Dart Profis – Ricky Evans – „Rapid“

Ricky Ian Evans ist ein englischer Dartspieler aus Kettering mit dem Nickname „Rapid“, den er aufgrund seines enorm schnellen Wurfrhythmus besitzt. In sechs Finals schaffte es Evans mittlerweile in seiner Karriere auf der Pro Tour, außerdem war er Finalist der Junioren-WM 2013. Bei der WM der Herren kam er aber über die dritte Runde bisher noch nicht heraus. Dennoch ist Evans auch seit dem Jahr 2013 ununterbrochen auf der PDC-Tour am Start. Nach einem Viertelfinale bei der European Championship 2019 stieß er 2024 bei den UK Open in sein erstes Major-Halbfinale vor.
Eher erfolglose Anfänge bei der BDO, schneller Tourcard-Gewinn
Evans spielte vom Beginn seiner
Dart-Karriere im Jahr 2007 bis 2012 bei der BDO. Dort versuchte er
sich jedes Jahr für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren, was ihm
aber nie gelingen sollte. Im Jahr 2012 spielte er sich beim
World Masters in die Runde der letzten 32. Wenige
Monate später versuchte er bei der Q-School der
PDC
eine der begehrten Tour-Cards zu erspielen und schaffte dies auch
gleich am ersten Turniertag. Bei den UK Open Qualifier erreichte er
ein Viertelfinale, womit er sich für die UK Open
qualifizieren konnte. Dort erreichte er die zweite Runde. Beim 13.
Players Championship Turnier im Jahr 2013 spielte er sich nach
Siegen über u.a. Ronnie Baxter und Gary Anderson in sein erstes PDC-Finale. Dort
unterlag er 3:6 gegen Brendan Dolan.
Bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Jahr 2013 spielte er sich bis
in das Finale. Dieses wurde am Finaltag der Premier League Darts vor mehr als 10.000
Zuschauern in der O2 Arena in London ausgetragen. Evans verlor
allerdings relativ klar mit 1:6 gegen Michael
Smith. Durch den Finaleinzug qualifizierte er sich auch für den
Grand Slam of Darts, bei dem er
in der Gruppenphase alle drei Spiele verlor. Durch seine guten
Leistungen qualifizierte er sich am Ende des Jahres auch für
die PDC Dart WM 2014. Dort konnte er überraschend in
der ersten Runde 3:0 gegen Ronnie Baxter gewinnen. In der zweiten
Runde unterlag er Mervyn King trotz großartiger
Leistung mit 2:4. 
Unglaubliches WM-Comeback gegen Whitlock
Dann lief es einige Monate nicht so
ganz nach Wunsch für Evans, der von einigen Spielern, u.a. von
Mervyn King, schon als einer der zukünftigen Stars bezeichnet
wurde. Erst im Jahr 2015 wurde er dann wieder stärker und die
Erfolge kehrten wieder zurück. Bei den UK Open 2015 spielte er sich
bis in die dritte Runde. Beim PDPA-Qualifier holte er sich den
letzten Startplatz für die PDC Dart WM 2016. In der ersten
Runde lag er dort gegen Simon Whitlock
mit 0:2 in Sätzen und 0:2 in den Legs zurück. Als alle von einem
glatten Sieg von Whitlock ausgingen, startete Ricky Evans ein
unvergessliches Comeback und drehte das Spiel um. Am Ende beendete
er es sogar mit einem 130er-Finish zum 3:2. In der zweiten Runde
musste er sich allerdings dann glatt mit 0:4 gegen Jamie Caven geschlagen geben. Bei den UK Open im
Jahr 2016 spielte er sich bis in die vierte Runde, wo er dann gegen
Darren Webster mit 4:1 führte, einen Matchdart
verpasste aber dennoch am Ende mit 8:9 verlor. Bei einem Players
Championship Turnier erreichte er erstmals nach mehr als drei
Jahren wieder ein Halbfinale, wodurch er sich für die PDC
Dart WM 2017 qualifizieren konnte. In einem sehr guten und vor
allem sehr schnellen Erstrundenspiel musste sich Evans nur knapp
mit 2:3 Michael Smith geschlagen geben. Evans
spielte in diesem Match allerdings mit 2,16 Sekunden die wohl
schnellste 180 aller Zeiten. 
Zwei European Tour Finals und Leistungssteigerung in der Konstanz
Das Jahr 2017 begann dann stark mit einer Halbfinalteilnahme beim ersten UK Open Qualifier Turnier des Jahres, viel mehr sprang dann allerdings in 2017 nicht heraus, so dass Evans die WM 2018 verpasste. 2018 wurden Evans‘ Leistungen dann wieder stabiler und erreichte mehrfach das Viertelfinale. Bei den Danish Darts Open schaffte es Evans erstmals auf der European Tour in den Finaltag, bei den Dutch Darts Championship ging es sogar bis ins Finale. Im Endspiel musste er sich mit 5:8 gegen Ian White geschlagen geben, dennoch war dies der bisher größte Erfolg in seiner Karriere. Bei seinem World Grand Prix Debüt verlor Evans in Runde 1 gegen Raymond van Barneveld mit 1:2. Seine zweiten Players Championship Finals in Minehead eröffnete Evans mit Siegen über Jan Dekker und Jeffrey de Zwaan, es folgte aber eine Niederlage im Achtelfinale gegen Jonny Clayton. Bei der WM 2019 unterlag er dem Österreicher Rowby-John Rodriguez zum Auftakt mit 1:3. Sein zweites Finale auf der Pro Tour gab es für Evans Ende Februar, wo er sich aber einem überragenden Gerwyn Price geschlagen geben musste. Einen Monat später gab es auch sein zweites Endspiel auf der European Tour, was er bei den German Darts Championship in Hildesheim gegen Daryl Gurney verlor. Gegen diesen verlor Evans auch bei seinem World Matchplay Debüt. Wie schon 2018 war der Auftritt beim World Grand Prix ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Sein erstes TV-Viertelfinale gab es dann aber bei den European Championships, wo er Glen Durrant und Ross Smith besiegen konnte, bevor er am späteren Sieger Rob Cross scheiterte.

Schwierige Jahre 2020 und 2021
Bei der WM 2020 war Evans auf Position 32 gesetzt und überwand er seine Auftakthürde Mark McGeeney. Dann kam aber das Aus gegen Michael van Gerwen. Bei den UK Open 2020 ging es zum dritten Mal unter die letzten 32. Sein zweiter World Matchplay Auftritt endete gegen Daryl Gurney in der ersten Runde. Über den Qualifier konnte sich Evans zum zweiten Mal in seiner Karriere zum Grand Slam of Darts spielen, dort scheiterte er als Dritter in der Gruppenphase. Das Auftaktspiel der Weltmeisterschaft gewann Evans mit 3:1 gegen Mickey Mansell. In Runde zwei wartete wie im Jahr zuvor Michael van Gerwen, wie damals unterlag er trotz ansprechender Leistung mit 0:4. Bereits zum vierten Mal war bei den UK Open in der fünften Runde Schluss, gegen Gerwyn Price sah er beim 3:10 kaum ein Land. Auf der Pro Tour spielte Evans insgesamt eher durchschnittliche Ergebnisse ein, die ganz großen Preisgelder schnappte sich „Rapid“ 2021 nicht. Auch bei den Players Championship Finals legte er beim 1:6 gegen James Wade einen enttäuschenden Erstrundenauftritt hin.
Steigerung in 2022, dennoch raus aus den Top 32
Somit war Evans bei der WM 2022 auch nicht gesetzt und musste in der ersten Runde gegen den Inder Nitin Kumar ran, den er mit 3:0 souverän bezwang. Am Tag darauf kam jedoch das Aus gegen Daryl Gurney. Bei den UK Open spielte sich Evans ins Achtelfinale, nachdem er gegen Darius Labanauskas bereits 2:8 zurückgelegen hatte. Ein weiteres Comeback gegen Keane Barry gelang ihm dann nicht. Sein drittes Pro Tour Finale verlor Evans im März 2022 gegen Jim Williams, sonst lief nicht viel zusammen für Evans, der auch bei den Players Championship Finals direkt unterlag. Als Pro Tour Qualifier war er bei der Weltmeisterschaft dabei, zunächst bezwang er Fallon Sherrock, ehe er sich in der zweiten Runde gegen Joe Cullen mit 1:3 geschlagen geben musste. Das Aus bei den UK Open 2023 kam unter den letzten 64 gegen Andrew Gilding. Bei den Belgian Darts Open, dem European Darts Grand Prix und den German Darts Open ging es in die zweite Runde. Nach 2019 qualifizierte sich Evans Anfang September zum zweiten Mal für die World Series of Darts Finals, wo er sein Auftaktspiel gegen Damon Heta gewann, dann aber gegen Dimitri van den Bergh chancenlos war. Keinen Sieg gab es bei den Players Championship Finals, dafür hatte er zu Beginn der WM 2024 gegen Simon Adams keine Probleme und gab auch gegen Nathan Aspinall keinen Satz ab. Das Aus erfolgte dann in Runde 3 nach einem 2:4 gegen Daryl Gurney.
Erstes Major-Halbfinale
Bei den UK Open schaffte es Evans zum ersten Mal in seiner Karriere in ein Major-Halbfinale, wo er dann aber gegen Luke Humphries chancenlos war. Anfang August gab es auf dem Floor ein weiteres Finale, doch auch im vierten Versuch wollte der Knoten nicht platzen. Da sonst die Ergebnisse eher ausblieben, reichte es nur gerade so für eine weitere WM-Teilnahme. Auch bei den Players Championship Finals gab es eine klare Auftaktniederlage gegen Josh Rock. Zum Auftakt der PDC-WM 2025 kam Evans gegen Gordon Mathers gerade so mit 3:2 durch, im Sudden-Death-Leg setzte er sich in der zweiten Runde überraschend gegen Dave Chisnall durch. In der dritten Runde musste er sich mit 2:4 gegen Überraschungsmann Robert Owen geschlagen geben. Nach dem Halbfinale im Vorjahr endeten die UK Open 2025 bereits unter den letzten 64. In die zweite Runde ging es beim European Tour Turnier von Göttingen, in Leverkusen gab es ein Erstrundenaus. Dafür ging es in Hildesheim erstmals seit langer Zeit ins Achtelfinale. Außerdem qualifizierte er sich für den Grand Slam of Darts, wo er erstmals die Gruppe überstand und auch das Achtelfinale gegen Luke Woodhouse für sich entschied. Im Viertelfinale war für ihn schließlich nach einer Niederlage gegen Gerwyn Price, den er in der Gruppenphase noch bezwingen konnte, Endstation. Bei den Players Championship Finals ging es nicht über Runde 1 hinaus, besser verlief der Auftakt bei der WM, wo er zunächst Man Lok Leung bezwang und dann auch in der Verlängerung James Wade rausnahm. Das Aus folgte in Runde 3 gegen Charlie Manby, bei den UK Open 2026 war in den Letzten 64 Schluss. Ende Mai konnte Evans in Kiel nach langer Zeit wieder ein Halbfinale auf der European Tour erreichen und korrigierte damit auch ein wenig den katastrophalen Saisonstart.
Fakten zur Person:
Name: Richard
„Ricky“ Ian Evans
Spitzname: Rapid (schnell)
Geburtstag: 29.07.1990
Geburtsort: Kettering (England)
Heimatort: Kettering (England)
Nationalität: England
Familienstand: Ledig
Kinder: –
Spielt Dart seit: 2005
Profi seit: 2013
Händigkeit: Rechtshänder
Darts: Bull’s NL 21g
Sponsoren: Bull’s NL, TXOdds, Hooch
Einlaufmusik: „YMCA“ von Village People
9-Darter: 2x (1x ET Qualifier 2019, 1x Players
Championship 2023)
Offizielle Webseite: –
Twitter: @goodevans180
Gewonnene Titel & Leistungen:
PDC-Major:
PDC-WM:
3. Runde 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026
UK Open: Halbfinale 2024
European Championship: Viertelfinale 2019
Grand Slam of Darts: Viertelfinale 2025
Players Championship Finals: Achtelfinale 2018
World Series of Darts Finals: Achtelfinale
2023
World Matchplay: 1. Runde 2019 und 2020
World Grand Prix: 1. Runde 2018 und 2019
PDC-Turniere:
Pro Tour: 4x Runner-Up (1x 2013, 1x 2019, 1x 2022,
1x 2024)
European Tour: Runner-Up Dutch Darts Championship 2018 und
German Darts Championship
2019
World Youth Championship: Runner-Up 2013
Challenge Tour: 1x Sieger 2013
Development Tour: 1x Sieger 2011
Q-School: Gewinner einer Tourkarte 2013
BDO-Major:
World Masters: Last 32 2012
Weitere Turniere:
PDC World Championship Qualifier: Sieger 2015
Besondere Leistungen & Auszeichnungen:
PDC-Awards:
Verbessertester Spieler des Jahres: (nominiert:
2014)
(jeweils im Januar erhalten für die Vorsaison)
Interviews:
[Interview mit Ricky Evans bei der WM 2020 nach Runde 2]
Foto-Credits: PDC / PDC Europe
