German Darts Grand Prix: Hopp überrascht gegen King

Sonntag, 1. April 2018 23:17 - Dart News von dartn.de

German Darts Grand Prix 2018 - Tag 2 - Max Hopp

Am heutigen Ostersonntag ging es mit dem zweiten Turniertag des German Darts Grand Prix 2018 weiter. Im ausverkauften "Zenith" in München erlebten über 2.000 Fans eine kleine Sensation. Deutschlands Nummer 1 Max Hopp bezwang den als Nummer 11 gesetzen Mervyn King und zog damit in das Achtelfinale ein. Neben Hopp siegten auch noch sechs weitere ungesetzte Spieler.

Nachmittags-Session:

Max Hopp dreht wie am Tag zuvor einen 3:4 Rückstand und bezwingt Mervyn King. Dabei zeigte der 21-jährige eine ansprechende Leistung mit vor allem sicheren Checkouts und noch einmal verbessertem Scoring. King startete mit einem 16-Darter und machte 84 für ein frühes Break zu. Hopp fand mit einem 13-Darter in die Begegnung und führte mit einem 76er-Checkout den Ausgleich herbei. King hatte im vierten Leg Doppel verpasst, meldete sich dann aber seinerseits mit einem 76er-Finish wieder zu Wort. Hopp checkte 104 für das 3:3, „The King“ setzte aber mit einem 12-Darter wieder den Konter. Deutschlands Nummer Eins wehrte sich in 16 Darts und breakte nachfolgend mit einem 15-Darter zur ersten Führung. Ein 68er-Finish brachte ihn schließlich in sein erstes Achtelfinale auf der European Tour seit gut zwei Jahren.
 

Im Interview nach dem Spiel blickte der „Maximiser“ noch einmal zurück auf diese emotionale Partie. Er lieferte aber auch interessante Einblicke zu seinem Wechsel innerhalb der Bulls-Familie.

Drei brilliante Legs am Schluss haben Keegan Brown das Weiterkommen gegen Simon Whitlock beschert. “The Wizard“ diktierte das Geschehen mit einem 92er-Finish und einem 14-Darter für einen 3:0 Vorsprung. Brown startete den erfolgreicheren Teil seines Nachmittags in 14 und 13 Darts. Ein 16-Darter bedeutete Gleichstand, doch Whitlock war mit einem 80er-Checkout wieder rechtzeitig zur Stelle. Brown drehte das Match mit zwei starken 11-Dartern und vollendete mit einem 13-Darter.

Nachdem Gerwyn Price in der Premier League als einziger Spieler ohne Sieg bereits fix ausgeschieden ist, läuft es auch auf der European Tour für den Waliser alles andere als rund. Er musste sich gegen Luke Humphries deutlich mit 1-6 geschlagen geben und kam dabei über einen Average von 87 nicht hinaus. Humphries startete entfesselt und lag mit 15, 13 und 12 Darts mit 3-0 voran. Dann bei eigenem Anwurf das einzige Leg für Price mit 18 Darts, ehe sein Gegner mit 15, 16 und 12 Darts den Sieg perfekt machte. Ein starker Auftritt des Engländers, der einen Average von knapp 101 Punkten spielte. 

Einen hochklassigen Thriller lieferten sich Dave Chisnall und Darren Webster. Am Ende konnte Webster das Spiel im Entscheidungsleg mit 6-5 für sich entscheiden. Die ersten beiden Legs der Reihe nach, dann Chisnall mit einem 12-Darter zum Break. Bei eigenem Anwurf das 3-1 für "Chizzy", ehe Webster mit einem 111-Finish verkürzen konnte. Dann ein 13-Darter von Chisnall zum 4-2. Webster bei Anwurf zum 3-4. Für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte Chisnall mit einem 11-Darter zum 5-3. Doch der "Demolition Man" legte noch einen Zahn zu und glich das Match mit zwei 12-Darter (darunter auch ein 129-Finish) zum 5-5 aus. Im Decider spielten beide Spieler sehr starke Darts, beide mit je einer 140 und einer 180. Webster durfte das Leg beginnen und war als erster im Finish-Bereich. Er checkte 81 Punkte mit drei Darts und ließ seinen Gegner nach 9 Darts auf 82 Rest stehen. 

Mit dem Belgier Kim Huybrechts musste sich am Nachmittag ein weiterer gesetzter Spieler früh aus dem Turnier verabschieden. Er unterlag gegen den Engländer Steve West mit 3-6. Bis zum 3-3 war es ein offenes und ausgeglichenes Spiel auf überschaubarem Niveau. Dann verpasste Huybrechts zwei Darts auf Doppel und West schnappte sich die Führung. Mit einem Break baute West die Führung auf 5-3 aus. Daraufhin ließ West unzählige Matchdarts aus. Insgesamt 9 Darts konnte er in diesem Leg nicht im Doppelfeld unterbringen. Doch Huybrechts spielte ein erschreckend schwaches Leg indem er mit vier Aufnahmen in Folge nicht mehr als 59 Punkte warf. Dennoch bekam er drei Darts auf Doppel, die er aber alle an der Doppel 13 vorbei setzte. West checkte mit seinem 10. Matchdart die Doppel 1 und steht damit im Achtelfinale. 

Nachdem dann auch noch Kyle Anderson knapp gegen Alan Tabern verlor, hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein gesetzter Spieler die dritte Runde erreicht. Anderson konnte eingangs durch ein 83er-Finish breaken, Tabern konnte ihm in 16 Darts aber ebenfalls das Service abnehmen. Danach checkte Anderson 138 (12-Darter) und 68 (15-Darter). Tabern gewann die nächsten drei Legs, darunter ein 106er-Finish zur 4:3 Führung. Australiens Nummer Zwei reagierte mit einem 16-Darter und einem 76er-Check zum nächsten Führungswechsel. Tabern war aber noch nicht niedergekämpft, sondern sicherte sich das Weiterkommen doch noch mit zwei 16-Dartern.

Als erster Gesetzter spielte sich Alan Norris unter die letzten 16. Er nahm die Hürde Toni Alcinas, die an diesem Tag aber nicht sonderlich hoch war. Norris begann verheißungsvoll in 15, 13 und noch einmal 13 Darts. Alcinas konnte im vierten Leg zurückbreaken, vergab danach aber vier Checkchancen und es hieß 1:4 aus seiner Sicht. Wie wach gerüttelt steigerte sich Norris danach wieder und brachte den Sieg mit einem 14-Darter und einem 90er-Finish nach Hause.

Trotz ein paar Aussetzern präsentierte sich Daryl Gurney beim Triumph über Ryan Meikle in guter Verfassung. Gurney gewann drei der ersten vier Legs begleitet von einem 65er-Finish. Meikle hatte zwischendurch in 13 Darts ausgeglichen, vergab aber in jedem Leg, das er verlor eigene Möglichkeiten. So zog Gurney in 15 Darts weiter davon, ehe Meikle in 16 und 18 Darts auf 3:4 verkürzte. Der Favvorit aus Nordirland zog den Kopf mit einem 12-Darter inklusive 127er-Check aus der Schlinge und kam mit einem 14-Darter ins Ziel.

Abend-Session:

Peter Wright ist erfolgreich in das Projekt Titelverteidigung gestartet. Gegen den jungen Engländer Josh Payne gab es für den mit geliehenen Darts angetretenen Wright einen 6:3-Erfolg. Nachdem Wrights Gepäck den Weg von Belfast nach München nicht fand, brauchte der Schotte am Anfang des Spiels ein wenig Gewöhnungszeit, so dass die ersten vier Legs allesamt mit den Darts gingen. Im fünften Leg biss "Snakebite" dann mit einem 12-Darter inklusive 90er-Finish erstmals zu und legte ein 83er-Finish zum 4:2 nach. Payne hatte im Anschluss zwar seine Chancen, konnte dieser aber nicht nutzen und die Nr. 2 der Welt beendete mit einem 82er-Bullfinish die Partie.

Im anschließenden Interview sprach Wright über die schweren letzten Wochen und gibt Einblicke, was es mit seinem ständigen Dartswechsel auf sich hat.

Michael Smith liefert eine Matchtdemonstration und bezwingt Chris Dobey mit einem 105er Average. Smith gehörten die ersten beiden Legs in 14 und 16 Darts, Dobey konnte im Anschluss in 14 Darts Fuß fassen. Es folgte ein gehaltener Wurf auf beiden Seiten, Dobey checkte hier 85. In 15 und 12 Darts brachte Smith mehr Abstand zwischen sich und den Kontrahenten und nach einem 13-Darter war endgültig alles klar.

Eine enge Partie musste Mensur Suljovic gegen den Niederländer Danny Noppert überstehen, behielt am Ende aber mit 6:4 die Oberhand. Der Österreicher führte zwar früh mit 3:1, doch Noppert konnte mit zwei 15-Dartern zum 3:3 ausgleichen. Der BDO-WM-Finalist von 2017 lag dann sogar mit 4:3 in Front und hatte Chancen zum 5:3, doch Suljovic schnappte sich auf seiner D14 das 4:4. Auch nachdem "The Gentle" 122 Punkte überwarf, konnte "Noppie" dies nicht entscheidend für sich nutzen und so war es am Ende der vierte Matchdart, der Suljovic ein Achtelfinalduell mit Max Hopp einbrachte.

Im Anschluss an die Partie bilanziert Suljovic seine bisherige Premier League Saison und verrät Details über seinem Management-Wechsel.


Überraschend hart kämpfen musste Michael van Gerwen gegen Steve Lennon. Der Weltranglistenerste musste über die volle Distanz von elf Legs gehen, blieb im Decider aber cool. Lennon spielte sogar den besseren Average, war aber in den entscheidenden Situationen nicht zur Stelle. "Mighty Mike" lag mit 2:0 und 4:2 zwar zweimal mit einem Break vorne, doch Lennon kämpfte sich jeweils zurück. Im neunten Leg hatte der Ire sogar zwei Chancen zum Break, doch Tops bzw. die D10 wollte nicht fallen. Nach einem 14-Darter von Lennon ging es dann jedoch in den Decider, den MvG mit einem 74er-CO nach 15 Darts beendete.

Weltmeister Rob Cross musste gegen seinen Gegner Jonny Clayton an seine Leistungsgrenze gehen um ein frühes Aus zu vermeiden, wird aber nach einem knappen 6:4-Sieg am morgigen Finaltag um seinen ersten European Tour Titel kämpfen. Clayton spielte vor allem zu Beginn der Partie stark auf und hatte lange Zeit einen Average von über 115 Punkten. Nachdem Clayton 161 Punkte checkte, vergab er acht Darts zum 4:2 und Cross kam noch einmal davon. Die nächsten beiden Legs gingen jeweils mit den Darts, ehe der amtierende Weltmeister mit einem 11-Darter breakte und dann in 14 Darts in die nächste Runde enzog.

Cross nahm sich nach seinem Sieg auch noch Zeit für ein Interview und spricht über die negativen Punkte des Lebens als Weltmeisters und die Hilfe anderer Spieler zur Verbesserung des eigenen Spiels.

James Wade kam noch rechtzeitig auf Betriebstemperatur und bog so einen 0:3 Rückstand gegen einen insgesamt schwachen Jelle Klaasen um. Klaasen schnappte sich ohne Probleme die ersten drei Legs, spielte dabei einen 14-Darter und checkte 72. Wade brachte sich mit einem 85er-Checkout erstmals ins Gespräch und fügte noch einen 16-Darter hinzu. Klaasen stoppte den Lauf des Gegners mit einem 106er-Finish, aber „The Machine“ blieb in 13 Darts weiter auf Tuchfühlung. Als nächstes warf er 150 sowie 68 aus und hatte damit das Match gedreht. Im Folgenden saß der erste Matchdart zielsicher in der Doppel 20 und die Nummer Neun der Welt steht zum zweiten Mal in Folge im Achtelfinale auf der European Tour.

Ian White überzeugt mit einem Average von über 100 und lässt Stephen Bunting in einem umkämpften Match hinter sich. Nachdem die Partie zwei Legs dahinplätscherte, setzte Bunting mit einem 14-Darter das erste Highlight. White zog mit einem sehenswerten 139er-Finish nach, Bunting holte sich in 12 Darts gleich darauf die 3:2 Führung. White zog in 15 und 13 Darts wieder vorbei, vergab aber Gelegenheiten zum 5:3 und Bunting schaffte in 15 Darts den Ausgleich. Dadurch ließ sich „Diamond“ nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen machte er in 16 und 13 Darts den Sieg perfekt.

Mit einem blauen Auge davon gekommen ist Joe Cullen. Der „Rockstar“ geriet gegen Yordi Meeuwisse nach einer 3:1 Führung in Rückstand, überlebte vier Matchdarts und gewann das Match dann durch ein weltklasse Finish. Beide Spieler fanden mit einem 14-Darter in die Partie. In den beiden Legs danach ließ Meeuwisse jeweils Chancen liegen und Cullen staubte zum 3:1 ab. Dafür kam der Niederländer anschließend sehr sauber in 12 und 14 Darts zum Ausgleich und ging mit einem weiteren 14-Darter 4:3 in Front. Cullen setzte seinerseits mit einem 129er-Checkout für einen 12-Darter ein Ausrufezeichen, Meeuwisse checkte allerdings im nächsten Leg 70 und baute so viel Druck für den Favoriten auf. Dem konnte Cullen durch ein 120er-Finish standhalten, Meeuwisse hatte hier bereits ier Matchdarts verworfen. Den Decider durfte der Underdog eröffnen, aber es war Cullen, der 164 für einen 12-Darter zumachte.

 

Der morgige Ostermontag ist bereits der Finaltag des German Darts Grand Prix. In der Nachmittags-Session ab 13 Uhr MEZ wird zunächst das Achtelfinale ausgetragen, am Abend ab 19.15 Uhr finden dann Viertelfinale, Halbfinale und Finale statt.

Ergebnisse Sonntag:

Sonntag, 01.04.2018
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Zweite Runde:
Gerwyn Price 1-6 Luke Humphries (87,00 - 100,81)
Dave Chisnall 5-6 Darren Webster (103,85 - 101,18)
Kim Huybrechts 3-6 Steve West (88,01 - 84,86)
Mervyn King 4-6 Max Hopp (96,49 - 97,01)
Kyle Anderson 5-6 Alan Tabern (89,59 - 89,81)
Simon Whitlock 4-6 Keegan Brown (91,27 - 103,2)
Alan Norris 6-1 Toni Alcinas (93,70 - 81,46)
Daryl Gurney 6-3 Ryan Meikle (96,62 - 90,5)

Sonntag, 01.04.2018
Abend-Session:
(19.15-23 Uhr)
Zweite Runde:
Joe Cullen 6-5 Yordi Meeuwisse (97,01 - 96,49)
Ian White 6-4 Stephen Bunting (100,16 - 100,37)
Jelle Klaasen 4-6 James Wade (83,28 - 92,19)
Michael Smith 6-2 Chris Dobey (105,38 - 93,69)
Peter Wright 6-3 Josh Payne (93,30 - 87,88)
Mensur Suljovic 6-4 Danny Noppert (95,94 - 98,12)
Michael van Gerwen 6-5 Steve Lennon (95,20 - 96,39)
Rob Cross 6-4 Jonny Clayton (104,16 - 100,06)

Vorschau auf den Finaltag:

Montag, 02.04.2018
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Achtelfinale:

Michael Smith - James Wade
Mensur Suljovic - Max Hopp
Joe Cullen - Steve West
Peter Wright - Alan Tabern
Rob Cross - Luke Humphries
Daryl Gurney - Ian White
Kegan Brown - Darren Webster
Michael van Gerwen  - Alan Norris

Montag, 02.04.2018
Abend-Session:
(19.15-23 Uhr)
Viertelfinale:
Smith/Wade - Suljovic/Hopp
Cullen/West - Wright/Tabern
Cross/Humphries - Gurney/White
Brown/Webster - van Gerwen/Norris

Halbfinale:
Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2
Sieger Viertelfinale 3 - Sieger Viertelfinale 4

Finale:
Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2

Preisgelder European Tour 2018:

Ausgespielt werden insgesamt £135.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (knapp 30.000 €) nach Hause. Die gesetzten Spieler müssen ihr Auftaktspiel am 2.Turniertag gewinnen, damit ihr Preisgeld in die Rangliste einfließt. Sollten sie ihr erstes Spiel verlieren, bekommen sie das Preisgeld zwar ausgezahlt, es geht aber nicht in die große Order of Merit sowie die European Order of Merit ein.

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.000
Viertelfinale: £4.000
Achtelfinale: £3.000
2.Runde: £2.000
1.Runde: £1.000

Gesamt: £135.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zum German Darts Grand Prix [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2018 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

TV-Übertragung:
European Tour Turniere werden NICHT im TV übertragen. Es sind eher kleinere Turniere, sie sind nicht einmal in Großbritannien live zu sehen. Die einzige Möglichkeit diese Turniere zu verfolgen ist der offizielle, kostenpflichtige Livestream der PDC unter www.livepdc.tv. Außerdem übertragen auch diverse Wettanbieter wie auch der österreichische Streaminganbieter laola1.tv die Turniere der European Tour.

Foto-Credit: PDC Europe

[kb]

Quelle: PDC Europe

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