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Unsere Spieler auf dem Weg zur WM: Licht und Schatten

Dienstag, 29. August 2017 09:48 - Dart News von dartn.de

Max Hopp und Martin SchindlerMit dem Dutch Darts Masters beginnt am kommenden Wochenende die Herbstsaison bei der PDC. Mit großen Schritten geht es dann auf die Weltmeisterschaft zu. Nur noch zwölf Ranglistenturniere finden bis dahin statt. Es könnte die erste WM seit zehn Jahren werden, an der nur ein deutscher Spieler teilnimmt. Auch in Österreich gibt es das ein oder andere Sorgenkind, aber auch eine positive Überraschung. Wir schauen auf einige deutschsprachige Spieler und beleuchten ihre Chancen auf eine WM-Teilnahme.

Deutschland

Die Fans erwarteten wieder viel von Max Hopp und auch die deutsche Nummer Eins selbst startete mit entsprechenden Ansprüchen an sich selbst in die neue Saison. Bislang war das Jahr 2017 aber ein enttäuschendes für Hopp. Eine Verletzung am Steißbein spielte eine Rolle, aber wie groß diese wirklich war, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Im Juni stand er gemeinsam mit Martin Schindler beim World Cup im Viertelfinale, doch leider zählt dieses Ergebnis für keine Rangliste. Abseits von diesem Erfolg spielte Hopp nur 8.500 britische Pfund ein. Vor allem auf der European Tour ließ er viel liegen und konnte sich nur für drei von acht Events qualifizieren. Damit fehlen ihm noch rund 13.000 Pfund, um es über die Pro Tour in den Ally Pally zu schaffen. Ein anderer Weg dorthin wäre die Jugendweltmeisterschaft. Dafür müsste Hopp zum zweiten Mal den Titel gewinnen. An einem guten Tag sicher möglich, aber aufgrund seines bisherigen Jahres sicher nichts, was man erwarten könnte. Eine andere Hintertür wäre das Qualifikationsturnier der PDPA am 27. November. Dort werden mindestens zwei WM-Startplätze ausgespielt, es sind aber auch über 100 Teilnehmer zu erwarten. Es muss also in jedem Fall einiges zusammenkommen, damit der „Maximiser“ nicht die Weltmeisterschaft aus dem Wohnzimmer verfolgen muss.

Martin Schindler wurde in diesem Jahr zur Nummer 2 in Deutschland. Zuerst holte er sich zu Jahresbeginn die für ihn so wichtige Tourcard. Im März erreichte er in Barnsley bei einem Players Championship Turnier sein erstes Achtelfinale. Doch so richtig auf sich aufmerksam machte der Mann aus Strausberg dann im Juni. Beim World Cup of Darts erreichte er an der Seite von Max Hopp das Viertelfinale und dann wenige Wochen später bei den Austrian Darts Open in Wien sein erstes Viertelfinale auf der European Tour. Ob es für eine WM-Teilnahme reicht, werden die nächsten Wochen zeigen. Im Moment sind es im WM-Race etwa 5.000 Pfund Rückstand in der Pro-Tour Order of Merit. Allerdings hat Schindler im Vergleich zu Hopp auch noch die Chance über die Super League Darts Germany. In dieser liegt er einen Spieltag vor dem Ende auf Platz 5 und wäre damit Stand heute für die Playoffs qualifiziert. Dort spielen dann am 18. November die besten 8 Spieler in Mönchengladbach einen WM-Platz aus. Eine weitere Option wäre wie bei Hopp die Junioren-WM, dort wird allerdings unter 64 Teilnehmer nur für den Sieger ein Startplatz vergeben. Noch besser sieht es für "the Wall" mit einer Quali für die European Championship aus. Da wäre er aktuell qualifiziert. Um es abzusichern, wäre aber noch die ein oder andere Qualifikation für ein European Tour Turnier notwendig.

Der Deutsch-Österreicher Maik Langendorf verpasste in den vergangenen Jahren mehrfach nur ganz knapp den Sprung in den Alexandra Palace. Auch diesmal könnte es eng werden. Über die Ranglisten wird es auf Grund der Ergebnisse im Frühjahr wohl nicht reichen. Die große Chance ist für Langendorf die Super League, bei der er nach 4 von 5 Spieltagen an der Tabellenspitze liegt. Seine Teilnahme an den Playoffs in Mönchengladbach ist bereits fix. Dort müsste er sich allerdings noch gegen die 7 weiteren Teilnehmer durchsetzen.

Ansonsten zeigten sich viele weitere deutsche Gesichter, vor allem auf der European Tour. Steffen Siepmann erreichte ein Achtelfinale und eine zweite Runde, René Eidams stand bei zwei Events unter den letzten 32 und auch der 16-Jährige Nico Blum machte mit einem gewonnenen Bühnenspiel in Saarbrücken von sich reden. Kein Spieler war aber konstant genug, um sich über die European Tour in Richtung Weltmeisterschaft zu spielen. Die deutschen Spieler haben mit den vielen Turnieren im eigenen Land sicher einen Vorteil. Es scheint spielerisch aber alles so ausgeglichen zu sein, dass kein Spieler wirklich davon profitieren kann.

Österreich

Bereits jetzt fix für die meisten Major-Turniere qualifiziert ist Mensur Suljovic. Der Wiener liegt aktuell auf Platz 7 der Weltrangliste und konnte auch in diesem Jahr wieder bei einigen Turnieren seine Klasse zeigen. Auf der European Tour erreichte er in Gibraltar und in Hamburg das Finale und musste sich da trotz starker Leistung nur knapp Michael Smith bzw. Michael van Gerwen geschlagen geben. Auch auf der TV-Bühne konnte er gute Leistungen abrufen. Sowohl bei den Masters als auch beim World Matchplay erreichte er das Viertelfinale. Damit ist er fix beim World Grand Prix, den European Darts Championship, den Players Championship Finals und natürlich auch bei der Weltmeisterschaft mit dabei. Für den Grand Slam ist er aktuell noch nicht qualifiziert, dafür fehlt ihm noch ein Turniersieg. Sollte ihm dieser bis zur Deadline nicht gelingen, hat er immer noch die Chance sich über ein Qualifikationsturnier in das Teilnehmerfeld zu spielen.

Nicht viele Experten hatten Zoran Lerchbacher zu Beginn des Jahres auf der Rechnung, doch der Knittelfelder hat es allen Kritikern gezeigt. Zunächst qualifizierte er sich als einziger deutschsprachiger Spieler für die UK Open. Es folgten weitere konstant gute Ergebnisse auf der Tour, darunter zwei Achtelfinals. Der bisherige Höhepunkt war dann die 16. Players Championship des Jahres. Hier erreichte Lerchbacher sensationell sein erstes Finale. Dieser Erfolg hat dazu geführt, dass „The Hypercane“ bereits jetzt für seine dritte Weltmeisterschaft planen kann. Schafft er es, in nächster Zeit sein Bühnenspiel noch zu verbessern, ist auch noch eine Teilnahme an der European Championship möglich. Definitiv einer der Aufsteiger in diesem Jahr. 

Mit großen Erwartungen war Rowby-John Rodriguez in das neue Jahr gestartet. Bei der World Championship 2017 hatte er Dave Chisnall einen großen Kampf geboten und zeigte sich spielerisch auf einem guten Weg. Entsprechend offensiv formulierte er seine Ziele. Bereits in der ersten Jahreshälfte wollte er es unter die besten 32 der Welt schaffen. Leider konnte der Wiener diesen Ankündigungen keine Taten folgen lassen. Ein Achtelfinale auf der European Tour war sein bislang bestes Abschneiden. Hinzu kommen viele Erstrundenniederlagen und insgesamt nur 9.000 britische Pfund für die Pro Tour Rangliste. Das reicht bei weitem nicht, um sich für die WM zu qualifizieren. Deshalb liegt für den Rest des Jahres noch viel Arbeit vor „Little John“. Es wird nicht leichter, denn auf der European Tour wird er in der Qualifikation bei drei von vier noch ausstehenden Turnieren nicht mehr gesetzt sein. Mut machen kann ihm die Tatsache, dass er seit 2014 im Herbst immer mindestens ein Viertelfinale erreichen konnte. Ein solches könnte auch 2017 eine mögliche Initialzündung sein. Andere Möglichkeiten zur WM-Qualifikation sind auch für Rodriguez über die World Youth Championship gegeben. Außerdem wird im November vermutlich in den Niederlanden ein Qualifikationsturnier für Spieler aus Westeuropa ausgetragen, bei dem wahrscheinlich mindestens zwei WM-Tickets vergeben werden.

Dann gab es vereinzelt noch weitere gute Auftritte der Österreicher. Michael Rasztovits erreichte bei einem Players Championship Turnier die Runde der letzten 32 und Christian Kallinger wird sein Break in der zweiten Runde gegen den amtierenden Weltmeister beim Heim-Turnier auch sicher so schnell nicht mehr vergessen. Einen sehr positiven Eindruck hat auch der Newcomer Rusty-Jake Rodriguez hinterlassen. Er hat ein Development-Tour Turnier gewonnen und bei den Austrian Darts Open seinen ersten Sieg auf einer großen Bühne gefeiert. Für ihn und natürlich auch alle weiteren Österreicher wird es aber dennoch sehr schwer mit einer WM-Teilnahme. Die Super League Eastern Europe, über die sich in den letzten Jahren immer ein Spieler der Alpenrepublik durchsetzen konnte, wurde aus dem Programm genommen. Daher bleibt nur noch für den ein oder anderen Spieler die Junioren-WM, die man allerdings gewinnen müsste, sowie voraussichtlich der bereits erwähnte West-Europa-Qualifier gemeinsam mit den starken Spielern aus den Niederlanden.

Wer aktuell für welches Major-Turnier qualifiziert ist, das seht ihr in unserem [PDC-Majorrace]

 

Foto Credit: Lawrence Lustig/PDC

[kb/ds]

Quelle: dartn.de

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