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Halbzeit der PDC-Saison: Hopp auf Tourcard-Kurs, diese Spieler kämpfen um WM

Zum Start in die zweite Jahreshälfte 2026 blicken wir auf die Entwicklung der deutschsprachigen Tourcard-Holder: Wer steht gut im Rennen um eine WM-Qualifikation, wer darf auch nächstes Jahr auf der Tour spielen? Während sich Max Hopp in seinem zweiten Jahr nach der Tour-Rückkehr warm gespielt hat, könnten Leon Weber und Dominik Grüllich den Junioren-Joker ziehen. Bei den Top-Spielern waren Schwierigkeiten, aber auch die „Neuen“ um Arno Merk haben Arbeit vor sich.

Zum Start in die zweite Jahreshälfte 2026 blicken wir auf die Entwicklung der deutschsprachigen Tourcard-Holder: Wer steht gut im Rennen um eine WM-Qualifikation, wer darf auch nächstes Jahr auf der Tour spielen? Während sich Max Hopp in seinem zweiten Jahr nach der Tour-Rückkehr warm gespielt hat, könnten Leon Weber und Dominik Grüllich den Junioren-Joker ziehen. Bei den Top-Spielern waren Schwierigkeiten vorhanden, aber auch die „Neuen“ um Arno Merk haben Arbeit vor sich.

Start ins zweite Halbjahr

Wenn ab nächster Woche die Pro Tour weitergeht, sind schon mehr als die Hälfte der Turniere gespielt: 22 von 34 Players Championships sowie 9 der 15 European-Tour-Turniere sind im Kasten. Wessel Nijman ist mit unglaublichen 8 Turniersiegen bislang die dominierende Kraft, nur Luke Littler hat dank seiner Titel beim World Masters und den UK Open in diesem Jahr mehr Preisgeld verdient. Beide haben 2026 schon weit über 200.000 Pfund eingespielt, während Ross Smith für manche vielleicht überraschend den Rest auf Platz 3 der Saison-Rangliste mit 166.000 Pfund anführt. Der Pro-Tour-Dauerbrenner gewann wie Nijman seinen ersten European-Tour-Titel – die ganz großen Preisgelder werden dann aber beim nahenden World Matchplay und den vielen TV-Turnieren im Herbst ausgespielt.

Kein Deutscher auf konstantem Top-Niveau

Aus deutschsprachiger Sicht verläuft die Saison bislang gemischt mit vereinzelten Höhepunkten. Insbesondere die deutschen Top-Spieler hatten ihre Schwierigkeiten: Bei Martin Schindler blieben Doppelschwäche und Ausreißer in die 5 auch im neuen Jahr ein Thema, bei Ricardo Pietreczko ergab sich mit Dartitis sogar ein noch unschöneres Problem. Schindler drehte im Frühjahr mit zwei Viertelfinals auf der European Tour kurz auf und konnte bei der Players Championship 15 mit einer Reihe dreistelliger Averages und einem Halbfinale glänzen – das dann trotz 109er-Schnitt (!) mit 0:7 verloren ging. Dass es zwischen manchen Erstrunden-Niederlagen auf der European Tour auch diese Explosionen gibt, macht ebenso Mut wie ein starker World Cup, von der Konstanz eines Top-16-Spielers ist „The Wall“ jedoch weiterhin entfernt.

Im deutschen Duo spielte auch Ricardo Pietreczko viel flüssiger als in den harten Wochen zuvor. Mental kann man es ihm gar nicht hoch genug anrechnen, wenn man bedenkt, dass Dartitis so manche Spieler-Karriere auf dem Gewissen hat. Nach 7 Erstrunden-Niederlagen in Serie auf dem Floor ging es im Juni immerhin zweimal wieder in die dritte Runde. Der WM-Platz sollte über die Order of Merit sicher sein, über die Pro Tour könnte es sonst eng werden. Die WM wäre jedoch auch das einzige Major, für das „Pikachu“ aktuell qualifiziert wäre.

In der sonst flüssigen Wurfbewegung war bei Pietreczko der Wurm drin.
In der sonst flüssigen Wurfbewegung war bei Pietreczko der Wurm drin.

Springer im Aufwind, Hopp konstant

Anders sieht das bei Niko Springer aus, der noch von seinem European-Tour-Titel aus 2025 zehren kann. Das frühe WM-Aus hinterließ einen Knick, doch der „Meenzer Bub“ spielt ein gutes Halbjahr. Besonders die Siege auf der European Tour gegen große Namen stechen heraus: Neben Stephen Bunting und Gary Anderson wurden etwa Michael van Gerwen und Wessel Nijman mal mit 6:1 und 6:0 weggefegt. Sogar auf dem verflixten Floor kamen im Mai ein Halbfinale und Viertelfinale hinzu. Beim World Matchplay kommt das nächste Major-Debüt, bis zur WM könnte dann Pietreczko als deutsche Nummer 2 abgelöst werden – eine Platzierung in der Top 32 scheint greifbar.

Konstantester Spieler war noch ein ganz anderer: Max Hopp hat auf dem Floor mit einem 93er-Average den höchsten Wert aller deutschsprachigen Spieler. Zu Beginn des Jahres war er der einzige Profi, der nach 7 Turnieren noch gar kein Erstrundenspiel verloren hatte. Auf ein Viertelfinale folgte Anfang Mai das erste Finale seit dem Comeback. Bitter waren die vielen Final-Niederlagen in den Qualifiern zur European Tour, häufig verpasste der „Maximiser“ die Teilnahme als Nachrücker um einen Platz. Auch dank der jetzt schon sicheren WM-Qualifikation besteht ein auskömmliches Polster von etwa 25.000 Pfund, dass er mit dem Einzug in die Top 64 ins nächste Tourcard-Jahr geht. Gelingt das schon vor der WM, würde im Ally Pally ein einfacheres Erstrunden-Los winken.

Im Soll sind auch Gabriel Clemens, Lukas Wenig und Mensur Suljovic. Clemens konnte zuletzt das zweite und dritte Viertelfinale der Saison erreichen und hat mittlerweile wie Hopp die 40.000 Pfund geknackt (Platz 51 im Jahres-Ranking). Auch ihm fehlen die European Tours, dafür gab es aber das Erreichen der letzten 32 bei den UK Open. Lukas Wenig steht auf Platz 22 der 40 WM-Qualiplätze über die Pro Tour und damit einen Rang vor Clemens. Zur mathematisch sicheren WM-Qualifikation fehlen nur eine Handvoll Siege, sodass einem weiteren Jahr auf der Tour nichts im Weg steht. Auch die Players Championship Finals würde Wenig Stand heute erreichen, nachdem es letztes Jahr knapp nicht geklappt hat. Das gilt auch für Mensur Suljovic, der sich mit konstanten Ergebnissen am Rand der Top 50 eingenistet hat und nicht an Abschied denken muss.

Mensur Suljovic (hier mit Rusty-Jake Rodriguez) könnte ab 2027 Österreichs einziger Tourcard-Holder sein. Weitere World-Cup-Teilnahme wären in Aussicht.
Mensur Suljovic (hier mit Rusty-Jake Rodriguez) könnte ab 2027 Österreichs einziger Tourcard-Holder sein. Weitere World-Cup-Teilnahmen wären in Aussicht.

Neulinge mit schwerem Stand

Nach der Anzahl der Spieler mit Tourkarte ist Deutschland bereits seit 2024 die klare Nummer 3 hinter England und den Niederlanden. Anfang des Jahres hat es dann bei der Q-School nochmal richtig geklingelt, sodass mittlerweile 15 Deutsche auf der Profi-Tour unterwegs sind – zusätzlich zu 2 Österreichern und dem ersten Schweizer Tourcardholder Stefan Bellmont.

Dabei ist es logisch, dass nach zwei Jahren auch der eine oder andere wieder von der Tour fällt. Das gilt neben den abgeschlagenen Rusty-Jake Rodriguez, Maximilian Czerwinski und Kai Gotthardt auch für Dominik Grüllich und Leon Weber. Grüllich hatte eigentlich eine ähnliche Ausgangslage wie Max Hopp und spielte tolle UK Open. Auf der Pro Tour gelangen jedoch nur ganze 6 Siege. Bei Weber sah das mit dem ersten Viertelfinale anders aus, zuletzt hat sich dennoch ein kleiner Rückstand von 3.000 Pfund im WM-Rennen aufgebaut. Ein Ass im Ärmel hat er noch: Dank zwei Titeln auf der Development Tour ist Weber dort aktuell auf WM-Kurs und könnte sogar die Tourkarte erneuern. Auch Grüllich ist in Lauerstellung.

Die Neulinge haben noch einen schweren Stand. Matthias Ehlers konnte erst einmal Preisgeld sammeln und nahm an den vergangenen Turnierblöcken nicht teil, vor Marvin Kraft und Yorick Hofkens hat Pascal Rupprecht immerhin 11.000 Pfund eingespielt. Bester unter den Neuen ist Arno Merk mit 16.500 Pfund (Platz 106 im Jahres-Ranking). Das ist nicht aussichtslos, aber doch ein Stück von der erneuten WM-Qualifikation im ersten Tourcard-Jahr entfernt. Neben dem „Last-Chance-Qualifier“ der PDC wäre theoretisch auch der Weg über den erneuten Gewinn der Super League noch möglich, weil dort 4 Plätze von der PDC Europe offen gehalten werden. Auf diese Alternative müsste auch Stefan Bellmont hoffen, der schon seit Jahren immer häufiger über die Challenge Tour nachrücken konnte, nun als Profi aber auf den nächsten Qualitäts-Schritt wartet.

Zum Abschluss der Blick über den Tellerrand: International fallen einige hochkarätige Namen auf, die aktuell nicht für die WM qualifiziert wären und auch um die Tourkarte bangen müssen. Mit Scott Williams und Dimitri Van den Bergh sind es unter anderem zwei WM-Halbfinalisten der jüngeren Vergangenheit. Martin Lukeman konnte den Absturz seit dem Grand-Slam-Finale 2024 nicht aufhalten und sogar der 52-jährige Nordire Brendan Dolan könnte dem Ende einer langen Profi-Karriere entgegenschlittern. Mit 500 Pfund Rückstand auf einen WM-Platz hat er es am ehesten von den Genannten in der eigenen Hand. Bis Dezember fließt ohnehin noch reichlich Wasser die Themse hinunter.

Wie geht es bei der PDC weiter?

Die Pro Tour gastiert von Montag bis Mittwoch (06.-08. Juli) in Leicester. Neben zwei Players Championships werden auch zwei European Tour Qualifier ausgetragen. PDC.TV überträgt das Geschehen auf vier Boards live.

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Foto-Credit: PDC, PDC Europe/Tom Sauels, PDC/Sebastian Doppstadt

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