Der Countdown zur Darts-WM 2026 läuft! Wir starten mit einem Rückblick auf die letzte Weltmeisterschaft, in der sich Luke Littler erstmals den wichtigsten Titel schnappte. Titelverteidiger Luke Humphries verlor das „Mind Game“ gegen Peter Wright, auch andere große Namen scheiterten früh. Aus deutscher Sicht verlief vor allem die erste Runde zufriedenstellend, nach Weihnachten war allerdings nur noch einer dabei.
Littler krönt sich zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten
In seiner zweiten Weltmeisterschaft
war Luke Littler bereits der Topfavorit. Gemeinsam mit Luke
Humphries hatte der damals 17-Jährige die Tour im Jahr 2024
dominiert und seine ersten drei Major-Titel gewonnen – und einen
großen Hype ausgelöst. Alle Augen waren auf den Teenager gerichtet,
der den Druck in Runde zwei gegen Ryan Meikle spürte. Littler
gab einen Satz ab, spielte dann jedoch einen Rekord-Average im
vierten Satz: 140,91 Punkte im Schnitt! 32 Darts genügten ihm für
drei Legs, zwei 11-Darter und ein 10-Darter sind bislang
unübertroffen.
Es folgte ein sicherer 4:1-Erfolg in der dritten Runde über
Ian White, ehe mit Ryan
Joyce ein schwieriger Gegner wartete. Der doppelstarke
39-Jährige nahm Littler drei Sätze ab, im Entscheidungssatz war der
Youngster mit einem 12-Dart-Break aber entscheidend im Vorteil und
zog ins Viertelfinale ein. Von da an ließ Littler keinen Zweifel
daran, dass er Darts-Weltmeister werden würde, noch bevor er seinen
18. Geburtstag feierte. Gegen Nathan Aspinall gab er zwei
Sätze ab, gegen Stephen Bunting einen. Im Finale bezwang er
den dreimaligen WM-Sieger Michael van Gerwen ebenfalls
klar mit 7:3. Ein hochverdienter Titelgewinn, der ihn auf Platz
zwei der Weltrangliste hievte.
Titelverteidiger Humphries unterliegt Wright
Vor Turnierbeginn vermuteten viele,
dass es im Halbfinale zum Duell zwischen Littler und Luke
Humphries kommen würde. Allerdings strauchelte der
Titelverteidiger im Achtelfinale gegen einen Altmeister. Peter
Wright hatte sich im Vorfeld auf Pressekonferenzen ein kleines
verbales Scharmützel mit Humphries geliefert – und dann Taten
folgen lassen. Mit einem Average von 101 Punkten war der zuvor
lange formschwache Schotte auf den Punkt zur Stelle, Humphries
erwischte sein A-Game nicht und verlor mit 1:4. Die wohl größte
Überraschung des Turniers!
Wright konnte allerdings kein weiteres Highlight setzen, im
Viertelfinale war für ihn gegen Stephen Bunting Schluss. Indes
konnten drei Spieler über eine starke Weltmeisterschaft ihre
Tickets für die Premier League 2025 sichern: Chris
Dobey spielte sich ins Halbfinale vor, Nathan
Aspinall und Gerwyn Price ins Viertelfinale. Price war
zuvor in eine spektakuläre Drittrundenpartie mit Joe
Cullen verwickelt: Cullen checkte im Tie Break unter höchstem
Druck 170 Punkte, um das Sudden Death Leg zu erzwingen, doch in
diesem behielt der Waliser die Oberhand.
Deutsche Erstrunden-Erfolge – Pietreczko im Achtelfinale
Aus deutscher Sicht ging die WM schon am zweiten Tag richtig gut los. Kai Gotthardt zeigte bei seinem Debüt gegen Alan Soutar ein gutes Spiel und zog mit einem 3:1-Erfolg in die zweite Runde ein. Kurios: Gotthardt musste sich während der Partie einen neuen Dart besorgen, nachdem sein Barrel in der Mitte durchgebrochen war. Nach einer kurzen Pause verlor er zwar den ersten Satz, gewann danach aber alle drei. Zwei Tage später gab sich auch Ricardo Pietreczko in seiner Auftaktpartie gegen Xiaochen Zong keine Blöße, Gabriel Clemens musste allerdings gegen Robert Owen eine empfindliche Erstrunden-Niederlage hinnehmen. Niko Springer zeigte gegen Scott Williams indes eine starke Partie mit 99er Average, doch der Engländer war bei der WM mal wieder in Bestform und gewann mit 3:1.
Dafür setzte Florian
Hempel seine Serie fort und gewann auch bei der vierten
WM-Teilnahme sein Auftaktmatch. Gegen Jeffrey de Zwaan setzte
er sich nach guter Leistung mit 3:1 durch. In Runde zwei war für
Hempel jedoch im Entscheidungssatz gegen Daryl Gurney Schluss,
Kai Gotthardt musste sich dem Favoriten Stephen Bunting nach
1:0-Führung ebenfalls geschlagen geben. Die größte Enttäuschung aus
deutscher Sicht war der Auftritte des einzigen gesetzten Spielers:
Martin Schindler blieb gegen Callan Rydz weit unter seinen
Möglichkeiten und unterlag glatt mit 0:3 in Sätzen.
Ein Spieler hielt jedoch auch nach Weihnachten noch die deutsche
Fahne hoch: Ricardo Pietreczko schlug Gian van
Veen in Runde zwei mit 3:1. In der dritten Runde musste er
gegen Springer-Bezwinger Scott Williams ran – und überzeugte auf
ganzer Linie. Mit einem 97er Average holte sich Pietreczko einen
4:1-Erfolg und zog erstmals ins WM-Achtelfinale ein. Dort folgte
jedoch ein Kompletteinbruch: Gegen Nathan Aspinall gewann
„Pikachu“ nur zwei Legs und spielte einen Average von unter 80
Punkten. Das Erreichen der letzten 16 war für den damals
30-Jährigen dennoch ein großer Erfolg.
Zwei 9-Darter – einige Überraschungen
9-Darter waren bei der Darts-WM 2025
kein gutes Omen. Christian Kist warf ein perfektes Leg in
seinem Erstrundenspiel gegen Madars Razma, verlor dieses
jedoch mit 1:3. Auch für Damon Heta war die Freude von kurzer Dauer:
In Runde drei gegen Luke Woodhouse warf er den zweiten 9-Darter
der Weltmeisterschaft, unterlag nach 3:1-Führung jedoch noch mit
3:4. Immerhin konnten sich Kist und Heta über 60.000 Pfund Bonus
freuen.
Der eine oder andere gesetzte Spieler musste früh die Segel
streichen. Für Michael Smith war die WM 2025 eine
Katastrophe – zwei Jahre nach seinem großen Triumph unterlag er
Kevin Doets in Runde zwei und stürzte damit in der
Weltrangliste ab. James Wade verlor zum dritten Mal
nacheinander sein Auftaktspiel, Mike de Decker verspielte nach
dem Triumph beim World Grand Prix 2024 seine Chance auf ein
Premier-League-Ticket. Auch für Rob Cross, Gary Anderson und Dave
Chisnall war in Runde zwei Schluss.
Die größte positive Überraschung gelang Callan Rydz: Mit
einigen hohen Averages spielte sich der Engländer als einziger
ungesetzter Spieler ins Viertelfinale vor und hatte auch gegen
Michael van Gerwen eine Chance, unterlag jedoch mit 3:5. „Mighty
Mike“ entschied die untere Turnierhälfte für sich, war im Finale
gegen Littler jedoch entgegen seines Spitznamens machtlos.
Alle Ergebnisse + Shortleg-Rückblick
Alle Ergebnisse der letzten WM findet
ihr in unserem [WM 2025 –
Turnierarchiv]
Hier auch noch einmal unsere Shortleg-Podcast-Folge mit der
Analyse der letztjährigen WM
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Foto-Credit: PDC / Kieran Cleeves
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