International Darts Open 2017 - Tag 1: Hopp hält deutsche Fahne hoch

Freitag, 22. September 2017 23:12 - Dart News von dartn.de

International Darts Open 2017 - Tag 1 - Max Hopp

Die European Tour macht Station in der SACHSENarena in Riesa und geht damit in ihre vorletzte Runde in 2017. Am heutigen Erstrundentag der International Darts Open schaffte es von den vier deutschen Startern einzig Max Hopp durch einen 6:4-Erfolg über Mark Webster in die zweite Runde. Die weiteren drei Deutschen Martin Schindler, Dragutin Horvat und Bernd Roith mussten die Segel streichen. Für die Performance des Tages sorgte einmal mehr der Australier Kyle Anderson.

Nachmittags-Session:

Horvat als erster Deutscher raus

Als erster deutscher Spieler durfte Dragutin Horvat ans Board, er traf auf den jungen Engländer Chris Quantock. Horvat, der letztes Jahr in Riesa noch im Viertelfinale stand, musste sich seinem Gegner nach vielen Aufs und Abs aber mit 3:6 geschlagen geben. Die ersten drei Legs gingen alle gegen die Darts, bevor Quantock im vierten Spielabschnitt seinen Anwurf erstmals durchbrachte. Horvat hatte vorher 26 Punkte Rest nicht ins Ziel bringen können. Mit einem 80er-Finish zum 4:1 stellte Quantock die Weichen auf Sieg, auf der D10 stellte "Quanny" gar auf 5:1. Mit einem sehenswerten 164er-Finish hielt sich "Braco" im Spiel und legte ein 80er-Checkout zum Break nach. Bei eigenem Anwurf hatte der Mann aus Kassel nun die Chance sich endgültig im Match zurückzumelden, doch viele Ausrutscher in die 1 und 5 ermöglichten Quantock leichtes Spiel zum 6:3-Erfolg.

Auch Roith verpasste 2.Runde

Im letzten Spiel der Nachmittags-Session traf der Tübinger Bernd Roith auf Josh Payne. Gleich im dritten Leg gelang Roith das Break zum 2:1, bevor der Engländer die kommenden drei Legs in Folge gewann, unter andereml dank einem 110er-Finish zum 3:2. Zwar konnte sich Roith im Anschluss noch die nächsten zwei Legs sichern, womit ihm damit auch noch der 4:4 Ausgleich gelang, bevor Payne dann aber mit einem 14-Darter und einem 16-Darter zum Break das Spiel beendete.

Das Turnier eröffneten mit Brendan Dolan und Andy Hamilton zwei Spieler, die aktuell sehr mit ihrer Form zu kämpfen haben. Besonders beim ehemaligen WM-Finalisten Hamilton ging eigentlich gar nichts zusammen, der "Hammer" kam gerade mal auf einen Average von 71 Punkten und holte gegen seinen nordirischen Kontrahenten kein einziges Leg. Dolan reichte eine mittelgute Leistung, um völlig ungefährdet in die zweite Runde einzuziehen.

Einen überraschend starken Auftritt legte Steve Lennon hin. Der Ire, der sich Anfang des Jahres bei der Q-School eine Tourkarte erspielte, besiegte Simon Stevenson mit 6:2 und kratzte dabei im Average an der 100er-Marke. Nachdem die ersten eiden Legs noch gerecht aufgeteilt wurden, zog Lennon auf 5:1 davon, bevor sich der "Mirror Man" mit einem 121er-Bullfinish im Spiel hielt. Stevenson verpasste im nächsten Leg nur knapp ein 136er-Finish und Lennon verwandelte im Gegenzug seinen ersten Matchdart in die D8.

Mehr Mühe als erwartet hatte Darren Webster bei seinem 6:4-Sieg über Luke Woodhouse. Woodhouse startete stark mit einem 87er-Finish ins Match und hätte sich auch Leg 2 holen können, doch bis zum 2:2 blieb alles in der Reihe. Mit einem 92er-Finish holte sich Webster in Leg 5 das erste Break, konnte dieses aber nicht bestätigen. Nachdem Woodhouse mit 4:3 in Führung ging, checkte Webster 138 Punkte und holte sich mit einem 65er-Check das Break zum 5:4. Bei eigenem Anwurf brachte Webster dann mit einem 80er-CO das Spiel zu Ende.

Einen 3:5-Rückstand noch in einen Sieg umwandeln konnte Christian Kist. Der ehemalige BDO-Weltmeister profitierte dabei vom Einbruch von Justin Pipe, der bis zu seiner Führung der bessere Spieler war. Pipe setzte sich früh im Spiel ab und führte unter anderem dank eines 150er-Finishes mit 4:1. Doch der Niederländer gab sich mit einem 72er-Checkout noch nicht geschlagen und holte sich auch das siebte Leg. Pipe antwortete mit einem 164er-Finish zum 5:3, bevor Kist zum Endspurt ansetzte. Nachdem Pipe im zehnten Leg einen Matchdart auf der D12 verpasste, brachte Kist das Spiel auf der D20 in den Decider, den der "Lipstick" mit einem 15-Darter und 88er-Finish zu seinem Gunsten beendete.

Einen 4:2-Vorsprung noch aus der Hand gab Dimitri van den Bergh in seinem Spiel gegen William O'Connor. In einem Spiel mit vielen Breaks gingen die ersten beiden Legs an den Belgier, bevor O'Connor seinerseits zum 2:2 ausgleichen konnte. Erneut gingen zwei Legs in Serie wieder an den "Dreammaker", bevor O'Connor die Serie fortsetzte. Mit einem 14-Darter ging "The Magpie" erstmals in dieser Partie in Führung und nachdem van den Bergh zwei Darts auf der D20 für den Decider verpasste, checkte der Ire auf eben diesem Feld zum 6:4-Sieg.

Im kommenden Spiel hatte Mick McGowan keine Chance gegen den Niederländer Ron Meulenkamp. Der Niederländer setzte sich souverän mit 6:1 gegen den Iren durch und sicherte sich somit morgen seine Teilnahme am Zweitrundenspiel gegen Michael Smith.

Abend-Session:

Hopp schafft Sprung in Runde 2

Max Hopp hat bei seinem erklärten Heimturnier die 2.Runde erreichte. Der in Kottengrün nur unweit von Riesa beheimatete Hopp bezwang den Waliser Mark Webster mit 6:4. Die deutsche Nr.1 kam gut in die Partie und stellte schnell auf 3:1, Webster grätschte mit einem 74er-Finish dazwischen und glich auf der D20 zum 3:3 aus. Doch der "Maximiser" zog nach zwei Leggewinnen in Folge auf 5:3 davon und hatte bei diesem Spielstand seine ersten beiden Matchdarts, die die D16 aber beide knapp verpassten. Der ehemalige BDO-Weltmeister kam auf der D2 nochmal davon, musste dann aber mit ansehen, wie Hopp im zehnten Leg 81 Punkte auf der D13 zum Match auch null brachte. Grundsolider Auftritt von Hopp ohne große Schwächephasen, der morgen im Spiel gegen Alan Norris sicher nicht chancenlos ist.

Schindlers Leistung reicht nicht

Martin Schindler konnte es seinem World Cup Kollegen Max Hopp nicht gleichtun und musste sich Richie Corner mit 3:6 beugen. Zwar ging das erste Leg an den Deutschen, doch Corner konnte die Partie dank eines 120er-Finishes in Leg 3 zunächst drehen. Schindler holte sich im Anschluss zwar die folgenden beiden Legs, doch mit einem 12-Darter fand Corner den 3:3-Ausgleich. Zwei verpasste Möglichkeiten auf der D14 bzw. D7 bestrafte Corner zum 4:3, bevor "The Gent" zum zweiten Mal in diesem Match das 120er-Shanghai-Finish zeigte. Es schien so, als ob Schindler nochmal zurückfinden würde, doch nach einer verpassten D16 kam Corner ans Board zurück und checkte 147 Punkte zum Matchgewinn. Nicht Schindlers beste Leistung, der vor allem auf den Doppeln seine Chancen nicht nutzte, was sein Gegner mit starken Finishing effizient nutzte.

Keine gute Premiere auf der European Tour feierte der Ungar Nándor Bezzeg. Mit einem schwachen Average von etwas mehr als 74 Punkten, musste sich der Eastern Europe Qualifier dem keineswegs brilliant aufspielenden Griechen John Michael mit 3:6 geschlagen geben. Beide Spieler fanden nur schwer ins Match wobei es Bezzeg war, der sich das erste Leg des Abends sicherte. In der Folge steigerte sich Michael und zog auf 4:2 davon, einen Vorsprung, den er nicht mehr hergeben sollte. Zwar hielt Bezzeg bis 3:5 den Anschluss, doch "The Deadly Rose" nutzte seinen insgesamt fünften Matchdart zum ungefährdeten 6:3-Erfolg.

Der ehemalige Jugend-Weltmeister, der Engländer Keegan Brown, konnte sich in seinem Erstrundenspiel gegen den Niederländer Michael Plooy zum Ende hin steigern und schaffte mit einem 6:4-Erstrundensieg den Einzug in den Samstag. Die ersten beiden Legs gingen an Plooy, Brown gelang schnell der 2:2-Ausgleich. Die nächsten Legs wurden gerecht aufgeteilt, Brown holte sich dann im achten Leg das Break, musste es aber direkt wieder hergeben. So hatte der Niederländer die Chance, das Spiel in den Decider zu bringen, nach einem schwachen Leg brachte Browns dritter Matchdart aber den Erfolg ein.

Zum Ende hin musste er kämpfen, aber dennoch steht Ronny Huybrechts nach seinem 6:4-Sieg über Ted Evetts verdient in der 2.Runde. Huybrechts lag bereits mit 3:0 und 5:1 in Führung, bevor Evetts seinen Arm freier laufen lassen konnte und nochmal in die Partie fand. Der 20-jährige hatte sogar nochmal die Chance das Spiel in das entscheidende Leg zu bringen, doch die D20 für ein 116er-Finish wollte nicht fallen, so dass Huybrechts auf Tops das Spiel gerade noch rechtzeitig beendete.

In einem Spiel auf Augenhöhe setzte sich der Engländer Peter Jacques mit 6:4 gegen Vincent van der Voort durch. Beide Akteure befanden sich das ganze Spiel über in einer Achterbahnfahrt, erst führte van der Voort mit 2:0, dann glich Jacques aus, der wenig später gar mit 4:3 in Front lag, ehe der "Dutch Destroyer" mit einem 80er-Finish auf 4:4 stellte. Ein hart umkämpftes 9.Leg ging dann passend zum Nickname an den "Terrier", der im folgenden Leg seinen vierten Matchdart nutzte.

Einen überraschenden Sieg landete der Schwede Dennis Nilsson. Der ehemalige Strongman kämpfte Steve Beaton in einem spannenden Match mit 6:5 nieder. Das Match war geprägt von hohen Checkouts, Nilsson legte ein 120er-Shanghai in Leg 3 vor, Beaton konterte mit Checkouts von 136 und 121 zum 3:3, bevor Nilsson 160 Punkte zum 4:3 auf null brachte. Ein 90er-CO ließ den Schweden nur noch ein Leg vom Sieg entfernen, zwei Legs in Folge für Beaton und das Spiel erlebte seinen verdienten Decider. Dort gingen Beaton drei Matchdarts ab und wie sollte es anders sein, beendete Nilsson das Match mit einem 106er-Highfinish zum umjubelten Coup.

Zum Abschluss des ersten Tages war es einmal mehr der Australier Kyle Anderson, der seine gute Form unter Beweis stellte. Der Australier ließ seinem niederländischen Gegner Jerry Hendriks nur ein Leg und überzeugte erneut mit hohen Scores und starkem Finishing. Lange Zeit hatte "The Original" eine 100%-Doppelquote, musste diese aber kurz vor Schluss abgeben. Nachdem Hendriks 40 Punkte mit drei Darts nicht checken konnte, brachte Anderson seinen zweiten Matchdart ins Ziel.

Am morgigen zweiten Turniertag greifen dann wie bekannt auch die 16 gesetzten Spieler um den frisch gebackenen Champions League Sieger Mensur Suljovic, der zudem in Riesa Titelverteidiger ist, ins Geschehen ein. Um 13 Uhr MEZ startet die Nachmittags-Session, am Abend wird ab 19 Uhr die zweite Runde komplettiert.

Ergebnisse Freitag:

Freitag, 22.09.2017
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Erste Runde:
Brendan Dolan 6-0 Andy Hamilton (90.18 - 70.97)
Steve Lennon 6-2 Simon Stevenson (99.36 - 93.72)
Darren Webster 6-4 Luke Woodhouse (95.04 - 88.60)
Justin Pipe 5-6 Christian Kist (89.68 - 92.29)
Dragutin Horvat 3-6 Chris Quantock (86.92 - 91.49)
Dimitri van den Bergh 4-6 William O'Connor (90.63 - 89.08)
Ron Meulenkamp 6-1 Mick McGowan (87.64 - 85.15)
Bernd Roith 4-6 Josh Payne (83.63 - 87.85)

Freitag, 22.09.2017
Abend-Session:
(19-23 Uhr)
Erste Runde:
John Michael 6-3 Nandor Bezzeg (80.71 - 74.23)
Keegan Brown 6-4 Michael Plooy (86.02 - 86.57)
Max Hopp 6-4 Mark Webster (90.63 - 89.50)
Ted Evetts 4-6 Ronny Huybrechts (89.27 - 94.10)
Vincent van der Voort 4-6 Peter Jacques (85.19 - 85.75)
Martin Schindler 3-6 Richie Corner (86.74 - 89.54)
Dennis Nilsson 6-5 Steve Beaton (86.98 - 93.29)
Jerry Hendriks 1-6 Kyle Anderson (91.39 - 100.59)

Vorschau auf den 2.Turniertag:

Samstag, 23.09.2017
Nachmittags-Session:
(13-17 Uhr)
Zweite Runde:

Gerwyn Price (15) - Steve Lennon
Ian White (10) - Keegan Brown
Jelle Klaasen (8) - Brendan Dolan
Mervyn King (14) - John Michael
Kim Huybrechts (7) - Christian Kist
Cristo Reyes (16) - Ronny Huybrechts
Benito van de Pas (9) - Peter Jacques
Joe Cullen (11) - Richie Corner

Samstag, 23.09.2017
Abend-Session:
(19-23 Uhr)
Zweite Runde:
Dave Chisnall (12) - Darren Webster
Daryl Gurney (5) - Dennis Nilsson
Michael Smith (4) - Ron Meulenkamp
Peter Wright (1) - Chris Quantock
Rob Cross (13) - Josh Payne
Mensur Suljovic (2) - William O'Connor
Alan Norris (6) - Max Hopp
Simon Whitlock (3) - Kyle Anderson

Preisgelder European Tour 2017:

Ausgespielt werden insgesamt £135.000 pro Turnier, der Sieger geht mit £25.000 (knapp 30.000 €) nach Hause.

Sieger: £25.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.000
Viertelfinale: £4.000
Achtelfinale: £3.000
2.Runde: £2.000
1.Runde: £1.000

Gesamt: £135.000

Weitere Informationen:

Alle Infos zu den International Darts Open [Turnierseite]
Alle Infos zur European Tour 2017 [European Tour]
Für Diskussionen und Fragen zum Turnier [Dart Forum]

TV-Übertragung:
European Tour Turniere werden NICHT im TV übertragen. Es sind eher kleinere Turniere, sie sind nicht einmal in Großbritannien live zu sehen. Die einzige Möglichkeit diese Turniere zu verfolgen ist der offizielle, kostenpflichtige Livestream der PDC unter www.livepdc.tv. Außerdem übertragen auch diverse Wettanbieter wie auch der österreichische Streaminganbieter laola1.tv die Turniere der European Tour.

Foto-Credit: PDC/Lawrence Lustig

[mvdb]

Quelle: PDC - www.pdc.tv

zurück zur Übersicht: Dart News von dartn.de | RSS Feed