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Lukes Dart Reviews - Jeffrey "The Black Cobra" de Zwaan

Jeffrey de Zwaan - Review

[Karriere] [Contender]

Seitdem Raymond van Barneveld seinen Siegeszug im Dartsport startete, begann in seinem Heimatland auch der große Boom um den Sport mit den kleinen Pfeilen. Oft fragt man sich, ob unsere Freunde aus dem Nachbarland irgendetwas spezielles im Trinkwasser haben, denn Darttalente scheinen den Niederlanden einfach nicht auszugehen. Um eines dieser Talente soll es heute gehen. Um "The Black Cobra", um Jeffrey de Zwaan.

Die Karriere:

Darts Reviews - Karriere

Bereits mit 16 Jahren gewann er mit den World Youth Masters einen großen Titel und machte somit auf sich aufmerksam. Nach diesem ersten großen Erfolg entschied sich der in Südholland geborene de Zwaan für die Profikarriere. Ein riskanter Schritt, der sich erst allmählich auszuzahlen scheint. Zwei Jahre später folgte sein erster großer Erfolg bei den Herren, als er bei den Dutch Open bis ins Halbfinale vorrückte. Anfang 2015 versuchte "The Black Cobra" sich in der Q-School und erspielte sich bereits am ersten Tag die Tourcard. Bei den folgenden UK Open Qualifiern gelang ihm dann das Kunststück den großen Phil Taylor zu schlagen. Allmählich machte der Name de Zwaan die Runde. Er schaffte es sich für die UK Open 2015 zu qualifizieren, scheiterte jedoch in der zweiten Runde an seinem Landsmann Benito van de Pas. Bei einem der anschließenden Players Championship warf er dann seinen ersten 9-Darter. Auf das sehr erfolgreiche Jahr 2015 folgte die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. In der ersten Runde wartete Michael Smith, dem es erst im Suddendeath-Leg gelang, den Niederländer knapp zu bezwingen.

Jeffrey de Zwaan

2016 war dann eher zum Vergessen für de Zwaan. Bis auf einen weiteren 9-Darter und das Erreichen der letzten 96 bei den UK Open, gab es keine größeren Highlights zu Verzeichnen. Ende des Jahres verpasste er sogar die WM-Teilnahme. Gegen Ende des darauffolgenden Jahres kam "The Black Cobra" dann wieder langsam in Gang. Er konnte mit dem Development-Turnier in Hildesheim seinen ersten PDC-Titel gewinnen und schaffte es beim letzten Players Championship Turnier des Jahres bis ins Halbfinale. Er qualifizierte sich für den Grand Slam of Darts und erreichte dort fast das Achtelfinale. Bei der Q School erspielte er sich erneut am ersten Tage eine Tourcard und blieb damit dem PDC-Circuit erhalten. Bei den UK Open Finals 2018 machte er erneut auf sich aufmerksam, indem er es schaffte Michael van Gerwen aus dem Turnier zu nehmen. Es war nur eine von vielen sehr guten Leistungen, die erahnen ließen, was in dem jungen Niederländer noch schlummern könnte. Gegen Jonny Clayton holte er sich dann beim 10. Players Championship Turnier seinen zweiten PDC Titel.

Jeffrey de Zwaan

Es folgte dann die Vorstellung, die ihn endgültig auf der Tour etablierte. Beim World Matchplay schlug er erneut Michael van Gerwen. Aber dem war nicht genug. Auch Adrian Lewis und Dave Chisnall mussten gegen die Schwarze Cobra ihren Hut nehmen. Erst gegen den späteren Turniersieger Gary Anderson musste sich de Zwaan geschlagen geben.
Bei der letzten WM folgte dann bereits in der 2. Runde das Aus gegen den damaligen Titelverteidiger Rob Cross. Als einer der Contender spielte de Zwaan am Premiere League Spieltag in Rotterdam, verlor dort aber erneut gegen den Engländer.

Jeffrey de Zwaan ist ein absolutes Paradebeispiel für die vielen vielen niederländischen Talente, die nur darauf warten, auf der Tour durchzustarten. Charakteristisch ist der schnelle Wurfrhythmus, die große Scoring Power und das Rechentalent. Wenn de Zwaan einen guten Tag hat, garantieren seine Auftritte hohen Unterhaltungswert. Er gehört zu den Spielern, denen man wirklich alles zutrauen kann. Seine Siege gegen Michael van Gerwen haben gezeigt: dieser Mann hat keine Angst vor großen Namen und schon gar nicht vor dem letzten Check Dart.

 

Unicorn Contender Jeffrey de Zwaan 23 Gramm:

Jeffrey de Zwaan - Unicorn Contender

Jeffrey de Zwaan war bis letztes Jahr bei One80 unter Vertrag. Ende 2018 wurden dann nach recht langem Warten seine neuen Signatur Darts von Unicorn präsentiert. Das Set ist Teil der Contender Reihe und ist ausschließlich in 23 Gramm zu bekommen.

 

Darts Reviews - Unboxing

Mit den Kyle Anderson Phase 2 Darts habe ich ja bereits ein Set aus Unicorns Contender Range vorgestellt. Die Darts haben alle die gleiche Verpackung, die nicht individuell auf den Spieler zugeschnitten wird. Lediglich eine Signatur samt Namen wird auf die Box gedruckt.

Jeffrey de Zwaan - Box 1

In dem unscheinbaren Karton finden sich die drei Darts mit zugehörigem Setup. Die enthaltenden de Zwaan Flights machen durchaus was her. Zudem muss man Unicorn hier etwas zu Gute halten: das enthaltende Zubehör wird so auch tatsächlich vom namensgebenden Spieler benutzt. Das mag wie eine Selbstverständlichkeit klingen, ist bei vielen Anbietern aber mittlerweile zur Seltenheit geworden. Dort werden gerne mal völlig andere Setups mit verkauft.

Jeffrey de Zwaan - Box 2

Verpackung und Lieferumfang sind recht unspektakulär und könnten den Eindruck erwecken, man hätte es mit einem günstigen Set Darts zu tun. Aber dem ist bei weitem nicht so! Auch die Contender Reihe wird von Unicorn sehr hoch ausgepreist. Dieses Set kostet neu rund 60 bis 70 Euro. Für einen Dart, dessen Machart eher gewöhnlich ist, sind solche Summen definitiv zu hoch.

 

Darts Reviews - Look

Jeffrey de Zwaan - Look 1

Dieses Set kommt ganz ohne Coating aus. Das bedeutet wir haben es mit einem blanken Tungsten Barrel zu tun. Im Darts Jargon nennt man das „natural“. So ganz naturell sind diese Darts aber selbstverständlich nicht.

Jeffrey de Zwaan - Look 2

Die Darts sind fast komplett mit einem feinen Ringgrip überzogen. Zu den Besonderheiten dessen kommen wir später. Im hinteren Drittel wurde ein Streifen freigelassen, dem das Unicorn Logo sowie ein kleiner Cobra Kopf ziert. Eingerahmt wird das Ganze von Querrillen, die auch ein Stück in den Streifen reichen. Im Ergebnis wirkt der Dart tatsächlich ein bisschen „schuppig“. Das passt zum Nickname de Zwaans und sorgt für einen coolen Look. Dieser wird vielen von Euch aber bekannt vorkommen. Und zwar von den Uralt Barney Darts aus dem Hause Unicorn. An sich ist das selbstverständlich kein Beinbruch und muss nicht gleich groß kritisiert werden. In diesem Falle aber macht es eines klar und zwar, dass die Preisentwicklung bei Unicorn eine absolute Katastrophe ist. Doch dazu später im Fazit mehr.

Jeffrey de Zwaan - Look 3

Insgesamt mag ich den Look der de Zwaans. Zugegebenermaßen habe ich bei den Darts von "The Black Cobra" ein schwarzes Coating, schwarze Akzente oder zumindest eine alternative schwarze Version erwartet aber nun gut, vielleicht muss man nicht immer das Offensichtlichste bedienen. Werfen wir nun einen Blick auf die Maße.

 

Darts Reviews - Maße

 Jeffrey de Zwaan - Maße

Die Spitzen auf den Fotos habe ich eingepresst. Vom Band kommen die de Zwaans mit Unicorns silbernen Standardspitzen. In Sachen Länge und Durchmesser gibt es keine großen Ungewöhnlichkeiten zu verzeichnen. Die Maße dieses Sets entsprechen den Vorlieben vieler Spieler. Sie sind zwar lang, aber nicht überlang. Sie haben einen gewissen Durchmesser, überschreiten aber keine Grenzen, um als dicke Darts zu gelten. Alles in einem also eher Durchschnittsmaße. Doch wie greifen und werfen sich die Dinger?

 

Darts Reviews - Grip

Jeffrey de Zwaan - Grip 1

Fast auf die gesamte Länge wurden Rillen eingearbeitet. Die so entstandenen Ringe wurden wiederum ihrerseits eingefräst. Unicorn hat diese Gripart erfunden und sie „LP Finish“ getauft. Besonders prominent wurde diese Oberfläche durch die alten Barneveld Sets. Heute bieten außer den de Zwaans auch viele weitere Einhörner Sets diesen Grip (z.B. Joe Cullen Darts).

Jeffrey de Zwaan - Grip 2

Auf dem LP Finish findet man sehr viel Halt. Der Grip ist durch aus scharf, aber nicht so aggressiv, wie etwa bei einem Shark Grip oder ähnlichem. Die Querrillen vor und hinter dem glatten Streifen sorgen nochmals für mehr Halt. Insgesamt verorte ich den Grip bei einer 8 bis 9 auf einer Skala von 0 bis 10. Der Streifen mit den Logos weist zwei dünne Rillen auf. Diese sorgen auch an dieser Stelle für ein wenig Halt.

Jeffrey de Zwaan - Grip 3

Ich bin ein großer Fan des LP Finish. Es sorgt für einen sehr guten Halt ohne, dass die Finger daran kleben bleiben. Man muss sich jedoch im Klaren sein, dass der Grip mit gewisser zeit deutlich an Schärfe verliert. Da dies aber nicht außergewöhnlich passiert, zähle ich diese Eigenschaft nicht als besonderen Nachteil. Jede Gripart spielt sich nun einmal ab.

Jeffrey de Zwaan - Grip 4#

Ich greife dieses Set hinten direkt auf den glatteren Streifen und gewinne dadurch Halt, dass ich quasi nach hinten und vorne durch das LP Finish „gesichert“ bin. Idealerweise greift man dieses Set wohl eher direkt auf dem starken Grip. Insbesondere Reargripper, also Spieler, die hinten greifen, werden bei diesem Set gute Voraussetzungen finden. Da der Grip fast über den gesamten Barrel ausgebreitet ist, sind aber keine Griffhaltungen groß benachteiligt.

 

Darts Reviews - Fazit

Kommen wir also zum Fazit. Die de Zwaans bieten im Grunde alles, was ein guter Dart braucht. Sie haben ausreichend Grip. Die sind weder zu groß noch zu klein. Weder zu dünn noch zu dick. Insgesamt also ein grundsolider Dart, der viele Spielertypen anspricht. So recht bleibt trotzdem ein Eindruck hängen. Und zwar die große Ähnlichkeit mit den vielen älteren Barney Darts. Hier habe ich die Darts einmal mit ähnlichen Sets fotografiert, um den Eindruck klar zu machen:

Jeffrey de Zwaan - Fazit 1(v.l.n.r: Barney Phase2A, Barney World Champ., Part World Champ., De Zwaan)

Was ich mit dem Foto klar machen möchte: das Grunddesign ist absolut nichts Neues. Man muss das Rad ja auch nicht neu erfinden, aber was für mich hier den bitteren Beigeschmack auslöst, ist der Preis des Sets. Im Grunde haben wir es mit einer abgewandelten Barney Version zu tun. Nicht weniger aber eben auch nicht mehr. Das Unicorn dafür rund 60-70 Euro verlangt, sorgt bei mir nur für Kopfschütteln.

Jeffrey de Zwaan - Fazit 2

Wenn man an ein gebrauchtes Set in einem guten Zustand kommt, wird man mit diesem Dart seinen Spaß haben keine Frage. Aber etwas Ungewöhnliches sollte man nicht erwarten. Wem es um den Grip geht, der findet günstigere Alternativen. Die hier eingearbeiteten Querrillen machen keinen großen Unterschied und somit würde ich eher zu einem Set Barneys raten. Man findet diese noch immer häufig neu zu kaufen und hat am Ende einen fast identischen Dart in der Hand. Wen es am Ende doch um die kleinen feinen Unterschiede geht, wer auf Cobras steht oder einfach Fan des niederländischen Youngsters ist, kommt natürlich nicht an diesem Set vorbei.

Das war es für heute. Schaut doch mal in unserem Forum vorbei. Dort könnt Ihr mir auch Feedback, Fragen, etc. zukommen lassen.

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Bis zum nächsten Set! Good Darts!

 

Foto-Credits: PDC/dartn.de

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