Nach der European Championship ging es bei der PDC heute im niederländischen Den Bosch mit dem Endspurt auf der Pro Tour weiter. Dabei schnappte sich Charlie Manby seinen ersten Senioren-Titel im Finale gegen Maik Kuivenhoven, der auch im zweiten Anlauf den letzten Schritt nicht gehen konnte. Gleich drei Deutsche standen im Achtelfinale: Martin Schindler konnte einen großen Schritt für die Qualifikation zu den Players Championship Finals machen. Außerdem waren Ricardo Pietreckzo und erstmals in diesem Jahr Dominik Grüllich unter den letzten 16.
Manby erstmals ganz oben
Schon vor dem Finale stand fest, dass es in Den Bosch einen erstmaligen Sieger einer Players Championship geben wird. Während Maik Kuivenhoven schon ein Finale in diesem Jahr verloren hatte, war Charlie Manby sogar erstmals über das Viertelfinale hinausgekommen und veredelte das gleich mit dem Turniersieg. Der talentierte Engländer überzeugt in seinem ersten vollen Jahr auf der Tour und klopfte bereits dreimal im Viertelfinale an, heute hielt ihn dann nichts mehr auf. Auch das Debüt beim Grand Slam of Darts ist dem 21-Jährigen nun sicher.
Für Kuivenhoven war der Finaleinzug derweil ein riesiger Erfolg, um seine Tourkarte über das Jahr hinaus zu behalten, dafür hätte ein Sieg natürlich noch mehr weitergeholfen. Mit 8:2 war das Finale aber eine ganz klare Angelegenheit. Früh führte Manby mit 5:0, nach den ersten Legs für Kuivenhoven schraubte „Champagne“ das Ergebnis in 14, 11 und 13 Darts in die Höhe. Über den Tag sticht sein 112er-Average im Achtelfinale gegen Dominik Grüllich (6:3) heraus, auch gegen Karel Sedlacek (6:1) ging es schon in Runde 1 in die Dreistelligkeit. Die weiteren Siege kamen gegen Dennie Olde Kalter (6:5), Adam Leek (6:4), Alan Soutar (6:3) und im Halbfinale mit 7:5 gegen Beau Greaves, die nach 2:6-Rückstand einen Dart für den Decider verpasste. Kuivenhoven hatte im Halbfinale Dirk van Duijvenbode mit 7:6 ausgestochen, der weiterhin seit 2023 auf einen weiteren PC-Titel wartet.
Für Beau Greaves war es das erste Halbfinale seit Juni, wofür sie auch den bis dahin starken Kevin Doets aufhielt. Nach einem 2:5-Rückstand zeigte sie unter anderem einen 10-Darter sowie eine 124 unter Druck auf Bull zum Match. Doets hatte zuvor wie schon bei der Europameisterschaft Michael van Gerwen geschlagen. Für Alan Soutar gab es einen seltenen Lauf ins Viertelfinale, Rob Owen feilt mit einem Achtelfinale an der Rettung der Tourkarte. Tommy Morris klopft nach seinem Achtelfinale nun auch über die Pro Tour bei der WM an und könnte seinen bereits sicheren WM-Platz über die Challenge Tour an den 16-jährigen Archie Self geben. Das sind auch schlechte Nachrichten für Raymond van Barneveld, der sich mit einem 100+ Average und wichtigem Checkout im Decider gegen Cameron Menzies jedoch gegen ein Verpassen des Jahres-Highlights wehrte. Cristo Reyes gelang derweil schon sein dritter 9-Darter des Jahres.
Schindler nimmt EM-Schwung mit
Auf der letzten Rille hatte es bei Martin Schindler mit der Qualifikation zur European Championship gereicht, woraus in Dortmund ein unglaublicher Lauf bis ins Finale wurde. Auch wenn es womöglich ein gutes Omen wäre – ganz so spannend soll es mit dem Ticket zu den Players Championship Finals nicht werden. Mit dem Achtelfinale heute ist dieses Vorhaben auf einem guten Weg, Schindler konnte sich von Platz 53 auf 49 im Ranking vorspielen, die besten 64 fahren zum Finalturnier nach Minehead.
In der ersten Partie kam es ausgerechnet zum Aufeinandertreffen mit Max Hopp, der im englischen Fernsehen den EM-Lauf von Schindler kommentiert hatte. Der „Maximiser“ erwies sich mit einem 83er-Average als keine große Auftakthürde und Schindler konnte beim 6:2-Sieg seine letzten vier Legs in maximal 15 Darts gewinnen. Ähnlich stark ging es gegen Oskar Lukasiak weiter, dem er einen 6:0-Whitewash inklusive eines 170er-Checkouts verpasste. Brendan Dolan hielt sich „The Wall“ mit 6:4 und einem dreistelligen Average vom Leib, wobei er nach einer 4:0-Führung nur mit Mühe ein Entscheidungsleg verhindern konnte. Dorthin hätte es Schindler bei seiner 4:6-Niederlage gegen Jeffrey de Graaf dann selbst gerne geschafft. Der Schwede kippte jedoch mit Checkouts von 127 und 132 Punkten die Partie und brachte alle Anwurflegs in fünf Runden durch.

Grüllich und Pietreczko mit Achtungserfolgen
Leistungstechnisch ging es bei Ricardo Pietreczko im zweiten Halbjahr wieder bergauf, nun ist mit dem zweiten PC-Achtelfinale der Saison auch mehr Zählbares für die Ranglisten hinzugekommen. Gegen Nick Kenny hatte er bereits einen Matchdart zu überstehen, checkte nach einem 4:5-Rückstand aber nervenstark 75 und 80 Punkte zu zwei 15-Dartern. Im Matchverlauf war auch die 152 gefallen. Auch gegen Richard Veenstra (6:2) egalisierten starke Checks das schwächere Scoring, ehe mit Danny Noppert (6:1) der nächste Niederländer klar in die Schranken gewiesen wurde. Ging es gegen Noppert noch auf knapp 100 Punkte im Schnitt hoch, fiel der Average im Achtelfinale gegen Mike De Decker in Richtung des Saisonschnitts auf 90 zurück. Daraus wurde eine spannende Partie, in der „Pikachu“ beim Stand von 4:4 zwei Break-Chancen verpasste und somit in eine 4:6-Niederlage einwilligen musste.
Überraschender war da schon der Achtelfinaleinzug von Dominik Grüllich, der zuletzt wieder einige Erstrunden-Niederlagen in Serie einstecken musste. Heute war zunächst der nachgerückte Levy Frauenfelder (6:3) keine große Hürde, gegen Michael Smith konnte er dann eine frühe 4:0-Führung ebenfalls zum 6:3 ins Ziel bringen. Im Boardfinale wartete James Hurrell, gegen den er ab dem 4:4 in 15 und 13 Pfeilen den ersten Achtelfinaleinzug der Saison klar machte. Hier war trotz eines 96er-Averages überhaupt nichts zu holen: Charlie Manby überragte mit einem 112er-Average und spielte mit drei 12-Dartern in Serie einen 6:3-Sieg heraus.
Springer und Klose in Runde 2
Immerhin das Mindest-Preisgeld von 1.250 Pfund konnten Niko Springer und Daniel Klose abräumen. Springer musste zunächst durch eine enge Partie mit Stefaan Henderyck (6:5) und konnte sein Niveau auch gegen den nächsten Belgier Mike De Decker (4:6) nicht aus dem mittleren 80er-Bereich nach oben heben. Bei Klose sah es spielerisch etwas besser aus: Ein 121er-Finish zum 12-Darter und 5:3 war das einzige und entscheidende Break beim 6:3-Sieg gegen Lewis Pride. Danach packte Viktor Tingström ausgerechnet gegen „Dan the Man“ seine beste Saisonleistung aus. Auch dem Schweden gelang zum 6:2 das 121er-Checkout.
Schon in Runde 1 hatte Tingström einen 98er-Average erzielt, der ihm das 6:3 gegen Gabriel Clemens brachte. Auch Marvin Kraft unterlag beim 3:6 gegen Oskar Lukasiak einem Schweden. Eine bittere Auftakt-Niederlage gab es für Arno Merk, der sich mit zwei High-Finishes in den Decider gegen Adam Gawlas rettete, diesen aber nach zwei Matchdarts verlor. Auch Matthias Ehlers (5:6 gegen Jim Long) verpasste nach einer 5:3-Führung eine Handvoll Matchdarts. Keine Chance hatten Leon Weber (2:6 gegen Adam Leek) und Maximilian Czerwinski (2:6 gegen Niall Culleton). Auch der Österreicher Mensur Suljovic und der Schweizer Stefan Bellmont unterlagen in Runde 1 jeweils gegen Krzysztof Ratajski und Kevin Doets. Für Lukas Wenig geht nach einem 3:6 gegen Mario Vandenbogaerde das Zittern los, da der Vorsprung im WM-Rennen allmählich aufgebraucht ist.
Wie geht es bei der PDC weiter?
Morgen findet in Den Bosch das 32. Players Championship des Jahres statt. PDC.TV überträgt das Geschehen erneut auf vier Boards live.
Players Championship 2026 – Nr. 31:
Mittwoch, 28. Oktober, Maaspoort – Den Bosch
1. Runde:
Board 1
Wessel Nijman (1) 6-4 Stef Kosters
Tommy Morris 6-5 Sietse Lap
Viktor Tingström 6-3 Gabriel Clemens (32)
(98,34 – 87,28)
Daniel Klose 6-3 Lewis Pride (94,35 –
95,72)
Board 2
Dirk van Duijvenbode (16) 6-1 Mervyn King
Mario Vandenbogaerde 6-3 Lukas Wenig (92,72 –
85,02)
Raymond van Barneveld 6-5 Cameron Menzies (17)
Nathan Potter 6-5 Tytus Kanik
Board 3
Brendan Dolan 6-4 Andrew Gilding (8)
Jurjen van der Velde 6-1 Tyler Thorpe
Martin Schindler (25) 6-2 Max
Hopp (87,80 – 82,72)
Oskar Lukasiak 6-3 Marvin Kraft (86,92 –
84,10)
Board 4
Gian van Veen (9) 6-2 Connor Scutt
Jim Long 6-5 Matthias Ehlers (81,76 –
84,93)
Jeffrey de Graaf (24) 6-2 Jeffrey de Zwaan
Adam Gawlas 6-5 Arno Merk (85,63 –
93,19)
Board 5
Henry Coates 6-5 Jermaine Wattimena (4)
Owen Bates 6-4 Greg Ritchie
Maik Kuivenhoven (29) 6-5 Filip Bereza
Darius Labanauskas 6-1 Pero Ljubic
Board 6
Ritchie Edhouse 6-5 Damon Heta (13)
Alexander Merkx 6-5 Ricky Evans
Dave Chisnall (20) 6-4 Tavis Dudeney
Rob Owen 6-1 Adam Paxton
Board 7
Danny Noppert (5) 6-2 Adam Warner
Kevin Burness 6-2 Dimitri Van den Bergh
Richard Veenstra (28) 6-3 Andy Boulton
Ricardo Pietreczko 6-5 Nick Kenny (88,77 –
90,90)
Board 8
James Wade (12) 6-3 Scott Waites
Stephen Burton 6-4 Peter Wright
Niko Springer (21) 6-5 Stefaan Henderyck
(87,70 – 87,13)
Mike De Decker 6-2 Madars Razma
Board 9
Kevin Doets (2) 6-4 Stefan Bellmont (88,25 –
76,93)
Darryl Pilgrim 6-3 Samuel Price
Mickey Mansell (31) 6-3 Shane McGuirk
Christian Kist 6-3 Rhys Griffin
Board 10
Michael van Gerwen (15) 6-4 Joe Hunt
Tom Sykes 6-3 Marvin van Velzen
Cristo Reyes (18) 6-1 Cor Dekker – Reyes mit einem
9-Darter
Cam Crabtree 6-2 Gilbert van der Meijden
Board 11
Niels Zonneveld (7) 6-5 Steve Lennon
Niall Culleton 6-2 Maximilian Czerwinski
(93,28 – 80,54)
Beau Greaves (26) 6-5 Adam Lipscombe
Thomas Lovely 6-5 Thibault Tricole
Board 12
William O’Connor (10) 6-3 Scott Williams
Bradley Brooks 6-5 Dan Hands
Wesley Plaisier 6-4 Joe Cullen (23)
Keane Barry 6-2 Patrik Williams
Board 13
Chris Dobey (3) 6-3 Callan Rydz
James Hurrell 6-3 Ian White
Michael Smith (30) 6-3 Jimmy van Schie
Dominik Grüllich 6-3 Levy Frauenfelder (85,07
– 79,92)
Board 14
Charlie Manby 6-1 Karel Sedlacek (14)
Dennie Olde Kalter 6-5 Tommy Lishman
Martijn Dragt 6-4 Sebastian Bialecki (19)
Adam Leek 6-2 Leon Weber (88,11 –
83,60)
Board 15
Krzysztof Ratajski (6) 6-3 Mensur Suljovic
(92,45 – 91,80)
Chris Landman 6-2 Ryan Meikle
Alan Soutar 6-4 Daryl Gurney (27)
Stephen Rosney 6-3 Jeffrey Sparidaans
Board 16
Carl Sneyd 6-2 Nathan Aspinall (11)
Tom Bissell 6-3 James Beeton
Kim Huybrechts (22) 6-5 Justin Hood
David Sharp 6-5 Benjamin Pratnemer
2. Runde:
Tommy Morris 6-2 Wessel Nijman
Viktor Tingström 6-2 Daniel Klose (99,98 –
93,34)
Dirk van Duijvenbode 6-2 Mario Vandenbogaerde
Nathan Potter 6-4 Raymond van Barneveld
Brendan Dolan 6-5 Jurjen van der Velde
Martin Schindler 6-0 Oskar Lukasiak (98,02 –
85,26)
Gian van Veen 6-3 Jim Long
Jeffrey de Graaf 6-3 Adam Gawlas
Owen Bates 6-1 Henry Coates
Maik Kuivenhoven 6-3 Darius Labanauskas
Alexander Merkx 6-1 Ritchie Edhouse
Rob Owen 6-5 Dave Chisnall
Danny Noppert 6-3 Kevin Burness
Ricardo Pietreczko 6-2 Richard Veenstra (82,14
– 78,80)
James Wade 6-3 Stephen Burton
Mike De Decker 6-4 Niko Springer (88,82 –
84,25)
Kevin Doets 6-2 Darryl Pilgrim
Mickey Mansell 6-3 Christian Kist
Michael van Gerwen 6-5 Tom Sykes
Cristo Reyes 6-1 Cam Crabtree
Niels Zonneveld 6-2 Niall Culleton
Beau Greaves 6-3 Thomas Lovely
Keane Barry 6-4 Wesley Plaisier
James Hurrell 6-5 Chris Dobey
Dominik Grüllich 6-3 Michael Smith (89,97 –
86,48)
Charlie Manby 6-5 Dennie Olde Kalter
Adam Leek 6-2 Martijn Dragt
Chris Landman 6-5 Krzysztof Ratajski
Alan Soutar 6-2 Stephen Rosney
Tom Bissell 6-1 Carl Sneyd
Kim Huybrechts 6-3 David Sharp
Verlierer: £1.250
3. Runde:
Tommy Morris 6-5 Viktor Tingström
Dirk van Duijvenbode 6-2 Nathan Potter
Martin Schindler 6-4 Brendan Dolan
(100,12 – 90,96)
Jeffrey de Graaf 6-4 Gian van Veen
Maik Kuivenhoven 6-3 Owen Bates
Rob Owen 6-3 Alexander Merkx
Ricardo Pietreczko 6-1 Danny Noppert (99,75 –
97,92)
Mike De Decker 6-5 James Wade
Kevin Doets 6-2 Mickey Mansell
Michael van Gerwen 6-5 Cristo Reyes
Beau Greaves 6-3 Niels Zonneveld
Keane Barry 6-3 Bradley Brooks
Dominik Grüllich 6-4 James Hurrell (92,35 –
91,69)
Charlie Manby 6-4 Adam Leek
Alan Soutar 6-5 Chris Landman
Kim Huybrechts 6-4 Tom Bissell
Verlierer: £2.000
Achtelfinale:
Dirk van Duijvenbode 6-4 Tommy Morris
(98,53 – 89,54)
Jeffrey de Graaf 6-4 Martin Schindler (99,13 –
94,29)
Maik Kuivenhoven 6-5 Rob Owen (84,75 – 84,44)
Mike De Decker 6-4 Ricardo Pietreczko (88,94 –
90,78)
Kevin Doets 6-2 Michael van Gerwen (95,62 – 102,16)
Beau Greaves 6-5 Keane Barry (97,15 – 93,33)
Charlie Manby 6-3 Dominik Grüllich
(112,16 – 96,30)
Alan Soutar 6-5 Kim Huybrechts (90,60 – 88,97)
Verlierer: £3.000
Viertelfinale:
Dirk van Duijvenbode 6-5 Jeffrey de
Graaf (90,41 – 91,36)
Maik Kuivenhoven 6-2 Mike De Decker (99,72 – 85,11)
Beau Greaves 6-5 Kevin Doets (101,62 –
101,28)
Charlie Manby 6-3 Alan Soutar (98,45 – 92,76)
Verlierer: £4.000
Halbfinale:
Maik Kuivenhoven 7-6 Dirk van
Duijvenbode (96,30 – 92,39)
Charlie Manby 7-5 Beau Greaves (89,91 – 90,41)
Verlierer: £6.500
Finale:
Charlie Manby 8-2 Maik
Kuivenhoven (99,72 – 84,76)
Sieger: £15.000
Runner-Up: £10.000
Preisgeld 2026:
Sieger: £15.000
Runner-Up: £10.000
Halbfinale: £6.500
Viertelfinale: £4.000
Achtelfinale: £3.000
Letzte 32: £2.000
Letzte 64: £1.250
Summe pro Event: £150.000
Modus 2026:
Spiele bis zum
Halbfinale: Best of 11 Legs
Halbfinale: Best of 13 Legs
Finale: Best of 15 Legs
TV-Übertragung 2026:
Die Pro Tour Turniere werden nicht
im TV übertragen, weder in Großbritannien noch in Deutschland. Es
gibt aber die Möglichkeit, bei Players Championships jeweils vier
Boards (ein Board im deutschen Kommentar) über den offiziellen
Livestream der PDC, PDC.TV zu sehen.
Zudem kann man alle Spiele aller Boards im Livescorer auf der Seite
Dartconnect verfolgen.
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Foto-Credit: PDC
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