Mit dem World Matchplay beginnt am Samstag das zweitwichtigste Ranglistenturnier der PDC. Beim Sommer-Highlight in den Winter Gardens von Blackpool sind mit Martin Schindler und Niko Springer auch zwei deutsche Spieler vertreten und kämpfen um ein in diesem Jahr nochmal angestiegenes Preisgeld. Für den Titel führt an Vorjahres-Champion Luke Littler sowie Luke Humphries eigentlich kein Weg vorbei.
Modus & Spielplan
Ein befürchtetes „Chaos“ im Spielplan ist dank der englischen Halbfinal-Niederlage bei der Fußball-WM ausgeblieben. Im Falle eines Finaleinzugs der „Three Lions“ hätte man die ersten drei Sessions jeweils vorverlegt, sodass Fans beispielsweise schon am Samstagabend statt am Sonntagnachmittag in den Austragungsort gekommen wären. Das Eröffnungsspiel wäre dann bereits am Nachmittag gewesen. So fällt der Startschuss am Abend des 18. Juli und der Sonntag muss nicht für das WM-Finale freigeräumt werden. Am Montagabend wird die erste Runde komplettiert, am Dienstag und Mittwoch geht es ins Achtelfinale (alle Abend-Sessions ab 20 Uhr MESZ). Ab dem Viertelfinale beginnt der Abend jeweils eine Stunde später, in zwei Sessions wird das Teilnehmerfeld bis zum Wochenende auf vier Spieler gekürzt. So gibt es am Samstag die Halbfinals, bevor am Sonntag das große Finale steigt. Am Nachmittag des Finaltags steigt dann auch erneut das Women’s World Matchplay, für das sich 8 Spielerinnen qualifiziert haben und Beau Greaves klar favorisiert ist.
Das World Matchplay ist neben der WM das einzige Turnier, das bereits ab Runde 1 in einem langen Format gespielt wird. Im ersten Spiel benötigt man 10 Legs zum Sieg (best of 19 legs), im Achtelfinale einen Durchgang mehr (best of 21 legs). Ab dem Viertelfinale erhöht sich die Distanz auf best of 31, dann auf best of 33 und im Finale auf best of 35. Der Sieger des Endspiels benötigt also 18 Gewinn-Legs. Wäre da nicht noch die Two-Clear-Legs-Regel: Ein Spiel muss mit zwei Legs Differenz gewonnen werden, wobei die Verlängerung auch nicht ins Unendliche geht. In Runde 1 ist maximal ein 13:12 möglich, im Finale ein 21:20. Wer am Ende die Trophäe gewinnt, darf sich über ein Rekord-Preisgeld von 225.000 Pfund freuen (letztes Jahr 200.000). Insgesamt wurde das Preisgeld von 800.000 auf 1 Million Pfund angehoben, alle Spieler haben schon 12.500 Pfund sicher. Übertragen wird das Turnier wie im letzten Jahr auf DAZN und auf dem kostenfreien Channel DAZN x Pluto TV auf [Pluto TV].
Die deutschen Teilnehmer
Aus Deutschland sind Martin Schindler und erstmals auch Niko Springer am Start. Schindlers Blackpool-Bilanz ist dabei noch ausbaufähig: Bei seinen bisherigen vier Teilnahmen sprang noch kein einziger Sieg heraus. Im letzten Jahr sollte sogar ein 103er-Average nicht zum Sieg gegen den späteren Halbfinalisten Jonny Clayton reichen. Nun kommt es zum Duell mit dessen walisischem Landsmann Gerwyn Price, der Schindler schon bei seinem Debüt 2022 gegenüber stand. Damals gab „The Wall“ eine starke Visitenkarte ab und konnte bis zum 7:6 sogar eine Führung gegen die damalige Nummer 2 der Welt halten. Dann setzte sich noch die Klasse von Price durch, für den es bis ins Finale ging. Heute versucht Schindler einen anhaltenden Abwärtstrend aufzuhalten, was nur bei vereinzelten Leistungsausbrüchen gelingt. Price fährt trotz ordentlicher Leistungen zuletzt eher durchschnittliche Resultate ein und nimmt auch nur an ausgewählten Turnieren teil. Der letzte Titel des „Iceman“ kam im April auf der European Tour – im Viertelfinale schlug er auch Schindler knapp mit 6:5.
Bei Niko Springer ähnelt sich die Ausgangslage der von Schindler 2022: Beide Mitte 20 und schon das eine oder andere TV-Turnier mitgenommen. Der Weg Richtung Top 32 vorgezeichnet, weil bis Jahresende kein Preisgeld zu verteidigen ist. Nun die Frage, wie tief es bei den großen Major-Turnieren gehen kann. Dass einem dann ausgerechnet der weltbeste Spieler und Titelverteidiger Luke Littler zugelost wird, macht daraus kein leichtes Unterfangen. Für Springer spricht, dass er gegen die großen Namen der Szene regelmäßig zur Höchstform aufläuft und befreiter aufspielen kann, wie er zuletzt selbst nochmal bekräftigte. So konnte er beim Grand Slam of Darts Michael van Gerwen und Gary Anderson bezwingen. Auch macht sich Littler den Druck, alle großen Titel gleichzeitig sein Eigen nennen zu können. Dagegen spricht: Es ist Luke Littler.
Die Favoriten
Auch bei der Favoritenfrage für das gesamte Turnier führt kein Weg an Luke Littler vorbei und sogar ein erneutes Finale gegen Luke Humphries erscheint mittlerweile fast wahrscheinlicher, als dass es einer der beiden nicht ins Endspiel schafft. Beide haben die „Phil Taylor Trophy“ schon in die Höhe gestreckt und wollen zum erst vierten Spieler werden, der wie Taylor (16 Titel), Michael van Gerwen (3) und Rod Harrington (2) überhaupt mehr als einmal das Turnier gewinnen konnte. Humphries muss dafür zunächst an Cameron Menzies vorbei, gegen den die letzten Duelle in der Regel sehr knapp ausgingen, allerdings stets pro Humphries.
Der letztjährige Finalist James Wade geht in sein 21. World Matchplay in Serie und ist auf dieser Bühne nie zu unterschätzen, ansonsten stellen sich viele Fragezeichen bei den Kandidaten der zweiten Reihe. Der an Position 3 gesetzte Gian van Veen läuft seit der gesundheitsbedingten Pause weiterhin der Form hinterher und ist gegen Krzysztof Ratajski nur leicht favorisiert. Auch Landsmann Michael van Gerwen bekommt zu selten mehrere gute Spiele am Stück zusammen. Die Waliser Jonny Clayton und Gerwyn Price können sicher auch im Titelkampf eine Rolle spielen, nachdem beide bislang nur jeweils einmal das Finale erreicht haben. Wessel Nijman könnte dann schon der spannendste Name sein. Mit 2 European-Tour-Titeln hat der Niederländer nochmal einen Schritt gemacht und dominiert die Pro Tour wie kein Spieler in den vergangenen Jahren. 2025 schlug er zum Auftakt Nathan Aspinall, bevor er gegen James Wade rausging. Das Los Dave Chisnall eröffnet vermeintlich Möglichkeiten, kann aber auch den Versagensdruck steigern.
Spielplan & Ergebnisse 2026:
1. Runde:
Samstag, 18.07.2026:
(ab 20:00 Uhr MESZ)
Josh Rock (8) – Luke Woodhouse
Stephen Bunting (9) – Niels Zonneveld
Luke Littler (1) – Niko Springer
Nathan Aspinall (16) – Joe Cullen
Sonntag,
19.07.2026:
Nachmittags-Session: (ab 14:00 Uhr MESZ)
Chris Dobey (13) – Dirk van Duijvenbode
Gary Anderson (12) – Ryan Joyce
Michael van Gerwen (4) – Andrew Gilding
Jonny Clayton (5) – Damon Heta
Abend-Session: (ab 20:00 Uhr MESZ)
Ryan Searle (11) – William O’Connor
James Wade (6) – Jermaine Wattimena
Gian van Veen (3) – Krzysztof Ratajski
Wessel Nijman (14) – Dave Chisnall
Montag,
20.07.2026: (ab 20:00 Uhr MESZ)
Ross Smith (15) – Kevin Doets
Gerwyn Price (7) – Martin Schindler
Luke Humphries (2) – Cameron Menzies
Danny Noppert (10) – Rob Cross
Achtelfinale:
Dienstag, 21.07.2026:
(ab 20:00 Uhr MESZ) (Reihenfolge TBC)
Littler/Springer – Aspinall/Cullen
Rock/Woodhouse – Bunting/Zonneveld
Van Gerwen/Gilding – Dobey/Van Duijvenbode
Clayton/Heta – Anderson/Joyce
Mittwoch,
22.07.2026: (ab 20:00 Uhr MESZ) (Reihenfolge
TBC)
Humphries/Menzies – Smith/Doets
Price/Schindler – Noppert/Cross
Van Veen/Ratajski – Nijman/Chisnall
Wade/Wattimena – Searle/O’Connor
Viertelfinale:
Donnerstag,
23.07.2026: (ab 21:00 Uhr MESZ)
2x Viertelfinale
Freitag,
24.07.2026: (ab 21:00 Uhr MESZ)
2x Viertelfinale
Halbfinale:
Samstag, 25.07.2026:
(ab 21:00 Uhr MESZ)
2x Halbfinale
Finale:
Sonntag,
26.07.2026: (ab 21:00 Uhr MESZ)
Finale
Auslosung 2026:
Luke Littler (1) – Niko
Springer
Nathan Aspinall (16) – Joe Cullen
Josh Rock (8) – Luke Woodhouse
Stephen Bunting (9) – Niels Zonneveld
Michael van Gerwen (4) – Andrew Gilding
Chris Dobey (13) – Dirk van Duijvenbode
Jonny Clayton (5) – Damon Heta
Gary Anderson (12) – Ryan Joyce
Luke Humphries (2) – Cameron Menzies
Ross Smith (15) – Kevin Doets
Gerwyn Price (7) – Martin Schindler
Danny Noppert (10) – Rob Cross
Gian van Veen (3) – Krzysztof Ratajski
Wessel Nijman (14) – Dave Chisnall
James Wade (6) – Jermaine Wattimena
Ryan Searle (11) – William O’Connor
Teilnehmer 2026:
Für das World Matchplay qualifizieren sich die Top 16 der PDC Order of Merit (offizielle Weltrangliste) sowie die Top 16 der Pro Tour Order of Merit.
PDC Order of Merit (gesetzte Spieler):
1. Luke Littler
2. Luke Humphries
3. Gian van Veen
4. Michael van Gerwen
5. Jonny Clayton
6. James
Wade
7. Gerwyn Price
8. Josh
Rock
9. Stephen Bunting
10. Danny Noppert
11. Ryan
Searle
12. Gary Anderson
13. Chris Dobey
14. Wessel Nijman
15. Ross
Smith
16. Nathan Aspinall
Pro Tour Order of Merit:
Luke Woodhouse
Jermaine Wattimena
Kevin Doets
Andrew Gilding
Rob
Cross
Krzysztof Ratajski
William O’Connor
Niko Springer
Niels Zonneveld
Martin Schindler
Ryan
Joyce
Dirk van Duijvenbode
Cameron Menzies
Joe
Cullen
Damon
Heta
Dave Chisnall
Modus 2026:
Preisgeld 2026:
Sieger: £225.000
Runner-Up: £125.000
Halbfinale: £65.000
Viertelfinale: £35.000
Achtelfinale: £22.500
1. Runde: £12.500
Gesamt: £1.000.000
Das World Matchplay ist nach der PDC-WM das Ranglistenturnier mit dem
höchsten Preisgeld im Dartsport.
TV-Übertragung 2026:
Der Sport-Streaming-Dienst DAZN überträgt alle
Major-Turniere, alle European Tour Turniere und
alle World Series Events LIVE und
in HD. Man kann den Stream auf Smart-TV, Smartphone, PC, Laptop und
Tablet verfolgen. Der Dienst im Unlimited Abo
kostet monatlich 34,99 € (als Jahresabo) und ist im Monatsabo
jederzeit kündbar (44,99 € pro Monat). Zusätzlich zum Dart bietet
DAZN auch noch unzählige weitere Live-Events wie die
Fußball-Bundesliga oder die Champions League sowie weitere
Sportarten wie die NFL oder die NBA. Eine weitere Option ist das
günstigere Super Sports Abo, das für 19,99 € im
Monat (als Jahresabo) buchbar ist (kündbares Monatsabo: 24,99 €),
aber weniger Live-Rechte enthält. Ein Vorteil bei DAZN ist, dass
man sich verpasste Spiele im Re-Live jederzeit noch einmal
anschauen kann. Zur Bestellung: https://dartn.de/darts_auf_dazn
Zudem wird das World Matchplay auf dem Sender DAZN Darts X Pluto TV
auf [Pluto TV] kostenlos
übertragen.
Shortleg – World Matchplay Vorschau mit Jaimy van de Weerd
Auch unsere Kollegen von Shortleg, dem dartn.de Podcast, haben sich ausführlich mit dem World Matchplay auseinandergesetzt und hatten als Gast Tourcardholder Jaimy van de Weerd mit dabei. Zu sehen und hören natürlich auf unserem Youtube-Channel und bei allen gängigen Podcast-Plattformen [zur Shortleg World Matchplay Vorschau].
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Foto-Credit: Taylor Lanning/PDC
[mk]
