Zum Abschluss der Pro-Tour-Saison 2026 hat es nochmal einen Paukenschlag gegeben: Challenge-Tour-Nachrücker Tommy Morris konnte die letzte Players Championship für sich entscheiden und dabei im Finale auch den gestrigen Sieger Luke Humphries bezwingen. Während sich bei Lukas Wenig die letzten Zweifel an der WM-Qualifikation aufgelöst haben, verpasste Ricardo Pietreczko denkbar knapp die Players Championship Finals.
Morris verwehrt Humphries den Doppelschlag
Gestern hatte Luke Humphries bereits seinen fünften Pro-Tour-Titel in diesem Jahr eingeheimst, was angesichts der überschaubaren Anzahl an Teilnahmen schon beeindruckend war. Noch beeindruckender wäre es dann gewesen, wenn er heute gleich den nächsten Triumph nachgelegt hätte, doch das wurde ihm von seinem Landsmann Tommy Morris zunichte gemacht. Der Erfolg von Morris kam dabei nicht gänzlich unerwartet: Schon vor einer Woche stand er erstmals im Finale einer Players Championship und qualifizierte sich über die Pro Tour für die WM, obwohl er nicht mal eine Tourcard besitzt. Nun folgte also der ganz große Wurf, was auch zu seinem finalen Checkout passt. Im Endspiel drehte „The Gun“ nämlich einen 0:2-Rückstand und checkte dann 161 Punkte zum 8:5-Erfolg über Humphries. Das bedeutet zudem für Morris die Qualifikation für den Grand Slam of Darts.
Im Tagesverlauf hatte er nach einem 6:3 gegen Rob Cross die WM-Hoffnungen von Ricky Evans vorläufig beendet, den er mit einem 6:0 in den PDPA Qualifier schickt. Gegen Rob Owen, den topgesetzten Wessel Nijman und Jermaine Wattimena siegte er jeweils 6:3, ehe ihn auch Cristo Reyes (7:4) im Halbfinale nicht aufhalten konnte. Humphries hatte sich seine Bestleistung mit einem 107er-Average für das Achtelfinale gegen Ricardo Pietreczko aufgehoben. Nach Michael van Gerwen (6:3) schlug er dann Jack Aldridge (7:5), für den es auch endlich als Nachrücker einen großen Lauf gab.
Weitere starke Nachrücker gab es in Derek Coulson und dem 16-jährigen Archie Self, die es jeweils ins Achtelfinale schafften. Dort war auch für Chris Dobey Schluss, dem eine Runde zuvor noch ein 9-Darter gelang. Ein Happy End gab es für einen weiteren Nachrücker: Henry Coates, der in diesem Jahr auch einen PC-Titel gewonnen hatte, qualifizierte sich jeweils auf dem letzten Platz für die Players Championship Finals und die WM. Dagegen ging Wesley Plaisier zweimal mit 250 Pfund Rückstand leer aus.
Pietreczko verpasst PC Finals um einen Sieg
Ein Viertelfinale im letzten Block. Das war das Ziel von Ricardo Pietreczko, um sich doch noch bei der Qualifikation für die Players Championship Finals ins Spiel zu bringen. Und tatsächlich sollte es im heutigen Achtelfinale ein Endspiel geben, mit dem sich „Pikachu“ auf den letzten Drücker für Minehead qualifiziert hätte. Am Ende hatte es jedoch nicht sollen sein und der Deutsche unterlag trotz eines Averages von knapp 105 Punkten dem überragenden Luke Humphries.
Der Auftakt in den Tag brachte ein 6:4 gegen Ryan Joyce, wobei der Engländer eine zweistellige Anzahl an Würfen auf Doppel verfehlte, um ein fünftes Leg einzuholen. So gewann Pietreczko nach einem 3:4-Rückstand die letzten 3 Legs und konnte diese Serie dann gegen Brendan Dolan fortsetzen, dem er mit einem 101er-Schnitt einen 6:0-Whitewash verpasste. Im Boardfinale verhinderte Jurjen van der Velde zumindest ein 12. Leg in Serie, aber auch den Niederländer konnte „Pikachu“ mit 6:4 bezwingen. Mit Luke Humphries wartete dann im Achtelfinale der Sieger des gestrigen Tages. Pietreczko holte nochmal alles aus sich heraus, löschte unter anderem 161 und 124 Punkte, aber die unfassbare Scoring-Power seines Gegners setzte sich beim 3:6 am Ende durch. Auch wenn die Qualifikation für die PC Finals damit gescheitert ist, sollten die Leistungen reichlich Auftrieb für die WM geben. Als 66. der PC-Rangliste könnte es außerdem im Falle von zwei Absagen noch nach Minehead gehen.

Wenig fixiert WM, Kraft erstmals in Runde 3
Für Lukas Wenig war die PC-Finals-Quali schon in weitere Ferne gerückt, dafür hing die WM-Teilnahme noch am seidenen Faden. Am Ende hätte es für „Luu“ heute auch ohne eigenen Sieg gereicht, das 6:5 gegen Filip Bereza brachte aber Ruhe fürs Gemüt. Dabei musste er sogar stets einem Rückstand hinterherlaufen (0:2, 2:4, 4:5). In 15 und 17 Darts zog er das Spiel noch nervenstark auf seine Seite. Beim 2:6 gegen Cristo Reyes war dann gefühlt mehr drin. Nach frühem 0:3-Rückstand verpasste Wenig vier Checkdarts zum 2:3, auch ein spätes 148er-Checkout konnte ihn dann nicht mehr in die Partie holen.
Einziger Deutscher neben Pietreczko in Runde 3 war dagegen Marvin Kraft, dem das zum ersten Mal überhaupt in seiner Karriere gelang. Bislang waren ihm lediglich fünf Siege auf der Pro Tour vergönnt, nach denen es nie über die zweite Runde hinaus ging. Heute trumpfte er mit dem 6:4-Auftaktsieg gegen den gestrigen Finalisten Niels Zonneveld auf und brach den Zweitrundenbann mit einem 6:3 gegen Owen Bates. Hatte er hier noch jeweils einen Schnitt im 90er-Bereich aufbieten können, fiel er gegen Stephen Bunting etwas ab. Trotzdem hatte er sogar drei Chancen auf das 5:4 und musste dann zur 4:6-Niederlage noch ein 156er-Finish schlucken.
Weber oder Schmidt zur WM
Für einen anderen deutschen Spieler geht das Bangen um die WM-Teilnahme weiter. Leon Weber hätte einen Turniersieg gebraucht, was nach einem 0:6 gegen Michael van Gerwen schnell vom Tisch war. Allerdings ist ein Nachrücken über die Development Tour weiterhin möglich, wenn dort bereits qualifizierte Spieler ihren Platz für den Siebtplatzierten Weber „freimachen“.
Mit Owen Bates und Jurjen van der Velde haben es heute tatsächlich noch zwei Jugendspieler über die Pro Tour zur WM geschafft, womit sich Jack Drayton (#6 der Development Tour) über sein Debüt im Ally Pally freuen darf. Für Weber hätte es zusätzlich noch Cam Crabtree schaffen müssen, der mit einem Drittrundenaus gegen Jermaine Wattimena nur einen einzigen Sieg davon entfernt war, dem Deutschen zum WM-Debüt zu verhelfen. Damit ergibt sich folgendes Szenario: Gewinnt Cameron Crabtree das Junioren-WM-Finale gegen Jan Schmidt, fährt Weber zur WM, ansonsten geht es für Schmidt nach London.
Einige frühe Niederlagen
Ansonsten gab es aus deutschsprachiger Sicht auch ein paar frühe Niederlagen. Max Hopp verfestigte beim 2:6 gegen Cam Crabtree das aktuelle Leistungsloch, auch Dominik Grüllich (4:6 gegen Nick Kenny) und Arno Merk (0:6 gegen Jermaine Wattimena) blieben bei Averages unter 80 Punkten. Für Rusty-Jake Rodriguez endete wohl die Tourcard-Zeit mit einem 4:6 gegen Owen Bates, wobei natürlich noch Grand Slam Qualifier und WM-Qualifier anstehen. Das muss Gabriel Clemens nicht mehr wahrnehmen, der heute Tom Sykes mit 4:6 unterlag. Auch Niko Springer verlor knapp mit 5:6 gegen Tom Bissell. Jeweils einen Sieg konnten Martin Schindler, Mensur Suljovic und Stefan Bellmont landen, ehe sie in Runde 2 ohne Chance waren.
Wie geht es bei der PDC weiter?
Damit stehen das komplette Teilnehmerfeld und auch die Paarungen für die Players Championship Finals fest, die auf unserer [Turnierseite] nachzulesen sind. Unter anderem ist ein Zweitrundenduell zwischen Gerwyn Price und Gian van Veen möglich. Morgen findet dann in Leicester noch der Qualifier für den Grand Slam of Darts statt.
Players Championship 2026 – Nr. 34:
Donnerstag, 05. November, Mattioli Arena – Leicester
1. Runde:
Board 1
Martin Schindler (32) 6-4 Mickey Mansell
(95,39 – 95,52)
Nick Kenny 6-4 Dominik Grüllich (81,69 –
77,80)
Wessel Nijman (1) 6-4 Adam Paxton
Richard Veenstra 6-5 Callan Rydz
Board 2
Damon Heta (17) 6-2 Jim Long
Rob Owen 6-0 Dimitri Van den Bergh
Tommy Morris 6-3 Rob Cross (16)
Ricky Evans 6-2 Niall Culleton
Board 3
Sebastian Bialecki (25) 6-3 Adam Warner
Cam Crabtree 6-2 Max Hopp (96,58 –
79,58)
Jermaine Wattimena (8) 6-0 Arno Merk (90,18 –
76,72)
Benjamin Pratnemer 6-5 Tavis Dudeney
Board 4
Stephen Bunting (24) 6-2 Thibault Tricole
Gary Anderson 6-2 Andy Boulton
Marvin Kraft 6-4 Niels Zonneveld (9) (91,46 –
93,92)
Owen Bates 6-4 Rusty-Jake Rodriguez (87,73 –
80,89)
Board 5
Kim Huybrechts (29) 6-5 Martijn Dragt
James Hurrell 6-3 Stephen Rosney
Chris Landman 6-2 Luke Woodhouse (4)
Madars Razma 6-5 Oskar Lukasiak
Board 6
Josh Rock (20) 6-5 Tyler Thorpe
Harry Ward 6-5 Ian White
James Wade (13) 6-4 David Sharp
Adam Leek 6-4 Michael Smith
Board 7
Tom Bissell 6-5 Niko Springer (28) (95,24 –
95,30)
Alan Soutar 6-5 Alexander Merkx
Chris Dobey (5) 6-1 Keane Barry
Raymond van Barneveld 6-2 Jimmy van Schie
Board 8
Cristo Reyes (21) 6-3 Steve Lennon
Lukas Wenig 6-5 Filip Bereza (89,98 –
82,62)
Andrew Gilding (12) 6-1 Thomas Lovely
Adam Gawlas 6-5 Martin Lukeman
Board 9
Derek Coulson 6-5 Jeffrey De Graaf (31)
Connor Scutt 6-4 Ritchie Edhouse
Scott Williams 6-4 Ross Smith (2)
Carl Sneyd 6-4 Peter Wright
Board 10
Dirk van Duijvenbode (18) 6-0 Ryan Meikle
Sietse Lap 6-4 Tytus Kanik
Michael van Gerwen (15) 6-0 Leon Weber (93,94
– 81,17)
Jeffrey Sparidaans 6-3 Maik Kuivenhoven
Board 11
Ricardo Pietreczko 6-4 Ryan Joyce (26) (90,08
– 86,56)
Brendan Dolan 6-3 Mervyn King
Adam Lipscombe 6-2 Krzysztof Ratajski (7)
Jurjen van der Velde 6-2 Samuel Price
Board 12
Cameron Menzies (23) 6-3 Wesley Plaisier
Justin Hood 6-2 Greg Ritchie
Luke Humphries (10) 6-5 Mike De Decker
Bradley Brooks 6-1 Rhys Griffin
Board 13
Archie Self 6-4 Joe Cullen (30)
Jeffrey De Zwaan 6-3 Henry Coates
Stefan Bellmont 6-5 Kevin Doets (3) (86,79 –
94,24)
Viktor Tingström 6-4 Darius Labanauskas
Board 14
Stefaan Henderyck 6-4 Ryan Searle (19)
Jack Aldridge 6-3 Stephen Burton
William O’Connor (14) 6-3 Joe Hunt
Shane McGuirk 6-3 Patrik Williams
Board 15
Mensur Suljovic 6-4 Dave Chisnall (27) (88,45
– 82,22)
Tom Sykes 6-4 Gabriel Clemens (92,55 –
92,11)
Danny Noppert (6) 6-3 Marvin van Velzen
Mario Vandenbogaerde 6-1 Nathan Potter
Board 16
Karel Sedlacek (22) 6-5 Tommy Lishman
Charlie Manby 6-5 Cor Dekker
Jonny Clayton (11) 6-3 Christian Kist
Daryl Gurney 6-5 Darryl Pilgrim
2. Runde:
Nick Kenny 6-1 Martin
Schindler (91,70 – 93,55)
Wessel Nijman 6-4 Richard Veenstra
Rob Owen 6-5 Damon Heta
Tommy Morris 6-0 Ricky Evans
Cam Crabtree 6-1 Sebastian Bialecki
Jermaine Wattimena 6-5 Benjamin Pratnemer
Stephen Bunting 6-3 Gary Anderson
Marvin Kraft 6-3 Owen Bates (92,17 –
93,44)
Kim Huybrechts 6-5 James Hurrell
Chris Landman 6-3 Madars Razma
Harry Ward 6-3 Josh Rock
James Wade 6-3 Adam Leek
Tom Bissell 6-5 Alan Soutar
Chris Dobey 6-3 Raymond van Barneveld
Cristo Reyes 6-2 Lukas Wenig (89,61 –
88,06)
Adam Gawlas 6-5 Andrew Gilding
Derek Coulson 6-5 Connor Scutt
Carl Sneyd 6-3 Scott Williams
Dirk van Duijvenbode 6-3 Sietse Lap
Michael van Gerwen 6-2 Jeffrey Sparidaans
Ricardo Pietreczko 6-0 Brendan Dolan
(101,33 – 86,93)
Jurjen van der Velde 6-5 Adam Lipscombe
Justin Hood 6-2 Cameron Menzies
Luke Humphries 6-1 Bradley Brooks
Archie Self 6-5 Jeffrey De Zwaan
Viktor Tingström 6-2 Stefan Bellmont (93,10 –
84,33)
Jack Aldridge 6-3 Stefaan Henderyck
William O’Connor 6-2 Shane McGuirk
Tom Sykes 6-3 Mensur Suljovic (89,82 –
84,36)
Danny Noppert 6-3 Mario Vandenbogaerde
Charlie Manby 6-2 Karel Sedlacek
Daryl Gurney 6-4 Jonny Clayton
Verlierer: £1.250
3. Runde:
Wessel Nijman 6-3 Nick Kenny
Tommy Morris 6-3 Rob Owen
Jermaine Wattimena 6-4 Cam Crabtree
Stephen Bunting 6-4 Marvin Kraft (89,36 –
80,18)
Kim Huybrechts 6-1 Chris Landman
James Wade 6-3 Harry Ward
Chris Dobey 6-1 Tom Bissell
Cristo Reyes 6-2 Adam Gawlas
Derek Coulson 6-5 Carl Sneyd
Michael van Gerwen 6-0 Dirk van Duijvenbode
Ricardo Pietreczko 6-4 Jurjen van der Velde
(95,64 – 87,06)
Luke Humphries 6-3 Justin Hood
Archie Self 6-5 Viktor Tingström
Jack Aldridge 6-5 William O’Connor
Danny Noppert 6-2 Tom Sykes
Daryl Gurney 6-2 Charlie Manby
Verlierer: £2.000
Achtelfinale:
Tommy Morris 6-3 Wessel Nijman
(102,32 – 95,03)
Jermaine Wattimena 6-5 Stephen Bunting (100,86
– 99,66)
Kim Huybrechts 6-2 James Wade (102,19 –
97,08)
Cristo Reyes 6-4 Chris Dobey (103,64 –
101,93)
Michael van Gerwen 6-3 Derek Coulson (89,01 – 84,16)
Luke Humphries 6-3 Ricardo Pietreczko
(107,31 – 104,79)
Jack Aldridge 6-5 Archie Self (88,16 – 87,00)
Danny Noppert 6-3 Daryl Gurney (98,89 – 90,45)
Verlierer: £3.000
Viertelfinale:
Tommy Morris 6-3 Jermaine Wattimena
(93,76 – 96,74)
Cristo Reyes 6-5 Kim Huybrechts (92,13 – 88,41)
Luke Humphries 6-3 Michael van Gerwen (99,96 – 98,53)
Jack Aldridge 6-4 Danny Noppert (99,66 – 98,07)
Verlierer: £4.000
Halbfinale:
Tommy Morris 7-4 Cristo Reyes
(97,77 – 90,37)
Luke Humphries 7-5 Jack Aldridge (100,24 – 101,82)
Verlierer: £6.500
Finale:
Tommy Morris 8-5 Luke Humphries
(95,76 – 92,43)
Sieger: £15.000
Runner-Up: £10.000
Preisgeld 2026:
Sieger: £15.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.500
Viertelfinale: £4.000
Achtelfinale: £3.000
Letzte 32: £2.000
Letzte 64: £1.250
Summe pro Event: £150.000
Modus 2026:
Spiele bis zum
Halbfinale: Best of 11 Legs
Halbfinale: Best of 13 Legs
Finale: Best of 15 Legs
TV-Übertragung 2026:
Die Pro Tour Turniere werden nicht
im TV übertragen, weder in Großbritannien noch in Deutschland. Es
gibt aber die Möglichkeit, bei Players Championships jeweils vier
Boards (ein Board im deutschen Kommentar) über den offiziellen
Livestream der PDC, PDC.TV zu sehen.
Zudem kann man alle Spiele aller Boards im Livescorer auf der Seite
Dartconnect verfolgen.
Ihr wollt dartn.de unterstützen?
[Patreon]
[Buy us a beer]
[Paypal-Spende]
[DAZN Affiliate]
[YouTube-Kanalmitgliedschaft]
[Abo Spotify]
Weitere Informationen:
Alle weiteren Infos zur Pro Tour gibt
es auf der [Turnierseite]
Diskussionen zum Turnier
gibt’s in unserem [Forum]
Foto-Credit: PDC
[mk]
