieses mal waren es Probleme mit dem Handgelenk der Wurfhand, die ihm zu schaffen machten. Bereits nach der Vorrunde war für ihn auf Platz 9 Schluss.

Jelle Klaasen

Er unterzog sich anschließend einer Operation, um seine Handgelenksverletzung zu kurieren. Seitdem kriegt der Niederländer nicht mehr viel auf die Kette. Bei der WM 2018 verlor er bereits in der ersten Runde gegen Jan Dekker. Bei der letzten Weltmeisterschaft 2019 war es dann Keegan Brown, der ihn in seinem ersten Match aus dem Wettbewerb warf. Jelle Klaasen gehört zu den schnellsten Werfern auf dem Circuit. Seine Technik ist einzigartig und zugleich äußerst faszinierend. Wenn er einen guten Tag hat, kann der Niederländer seinen Gegner schwindelig spielen. Gerade in letzter Zeit gelingt es ihm jedoch immer seltener sein Talent abzurufen. Auch mit seinem kürzlichen Wechsel zu Unicorn möchte Klaasen das Ruder rumreißen und wieder ganz oben angreifen. Seine hier und da aufblitzenden starken Leistungen sprechen durchaus für ein Comeback. Es bleibt aber weiterhin fraglich, ob "The Cobra" auch seine Konstanz wiederfindet. Zu hoffen wäre es mit Sicherheit. Sein schnelles Spiel, häufig gepaart mit starkem Scoring und oftmals auch ungewöhnlichen Finish Wegen, bleibt sehr unterhaltsam.

 

 

Unicorn World Champion Deluxe Jelle Klaasen Natural 22 Gramm:

Jelle Klaasen - Naturals

2018 wechselte Jelle Klaasen von seinem langjährigen Ausrüster Monster zu Unicorn. Nach der Ankündigung dieses Schrittes verfolgten zahlreiche Fans gebannt jedes seiner Matches in der Hoffnung einen Blick auf seine neuen Darts werfen zu können. Bereits die Barrels, die ihm Monster drehte, wiesen stets ein äußerst ungewöhnliches Design auf. Nach zig Prototypen wurden dann dieser Dart als das neue Match Set des Niederländers auf den Markt geworfen. Auch während der letzten WM flogen sie gen Sisal. Die Darts wurden als Teil der neuen „Deluxe“ Reihe von Unicorn released. Diese enthält eine aufwendige Verpackung und soll wohl vor allem Sammler ansprechen. Dieses Set gibt es in den von Klaasen präferierten 22 Gramm. Darüber hinaus auch in 20 sowie 24 Gramm.

 

Darts Reviews - Unboxing

Werfen wir einen Blick auf diese neue Hülle. Die Darts kommen in einer hochwertigen Box, die mit einem Magnetverschluss geöffnet und aufgeklappt werden kann.

Jelle Klaasen - Naturals - Box 1

Im Inneren finden wir die drei Darts mit aufgepflanzten Setup. Auf der rechten Schachtel Innenseite finden sich ein paar Infos über die Pfeile, auf der linken Seite ein paar Sätze über Klaasen selbst. Die Barrels sind in einem Schaumstoff eingelassen, indem sich auch ein Point Protector findet.

Jelle Klaasen - Naturals - Box 2

Der Schaumstoff lässt sich herausnehmen. Darunter findet man eines der alt bekannten Unicorn Icon Wallets. Wir bekommen also die drei Darts inklusive Setup und ein Case, welches wohl eh kaum von Spielern genutzt wird. Es findet sich dort sowieso nur Platz für ein Set Darts mit drei Flights und Stems.

Jelle Klaasen - Naturals - Box 3

Der Preis für dieses Paket liegt je nach Sshop bei round about 110 Euro. Wie oben bereits erwähnt, haben wir es hier mit einem neuen Unicorn Konzept zu tun. Zweifelsohne versucht die englische Darts Schmiede hier Konkurrenten wie Target nach zu eifern. Diese hatten z.B. bereits mehrere limitierte Sammler Sets der Karriere von Phil Taylor gewidmet. Ich halte von diesen Vitrinen Sets nicht besonders viel. Natürlich macht so eine Hochglanzverpackung viel her. Am Ende geht es aber um einen Dart. Und der sollte auch auf ein Board geworfen werden.

Jelle Klaasen - Naturals - Box 4

Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass die Verpackung der Klaasens Spaß macht. Die Box ist hochwertig verarbeitet und hat einen edlen Look. Sammler bekommen hier einen echten Hingucker für die Vitrine. Diejenigen, die die Darts vor allem zum Zocken kaufen, haben zumindest einmal den Spaß beim Auspacken. Der Preis ist angesichts des Lieferumfanges, der abzüglich der Präsentationsschachtel lediglich den üblichen Standard entspricht, überzogen. Auch ein paar besondere Design Entscheidungen, zu denen ich im Folgenden noch näheres sagen werden, begründen diesen hohen Preis nicht wirklich. Doch kommen wir jetzt zum Eingemachten.

 

Darts Reviews - Look

Jelle Klaasen - Naturals - Look 1

Das Design der Barrel ist äußerst ungewöhnlich. Am ehesten lässt sich die Grundform mit einer langgezogenen Bullet Shape, ähnlich wie die der Andy Hamiltons vergleichen. In der Mitte der Barrel wurde eine sehr tiefe Rille eingearbeitet. Die wiederum ist mit zwei schmalen Rillen versehen worden. Letztere sind mit schwarzer Farbe gefüllt.

Jelle Klaasen - Naturals - Look 2

Die vordere Barrel Hälfte ist komplett sandgestrahlt und dadurch etwas dunkler als der Rest des Darts. Die hintere Hälfte ist von zwei weiteren der schwarzen Rillen eingerahmt und weist einen interessanten Grip auf. Es wurden Ypsilon-förmige Muster in den Tungsten gefräst. Ganz hinten vorm Barrel Ende wurde der Unicorn Schriftzug eingelasert. Ein Logo oder eine Signatur von Klaasen findet sich nicht.

Jelle Klaasen - Naturals - Look 3

Die Darts sehen wirklich ungewöhnlich aus. Die mittlere große Rille, die sandgestrahlte vordere Hälfte und das hintere außergewöhnliche Gripmuster machen dieses Set unvergleichlich. Genau deshalb finde ich das Design sehr genial. Sobald man diese Darts in den Händen hält, bekommt man wirklich große Lust die Darrel einfach auszuprobieren und gen Sisal zu werfen. Gerade für Unicorn, die normalerweise eher wenig experimentieren und in der Regel sehr simple Designs entwickeln, sind die Jelle Klaasens ein Novum. Was den Look angeht, treffen die Darts für mich voll ins Schwarze.

 

Darts Reviews - Maße

Jelle Klaasen - Naturals - Maße 01

In Sachen Maße, fällt vor allem die Kürze der Darts ins Auge. Darüber hinaus fällt auf, dass die Barrel Nase sehr breit ist. Tatsächlich ist diese Kante sogar so ausgeprägt, dass Stormpoints nach dem Einsetzen keinen glatten Übergang schaffen können. Tridents können hier etwas Abhilfe schaffen. Andernfalls muss man mit einem steigenden Flight Verschleiß rechnen. Merklich mehr Bouncer ohne Tridents konnte ich allerdings nicht feststellen.

 

Darts Reviews - Grip

Jelle Klaasen - Naturals - Grip 1

Fangen wir in Sachen Grip direkt bei der hinteren Barrel Hälfte an. Hier findet sich das neue Y-Muster. Die Einfräsungen sind nicht besonders tief und sorgen höchstens für eine etwas rauere Oberfläche. Auf einer Skala von 1 bis 10 ist dieser Halt schwer zu verorten, da er sich kaum von dem auf einem komplett glatten Dart (á la Unicorn Terry Jenkins) unterscheidet. Am ehesten wäre es wohl eine 4 von 10.

Jelle Klaasen - Naturals - Grip 2

Die tiefe Rille in der Mitte bietet zum einen einfach Orientierung, zum anderen auch eine Menge Halt. Von einer Griffmulde würde ich allerdings nicht sprechen. Die vordere Barrelhäfte mit ihrer sandgestrahlten Oberfläche ist etwas rau aber nicht besonders griffig. Wie so oft in Sachen Grip kommt es aber ganz auf die individuelle Handfläche an. Es ist sowieso fraglich, ob es Spieler gibt, die den Dart tatsächlich nur ganz vorne auf dem Sandgestrahlten greifen.

Jelle Klaasen - Naturals - Grip 3

Wie der namensgebende Klaasen es selbst tut, sind die Darts wohl am besten hinten zu greifen. Direkt auf der mittleren Rille kann man den Dart selbstverständlich auch fassen. Dennoch empfehle ich die Darts wegen ihrer Länge und dem zur Mitte hin größer werdenden Durchmesser ganz klar für Reargripper.

 

 

Darts Reviews - Fazit

Ich habe mit diesen Klaasens eine Menge Spaß. Für mich als Reargripper bietet dieses Set beste Voraussetzungen. Der hintere Grip ist angenehm, aber nicht zu stark. Die mittlere Rille bietet einen guten Orientierungspunkt und kann bei Wegrutschen eine gute „Sicherheitsbarriere“ darstellen. Die Darts sind sehr gut ausbalanciert. Der Schwerpunkt findet sich genau bei der mittleren Rille. Das Design ist außergewöhnlich und macht was her. Der sandgestrahlte vordere Teil rundet den Look passend ab. Reargripper sollten sich die Klaasens durchaus mal anschauen. Angesichts des sehr hohen Preises ist jedem Interessenten aber ganz klar anzuraten die Pfeile vorher in einem Shop zu testen! Ihr ungewöhnliches Design, gerade mit der mittleren Rille, wird nicht jedem liegen.

Jelle Klaasen - Naturals - Fazit 1

 

 

Unicorn Noir Deluxe Jelle Klaasen 20 Gramm:

 

Jelle Klaasen - Noir

Mit dem Release der neuen „Deluxe“ Range hat Unicorn eine weitere Neuerung etabliert. Früher wurden schwarz beschichtete Versionen ihrer Spielerdarts als „black titanium“ Editionen verkauft. Seit 2018 laufen solche Sets unter dem Namen „Noir“. Dazu gab es eine Reihe neuer Flight Designs. Das wohl prominenteste Beispiel eines Profis, der seine neue Edition auch auf der Bühne spielt ist Gary Anderson. Doch auch für "The Cobra" wurde eine schicke schwarze Version herausgebracht. Vorliegend haben wir es mit der 20 Gramm Version zu tun. Genau wie bei den Naturals wird noch ein 24 und ein 22 Gramm schweres Set angeboten. Bei dem vorliegenden Set habe ich die original Spitzen mit Aztec Points von One80 ersetzt. Vom Band sind glatte schwarze Spitzen eingesetzt.

 

Darts Reviews - Unboxing

Die Darts der Noir Reihe sind in einer ähnlichen Aufmachung verpackt wie ihre Pendants der Deluxe Range. Auch hier haben wir eine hochwertige mit Magnetverschlüssen versehene Box.

Jelle Klaasen - Noir - Box 1

 

Klappt man die Box auf, finden sich auch hier zum einen Infos über die Darts und zum anderen über Jelle Klaasen. Die Darts sind mit einem Setup versehen und liegen samt Point Protector in schwarzen Schaumstoff. Nehmen wir diesen Einsatz heraus, finden wir etwas anderes als bei der Deluxe Version.Jelle Klaasen - Noir - Box 2

Statt einem Icon Case finden sich zwei weitere Sets Stems, sowieso drei Sets verschiedene Noir Flights. In meinen Augen bekommt man hier also mehr für sein Geld...bzw. einfach nützlicheres.

Jelle Klaasen - Noir - Box 3

Mittlerweile sind die Preise der Noir Darts gesunken. Vermutlich liegt das tatsächlich daran, dass die anfängliche Nachfrage schlicht nicht so groß war. Aktuell liegen sie preislich mit den Deluxe Klaasen Naturals auf Augenhöhe bei rund 110 Euro.

Jelle Klaasen - Noir - Box 4

Auch hier sehe ich den Preis als viel zu hoch an. Es wurde hier mit einem Coating gearbeitet und beschichtete Darts sind immer etwas teurer. Darüber hinaus wurde auf ein schnödes Icon Case verzichtet und statt dessen findet sich eine Menge Zubehör in der Box. Trotzdem sind mehr als einhundert Euro schwer zu begründen. Es ist, genauso wie bei den Deluxe Klaasens, ganz klar die Verpackung, die hier den Preis hoch treibt. Das es keine alternativen preiswerteren Sets ohne die Präsentationsbox gibt, sehe ich sehr kritisch. Doch lassen wir mal die Anschaffungskosten beiseite und werfen wir einen Blick auf die Darts.

 

Darts Reviews - Look

Jelle Klaasen - Noir - Look 1

Die wesentlichen Aspekte in Sachen Design habe ich bereits bei den Naturals beleuchtet und konzentriere mich im Folgenden vor allem auf das Coating. In schwarz sehen die Klaasens einfach nochmal ein Stückchen genialer aus. Mir gefällt vor allem, dass man die Barrels nicht einfach komplett beschichtet hat, sondern ein paar silberne Akzente frei gelassen hat.

Jelle Klaasen - Noir - Look 2

Ich bin sowieso ein großer Fan schwarzer Coatings, in diesem Falle finde ich es aber ganz besonders gelungen. Auch der sandgestrahlte vordere Teil macht mit seinem matten Look eine Menge her. Die Noirs stellen allein von der Optik her eine tolle Alternative zu den Naturals dar.

Jelle Klaasen - Noir - Look 3

 

 

Darts Reviews - Maße

 Jelle Klaasen - Noir - Maße 01

Bei den Maßen bietet sich in erster Linie der Vergleich mit den Naturals an. Dabei fällt auf, dass sich diese ganze zwei Gramm leichtere Variante nur wenig in Durchmesser und Länge von den 22ern unterscheidet. Neben den etwas reduzierten Durchmesser wurden die Noirs aber auch weiter aufgebohrt. Sie sind dementsprechend etwas kopflastiger als die 22er Naturals.

 

Darts Reviews - Grip

In Sachen Gripstärke unterscheiden sich die Noirs nicht wesentlich von ihren unbeschichteten „Brüdern“. Das Coating sorgt aber grundsätzlich dafür, dass sich die Barrel etwas schneller erwärmen. Die meisten Spieler finden dadurch schneller besseren Halt. Ausnahmen bestätigen an dieser Stelle die Regel. Alan "Chuck" Norris etwa, wechselte jüngst bei der WM ständig zwischen mehreren identischen Sets, weil er keine warmen Darts mag.

Jelle Klaasen - Noir - Grip 1

Die vordere sandgestrahlte Hälfte der Barrel fühlt sich bei diesem Set wesentlich glatter an. Die Oberfläche ist viel feiner als bei den Naturals. Es scheint so, als hätte man das Coating nach dem Sandstrahlen aufgetragen. Auf jeden Fall findet man vorne bedeutend weniger Halt als bei der unbeschichteten Version.

 

Darts Reviews - Fazit

Die Klaasen Noirs gehören zu den ansehnlichsten Darts auf den Markt. Das raffinierte Design mit dem schwarzen Coating und den silbernen (bzw. freigelassenen) Akzenten ist wirklich sehr sehr stylisch. Neben dem Look überzeugt auch der Grip, der durch die Beschichtung verstärkt und unterstützt wird. Der sandgestrahlte vordere Bereich bietet weniger Halt als bei den Naturals, macht aber durch seine matte Oberfläche schwer was her. Mir gefallen die Noirs nochmal etwas besser als die Natural Klaasens. Auch weil sich der Preis beider Sets mittlerweile angenähert hat, würde ich eher zu der schwarzen Version greifen.

 

Unicorn Purist DNA Jelle Klaasen 22 Gramm:

Jelle Klaasen - DNA

Neben den schwarzen Noirs und den unbeschichteten Naturals wurde auch ein DNA Set der Klaasens herausgebracht. Bei diesem Coating mit dem klangvollen Namen handelt es sich um eine Beschichtung, die die Barrels in eine farbenfrohe Hülle taucht. Diese Verarbeitungsart findet sich unter anderem Namen auch bei Unicorns Konkurrenz. Im Allgemeinen nennt man das Ganze meist schlicht „Rainbow“ Coating. Dieses Set wird ausschließlich in 22 Gramm angeboten. Wie bei den Noir Klaasens habe ich auch hier die Spitzen gewechselt. Vom Band sind silberne Standard Spitzen eingesetzt.

 

Darts Reviews - Unboxing

Die Klaasen DNAs sind Teil von Unicorns altbewährten „Purist“ Reihe. Wie der Name es vielleicht schon vermuten lässt, werden Darts dieser Range ohne viel Zubehör verkauft. Neben den Barrels findet sich nur ein ganz einfaches Einschiebe-Case. Der Preis für dieses Set liegt bei rund 80 Euro.  

Jelle Klaasen - DNA - Box 1

Das Konzept von Unicorns Purist Reihe hat sich mir bis heute nicht wirklich erschlossen. Grundsätzlich finde ich die Grundidee Prototypen als limitierte Versionen anzubieten sehr cool. Allerdings sind die Purist Darts der Einhörner nie limitiert und schon gar keine Prototypen. Ein Beispiel gefällig? Joe Cullen spielt bereits seid Ewigkeiten mit goldenen Darts. Unicorn verkauft aber unbeschichtete, sprich silberne Darts als Teil der Maestro Reihe als Cullens Match Set. Gleichzeitig werden seine beschichteten goldenen Barrels im Rahmen von „Purist“ angeboten. Die kosten dann gleich einen Haufen mehr und haben wie diese Klaasens nicht mal mehr ein Setup dabei. John Lowes Phase 2 Darts sind ebenfalls Teil dieser dubiosen Purist Range. Warum ist nicht ersichtlich. Und so gibt es noch zig weitere Beispiele, die die Idee hinter diesen Editionen ad absurdum führen. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch den Preis dieser Klaasens finde ich zu hoch. Natürlich darf nicht vergessen werden, dass Rainbow Coatings immer sehr teuer sind. Nichts desto trotz sind es mir hier 20 bis 30 Euro zu viel auf dem Preisschild.

 

Darts Reviews - Look

Jelle Klaasen - DNA - Look 1

Entweder man liebt Rainbow Coatings oder man hasst sie. Der Look dieser Beschichtung ist so speziell, dass mir eine neutrale Sicht nicht möglich erscheint. Ich für meinen Teil mag das farbenfrohe Gewand nicht immer. Es kommt sehr auf das Barrel Design an, ob das Ganze am Ende stylisch oder nur billig aus schaut.

Jelle Klaasen - DNA - Look 2

Bei den Jelle Klaasens passt in meinen Augen aber alles perfekt zusammen. Die ungewöhnliche Barrel Form und das besondere Gripmuster hinten sehen an sich schon sehr verrückt aus. Gepaart mit dem DNA Coating wird das Design abgerundet.

Jelle Klaasen - DNA - Look 3Es gibt neben dem Coating aber noch einen weiteren Unterschied zu den anderen Klaasen Versionen. Dieses Set wurde nicht sandgestrahlt! Die vordere Hälfte des Barrels ist komplett unbehandelt, also glatt. Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt technisch möglich gewesen wäre, die DNA Beschichtung auf eine sandgestrahlte Stelle aufzutragen, aber cool hätte es sicher ausgesehen. Interessanterweise kursierten bei Release dieses Sets Produktbilder, auf denen genau das der Fall gewesen ist. Allerdings wurden diese Fotos wieder zurück genommen, da sie nicht dem verkauften Design entsprachen.

Darts Reviews - Maße

Jelle Klaasen - DNA - Maße 01Bei den Maßen finden sich keinerlei Unterschiede zu den Naturals. Kommt man allein von der Größe der Barrel letzterer klar, hat man hier also eine super Alternative.

 

Darts Reviews - Grip

Jelle Klaasen - DNA - Grip 1

Ich habe auf den DNAs etwas weniger Halt als auf den Naturals (und den Noirs allemal) gefunden. Wie jeder beschichtete Dart, ist auch dieses Set schnell aufgewärmt. Allerdings hatte ich vor allem in engen Matches, in denen der Schweiß etwas angeregter in die Hände floss, häufiger Probleme mit dem Grip. Es gab nicht wenige Situationen, in denen ich einzig an der mittleren tiefen Rille noch etwas Sicherheit gefunden habe. 

Jelle Klaasen - DNA - Grip 2

Es kommt mir sogar so vor, als wären die hinteren Y-Gripmuster weniger tief ausgearbeitet als die auf den Naturals. Und so ist dieses Set in Sachen Grip etwas hinterher.

 

 

Darts Reviews - Fazit

Die Jelle Klaasen DNAs sehen schlicht weg fantastisch aus. Das knallbunte Coating passt wunderbar zum ungewöhnlichen Design des Barrels. Wie die Noirs und Naturals ist auch dieses Set bestens für Reargripper geeignet und besticht vor allem durch sein Aussehen. Das auf Sandstrahlen verzichtet wurde ist schade, aber gerade für diejenigen, die ausschließlich hinter der tiefen mittleren Rille greifen, unerheblich. Der Preis ist wie bei allen Sets von "The Cobra" meines Erachtens zu hoch. Sie sind aber günstiger als die anderen Versionen und somit eine sehr sehr gute Alternative. Man verzichtet lediglich auf den angerauten vorderen Bereich und die Präsentationsbox.

Jelle Klaasen - DNA - Fazit 1

 

An dieser Stelle möchte ich ein kleines Gesamtfazit ziehen. Unicorn hat mit Jelle Klaasens neuen Darts einen ungeahnten Hang zum Experimentieren gezeigt. Viele Entscheidungen im Design sind ungewöhnlich, aber nicht unüberlegt. Im Ergebnis haben wir einen besonderen Dart mit gewissen Alleinstellungsmerkmalen. Y-Grip und Co. können die hohen Preise schlussendlich aber nicht begründen. Am Ende zahlt man hier eine Stange mehr einzig für die Verpackung. Das Konzept dahinter widerspricht sich selbst. Denn auf der einen Seite geht es um Darts, die auch geworfen werden sollen. Sie sind weder limitiert, noch besonders aufwendig hergestellt (Gegenbeispiel wären z.B. die Target Elysian). Außerdem sind es die Matchdarts von Spielern, die diese ja sowieso auf der Bühne und dem Floor nutzen. Auf der anderen Seite ist die Verpackung klar für Sammlervitrinen gedacht. Der Preis scheint sich vor allem daran zu orientieren.

Ich selbst habe für keines der drei Sets auch nur ansatzweise das bezahlt, was man neu auf den Tisch legen muss. Und auch Euch würde ich empfehlen die Augen nach guten gebrauchten Sets und alternativ Sales offen zu halten. Die Klaasens sind geniale Darts. Mein größter Kritikpunkt ist tatsächlich nur der hohe Preis.

Ich hoffe das Review hat Euch gefallen. Wir sehen uns an dieser Stelle beim nächsten Set. Bis dahin Good Darts!

 

 

Foto-Credits: PDC/dartn.de

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